Bei einem Ziel für den Urlaub in Frankreich denken die meisten an die Côte d’Azur, an Paris oder die Provence. Dabei hat auch die Region rund um den Ärmelkanal einiges zu bieten. Frankreich zeigt sich hier sogar besonders abwechslunsgreich. Neben pittoresken Dörfern, in denen Brunnenkresse-Felder wachsen, imponieren an der Küste steile Klippen und einzigartige Felsformationen.

Das reicht dir noch nicht? Dann erkunde einen jahrhundertealten Klosterberg im Wattenmeer oder besuche das Elternhaus eines großen französischen Modeschöpfers. Auch malerische Strandpromenaden und Inseln mit fast unberührten Sandstränden gehören ins Repertoire. Wähle deinen Favoriten aus unseren acht Lieblingszielen.

1. Cap Blanc-Nez

134 Meter hoch sind die Steilklippen des Cap Blanc-Nez, die über den Ärmelkanal ragen. Von der nördlichsten Klippe Frankreichs aus scheint Großbritannien zum Greifen nah zu sein, jedenfalls bei gutem Wetter, wenn die gegenüberliegende englische Küste zu sehen ist. Am Kap weiße Nase, wie dieser Ort übersetzt heißt, schweift der Blick über die Meerenge Pas de Calais.

Der Strand von Wissant, der zwischen den beiden Landzungen Cap Gris-Nez und Cap Blanc-Nez liegt, schaffte es in Rankings schon mehrfach unter die schönsten Strände Frankreichs. Mit seinen zwölf Kilometern Länge und mit feinstem Sand gesegnet, ist das kein Wunder. Zwischen den beiden Kaps lässt es sich auch wunderschön spazieren.

Gewaltige Naturkulisse: Die Landspitze Cap Blanc-Nez und der breite Strand an Frankreichs Ärmelkanalküste.

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2. Veules-les-Roses

Veules-les-Roses gehört für uns zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Das normannische Dorf und Küstenstädtchen versprüht mit seinen reetgedeckten Fachwerkhäusern, Ziegelsteinhäusern, Wassermühlen und den überall sprießenden Pflänzchen wie Tulpen oder Hortensien einen heimeligen Charme.

Veules, der kleinste meeresgebundene Fluss Frankreichs (1149 Meter lang), fließt durch den Ort und speist zahlreiche Brunnenkressefelder. Es gibt sogar eine Austernart, die nach Veules-les-Roses benannt ist. 

Ursprünglich und rustikal: Veules-les-Roses.

3. Étretat

Wer Rügen mag, wird Étretat lieben. Das Örtchen liegt am Ärmelkanal und ist für seine spektakulären Kreidefelsen bekannt. Die hohen, steilen Klippen stürzen geradezu ins Meer. Die Kulisse der Alabasterküste inspirierte auch Künstler: Wie Claude Monet hielt auch Gustave Courbet den gewaltigen Anblick auf Bildern fest.

Eine Felsnase, die hier wie ein Elefantenrüssel ins Wasser ragt, ist sogar legendenumwoben. Der König von Frankreich soll hier einst einen Goldschatz versteckt haben, der bis heute unentdeckt blieb. Und so birgt diese Urlaubsdestination nicht nur den Zauber spektakulärer Naturkulissen, sondern auch die Verheißung auf Reichtum. Wenn das nichts ist.

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Ist hier ein Schatz versteckt? Étretat und seine beeindruckenden Kreidefelsen.

4. Klosterinsel Mont-Saint-Michel

Pyramidenartig ragt das Kloster von Mont-Saint-Michel in den Himmel. Auf der Spitze des Kirchturms thront der Erzengel Michael in 155 Metern Höhe. Wer den Klosterberg erklimmen möchte, muss 900 Treppenstufen überwinden. Die Insel im Wattenmeer gehört seit 1979 zum Unesco-Kulturerbe.

Beeindruckend ist hier das Spiel der Gezeiten, denn der Klosterberg wird bei Flut zu einer Insel. Neben dem architektonisch meisterhaften Kloster, das zu den wichtigsten Stätten des christlichen Mittelalters gehörte, versetzen beim Aufstieg auch die Kopfsteinpflasterstraßen und die Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert die Besucherinnen und Besucher in eine andere Zeit. 

Aus Granitfelsen bestehend und von weitläufigen Sandbänken umgeben: Die Klosterinsel Mont Saint-Michel.

5. Gouville-sur-Mer

Das Örtchen Gouville-sur-Mer liegt direkt an der Atlantikküste und im Ort können jahrhundertealte Kirchen besucht werden. So etwa die Kirche von Linverville und die Kirche von Montcarville aus dem 16. Jahrhundert. Wer es noch geschichtsträchtiger mag, ist in der Kirche Saint-Malo aus dem 14. Jahrhundert richtig.

Die kleinen Strandhütten mit den bunten Dächern, die sich aus den Dünen erheben, sind ein weiteres Wahrzeichen des Ortes. Zu den beliebten Aktivitäten in Gouville gehört eine Fahrt mit der Pferdekutsche durchs Watt, vorbei an Muscheltischen und mit Pausen, in denen Austern und Weißwein gereicht werden.

Bunte Strandhütten in den Dünen von Gouville-sur-Mer.

6. Musée Christian Dior in Granville

In der Villa Les Rhumbs verbrachte Modeschöpfer Christian Dior seine ersten Jahre. Das Haus und sein Park (das Wort Garten wäre einfach untertrieben) in Granville haben den New Look, mit dem Dior berühmt wurde, entscheidend geprägt. „Das Haus meiner Kindheit (...) Mein Leben, mein Stil haben ihm fast alles zu verdanken“, schrieb der Designer in seiner Autobiografie aus dem Jahre 1956 über das Anwesen.

Seit 1997 wird die Villa als Christian-Dior-Museum genutzt und zeigt wechselnde Ausstellungen. Auch Nicht-Dior-Fans können dem rosa leuchtenden Bauwerk und dem blumenprächtigen Park etwas abgewinnen. Alleine schon die Alleinlage am Kliff mit Blick auf den Ärmelkanal ist einen Besuch wert.

Frankreich und Mode ist untrennbar: Hier das Christian-Dior-Museum in Granville, dessen Anblick bereits verzaubert.

7. Trouville-sur-Mer

Um die 4500 Einwohner leben im Seebad Trouville-sur-Mer am Ärmelkanal. Hier wird die Fischerei noch immer großgeschrieben und man sollte sich keineswegs die frisch gefischten Garnelen und Jakobsmuscheln entgehen lassen. Malerische Gassen und Strandvillen machen den Ort aus, und die bildschöne Strandpromenade des Ortes ist auf zahlreichen impressionistischen Gemälden verewigt.

An mehreren Gebäuden und Tafeln der Stadt findet sich außerdem die Plakatkunst des Künstlers Raymond Savignac, der in Trouville seine letzten Lebensjahre verbrachte. Sehenswert ist auch das Kunstmuseum in der Villa Montebello sowie die historische Fischhalle des Ortes, in der noch immer jeden Tag Meeresfrüchte und Fisch verkauft werden.

Die Strandpromenade aus dem Jahr 1867 in Trouville-sur-Mer ist ein beliebtes Motiv bei Künstlern.

8. Îles Chausey

Etwa 15 Kilometer von der Küste von Granville entfernt liegen die Chausey-Inseln mit ihren feinen Sandstränden im Ärmelkanal. Über Sandbänke gelangt man von einer Insel zur anderen. Und nur die größte Insel des Archipels ist bewohnt: die Grande Île. Ein Leuchtturm, der schon lange nicht mehr in Betrieb ist, 50 hübsche Häuser, Bootsschuppen und dank fast mediterranem Klima auch eine üppige Vegetation machen die Insel aus.

Die Grande île ist die einzige bewohnte Insel der Chausey-Inseln.

Napoleón III. ließ hier einst ein Fort errichten und Louis Renault, der Mitbegründer des gleichnamigen Automobils, verliebte sich in die Inselgruppe und erkor die Grande Île als Feriendestination aus. Verdenken kann man es ihm nicht: Bereits bei der Überfahrt begleiten mit Glück Delfine das Boot.

Anreise: Fähren zu den Chausey-Inseln starten ab Granville. Wer länger als nur für einen Tagesausflug bleiben möchte, findet hier Informationen zu Unterkünften