Mehr als 3,5 Millionen Deutsche besitzen laut einer statistischen Auswertung der „Allensbacher Marktanalyse“ 2020 einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil. Die bereits vor der Corona-Pandemie gigantische Zahl hat sich während des von Reisebeschränkungen angefeuerten Camping-Booms nochmals deutlich erhöht. In den Jahren 2020 und 2021 haben sich weitere 400.000 Deutsche erstmals ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen gekauft, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Mit der Entscheidung für einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil ist die bevorzugte Reiseform für die nächsten Jahre in der Regel weitestgehend festgeschrieben. Camperinnen und Camper steuern mit ihrem mobilen Zuhause gerne Ziele in ganz Europa an – die meisten zieht es laut „ADAC Reise Monitor“ nach Italien und Frankreich. In Deutschland sind besonders die Campingplätze an der Ostsee und in Bayern beliebt.

Doch nach vielen Jahren der Freiluftreisen wächst bei erfahrenen Campingfans häufig das Bedürfnis, sich auf einen der erkundeten Orte festzulegen. Das kann ganz verschiedene Gründe haben. Zum Beispiel wird vielen Menschen im höheren Alter der ständige Auf- und Abbau zu anstrengend. Andere haben sich schlichtweg in einen besonders schönen Campingplatz verliebt oder dort einen festen Freundeskreis gewonnen. Und manche denken auch aus Kostengründen oder wegen Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche darüber nach, für längere Zeit auf einem Campingplatz zu leben.

Klaus (66) und Ehefrau Regina (67) leben mit Hund Sandy seit vielen Jahren in einem winterfesten Wohnwagen auf dem Dauercampingplatz in Berlin-Neukölln.

Was ist Dauercamping?

Viele Platzbetreiber grenzen einen Teil ihres Geländes speziell für Dauercampierende ab. Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland rund 650.000 solcher Dauerstandplätze erfasst. Diese Flächen liegen meist in den hinteren Reihen – die besseren Lagen werden zu höheren Preisen an nur kurzzeitig bleibende Reisende vermietet.

Die meisten Dauercamperinnen und Dauercamper mieten diese Stellflächen für ein ganzes Jahr und verlängern die Mietdauer bei Fälligkeit regelmäßig um ein weiteres. Andere reservieren ihre Dauerstellfläche nur für drei Monate, um den Sommer auszukosten. Für einige Camperinnen und Camper machen Dauerstellplätze auch aus finanziellen Gründen Sinn – zum Beispiel, wenn für das Abstellen des Wohnwagens oder Wohnmobils, etwa in einer Halle oder einer Garage, ohnehin hohe Mietkosten anfallen.

Zum Schutz vor Schmutz, Lärm und Regen statten viele Dauercampende ihren Wohnwagen mit einem zweiten Dach aus.

Beim Einzug auf dem gewählten Dauercampingplatz wird die mobile Unterkunft dann zu einem komfortablen Wohnsitz umfunktioniert. Dafür wird unter anderem das Fahrgestell fixiert und ein zusätzliches Dach installiert. Andere kaufen ein fahruntüchtiges und dafür geräumigeres Modell und erweitern es mit Anbauten, zum Beispiel mit einer überdachten Terrasse, einem kleinen Schuppen oder einem abgezäunten Garten – ähnlich wie ein kleines Ferienhaus.

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Die schwierige Suche nach einem Standort

Die Kriterien für die Suche nach einem Standort zum Dauercampen richten sich natürlich nach den persönlichen Vorlieben und Voraussetzungen. Wird ein praktischer Platz in Wohnortnähe bevorzugt? Oder lieber ein schöner Platz in Berg- oder Küstennähe? Soll es ein ruhiges oder ein lieber ein quirliges Publikum sein?

Nach einer Vorauswahl möglicher Campingplätze sollten Dauercampende laut dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BvCD) zunächst prüfen, ob die Stellfläche überhaupt für den gewünschten Zeitraum gemietet werden kann. Nicht alle Plätze stellen ganzjährig nutzbare Flächen zur Verfügung. Außerdem sollten die Regeln in der Platzordnung und im Mietvertrag genau unter die Lupe genommen werden.

Der BvCD rät außerdem dazu, auf die Verfügbarkeit von TV- und Internetanschlüssen, Wasser- und Stromanschlüssen und auf die Standards der Waschhäuser zu achten – besonders in der Nebensaison. Auch die Verfügbarkeit eines Brötchen-Services und ein nahe gelegener Supermarkt seien wichtig.

Andere Bundesländer, andere Gesetze

Dazu kommt noch eine Reihe von rechtlichen Fragen, denn die Grundlagen für Dauercampende unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland deutlich. Besonders wichtig ist die Frage, ob für einen Dauercampingplatz ein Zweit-, oder in seltenen Fällen sogar ein Erstwohnsitz angemeldet werden muss, denn dann fallen zusätzliche Steuern an. Auch für bauliche Veränderungen, Rundfunkgebühren, Postzustellung und Haftungspflichten gibt es unterschiedliche Regelungen.

Noch keinen Dauerstellplatz gefunden? Hier gibt es Inspiration

Schon die Suche nach einem Platz für einen normalen Campingurlaub ist nicht einfach. Immerhin gibt es in Deutschland knapp 3000 Campingplätze mit mehr als 200.000 Stellflächen. Umso schwieriger wird es, einen Stellplatz für ein dauerhaftes Campingdomizil zu finden – zumal viele Plätze bereits belegt sind. Für den Traumplatz müssen sich Interessierte oft auf eine Warteliste setzen lassen.

Welche Stellplätze für Dauercamping sind noch frei?

Das Portal „camping.info“ beispielsweise bietet in der Suche einen Filter an, bei dem Dauercamping-Plätze angezeigt werden. Dazu muss im Reiter „Allgemein“ das Häkchen bei „Dauercamping“ gesetzt werden.

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Wir zeigen dir eine Auswahl besonders schöner Campingplätze mit Dauerstellflächen. Vielleicht findet sich dabei der gewünschte Dauertraumplatz. 

1. Rosenfelder Strand in Schleswig-Holstein

Lange Sandstrände und frische Meeresbrisen machen die Campingplätze in Schleswig-Holstein zu den beliebtesten Reisezielen Deutschlands. Auch der Platz „Rosenfelder Strand“ liegt, wie der Name vermuten lässt, direkt an der Ostsee. Bis nach Dahme sind es rund 2,5 Kilometer auf dem Dünenradweg. Er bietet aufgrund der Vielzahl an Bäumen aber auch genügend Schatten in den Sommermonaten.

Der Platz Rosenfelder Strand Ostsee Camping ist ein weitläufiger, familienfreundlicher, direkt an der Ostsee gelegener Platz.

Der Campingplatz gilt als besonders gepflegt und familienfreundlich. Interessierten Dauercamperinnen und -campern teilen die Betreibenden mit: „Hin und wieder, meistens im September, haben wir Campingplätze für Dauercamping frei.“ Interessierte sollen am besten relefonisch nachfragen unter 0 43 65 / 97 86 7-0.

Es gebe auch immer wieder Menschen, die ihren Wohnwagen komplett aufgebaut mit Einstieg in den Platzvertrag verkaufen. Pro Saison kostet der Stellplatz (ab 100 Quadratmeter groß) ab 1479 Euro.

2. Südseecamp in Niedersachsen

Das Südseecamp liegt in der schönen Heidelandschaft von Wietzendorf in Niedersachsen. Die Betreiber legen großen Wert auf Familienfreundlichkeit – für die Kleinen gibt es viele Spielplätze, einen eigenen Sanitärbereich, eine Minigolf-Anlage, einen Hochseil-Klettergarten und einen Fahrradcross-Parcours.

Im Sommer kühlen sich die Camperinnen und Camper im Naturbadesee mit Sandstrand ab – an verregneten und kühlen Tagen weicht man auf das Wellness-Schwimmbad mit Tropenlandschaft, Wildwasserkanal und Piratenschiff aus. Rund um den Platz bieten mehrere Pferdepensionen Ausritte an.

Für Dauercamper sind im Südseecamp 579 Stellplätze reserviert.

3. Senftenberger See in Brandenburg

Der komfortable Campingplatz am Senftenberger See gehört zu einer großen Ferienanlage mit einer Vielzahl an Freizeitangeboten. Die Anlage im südlichen Brandenburg bettet sich in einen Kiefernwald ein – bis zum Wasser sind es nur wenige Minuten.

Für Groß und Klein gibt es ein Animationsprogramm – wer mag, trifft sich morgens zum Beispiel zum Yoga auf dem flach abfallenden Sandstrand. Später können Camperinnen und Camper die schönen Landschaften der Niederlausitzer Seenlandschaft erkunden. Der Supermarkt im nächsten Ort ist in etwa zehn Minuten Fahrtzeit erreichbar.

Wenn die eigene Küche kalt bleiben soll, können Camperinnen und Camper zum Beispiel auf die Grill- und Schnitzelabende des platzeigenen Restaurants oder für einen Absacker auf den angeschlossenen Biergarten ausweichen. Für Dauercamper stehen 375 Plätze zur Verfügung. Hunde sind nicht erlaubt.

4. Campingpark LuxOase in Sachsen

Gegen die kleinen Camping-Strapazen bietet der Campingpark LuxOase in Kleinröhrsdorf bei Dresden ein ganzes Arsenal an Wellnessangeboten an. Camperinnen und Camper können sich bei Massagen, Fitness sowie in einem Schwimmspa-Hallenbad, einer Sauna, einem Dampfbad, einer Infrarotkabine, auf einer Wärmebank und beim „Erlebnisduschgang“ entspannen.

Die kleineren Gäste können sich auf zwei großen Spielplätzen mit Seilbahn, Spielturm und Bällebad austoben. Während der Ferien läuft außerdem ein spannendes Animationsprogramm. Highlight des schönen und gepflegten Platzes mit unterschiedlich hohen Bäumen ist der angrenzende Stausee. Für Ausflüge nach Dresden oder Prag werden häufig Touren organisiert.

Hunde sind auf dem Platz mehr als willkommen – für die Vierbeiner gibt es einen eigenen Agility-Bereich und eine Hundedusche. Für Dauercamperinnen und Dauercamper hält die LuxOase 40 Standplätze vor.

5. Wirthshof Camping in Baden-Württemberg

Den Bodensee zur einen, die Schweizer Alpen zur anderen Seite: Der moderne und komfortable Campingplatz Wirthshof liegt nahe der Kleinstadt Markdorf im Südwesten Baden-Württembergs.

Die tolle Lage in der schönen Bodenseeregion eröffnet Camperinnen und Campern eine große Auswahl an Ausflugsmöglichkeiten mit dem Auto, mit dem Fahrrad und auch zu Fuß – zum Beispiel beim Nordic Walking und auf geführten Wanderungen. 

Im angeschlossenen Hotel mit beheizbarem Freibad, Sauna, Dampfbad und einer Beauty-Abteilung können sich Camperinnnen und Camper ganz entspannt auf die nächsten Abenteuer einstellen. Bei regelmäßigen Events werden zum Beispiel Bier- und Weinproben ausgerichtet. Für Kinder stehen unter anderem ein Seilgarten und ein riesiges Spielschloss bereit. Im gemütlichen Restaurant werden regionale Gerichte serviert.

Dauercamper finden auf dem Wirthshof Campingplatz etwa 100 Dauerstellplätze.

6. Strandcamping Waging in Bayern

Auf dem Strandcampingplatz Waging bleiben kaum Wünsche offen: Die idyllisch gelegene Anlage zählt zu beliebtesten Plätzen in Bayern und wurde vom ADAC als „Superplatz“ mit fünf von fünf Sternen ausgezeichnet. Das Campingparadies liegt am 400 Meter langen Ufer des Waginger Sees nahe der Grenze zu Österreich. Vom weitläufigen Wiesengelände blicken Camperinnen und Camper nicht nur auf den idyllischen Badesee, sondern auch auf ein malerisches Alpenpanorama.

Langweilig wird es auf dem Platz so gut wie nie: Zur Erkundung der Landschaft werden Touren angeboten – wer mag, kann das Chiemgau auch mit einem geliehenen E-Bike besichtigen. Abwechslung finden Camperinnen und Camper zum Beispiel beim Segeln, Bogenschießen, Ponyreiten, Bootfahren, Minigolf – und im platzeigenen Barockmuseum.

Für Dauercamper gibt es auf dem Strandcampingplatz Waginger See 460 Stellflächen.

7. Eifel-Camp Freilinger See in NRW

Das familiäre Eifel-Camp liegt am Frelinger See in der Eifel. Camperinnen und Camper schätzen die ruhige Lage inmitten der bergigen Natur.

Auf Ausflügen lassen sich zum Beispiel die Kakushöhe bei Mechernich, die mittelalterliche Burg Satzvey oder der Adler- und Wolfspark Kasselburg erkunden. In knapp 30 Kilometer Entfernung liegt außerdem der Nürburgring.  Im Abstand von zwei Wochen organisieren die Platzbetreiber regelmäßig geführte Radtouren und Wanderungen – gelegentlich auch nachts.

Der komfortable Platz liegt an einem kleinen Badesee. Kindern wird unter anderem ein Kletterfelsen und ein Skatepark geboten.

Für Dauercampende bietet das Eifel-Camp auch verschiedene Mobilheime zum Kauf an. Insgesamt sind am Freilinger See 170 Dauerplätze eingerichtet.