Du willst in der Nähe des Gardasees in Italien Urlaub machen, aber die touristischen Zentren meiden? Dann hätten wir da einen Tipp: Die italienische Stadt Brescia ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und befindet sich nur 30 Kilometer vom Südufer des beliebten Sees entfernt. Statt Trubel mit Gästen aus aller Welt, kannst du hier auf Entdeckungstour durch die Geschichte reisen.

Brescia hat 196.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt in der Lombardei und ist noch ein wahrer Geheimtipp. Das dürfte sich allerdings bald ändern, denn im kommenden Jahr hat Italien Brescia zur Kulturhauptstadt des Landes gemacht. Damit dürfte der Ort für Reisende aus Italien und aller Welt auf den Bildschirm rücken.

Brescia in Italien: Die Altstadt ist Unesco-Weltkulturerbe

Die Regierung möchte den Tourismus in Brescia und Bergamo, nur wenige Kilometer weiter und ebenfalls Kulturhauptstadt, fördern. Beide Städte galten einst als Corona-Hotspots und litten stark unter der Pandemie. Deshalb soll nun die größte Ausgrabungsstätte der römischen Zeit in Norditalien stärker in den Fokus rücken.

Seit Juni 2011 gehört die Altstadt von Brescia zum Unesco-Weltkulturerbe. Und das hat seinen Grund: Bei einem Besuch kannst du quasi durch die Zeit reisen – immerhin wurde Brescia schon einige Jahrhunderte vor Chrisus gegründet.

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Das Museum Santa Giulia in Brescia ist eines der vielen kulturellen Highlights der Stadt.

In der Stadt locken viele historische Bauwerke, unter anderem aus der Antike, aus dem Mittelalter, aus der Renaissance und aus der Zeit des Barock. Das Beste: Du kannst alle Highlights per Fuß kennenlernen, da in Brescia alles dicht beieinander liegt.

Piazza della Loggia: Sehenswürdigkeiten und Flanieren

Herzstück der Stadt ist die Piazza della Loggia aus dem Jahr 1433. Rund um den offenen und großzügigen Platz finden sich beeindruckende Bauten aus der Zeit der Renaissance, etwa der namensgebende Palazzo della Loggia, der heute Sitz der Stadtverwaltung ist. 

Einige der Bauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, etwa der Palast Monti di Pietá, verfügen über römische Inschriftensteine. Prägnant ist zudem die astronomische Uhr, die in der Mitte des Platzes steht und ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammt – der Uhrenturm Torre dell' Orologio ist bis heute in Betrieb.

Der historische Uhrturm an der Piazza della Loggia ist nach wie vor in Betrieb.

Nicht nur für Sightseeing eignet sich die Piazza della Loggia: In den zahlreichen Cafés und Tavernen wird Kaffee und Pirlo, der Aperitif der Region, getrunken, dazu gibt es Gerichte der lombardischen Küche. Tipp: Unbedingt auch durch die Gassen drum herum schlendern. 

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Brescia hat gleich zwei Dome

Unweit finden sich weitere Sehenswürdigkeiten: Der Dom besteht aus zwei Gebäuden, einem neuen und einem alten Teil. Letzterer datiert aus dem 11. und 12. Jahrhundert und gilt als eines der bedeutendsten noch erhaltenen Bauwerke aus dieser Zeit. Und auch der neue Dom ist gar nicht mehr so neu – er wurde 1510 eingeweiht. 

Der Broletto-Palast ist eines der beeindruckenden historischen Gebäuden in Brescia.

Auffällig ist zudem der Palazzo Broletto, ein Gebäude, das seit Jahrhunderten als Regierungssitz dient. Ein hübsches Fotomotiv ist der Brunnen vor dem Palazzo Broletto mit seinem steinernen Turm. Der Palazzo Broletto kann heute besichtigt werden. Der Domplatz hat übrigens eine historische Bedeutung: Hier war einst das Handelszentrum der Region, zudem wurden Gerichtsverhandlungen hier abgehalten.

Das größte Highlight von Brescia wartet im Osten der Stadt. Hier findet sich der alte römische Stadtteil, der in weiten Teilen zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Im Forum Romanum kannst du die Reste der römischen Siedlung sehen, nebenan findet sich das ehemalige Römische Theater. Wenn du die Via dei Musei nimmst, kannst du die alten Bauten bestaunen und kommst auch geradewegs zum Kapitolischen Tempel, auch Capitolium oder Tempio Capitolino genannt.  

Das Forum Romanum in Brescia gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Das historische Brescia: Auf den Spuren der Römer

Das heimliche Wahrzeichen der Stadt darfst du dabei aber nicht verpassen: Ganz in der Nähe thront die Bronzestatue „Vittoria Alata“. Der Ursprung der Engelsfigur ist unbekannt. 

Ein weiteres Must-see im römischen Viertel sind die beiden größten Museen in Brescia, die sich in den Benediktinerklöstern Santa Giulia und San Salvatore mit den großartigen Fresken an Wänden und Decken befinden. Hier werden archäologische Fundstücke aus drei Jahrtausenden gezeigt.

Unbedingt auch auf den Boden achten: Bei Ausgrabungen für den Ausbau des Museums wurden gut erhaltene Mosaikfußböden gefunden, zudem Wohnungen mit Wassersystemen, die dir einen Eindruck davon geben, wie über die Zeit gelebt wurde.

Die Kirche von San Salvatore gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Ebenfalls auf deine To-do-Liste für Brescia gehört eine Tour zum Hügel Cidneo. Einst standen hier Tempel, heute kannst du die Festung der Visconti besichtigen und einen einzigartigen Ausblick auf Brescia genießen. Auch Einheimische kann man in der Gegend finden, der Park rund um das Castello dient als Naherholungsgebiet. Nebenan findet sich auch der Botanische Garten der Stadt.

Brescia war einst als Industriestadt bekannt.

Apropos Grünanlagen: Eine der schönsten ist der bereits mehrere Jahrhunderte alte Park der Villa Mazzucchelli in Mazzano. Erst seit 2013 ist er für Touristinnen und Touristen geöffnet.

Brescia: Bekannt für guten Wein und Käse

Bei so viel Sightseeing und Erkundungstouren wirst du natürlich auch hungrig und durstig. Die gute Nachricht: Die Gegend rund um Brescia ist für ihre großartige Küche bekannt, wurde 2017 sogar als „Europäische Region der Gastronomie“ ausgezeichnet.

Der Wein kommt von den Reben auf den Hügeln, die die Stadt umgeben. Beliebt ist auch Käse, der in der Lombardei hergestellt wird, etwa Bagòss Fatulì, Formaggella oder Grana Padana.

Und falls du noch Souvenirs benötigst: Der multikulturelle Stadtteil Carmine verbindet Kunsthandwerk, Designerware und kleine Ladenshops.