Entlang der Loire, des längsten Flusses Frankreichs, erstreckt sich die drittwichtigste Weinregion des Landes. Die Weinberge umfassen eine Fläche von 55.000 Hektar und als Resultat die Produktion von 320 Millionen Flaschen Wein jährlich. In dem maritimen bis kontinentalen Klima und auf den unterschiedlichen Böden wachsen mehr als 20 Rebsorten, aus denen Weine jeglicher Couleur entstehen.

In dieser Umgebung warten schnuckelige Dörfer mit geheimnisvollen Höhlen, Schlösser mit Tunnelsystemen und zauberhafte Inseln auf einen Besuch. Wir stellen dir unsere Lieblings-Orte an der Loire vor.

Schöne Dörfer an der Loire

Turquant

Um die 600 Einwohnerinnen und Einwohner sind in Turquant zu Hause. Die Besonderheit des Ortes ist seine Höhlenarchitektur. Viele Handwerksbetriebe, Cafés und Restaurants sind heutzutage in den sogenannten Troglodytenhöhlen untergebracht. Entstanden sind diese, als der helle Kalktuff unter anderem zum Bau einiger Loireschlösser verwendet wurde – Chambord und Chenonceau lassen grüßen.

Ein markierter Wanderweg führt in Turquant an den Tuffstein-Höhlen vorbei und über einen Weinberg, bevor er wieder in der Stadt endet. Neben den Höhlen sind in Turquant auch die Kirche Saint-Aubin, das Schloss La Fessardière, das Herrenhaus La Chauvellière und auch die Windmühle Le Val Hulin sehenswert.

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Das Troglodytendorf Turquant mit seiner Kalktuff-Architektur.

Souzay-Champigny

Souzay-Champigny mit seinen knapp 800 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt am linken Ufer der Loire und hat eine ganz spezielle Besonderheit zu bieten. Der Ort nennt eine Höhlengeisterstadt sein Eigen. Auch hier führte das Abtragen der Kalksteine zu Höhlen, in denen im Anschluss über Jahrhunderte gewohnt wurde und auch eine Einkaufsstraße entstand.

Dieses unterirdische Tunnelsystem ist noch immer erhalten und kann zu Fuß und mit dem Fahrrad erkundet werden. Es eignen sich die Rue de Commerce und auch der Parcours Troglodytique für einen Ausflug durch die verwaisten Höhlen und Gänge. Wer dann vom Leben in Felsen gar nicht genug bekommen kann, mietet sich in der Höhlenpension Escale Troglo ein. 

Malerisch liegt Souzay-Champigny an der Loire und bietet Abenteuer beim Durchqueren der alten unterirdischen Wohnhöhlen und der Geschäftsstraße.

Montrésor

Gut 37 Kilometer von der Loire entfernt liegt der 320-Seelen-Ort Montrésor in der Region Centre-Val de Loire. Das Dorf, das übersetzt so viel wie mein Schatz bedeutet, liegt am Ufer des Flusses Indrois und kann sich mit der kulturtouristischen Auszeichnung schmücken, zu den schönsten Dörfern Frankreichs zu gehören.

Imposant ist das auf einem felsigen Vorsprung errichtete Schloss des Dorfes, an dem bereits seit dem zwölften Jahrhundert gebaut wurde, das aber erst im 16. Jahrhundert seine heutige Gestalt erhielt. Im Juli und August finden in Montrésor verschiedene Veranstaltungen unter dem Motto Sonnennächte statt. Lichter strahlen dann am Flussufer, am Schloss und im Dorf und zaubern eine märchenhafte Atmosphäre.

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Das Schloss von Montrésor am Fluss Indrois.

Ausflugsziele und Aktivitäten

Bioparc de Doué-la-Fontaine

17 Kilometer von Saumur entfernt in einem höhlenreichen ehemaligen Steinbruch findet sich der Zoo Bioparc de Doué-la-Fontaine mit außergewöhnlicher Atmosphäre. Auf dem etwa 15 Hektar großen Areal sind gut 125 verschiedene Tierarten untergebracht. Giraffen, Zebras, Löwen, Tiger, Pinguine können auf zwei unterschiedlichen Routen (eine davon mit unterirdischen Abschnitten) erspäht werden.

Besonders stolz ist der Zoo auf seine Okapis und die Spitzmaulnashörner. Unterteilt ist der Park in thematische Volieren mit klanghaften Namen wie beispielsweise Krater der Fleischfresser, Leopard-Schlucht, Okapi-Heiligtum oder Geister des Himalayas. 

3 in 1: Pilze, Skulpturen, Botanik in Saumur

In Saumur stehen gleich drei familienfreundliche Ziele zur Auswahl oder können mit einem vergünstigten Kombiticket erlebt werden. Im unterirdischen Pilzmuseum Musée du Champignon befindet sich die größte Pilzsammlung Europas und klärt über die Aufzucht von Shiitake, Austernpilzen und Co. auf. Direkt anbei, im Höhlen-Miniaturpark Pierre et Lumière, entdeckst du Bauwerke des Loire-Tals im Mini-Format.

Abgerundet wird der Ausflug von dem 100 Meter entfernt liegenden Garten Jardins du Puygirault, der in 14 Abschnitten 1000 Pflanzenarten präsentiert. Gemüsebeete, Heilpflanzen und Bienenwiese gehören zu den behandelten Themengärten.

Schloss Brézé

Mitten im Weinbaugebiet erhebt sich das eher unauffällige Schloss Brézé, das ein 18 Meter tiefer Trockengraben umgibt. Noch heute wird das Schloss nur über Brücken betreten. An der 1100-jährigen Geschichte des Schlosses ist vor allem eins interessant: der Unterbau. Hier nämlich wartet das wahre Abenteuer. Das Schloss ist, sagen wir mal: voll unterkellert.

Ein Höhlensystem mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern versteckt sich im Untergrund. Eineinhalb Kilometer davon sind seit dem Jahr 2000 öffentlich zugänglich und die engen, teilweise niedrigen Gänge verzücken Abenteurerinnen und Abenteurer. Im Mittelalter etwa als Kerker genutzt, waren die in den Fels geschlagenen Räume auch für die Seidenraupenzucht oder als Backstube nützlich. 

Auf Schloss Brézé können kilometerlange unterirdische Gänge entdeckt werden.

Die Flussinsel Béhuard

Die Loire ist beschenkt mit vielen unterschiedlichen Inseln. Manche sind klein und naturbelassen und reich an Tieren wie Bibern und an Pflanzen, andere sind bewohnt wie die kleine Dorfinsel Béhuard, die regelmäßig überschwemmt wird. Um die 120 Einwohnerinnen und Einwohner leben in Béhuard, das den Titel „kleine Ortschaft mit Charakter“ trägt.

Der Ort ist ein beliebtes Pilgerziel und im Sommer trifft man hier viele Hochzeitspaare, die sich vor der malerischen Kulisse der Kapelle Notre-Dame-de-Béhuard aus dem 15. Jahrhundert das Ja-Wort geben. Am Kirchplatz kannst du außerdem die dokumentierten Hochwasserstände nachverfolgen und ein Glas regionalen Weins genießen. 

Wandern im Loire-Tal

Das Loire-Tal kann wunderbar über thematische Lehrpfade erkundet werden. So können etwa auf dem Pfad „La double vie du coteau“ (das Doppelleben der Weinhänge) in Benais Weinhänge und die charakteristischen Felsenhöhlen erkundet oder in Villaines-les-Rochers auf dem Wanderweg „Il était une fois l’osier“ das Handwerk der Korbflechterei kennengelernt werden. 

Der Lehrpfad zur Korbflechterei führt durch Villaines-les-Rochers.

Auch Teilabschnitte auf dem 1300 Kilometer langen Fernwanderweg GR3 bieten sich an. Ob Wanderungen zu Loire-Schlössern oder Routenvarianten wie die Weinwanderroute „De vignoble en vignoble“ oder der Flussschifferweg „Sur le chemin des Mariniers de Loire“ sind nur eine Auswahl.