Das Trentino beherbergt einen der schönsten Naturräume Norditaliens. Die autonome Region erstreckt sich von den Dolomiten bis zum Gardasee und wandelt sich im Herbst zu einem farbenfrohen Wanderparadies. Denn: Mehr als die Hälfte der Fläche Trentinos ist bewaldet.

Naturfans können in der Bergwelt, die mit 500 Millionen Bäumen, 300 Seen sowie zahllosen Gipfeln und mächtigen Felsen kaum facettenreicher sein könnte, genussvoll durchatmen. Die Mischung aus mediterranem und alpinem Klima bietet dafür auch im Herbst hervorragende Voraussetzungen.

Einziges Problem: Das Trentino bietet eine immense Auswahl an Wegen in allen Schwierigkeitsgraden. Damit du schnell loslaufen kannst, stellen wir dir vier der schönsten Routen vor.

1. Val die Sole: Wasserfälle und bunte Wälder

Der riesige Nationalpark Stilfserjoch erstreckt sich auf Höhenlagen zwischen 700 und 3900 Metern über vier italienische Provinzen und lässt auch bei unerfahrenen Wanderinnen und Wanderern keine Wünsche offen.

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Der Wanderweg zum Saènt-Wasserfall führt an einem rauschenden Wildbach entlang.

Im Herbst bietet das bunte Blattwerk der weitläufigen Wälder im Val di Sole eine zauberhafte Naturkulisse. Besonders schön ist die Route zum Wasserfall von Saènt im Val di Rabbi. Zum rauschenden Naturspektakel führt eine einfache Ringstrecke von der Malga Stablasolo. Die Einkehr-Alm ist vom Parkplatz im Tal aus in etwa 20 Minuten erreichbar.

Herbstliche Kulisse im Nationalpark Stilfserjoch: Im Herbst rahmt das bunte Lärchenblattwerk den Saènt-Wasserfall malerisch ein.

Nach einer Stärkung führt die Route an einem rauschenden Wildbach entlang zum mehrstufigen Wasserfall, dem man an mehreren Stellen sehr nahe kommt. Danach führt der Wanderweg durch idyllische Lärchenwälder und Almwiesen, bevor er am Einstieg des ebenfalls sehr schönen Klettersteiges Scalinata dei larici monumentali (knapp zwei Kilometer lang) zurück zur Malga Stablasolo abbiegt. Die Dauer für Hin- und Rückweg beträgt bei gemütlichem Tempo etwa drei Stunden.

2. Val di Fumo: Pure Bergromantik

Auf der zweitägigen Tour vom Val di Fumo zum Carè Alto folgen Wanderinnen und Wanderer alten Hirtenpfaden in felsige Höhen. Die mittelschwere Wanderung beginnt auf flachen Wegen und endet mit längeren und recht steilen Anstiegen. Der schönste Teil der Route ist auch für Familien mit Kindern geeignet – wer rechtzeitig startet, kann die Tour auf einen Tag verkürzen und am Schutzhaus Val di Fumo umkehren.

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Die erste Hürde wartet bereits beim Start am Wanderparkplatz oberhalb des Stausees Lago di Bissina: Hier müssen Wanderinnen und Wanderer zunächst die eindrucksvolle Aussicht auf den See hinter sich lassen. Los geht es dann auf einem alten Pfad, über den die Bewohnerinnen und Bewohner des Val Rendena einst ihre Schafherden durch den Passo delle Vacche führten.

Die Wege im Val di Fumo führen am türkisblauen Fluss Chiese entlang.

Der heutige Wanderweg verläuft zunächst am Westufer des Stausees zur Alm Malga Breguzzo. Vorbei an einem kleinen Wasserfall geht es entlang des türkisblauen Flusses Chiese durch Latschenkieferfelder und Hochweiden sowie über kleine Bäche und Stege zum schönsten Teil der Route: dem wildromantischen Val di Fumo. Das weitestgehend unberührte Naturparadies zählt zu den schönsten Perlen im Trentino.

Um das Flusstal mit allen Sinnen genießen zu können, bietet sich eine längere Pause an. Gut gestärkt können Wanderinnen und Wanderer dann den steileren Routenabschnitt angehen, der über 900 Höhenmeter zum steinigen Passe del Vacche ansteigt. Am Bocca di Conca führt der Pfad zwischen großen Granitblöcken hindurch und hinab zum Ziel des Wandertages: der Schutzhütte Rifugio Carò Alto auf 2459 Metern Höhe.

Dort sollte eine Übernachtung eingeplant werden. Ausschlafen ist aber ein Tabu – sonst verpasst man den spektakulären Sonnenaufgang über dem nebelverhangenen Tal. Nach dem Frühstück geht es über den gleichen Weg zurück zum Parkplatz am Stausee.

3. Brenta-Gebirge: Der Bocchette-Weg zum Hochplateau

Von den Wanderwegen auf dem Hochplateau zwischen der Gebirgsgruppe Brenta und dem Bergmassiv Paganella eröffnen sich wundervolle Panorama-Ausblicke auf die majestätischen Berge Norditaliens. In der bezaubernden Landschaft verstecken sich viele „Promis“ der Kletter-Szene – echte Klassiker unter den alpinen Klettersteigen.

Ausblick vom Gipfel Croz dell Altissimo (2339 Meter) auf den Lago di Molveno.

Besonders bekannt ist die Via Bocchette Alte, die auf vier Tagesetappen entlang von schmalen Felsbändern und schroffen Felsen in bis zu 3000 Metern Höhe von Hütte zu Hütte führt. Die hochalpine Route durch die Brentagruppe ist äußerst anspruchsvoll und nur für erfahrene Klettererinnen und Kletterer geeignet.

Für den Weg zum Bocchette-Einstieg stehen drei Routen zur Auswahl: Entweder über den malerischen Molvenosee (Wegzeit: vier Stunden), über die Bergstation der Grostè-Seilbahn (3:20 Stunden) oder über die Tuckett-Hütte (2:30 Stunden). Vom Tuckett-Pass geht es dann steil hinauf und weiter über mit Drahtseilen und Leitern gesicherte Auf- und Abstiege. Im Abschnitt Maria Coggola führt die „Leiter der Freundschaft“ mit 68 Sprossen zum Höhepunkt der Tour: dem fantastischen Ausblick vom Felsvorsprung „Spallone dei Massodi“ auf 3100 Metern Höhe. 

Höhepunkt der hochalpinen Bocchette-Route: Der Felsen „Spallone dei Massodi“.

Für den Abstieg können Kletterinnen und Kletterer aus mehreren Varianten wählen. Wer noch Kraft in den Beinen hat, kann die Alimonta-Hütte ansteuern und von dort auf die leichtere Route Bocchette Centrale übergehen. Das Paganella-Hochplateau, eingerahmt von den Hängen der Paganella und der majestätischen Gruppe der Brenta-Dolomiten, bietet zahlreiche Wanderungen durch eine bezaubernde Landschaft mit einem eindrucksvollen Panorama.

4. Monte Roen: Gipfelblick auf die Dolomiten

Diese Bergwanderung wird mit einem tollen Ausblick vom 2116 Meter hohen Gipfel des Monte Roen auf die Dolomiten und Bozen belohnt. Die einfache Routeüber 820 Höhenmeter dauert insgesamt etwa fünf Stunden – mit Pausen in zwei Hütten und auf dem Gipfelplateau natürlich etwas länger.

Toller Ausblick: Vom 2116 Meter hohen Gipfel des Monte Roen aus zeigen sich in der Ferne die Dolomiten.

Der ausgeschilderte Weg beginnt am Parkplatz der Bergstation der Mendelbahn in Kaltern. Über eine geteerte Straße geht es durch einen Wald immer Richtung Monte Roen. Nach etwa 45 Minuten erreichen Wanderinnen und Wanderer die Halbweghütte. Über Wiesen und weiteren Wäldern zeigt sich bereits der Gipfel – für den finalen Anstieg serviert das Rifugio Malga di Roméno auf seiner Aussichts-Terrasse leckere Stärkungen. Kurz danach ist der Gipfel bereits erreicht.