Über der steilen Schlucht des Rio Guadalaviar, der den Ort in einer Schleife umfließt, kleben rötliche mittelalterliche Gebäude am Hang. Gewaltige Stadtmauern umfassen einen ganzen Bergrücken, und über der Altstadt thront auf einem Felsen ein Schloss. Albarracín ist wahrlich ein Schmaus für die Augen!

Der Ort in Aragonien, eine der am dünnsten besiedelten Regionen im Nordosten Spaniens, gehört nicht nur zur Vereinigung der „schönsten Dörfer Spaniens“ (auf Spanisch „Los Pueblos más Bonitos de España“), sondern er ist zudem bereits seit 1961 offiziell als spanisches Kulturgut (Bien de Interés Cultural) anerkannt.

Das historische Zentrum von Albarracín umfasst mit gewaltigen Stadtmauern einen ganzen Bergrücken.

Nur gut 1000 Einwohnerinnen und Einwohner leben in der Einsamkeit des Iberischen Gebirges, in dessen Architektur sich die lange Geschichte widerspiegelt: Die Grundzüge Albarracíns gehen bereits auf die Berberdynastie der Raciniden zurück, die hier nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba in den Jahren 1012 bis 1104 eines von vielen Taifa-Kleinkönigreichen errichteten.

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Spaziergang um Albarracín

Die heutige Altstadt ist durch mittelalterliche Architektur geprägt, die du bei einem Rundgang entdecken kannst. Am besten eignet sich dafür der 1,9 Kilometer lange Aufstieg „Paseo Fluvial“. Der Rundweg, der in knapp 40 Minuten zu schaffen ist, belohnt mit Panoramablicken auf Albarracín.

Albarracín ist ein traumhafter Ort in der Provinz Teruel, im Zentrum von Spanien.

Hinter einer eisernen Hängebrücke führt der Weg bis zum 18 Meter hohen Turm Torre de Doña Blanca, dem südlichsten Abschnitt der Stadtmauer, hoch über der tiefen Haarnadelschlucht des Flusses Guadalaviar.

Kathedrale und Bischofspalast

Über der Stadt thront die Kathedrale El Salvador, die Turmspitze des Bauwerks ist mit fröhlichen bunten Keramikziegeln gedeckt. Die einschiffige Kirche ist umfassend restauriert. Der Hauptaltar stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, außerdem finden sich barocke Elemente etwa in den Seitenkapellen.

Blick von der Altstadt zur Kathedrale von Albarracín.

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Kulturinteressierte finden im direkt daneben gebauten Bischofspalast Palacio Episcopal aus dem 16. Jahrhundert eine Ausstellung von flämischen Wandteppichen, das Museum der Kathedrale und die Stiftung Santa María de Albarracín, die auch Führungen anbietet. 

Der Ort und sein Plaza Mayor

Wer durch die mittelalterliche Kleinstadt schlendert, begibt sich in ein Labyrinth aus engen Altstadtgassen, verwinkelten Treppen und läuft an dicht gedrängten Häusern vorbei. Schwere Holztüren mit schmiedeeisernen Türklopfern (Picaportes), kleine schiefe Fenster und Holzschnitzereien an den Balkonen versetzen die Besucherinnen und Besucher zurück in eine andere Zeit.

Traumhafter Ausblick: Die Nacht hat sich über Albarracín gelegt.

Auch der Charme des Hauptplatzes Plaza Mayor sollte unbedingt in Ruhe genossen werden. Dort steht auch das Rathaus, steil an einem Abhang erbaut. Eine der Gassen führt zur Santiago-Kirche, in der Taverne kommen die Einheimischen zusammen. Mehr Ursprünglichkeit geht kaum. 

Auf dem Hauptplatz Plaza Mayor kommen die Bewohner des Mittelalterortes zusammen.

Wer aufmerksam durch die Altstadt läuft, entdeckt außerdem ein Haus, das nicht im typischen Rot, sondern hellblau verputzt ist.

Das Bauwerk stammt aus dem 17. Jahrhundert und der Legende nach wurde es erbaut, da sich ein junger Mann der wohlhabenden Familie Navarro de Azuriaga in eine Frau aus Andalusien verliebte und sie heiratete. Das Haus in den andalusischen Farben sollte ihr ein Andenken an ihre Heimat sein.

Sehenswerte Ziele in der Umgebung

In der Umgebung liegt das Naturschutzgebiet Pinares de Rodeno, das von rötlichem Kalkstein dominiert wird. Höhlenmalereien sind hier zu finden. Und in der Sierra de Albarracín beim Dorf Frías kann der Ursprung des Flusses Tajo, des längsten Flusses der Iberischen Halbinsel, entdeckt werden.

Im Naturschutzgebiet Pinares de Roden gibt es neben der imposanten Natur auch Höhlenmalerei zu entdecken.

188 Kilometer entfernt und über die A-23 ist Zaragoza zu erreichen, die Hauptstadt von Aragonien und fünftgrößte Stadt Spaniens. Sie ist unter anderem für ihre pompöse Basilika Nuestra Señora del Pilar bekannt. 

Das Wahrzeichen von Zaragoza: die Basilika Nuestra Señora del Pilar.

Nur 38 Kilometer entfernt und über die Landstraße A-1512 zu erreichen liegt Teruel. Sehenswerts sind hier die Türme El Salvador, San Martín und San Pedro sowie die Kathedrale Santa Maria im Mudéjarstil. Und Gourmets sei gesagt: Die Provinz Teruel ist auch für ihren guten Schinken, den Jamón de Teruel, bekannt. 

Aktivitäten rund um Albarracín

Neben den erwähnten Wanderungen in der unberührten Umgebung von Albarracín bietet die Gegend noch mehr für Sportfans: Die Gegend gilt als größtes und bekanntestes Bouldergebiet Spaniens. Kleine und große Blöcke aus rotem Buntsandstein bedienen die Anforderungen von Anfängerinnen und Anfängern sowie Profis. Einen guten Überblick bietet der Kletterführer Albarracin Bouldering.

Auch Reitausflüge werden in der Umgebung angeboten. So können beim etwa 20 Kilometer entfernten Anbieter Caballos Albarracín Reiterlebnisse mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gebucht werden.