Eine Kur soll Menschen mit körperlichen oder geistigen Schwierigkeiten dabei helfen, abseits des belastenden Alltages neue Kraft zu schöpfen. Dazu kann natürlich auch ein „nomaler“ Urlaub beitragen.

Doch anders als bei einer gewöhnlichen Reise liegt der Fokus während einer Kur gezielt auf Gesundheit und Heilprozessen, die zum Beispiel mit Sportprogrammen, speziellen Massagen oder Therapien von spezialisierten Kurkliniken gefördert werden können. Meistens geht es darum, besondere Beschwerden, Belastungen und Probleme präventiv zu behandeln.

Krankenkassen zahlen mit

Solche Gesundheitsreisen werden von den Krankenkassen bezuschusst – wenn der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin bescheinigt, dass sämtliche Therapie-Möglichkeiten am Wohnort ausgeschöpft wurden oder keine passende Einrichtung in der Nähe liegt. Von diesem gesetzlichen Anspruch haben 2019 rund 62.000 Deutsche Gebrauch gemacht und sind in einen verordneten Kururlaub gefahren. Dazu kamen viele weitere Menschen, die eine Kur auf eigene Kosten finanziert haben.

Aktuelle Deals

Wassertreten im Kururlaub: Mit einer ärztlichen Bescheinigung zahlen die Krankenkassen einen Teil der Reisekosten dazu.

Für eine Kur bieten sich in Deutschland zahllose Einrichtungen und Ziele an. Bei der Auswahl haben passende Therapie-Angebote natürlich Priorität – doch auch der Preis spielt eine Rolle, da die Kassen zwar einen Großteil der Arzt- und Therapiekosten übernehmen, Unterkunft, Verpflegung und Anfahrt aber nur zum Teil.

Die Versicherung Ottonova hat untersucht, welche verordneten Kurreisen in Deutschland besonders günstig und welche eher teuer sind. Dafür wurden etwa 600 Kurangebote von sechs Anbietern verglichen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Das Ergebnis der Auswertung zeigt: Viele Orte und Regionen, die bei herkömmlichen Deutschland-Reisen zu den beliebtesten Zielen zählen, sind für einen Kururlaub besonders preiswert.

Das sind die teuersten Kurziele

Die teuerste Reiseregion für einen verordneten Kururlaub ist laut Studie das Bundesland Sachsen. Dort liegen die Kosten für Kururlaubende durchschnittlich bei 72,56 Euro pro Tag. Kaum günstiger ist der Teutoburger Wald (72,20 Euro pro Tag) sowie das Hessische Bergland (71,67 Euro). Dahinter folgt ein großes Mittelfeld mit Preisen zwischen 60 und 70 Euro pro Tag (siehe Ranking weiter unten). 

Betrachtet man nur einzelne Angebote, Orte und Regionen, belegt der im Südschwarzwald gelegene Kurort Höchenschwand mit 190 Euro pro Nacht den Spitzenplatz. Im baden-württembergischen Todtnau und im rheinland-pfälzischen Steffeln ist der Kururlaub mit 188 und 172 Euro ähnlich kostspielig. Dahinter folgen die Eifel (169 Euro) und Niederbayern (152 Euro).

Das sind die günstigsten Kurziele

Die günstigste Region für Gesundheitsreisen ist laut Ottonova das Rhein-Main-Gebiet. Dort liegen die Kosten pro Tag durchschnittlich bei 48,50 Euro.

Abendstimmung am Hörnle bei Bad Kohlgrub: Die idyllische Region beheimatet laut der Auswertung von Ottonova die günstigste Kureinrichtung in Deutschland.

Dahinter folgen mit 50 Euro pro Tag die Nordseeküste, die Insel Usedom (53,33 Euro), Baden-Württemberg (58,83 Euro) sowie das Erzgebirge und die Sächsische Schweiz (je 60,25 Euro pro Tag). Bei der Einzelbetrachtung ist die bayerische Gemeinde Bad Kohlgrub, Heimat des höchstgelegenen Moorheilbades Deutschlands, der günstigste Kurort in ganz Deutschland. Kosten pro Tag: 35 Euro.

Ranking: Alle Regionen im Überblick

  1. Rhein-Main-Region: 48,50 Euro pro Tag
  2. Nordseeküste: 49,67 Euro pro Tag
  3. Usedom: 53,33 Euro pro Tag
  4. Baden-Württemberg: 58,83 Euro pro Tag
  5. Sächsische Schweiz und Erzgebirge: 60,25 Euro pro Tag
  6. Hessen: 61,25 Euro pro Tag
  7. Thüringen: 62,67 Euro pro Tag
  8. Bayerischer und Oberpfälzer Wald: 64 Euro pro Tag
  9. Bayern: 65,46 Euro pro Tag
  10. Frankenwald und Fichtelgebirge: 66,25 Euro pro Tag
  11. Hessisches Bergland: 71,67 Euro pro Tag
  12. Teutoburger Wald: 72,20 Euro pro Tag
  13. Sachsen: 72,56 Euro pro Tag