Mallorca– beim Gedanken an die Baleareninsel haben die meisten Menschen direkt Bilder vom Partyvolk am Ballermann im Kopf. Dabei ist die Insel ungeheuer facettenreich und hat viel mehr zu bieten als die Touristenhochburgen und die lebendige Nachtszene rund um die Hauptstadt Palma de Mallorca.

Jenseits der überfüllten Ferienorte liegt eine idyllische Landschaft mit weiten Ebenen, Orangenplantagen, grünen Bergen, einsamen Stränden und charmanten Städtchen. Dort ist die typisch mallorquinische und authentische Seite der Insel zu Hause, die deutsche Reisende nur selten kennenlernen.

Das Buchungsportal „Holidu“ hat untersucht, welche Kleinstädte die Spanierinnen und Spanier selbst am liebsten besuchen. Dafür wurden die spanischen Google-Suchen nach mallorquinischen Gemeinden mit unter 15.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in den letzten zwölf Monaten ausgewertet. 

Wir stellen dir die fünf Kleinstädte vor, in die spanische Einheimische demnach am liebsten reisen. In diesen idyllischen Städtchen kannst du das Gewimmel der Touristenhochburgen weit hinter dir lassen.

1. Petra

Mit 4400 monatlichen Suchanfragen auf Google ist Petra laut der Holidu-Analyse der beliebteste kleine Ort Mallorcas. Das verschlafene Dorf Petra im Zentrum Mallorcas hat weniger als 3000 Einwohnerinnen und Einwohner.

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Bekannt ist es vor allem als Geburtsort von Fray Junipero Serra, einem Missionar, der Kalifornien gegründet haben soll. Er wird in der Stadt gleich an mehreren Ecken verehrt, zum Beispiel mit einer Statue auf dem Hauptplatz im Zentrum der Stadt.

Die Kirche San Pere in Petra.

Auch wer sich nicht für Geschichte interessiert, muss sich in dem beschaulichen Ort nicht langweilen. Viele Plätze mit Bars und Restaurants hauchen der Kleinstadt Leben ein. In ihrer Umgebung wird außerdem viel Wein angebaut. Bei verschiedenen Weinproduzenten kannst du Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Chardonnay kaufen oder verköstigen.

Petra hat außerdem das Glück, an einer der wenigen Bahnlinien auf Mallorca zu liegen. Somit kannst du sogar mit dem Zug von Palma direkt in die Kleinstadt fahren.

2. Sóller

Im „Tal der Orangen“, auch bekannt als „Tal des Goldes“, liegt die zweitbeliebteste Kleinstadt Mallorcas Sóller, mit 3600 monatlichen Suchanfragen. Die bergige Stadt hat weniger als 14.000 Einwohner und ist etwa drei Kilometer von der nächsten Küste entfernt.

Wohlhabend wurde Sóller durch die reichlich vorhandenen Orangen- und Zitronenhaine im Tal, die im 19. Jahrhundert nach Frankreich verschifft wurden und der Stadt ihren Namen verliehen haben. Viele Einheimische reisten damals nach Frankreich, um dort zu arbeiten, und bauten nach ihrer Rückkehr mit dem erworbenen Vermögen stattliche Häuser.

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Die Kirche Sant Bartomeu in der Kleinstadt Sóller.

Die beeindruckende Architektur, eine Mischung aus karibisch-kolonialen Einflüssen und katalanischer Moderne, ziert die Stadt noch heute. Am besten kannst du sie auf der Gran Via bewundern, sowie auf dem Hauptplatz der Stadt, der Plaza Constitución. Hier steht auch das markante Wahrzeichen des Tals, die Kirche Sant Batromeu.

Die historische Eisenbahn in Sóller.

Eine der Hauptattraktionen ist die historische Sóller-Bahn. Im gemächlichen Tempo zockelt die Eisenbahn durch die Oliven- und Orangenplantagen des Tramuntana-Gebirges bis nach Palma.

3. Campos

Auf der anderen Seite der Insel, im Südosten Mallorcas, liegt Campos. Die traditionelle, ländliche Stadt hat weniger als 11.000 Einwohner und 1900 monatliche Suchanfragen auf Google. Den Süden der Insel prägen, eingebettet in wunderschöner Landschaft, vor allem Viehbetriebe, Kapernplantagen und traditionelle Käseherstellung. 

Die Straßen von Campos auf Mallorca.

Mit verschlungenen Gassen, traditionellen Steinhäusern und historischen Gebäuden wie der Kirche von Sant Julia ist der Charme des ursprünglichen Mallorcas in Campos noch vorhanden. Jeden Donnerstag und Samstag findet in der Stadt ein Markt statt, bei dem die ganze Stadt zu den Ständen strömt, um frische und lokale Produkte zu kaufen.

Der Traumstrand Es Trenc nahe Campos.

Von der Stadt gelangst du leicht in die umliegenden nationalen Naturparks mit Wäldern und Bergen. Außerdem befinden sich unweit der Insel einige der beliebtesten Strände der ganzen Insel, darunter der drei Kilometer lange Es Trenc.

4. Artà

An vierter Stelle steht die Kleinstadt Artà, die am Fuße eines kleinen Berges nur wenige Kilometer landeinwärts von der Nordostküste liegt. Auch dieses Städtchen mit seinen knapp 8000 Einwohnern und Einwohnerinnen hat es geschafft, seinen authentischen mallorquinischen Charme zu bewahren. Vom Massentourismus, der andere Teile der Insel überschwemmt hat, ist Artà weitgehend unberührt geblieben.

Orangenbäume vor den Häusern der Stadt Artà auf Mallorca.

Eine der buchstäblich größten Sehenswürdigkeiten ist die Wallfahrtskirche Santuari Sant Salvador. Umgeben von Festungsmauern thront sie über der kleinen Stadt. 180 Stufen führen nach oben, wo Besucherinnen und Besucher den Ausblick genießen können. Die Gegend um Artà ist auch für ihre Töpferwaren und Korbflechtereien bekannt, die dienstags auf dem Wochenmarkt angeboten werden.

Von Artà aus sind neben schönen Stränden auch einige der berühmten Höhlen Mallorcas, wie die Coves d'Artà und die Coves del Drac, leicht zu erreichen.

5. Valldemossa

Valldemossa befindet sich auf einem Hügel im Tramuntana-Gebirge in über 400 Metern Höhe und ist die höchstgelegene Stadt Mallorcas. Die Kleinstadt mit weniger als 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern landet im Ranking mit 1300 monatlichen Google-Suchanfragen auf dem fünften Platz der beliebtesten Kleinstädte Mallorcas.

Die Kleinstadt Valldemossa auf Mallorca.

Trotz ihrer geringen Größe kann die Stadt auf einige prominente Besucherinnen und Besucher zurückblicken. Von den einstigen Königen der Baleareninsel wurde der beschauliche Ort besonders für sein verträgliches Sommerklima geschätzt, König Jaume II. ließ hier sogar einen Palast erbauen. Den Winter 1838/1839 verbrachte der Komponist Frédéric Chopin auf der Insel, zusammen mit seiner Geliebten, der französischen Autorin George Sand.

Die geringe Einwohnerzahl, verschlungene Pfade und autofreie Gassen verleihen der Stadt einen verträumten Charme, trotz der Touristenströme im Sommer. Wer mehr Ruhe sucht, besucht den Ort in der Nebensaison.

Sehenswert ist hier unter anderem die Kartause mit Klosterapotheke und klostereigenem Garten. Der kleine Strand am Fuße des Hafenorts ist sogar im Sommer selten besucht und lädt zum Bad in kristallklarem Wasser ein. Ruhe und Natur am Meer finden Besucherinnen und Besucher auch am Hafen Port de Valldemossa, 15 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Die Stadt ist zudem ein idealer Ausgangspunkt für Wanderfreunde, die das Tramuntana-Gebirge erkunden möchten.