Ein Staat, neun grundverschiedene Inseln: Willkommen auf Kapverden! Die Eilande vor der Westküste Afrikas liegen im Atlantik und sind wahre Urlaubsparadiese. Doch die richtige Insel für den persönlichen Geschmack zu finden ist vor der Reise gar nicht leicht. Eins verbindet zwar alle neun Inseln: Jede hat ihren eigenen Charakter! Doch während manche Insel eher Sonnenanbeter und Strandurlauberinnen anzieht, haben sich andere bei Outdoorfans einen Namen gemacht.

Angefangen hat alles mit den Portugiesen: Sie entdeckten die Inseln im Jahr 1456 und nahmen sie wenig später in Besitz. Die Inselgruppe wurde in der Folge zur Drehscheibe für Sklavenhandel, bis dieser 1878 abgeschafft wurde. Seit 1975 ist das Land unabhängig von der einstigen Kolonialmacht und zählt inzwischen zu den wohlhabendsten Ländern Afrikas

Damit du den Überblick behältst, gibt der reisereporter Orientierung. Bei uns erfährst du, welche Insel am ehesten deinen Vorlieben entspricht:

SalBoavista | São AntaoFogoBravaMaioSantiagoSão NicolauSão Vicente

Sal

Kilometerlange helle Sandstrände, klarstes Wasser, 330 Sonnentagen im Jahr – willkommen auf der nordöstlichsten der Kapverdischen Inseln, Sal! Für alle Wasserratten kommt die Insel einem Paradies gleich: Sowohl Schwimmen und Baden als auch etlichen Wassersportarten kannst du hier nachgehen: Windsurfen, Wellenreiten, Tauchen, Schnorcheln und Hochseefischen sind möglich. Als Zentrum dafür gilt das Städtchen Santa Maria im Süden der Insel. 

Etwas ruhiger geht es in Palmeira zu. Das Fischerdorf gilt als der Hafen Sals, an dem nicht nur große internationale Schiffe anlegen, sondern auch die kleinen Fischerboote, die morgens am Hafen ihren Fang des Tages verkaufen. Ihren frischen Fisch lecker zubereitet in einem der Restaurants der Insel zu kosten gehört also definitiv zum Reiseprogramm auf Kapverden. Was du sonst erleben solltest? Das siehst du in unserem Video:

Von Palmeira aus führt eine Piste zum Buracona, einem natürlichen Meerwasserpool. Ein Sprung hinunter erfordert zwar einiges an Mut. Wer sich traut, wird mit einem Bad in klarstem, blau schimmerndem Meerwasser belohnt. Achtung: Das ist nur bei ruhigem Wetter möglich.

Santa Maria ist ein beliebter Badeort auf der kapverdischen Insel Sal.

Noch strahlender ist nur das Wasser im Olho Azul, dem blauen Auge: Hier bündeln sich zur Mittagszeit die Sonnenstrahlen im Meerwasser. Wenn du durch das Loch in der Felsdecke schaust, scheint es, als würde das Wasser dir entgegenleuchten. 

Sal ist geeignet für Reisende, die den Trubel mögen und es gern abwechslungsreich haben. Wenn du das Surfen liebst oder lieber entspannt an schönen Sandstränden liegst, als die Gegend wandernd zu erkunden, ist Sal für dich die richtige Wahl. 

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Boavista

Die Sahara im Miniformat kannst du auf der Insel Boavista kennenlernen. Sand und Dünen bestimmen die Landschaft im Landesinneren, doch sie verändert sich stetig: Die Wanderdünen Deserto de Viana sind je nach Windrichtung ständig in Bewegung und haben sogar schon Akazienanpflanzungen und Oasen unter sich begraben. Bis zu zehn Meter hoch und 100 Meter lang können sie werden. 

In der Viana-Wüste gibt es immer wieder grüne Oasen, in denen sogar Palmen wachsen.

An den Stränden türmt sich der Sand zum Glück nicht so hoch auf. Im Gegenteil: Der weiche Sand führt flach ins türkis schimmernde Wasser. Wenn du ein Stück aus den Badeorten hinaus am Strand entlangwanderst, findest du immer wieder einsame Flecken ganz für dich allein. Dein nächster Handtuchnachbar wird statt einem Menschen eher einer der großen Felsen sein, die zwischendurch aus dem Sand hervorlugen. Sand, Salzwasser und starke Winde haben ihnen im Laufe der Jahrhunderte ihre besonderen Formen gegeben. 

Letztere haben in Kombination mit Strömungen oder Kompassabweichungen schon etliche Boote auf Grund laufen lassen. Etliche Wracks liegen daher vor Boavista im Wasser. Vielleicht entdeckst du eins von ihnen während eines Tauchgangs?

Auch Künstlerinnen und Künstler kommen auf Boavista auf ihre Kosten: In Rabil können sie mit den Händen Keramik formen, denn hier gibt es eine Töpferschule. Ein Trip lohnt auch zu den grünen Oasen bei Norte und João Golego, die sich plötzlich überraschend aus der sonst eher kargen Landschaft erheben. Gleiches gilt für den Süßwassersee Odjo d'Mar – eingebettet in beeindruckenden Klippen gleicht er je nach Wasserstand eine Oase oder einer übergroßen Pfütze. 

Boavista ist geeignet für Reisende, die einsame Strände lieben und auf Berge im Urlaub gut und gern verzichten können. 

Fogo

Unter der Vulkaninsel Fogo brodelt es: Zuletzt brach der Vulkan Pico de Fogo im Jahr 2014 aus, seitdem ruht der Berg – und ist damit das perfekte Ausflugsziel für Wanderinnen und Wanderer geworden. 2829 Meter gilt es bis zur Spitze zu erklimmen. Belohnt wird die Anstrengung mit einem Blick in den Krater und über die gesamte Insel. 

Der Pico do Fogo ragt in der Inselmitte in die Höhe. Er liegt in einem Nationalpark.

Doch was gibt es dort zu sehen? Dichte grüne Wälder, kleine Fischerdörfer und die Inselhauptstadt São Filipe. Sie thront hoch über einer Steilküste, deswegen hast du von vielen Stellen aus einen hervorragenden Blick auf den Atlantik. Das Städtchen gilt als zweitälteste Siedlung der Kapverden und verfügt bis heute über liebevoll renovierte Stadthäuser. In der Mitte prangt eine hellblau gestrichene Kirche. 

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Auf Fogo findest du die gut erhaltene Altstadt mit den bunten Häusern von Sao Felipe.

Viele Reisende besuchen Fogo auch wegen ihres Lieblingsgetränks: Kaffee. In den Höhenlagen um Mosteiros herrscht perfektes Klima für den Anbau der begehrten Bohnen, außerdem gilt der Ort als Ausgangspunkt für Wandertouren in die Caldeira. 

Fogo ist geeignet für Reisende, denen ein Strandtag zu langweilig ist und die stattdessen lieber in Natur und Kultur eintauchen. Wenn Wandern in Mittelgebirgen und Besichtigen ganz oben auf deiner Bucket List stehen, wirst du auf Fogo einen tollen Urlaub haben. 

Brava

Brava liegt im Windschatten der Vulkaninsel Fogo – und verdankt dieser geografischen Tatsache ein ganz besonderes Klima, in dem sich auch exotische Pflanzensorten wohlfühlen! Oft hängen Wolken über der Insel, weswegen nur wenig Wasser verdunstet. Der Tau aus der Nacht und einige Süßwasserquellen sorgen auf Brava für üppig blühende Felder und entsprechend leckere Mahlzeiten. 

Nova Sintra ist die hübsche Hauptstadt der Kapverden-Insel Brava. Wanderer machen sich auf den Weg zu ihrer Tour.

Doch auch Wanderinnen und Wanderern kommt das Klima zugute, denn während ihrer Touren spazieren sie an großer Blütenpracht vorbei. Oleander und Hibiskus fühlen sich hier besonders wohl. Kein Wunder, dass Brava auch als Blumeninsel bekannt ist! Auch die ein oder andere Dattel können sie direkt von der Palme naschen.

Wer Ausblicke aufs Meer liebt, sollte außerdem eine Tour zur Bucht Faja d’Agua unternehmen, wo das kobaltblaue Meer an die steil aufragenden Klippen peitscht. Hier gibt es sogar einen der wenigen Badestrände der Insel. Kiesel führen dich sanft ins Wasser.

Ruhig ist es auch in der Inselhauptstadt Vila Nova Sintra: Hübsche kleine Häuser mit blumigen Gärten reihen sich hier aneinander, es gibt außerdem zwei sehenswerte Kirchen und einen Markt. 

Am besten geeignet für Reisende, die am liebsten in der Natur unterwegs sind und über die vielen exotischen Pflanzen und Blüten staunen können. 

São Antao

São Antao ist die zweitgrößte und zugleich vielseitigste Insel Kapverdens. Dem kargen Südwesten steht die üppig begrünte Nordostseite gegenüber. Hier bekommst du also das Beste aus beiden Welten – sozusagen eine Kombination aus der grünen Insel Brava und dem trockenen Wüsteneiland Boavista. Auch ein bisschen Fogo ist dabei, denn durch die Inselmitte zieht sich ein imposantes Gebirge. 

Auf São Antao erwandern sich Outdoorfans spektakuläre Ausblick entlang der Gebirgskette.

Es sorgt für spektakuläre Ausblicke, sowohl von oben als auch von unten. Von den Gipfeln aus siehst du je nach Blickrichtung grüne Wiesen oder sandige Hügel, beide umspielt vom klaren Blau des Atlantiks. Wer von unten Richtung Gebirge schaut, steht zu Füßen beeindruckender Klippen, die sich bis in den Ozean hineinziehen. 

Die landschaftlichen Gegensätze der Insel lernst du am besten bei einer Fahrt von Porto Novo im Südosten bis nach Ribeira Grande im Norden kennen. Wanderer sollten mehrere Tage hierfür einplanen, denn immer wieder lohnen Abstecher in die schmalen Pfade, die durch die bizarre Landschaft führen – vorbei an kleinen Ortschaften, Aussichtspunkten und üppigem Grün. 

Am besten geeignet für Reisende, die vielfältige Landschaften schätzen und auch vor einem steilen Anstieg nicht zurückschrecken.

Maio

Maio ist gar nicht so leicht zu erreichen, entsprechend wenige Touristinnen und Touristen reisen auf die kleine Insel. Deswegen gilt Maio als ruhiger und gelassener als ihre Nachbarinseln. Nur wenige Hotels haben die Einheimischen hier errichtet, große Hotelketten gibt es keine.

Alle Unterkünfte liegen an den kilometerlangen Bilderbuchstränden, die fast die gesamte Insel umschließen. Wer am Strand die Seele baumeln lassen möchte, ist hier richtig. 

Falls du am Strand möglichst wenig Menschen begegnen willst, solltest du auf die Insel Maio fliegen: Bislang haben nur wenige Reisende das Eiland für sich entdeckt.

Wer Urlaub auf Maio macht, lässt sich also vom Klang der Wellen in den Schlaf lullen und kann noch vor dem Frühstück die ersten Bahnen durch den kühlen Atlantik ziehen. 

Ein ganz wenig trubeliger geht es nur in der Inselhauptstadt Vila do Maio zu: Hier liefern die Fischerinnen und Fischer ihren frischen Fang ab, weswegen du viele köstliche Fischgerichte probieren kannst. Dich für eins von ihnen zu entscheiden ist auf dieser entspannten Insel wohl die schwierigste Aufgabe deines Urlaubs. 

Maio ist geeignet für Reisende, die Ruhe suchen, gern individuell unterwegs sind und möglichst wenigen anderen Menschen begegnen wollen. Ein Faible für Badeurlaub sollte auch vorhanden sein. 

Santiago

Santiago ist die größte der Kapverdischen Inseln, hier leben rund 50 Prozent der Einheimischen. Entsprechend viel ist auf der Insel los! Auch hier gibt es traumhafte Sandstrände, aber auch grüne Natur, Bergwelten, Fischerdörfer und natürlich die pulsierende Inselhauptstadt Praia.

Am Markt von Santiago geht es trubelig zu. Reisende können hier frische Früchte oder hausgemachte Köstlichkeiten probieren.

In ihrem historischen Zentrum mischen sich Bauten aus der Kolonialzeit mit modernen Häusern, es gibt viele bunte Geschäfte und einen quirligen Markt. In den vielen Restaurants und Cafés kannst du eine Auszeit bei kalten Getränken und leckeren lokalen Speisen verbringen. 

Bevor Praia zur Hauptstadt wurde, trug Ribeira Grande diesen Titel. Früher hieß Ribeira Grande auch Cidade Velha und ist der wohl geschichtsträchtigste Ort der Insel. Seine Vergangenheit ist traurig: Er erhielt 1466 das königliche Monopol Portugals auf den Sklavenhandel. Abertausende Menschen wurden hier gegen ihren Willen festgehalten und verkauft. Davon zeugt bis heute der Pranger aus dem Jahr 1512.

Erst mit dem Ende der Sklaverei im Jahr 1878 endete dieses traurige Kapitel. Das heutige Fischerdorf wurde wegen seiner bewegenden Geschichte zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. 

Ein Fort in der alten Hauptstadt Ribeira Grande. Früher wurde sie auch Cidade Velha genannt.

Im Landesinneren solltest du die Wanderschuhe schnüren: Beste Ausblicke bietet eine Tour auf den Gipfel des Pio de Antonia. Weniger hoch, aber mindestens genauso schön sind die Strecken im Naturpark Serra Malagueta, in dem du zwischen Rundwegen und Streckenwanderungen wählen kannst. Nimm auch den Poilon auf deine Bucket List: Das ist ein besonderer Baumriese, der sich auf verrückte Weise in die Höhe windet.

Santiago ist geeignet für Reisende, die auf nichts verzichten möchten: Hier gibt es Strand und Berge, Geschichte und Kultur, Tauchspots und Hotels für jeden Geschmack. 

São Nicolau

Lust auf Drachenbäume? Auf São Nicolau kannst du besonders viele davon bestaunen. Am besten, indem du dich zu Fuß durch die üppige Vegetation fortbewegst, denn die Insel ist hervorragend für einen Wanderurlaub geeignet. Oft geht es abwechselnd bergauf und bergab, doch auch die teilweise schmalen Täler im Inselinneren lohnen für eine Erkundungstour. 

Auf São Nicolau kannst du hervorragend wandern und anschließend den Tag an einem der schwarzen Strände ausklingen lassen.

Die höchste Erhebung ist der Monte Gordo (1312 Meter), den du im Rahmen einer Wandertour besteigen kannst. Wer eine Kamera den Berg hinaufschleppt, wird sich oben angekommen freuen, denn es bietet sich eine herrliche und fotogene Aussicht auf São Nicolau. 

Nach dem Wandertag kannst du dich bei einem Bad im Meer entspannen. Breite dein Handtuch auf São Nicolau am besten direkt auf dem schwarzen Sand aus, denn er enthält Jod, Titan und andere Spurenelemente. Ihnen wird eine heilende Wirkung unter anderen bei Knochenbeschwerden nachgesagt. Dermaßen gestärkt kannst du am nächsten Tag gleich wieder die Wanderschuhe schnüren. 

São Nicolau ist geeignet für Reisende, denen Wanderungen in der Ebene zu langweilig, im Hochgebirge aber zu anstrengend sind – und die sich den Schweiß am Ende eines Wandertages gern bei einem Bad im Atlantik abspülen. 

São Vicente

São Vicente ist vor allem im Februar ein beliebtes Reiseziel. Wieso? Weil dann in der Hafenstadt Mindelo farbenfroher Karneval gefeiert wird! Bereits freitags finden die ersten Umzüge statt, am Samstag machen Kinder und Jugendliche die Stadt unsicher und sonntags trommeln und tanzen die Karnevalisten einmal quer durch das hübsche Stadtzentrum. 

Doch der Höhepunkt der Feierei liegt stets auf einem Dienstag: Dann beginnt der eigentliche Wettstreit zwischen den Sambaschulen! 

Im Februar wird auf Sao Vicente Karneval gefeiert. Dann erstrahlt die ganze Stadt Mindelo in bunten Farben.

Doch eine Reise nach São Vicente lohnt auch in den anderen Monaten als im Februar. Dann geht es auf der Insel ruhiger zu, allerdings nur ein wenig: Die Inselhauptstadt Mindelo gilt als Kulturhauptstadt Kapverdens und pflegt eine lebendige Musikszene. Im nahe gelegenen Baia das Gatas findet zudem jährlich ein Musikfestival am Strand statt. 

São Vicente ist geeignet für Reisende, die Karneval lieben, aber denen die Temperaturen im deutschen Februar zu kalt für knappe Kostüme sind. Auch Strandliebhaberinnen und -liebhaber, die Komfort und kulturelle Sehenswürdigkeiten mögen, werden an der Insel Freude haben.