Der Bergsteiger Reinhold Messner bezeichnete die Dolomiten als „die schönsten Berge der Erde“. Und er hatte recht: Im Urlaub in der Dolomitenregion wartet eine Vielzahl an Wanderwegen auf Entdecker. Alles ist möglich: eine anspruchsvolle Gipfeltour genauso wie gemütliche Hüttenwanderungen. Wir stellen dir acht Ideen für Wanderungen in den Dolomiten vor.

Wanderungen zu den Drei Zinnen

Mächtig ragen die Gipfel der Drei Zinnen in die Höhe. Das markante Dreigestirn der Dolomiten ist einzigartig und ein beliebtes Wanderziel. Es gibt mehrere Möglichkeiten, nach oben zu gelangen. Die beliebteste Strecke führt in einer Tagestour vom Parkplatz im Fischleintal zur Drei-Zinnen-Hütte.

Die berühmten Drei Zinnen im Abendlicht.

Startpunkt für diese Wanderung ist am Parkplatz im Fischleintal (gebührenpflichtig). Von hier führt der Weg zunächst angenehm flach bis zur Talschlusshütte. Weiter geht es in Richtung Altensteintal auf dem Weg mit der Markierung Nr. 102, der am Fuße des Einserkofels vorbeiführt. Es geht stetig bergauf, bis man nach etwa drei Stunden Gehzeit eine Hochfläche mit zwei Bergseen erreicht. Nun folgt die letzte Steigung – und dann ist das Ziel erreicht.

Strecke: etwa 14 Kilometer, Gehzeit: 6–7 Stunden, Höhenmeter: 950 Meter

Rundwanderung an der Südseite der Geislergruppe

Wer in Gröden unterwegs ist, kann aus vielen Wandertouren wählen. Eine gemütliche Route führt von St. Christina zur Südseite der Geislergruppe. Auch ohne allzu viele Höhenmeter zu bewältigen, warten unterwegs tolle Ausblicke auf die Berge.

Aktuelle Deals

Die markante Geislergruppe im Sommer mit blühenden Almwiesen.

Start ist an der Bergstation der Bergbahn Col Raiser in St. Christina. Hier befindest du dich schon auf 2104 Meter Höhe. Über den Weg mit der Markierung Nr. 4 erreichst du nach 15 Minuten die Regensburgerhütte

Weiter geht es über den Steig mit der Markierung Nr. 3, bei der ersten Abzweigung nach links (Weg Nr. 2B) und bergauf in Richtung Geisler – bis die Piera Longia Alm erreicht ist. Nun folgt man weiter dem Weg Nr. 2B bis zur Troier Hütte auf der Seceda Alm, danach geht es zur Alm Lech da Iman und über den Weg 4A zur Odles Hütte an der Bergstation Col Raiser, wo die Bahn zurück ins Tal fährt.

Strecke: 8,5 Kilometer, Gehzeit: 3 Stunden, Höhenmeter: 340 Meter

Wanderung zum Crespeinasee im Naturpark Puez-Geisler

In einer Talmulde des Naturparkes Puez-Geisler liegt der sagenumwobene Crespinasee. Der smaragdgrüne See ist ungefähr 160 Meter lang, 70 Meter breit und knapp fünf Meter tief. Der Sage nach lebte im See ein streitsüchtiger Drache.

Wie aus einem Märchen: der Crespeinasee.

Start ist in Wolkenstein. Von hier geht es mit der Seilbahn zum Dantercepies-Joch hoch. Man folgt der Beschilderung Puezhütte und dem Steig mit der Markierung 12A bis zur Jimmi Hütte. Weiter geht es über den Weg Nr. 2, bergauf zum Cierjoch und zum Crespeinajoch.

Das letzte Stück ans Wasser führt steil bergab in die Senke des Crespeinasees. Nach einer Rast nimmt man den Höhenweg bis zum Ciampeijoch und kommt über eine kleine Schlucht zur Gardenaccia-Hochfläche.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Über den Weg mit der Markierung Nr. 2/4 geht es zur Puezhütte und von da über den Weg Nr. 14 zuerst recht steil hinunter ins Langental und weiter über einen Waldpfad durch ein mit Lärchen und Fichten bewachsenes Tal. Ist dieses durchwandert, dauert es nur noch 20 Minuten bis zur Dantercepies-Bahn.

Strecke: 15 Kilometer, Gehzeit: 5 Stunden, Höhenmeter: 510 Meter Aufstieg, 1160 Meter Abstieg

Rundwanderung um den Pragser Wildsee

Der Pragser Wildsee ist bekannt als „Perle der Dolomitenseen“ und Teil des Unesco-Weltnaturerbes Dolomiten. Instagram hat den See zum Hit gemacht, deshalb lohnt sich die Wanderung eher am frühen Morgen. Im Sommer ist hier viel los.

Das beeindruckende Panorama am Pragser Wildsee – einem der schönsten Orte in den Dolomiten.

Vom Gasthaus Pragser Wildsee startet die Seeumrundung am linken Ufer. Über die Promenade geht es direkt am Seeufer entlang. Der schmalsten Seite des Sees nähert man sich über einen etwas engeren und mit Wurzeln bewachsenen Abschnitt an.

Weiter geht es über einen Weg, der nun vom See weg durch Bäume bis zu einem Picknickplatz führt. Nun wird der Weg enger und führt vorbei an einer steilen Felswand, bis man sich über dem See befindet. Der letzte Teil führt in ein paar Serpentinen wieder auf Seehöhe zu den Stränden am Südufer. Auf einem breiten Weg geht es zurück zum Gasthaus Pragser Wildsee.

Strecke: 3,6 Kilometer, Dauer: 1 Stunde: Höhenmeter: 40 Meter

Wanderung durch das Val di Funes über den Adolf-Munkel-Weg

Eine einfache Wanderung mit einer umwerfenden Kulisse führt durch das Val di Funes. Hier stößt man auf eine typische Postkartenansicht der Dolomiten mit der markanten Seceda-Kette. Neben dem Pragser Wildsee ist das einer der meistfotografierten Orte in Südtirol. Im Val di Funes gibt es viele Wanderwege, ein einfacher ist der Adolf-Munkel-Weg.

Das Val di Funes ist berühmt für sein Postkarten-Panorama.

Start ist beim Parkplatz in Zans. In Richtung Südosten folgt man der Beschilderung „Gasthof Albergo Sass Rigais – Adolf Munkel Weg Nr. 35“. Auf einem Fußweg geht es an der Zanser Schwaige vorbei und durch Wald leicht ansteigend entlang des Tschantschenon bis zur Fahrstraße zur Gampenalm.

Immer dem Weg Nr. 35 folgend, geht es leicht ansteigend weiter, vorbei am Adolf-Munkel-Gedenkstein bis zur Glatschalm. Über einen Hügel und ein Almgelände geht es abwärts zur Gschnagenhardt- und Geisleralm. Zurück führt der Weg über ein Feld, durch den Wald bis zur Dusleralm und weiter auf einem breiten Fahrweg und über Almwiesen Richtung Zans bis zum Ausgangspunkt.

Strecke: 9 Kilometer, Gehzeit: 3 bis 4 Stunden, Höhenmeter: 400 Meter

Wanderung über den Monte Piana und den Monte Piano

Eine Reise in die Vergangenheit ist die Route über den Monte Piana und den Monte Piano in den Sextener Dolomiten. Das Plateau war einer der Hauptschauplätze im Ersten Weltkrieg, wo sich an der Frontlinie österreichische und italienische Soldaten gegenüberstanden. Über 14.000 Soldaten ließen hier ihr Leben.

Der Monte Piana war einer der Hauptschauplätze im ersten Weltkrieg.

Der Weg zum Startpunkt führt über die alte Versorgungsstraße, diese ist allerdings für normale Autos gesperrt. Die einzigen Fahrzeuge, die die Strecke befahren dürfen, sind Jeep-Taxis (etwa 15 Euro pro Person).

Am Rifugio A. Bosi auf 2205 Metern Höhe startet dann der historische Rundweg. Der Südgipfel sowie die sich dort befindende Capanna Carducci ist von der Hütte aus in etwa 20 Minuten erreichbar. Die gesamte Begehung des Hochplateaus dauert zwischen 2,5 und vier Stunden. Unterwegs stößt du überall auf Schützengräben, Stolleneingänge und Tunnel und Spuren der düsteren Vergangenheit.

Strecke: maximal 12 Kilometer, Gehzeit: maximal 4 Stunden, Höhenmeter: maximal 550 Meter

Wanderung auf den Schlern

Der 2563 Meter hohe Schlern gilt wegen seiner charakteristischen Form mit der vorgelagerten Santner- und Euringerspitze als das Wahrzeichen Südtirols. Der markante Berg grenzt an die größte Hochalm Europas, die Seiser Alm. Die meisten Wanderwege hier haben ihren Ausgangspunkt am Compatsch.

Die markanten Gipfel des Schlern bei Sonnenaufgang.

Startpunkt ist in Seis am Schlern. An der Talstation gibt es einen großen Gratis-Parkplatz. Mit der Seiser Alm Bahn geht es hinauf nach Compatsch auf der Seiser Alm. Von hier wandert man zum Hotel Panorama weiter bergab zur Saltner Schwaige.

Von dort führt der Weg in zahlreichen Kehren bis auf das Hochplateau des Schlern und zum Schlernhaus auf 2457 Meter. Dieses wird übrigens wegen seiner außergewöhnlichen Optik das „Schloss in den Bergen“ genannt.

Strecke: 9 Kilometer, Gehzeit: 3 bis 4 Stunden, Höhenmeter: 820 Meter

Rundweg um den Toblacher See

Wer entspannte Wandertouren bevorzugt, ist im Naturpark Fanes-Sennes genau richtig. Ein Spaziergang, der ideal für Familien ist, führt um den Toblacher See. Im Jahr 2000 wurde rund um den See ein Naturlehrpfad mit elf Stationen angelegt. Interaktiv und auf spielerische Weise erfährt man so vieles über den Toblacher See.

Um den Toblacher See führt ein Naturlehrpfad mit elf Stationen.

Start ist beim (gebührenpflichtigen) Parkplatz am Toblacher See. Die Route führt gegen den Uhrzeigersinn um den See, zuerst vorbei an den Einkehrstationen und weiter auf einem ebenen Weg zu einem kleinen Strand. Weiter geht es zu einer Panorama-Plattform über dem See und dann durch eines der wenigen noch verbliebenen Feuchtgebiete Südtirols. Am Ende erreicht der Pfad wieder den See und es geht am Ufer zurück zum Ausgangspunkt.

Strecke: 3 Kilometer, Gehzeit: 1 Stunde, Höhenmeter: 10 Meter