Wandern und Klettern, Sonnen und Baden, Pizza und Käsefondue: Wer an den Lago Maggiore reist, kann all das zugleich haben! Der See, dessen nördlicher Teil zur Schweiz und dessen südlicher Teil (etwa 80 Prozent der Seefläche) zu Italien gehört, ist ein echtes Urlaubsparadies für Menschen, die in wenigen Tagen gern viel erleben. 

Seine traumhafte Lage in den Bergwelten Italiens und der Schweiz sorgen für spektakuläre Panoramen, das klare Wasser für Erfrischung nach einer anstrengenden Wanderung – und die vielen kleinen Städte wie aus dem Bilderbuch und die geheimnisvollen Inseln für den perfekten Ausflug. Auf Deutsch ist das Gewässer übrigens auch unter dem Namen Langensee bekannt. 

Welche Orte am Lago Maggiore zu beiden Seiten der Landesgrenze du nicht verpassen darfst, weiß der reisereporter. 

1. Cannobio

Schicke Patrizierhäuser säumen die Seepromenade in Cannobio, einem Städtchen im Norden Italiens. Viele von ihnen beherbergen heute Cafés, die ihre Terrassen mit blühenden Geranien schmücken. Dort kannst du nicht nur leckeren Espresso oder Aperol Spritz genießen, sondern auch einen hervorragenden Blick auf den See. Doch mit dem Sightseeing sollte an dieser Stelle noch nicht Schluss sein!

Cannobio mit der Wallfahrtskirche lockt im Sommer viele Besucherinnen und Besucher in den Ort.

In dem hübschen Städtchen findest du schließlich einen der größten Strände am Lago Maggiore, klares Wasser und einen Sandstrand zum Entspannen inklusive. Wassersportfans nutzen außerdem die Möglichkeiten zum Tauchen, Angeln, Wasserskifahren oder unternehmen eine Kanutour. Mit Blick auf den See sind auch eine Partie Tennis, Minigolf oder diverse Leichtathletik-Sportarten möglich. 

2. Brissago-Inseln

Die Brissago-Inseln liegen vor der gleichnamigen Stadt und gelten als Paradies für alle Naturliebhaberinnen und ‑liebhaber: Auf der größeren Insel, San Pancrazio, wurde ein botanischer Garten angelegt. Dank des milden Klimas fühlen sich dort über 1500 verschiedene Pflanzenarten wohl. Inmitten der Blütenpracht liegt zudem eine prächtige Villa, die heute als Hotel dient. 

Die Brissago-Inseln sind wahrhaftige Paradiese für Pflanzen aus aller Welt.

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Weniger Betrieb herrscht auf der kleineren Insel, der Isola di Sant’Apollinare. Im 13. Jahrhundert erbauten Gläubige eine Kirche auf der Insel, inzwischen zeugen davon nur noch Überreste der Mauer. Für Touristinnen und Touristen ist die Insel allerdings nicht zugänglich. 

3. Sasso del Ferro

Weil der Lago Maggiore von Bergen umgeben ist, kannst du von vielen Stellen aus eine tolle Aussicht genießen. Besonders schön ist sie vom Sasso del Ferro aus, und zum Glück ist dieser Aussichtspunkt auch einfach zu erreichen: Eine Seilbahn fährt dich von Laveno Mombello aus nach oben. Je höher die Gondel steigt, umso kleiner werden der See, die Alpen und Voralpen sowie die lombardischen Seen. 

Eine Seilbahn fährt zum Sasso del Ferro hinauf. Urlauberinnen und Urlauber sollten für die Tour allerdings schwindelfrei sein.

Schwindelfrei solltest du allerdings sein, denn die Gondeln sind zum Teil offen und du stehst in einer Art großer Wassertonne aus Blech. Wer das nicht scheut, wird mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Besonders gut lässt er sich von dem Lokal an der oberen Seilbahnstation mit einem Glas Aperol in der Hand genießen. 

4. Stresa

Schon im 18. Jahrhundert galt Stresa als beliebter Urlaubsort am Lago Maggiore. Damals konnten sich allerdings nur die Reichen ein schönes Zimmer in dieser italienischen Stadt leisten, heute können zum Glück viel mehr Menschen diesen schönen Ort kennenlernen. 

Stresa liegt am Lago Maggiore. Schon seit Jahrhunderten ist der Ort beliebt für Ferien.

Geblieben sind viele der teuren Jugendstil-Hotels, die im 19. Jahrhundert entstanden und im Ort noch immer das mondäne Feeling der Belle Époque versprühen. Bei einem Spaziergang an der Uferpromenade kannst du ihm nachspüren.

Schick sind auch die vielen gut erhaltenen Privatvillen mit ihren teilweise parkähnlichen Gartenanlagen. Als besonders schön gilt der Park der Villa Ducale. In ihm wächst die älteste Bewohnerin des Dorfs: eine monumentale Libanon-Zeder, die etwa 1890 gepflanzt wurde.

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Könnte sie sprechen, hätte sie mit Sicherheit Dutzende spannende Geschichten über die illustren Reisenden aus vergangenen Tagen zu erzählen. Doch weil sie das Sprechen in absehbarer Zukunft nicht erlernen wird, musst du wohl selbst spannende Geschichten bei deinem Urlaub in Stresa erleben. 

5. Isola Bella

Vor Stresa liegt die kleine Insel Isola Bella. Der Name ist Programm: Hier ist tatsächlich alles darauf ausgelegt, „bella“ zu sein! Dafür sorgen besonders im Frühjahr und Sommer Abertausende bunte Blumen, die in den herrschaftlich angelegten Gärten erblühen. Die terrassenförmigen Gartenanlagen sind dabei ein ganz besonderer Hingucker: Neben den eleganten Pflanzen sind auf besonders harmonische Weise Statuen platziert. 

Die Isola Bella ist ein Kleinod für alle, die sich für Gärten und Gartengestaltung interessieren.

Wer die Insel besucht, sollte sich auch den Palazzo Borromeo auf der Südseite ansehen. Das beeindruckende barocke Gebäude beherbergt heute ein Museum, das kostbare Möbel, wertvolle Gemälde, Skulpturen und weitere Kunstwerke zeigt.

Bei den Muschelgrotten im Untergeschoss fühlst du dich fast wie in einer Fantasiewelt. Hier ist beinahe jeder Zentimeter mit Muscheln dekoriert – sowohl die Wände als auch die Decke und die Säulen, auf denen sie ruhen. Ein irrer Anblick!

6. Verzascatal (Valle Verzasca)

Das Verzascatal in der Schweiz (italienisch: Valle Verzasca) ist bei Wanderinnen und Wandern beliebt. Kein Wunder: Die vielen Gipfel bieten tolle Ausblicke auf die Walliser, Berner und Glarner und Bündner Alpen. Berghütten bieten dabei immer wieder Schutz vor der Nacht. 

Das schöne Dorf Lavertazzo ist in die spektakuläre Natur im Verzascatal eingebettet.

Viele schätzen besonders den Pfad Sentierone Valle Verzasca, der rot-weiß markiert von Tenero in mehreren Etappen bis nach Sonogno führt. Wegen der schwierigen Zugänglichkeit vieler Abschnitte gilt das Tal als besonders urwüchsig. Hier findest du immer wieder die typischen alten Steinhäuser aus Granit.

Als besonders anspruchsvoll gilt die Via Alta della Verzasca: Sie führt häufig durch ausgesetztes Gelände, immer wieder muss geklettert werden. Daher eignet sich diese Strecke im Gegensatz zum Sentierone nur für erfahrene Berggängerinnen und Berggänger. 

7. Premeno

Etwas abseits des Lago Maggiore liegt das Dorf Premeno. Wer hier Urlaub macht, bringt etwa 600 Höhenmeter hinter sich, denn es liegt rund 600 Meter über dem See. Somit schafft Premeno perfekte Startbedingungen für Wanderungen mit Fernblick! Nicht umsonst ist das Dorf in ein gut ausgeschildertes Netz an Wanderwegen eingeflochten. 

Mit Hund unterwegs: Eine Frau genießt die Natur rund um Premeno – und den tollen Blick über See und Landschaft.

Von allen Trails genießen Wanderinnen und Wanderer immer wieder herrliche Blicke auf den See oder das Bergpanorama. Besonders schön ist die Sicht von den Aussichtspunkten Pollino und San Salvatore aus.

Und wenn du nach der anstrengenden Wanderung zu den Panoramablicken und zurück Lust auf ein kühles Bad hast, musst du nicht extra zum Lago Maggiore hinuntersteigen: Für alle Wasserratten gibt es im Ort auch ein Schwimmbad. 

Premeno ist übrigens zu jeder Jahreszeit schön: Im Winter schnallen sich hier viele Menschen Skier unter die Füße, um die Pisten des kleinen Skigebiets Pian di Sole oberhalb des Ortes hinunterzurasen. 

8. Luino

Wer per Zug an die Ostseite des Lago Maggiore reist, kommt an Luino kaum vorbei. Viele Reisende steigen hier am internationalen Bahnhof zu ihrer finalen Feriendestination um. Doch wieso nicht gleich in Luino bleiben? Die Uferpromenade säumen Platanen, direkt nebenan findest du den alten napoleonischen Hafen. Dahinter haben einst reiche Bürgerinnen und Bürger Pallazi errichtet, die bis heute das edle Erscheinungsbild des Orts prägen. 

Luino liegt direkt am Lago Maggiore. Palmen sorgen hier für Schatten.

Die historische Altstadt zieht sich noch ein Stück weiter ins Hinterland zurück. Paläste im Barock- oder Renaissance-Stil reihen sich hier mit ihren Laubengängen aneinander. In einigen findest du Handwerksateliers, im Palazzo Verbania ein archäologisches Museum. 

Besonders schön ist in Luino auch die Kirche Madonna del Carmine. Sie geht auf das 15. Jahrhundert zurück und wurde im Laufe der Jahrhunderte mit bunten Fresken geschmückt. In ihrem Zentrum steht der Altar, auf dem eine Holzstatue der Schmerzensmutter auf die Gläubigen herabblickt.

9. Locarno

Ab in die Schweiz: Die Piazza Grande ist das Herzstück Locarnos. In den Kneipen, Cafés und Restaurants an diesem lang gezogenen Platz mitten in der Stadt pulsiert das Leben. Regelmäßig findet hier auch das Locarno Film Festival statt. All die kleinen, engen Gassen der Altstadt mit ihren Boutiquen führen hierher.

Die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso liegt oberhalb Locarnos und überblickt den See.

An einer von ihnen liegt das Cestello Visconteo: Diese imposante Burg geht auf das zwölfte Jahrhundert zurück, doch wegen vieler Kriege und Streitigkeiten rund um das Bauwerk sind heute nur noch rund 20 Prozent von ihrer ursprünglichen Substanz erhalten. 

Ein weiterer Höhepunkt für Geschichts- und Architekturfans ist die Wallfahrtskirche Madonna del Sasso mit ihrer reich verzierten Ausstattung. Sie liegt oberhalb der Stadt und bietet entsprechend tolle Ausblicke auf Locarno. Outdoorfans lassen sich von der Seilbahn mühelos auf den Hausberg Cardada-Cimetta bringen und starten hier einen Rundweg. Von dort oben beeindruckt nicht nur das Panorama über Stadt und See, sondern auf der anderen Seite auch über das Hinterland von Locarno. 

10. Rocca di Angera

Die gut erhaltene Burganlage Rocca di Angera liegt auf einer Anhöhe am Lago Maggiore und bietet spektakuläre Blicke auf das klare Wasser und die umliegenden Berge. Bei einem Kaffee auf der Aussichtsterrasse kannst du die schöne Umgebung besonders ausgiebig betrachten. 

Die Burg Rocca di Angera thront über dem Lago Maggiore. Zum Sonnenuntergang wirkt sie besonders romantisch.

Doch auch ein Spaziergang durch die Räumlichkeiten der ehemaligen Verteidigungsanlage lohnt sich: Die Wände sind mit bunten Fresken gestaltet, in einem Teil der Burg findest du ein Puppen- und Spielzeugmuseum. Und weil du dich am Lago Maggiore befindest, darf auch hier oben natürlich der schön angelegte Garten nicht fehlen. 

11. Ascona

In vielen Städten kannst du an der Uferpromenade des Lago Maggiore spazieren, doch die von Ascona gehört zu den wohl schönsten Flaniermeilen. Dafür sorgen bunte Häuser, grüne Bäume, schunkelnde Boote, klares Seewasser und natürlich das herrliche Bergpanorama in der Ferne!

Die Promenade von Ascona leuchtet in der nahenden Nacht.

Wer das Seeufer verlässt, erreicht schnell den alten Ortskern, in dem Autos tabu sind. Besonders schön ist es um die Piazza Giuseppe Motta mit den umliegenden Gässchen und Höfen. Gar nicht so weit entfernt ragen die Kirchtürme der Santa Maria della Misericordia und der Basilika Pietro e Paolo in die Höhe. Direkt neben der Basilika beeindruckt zudem die Casa Serodine mit ihren aufwendigen Stuckaturen an der Fassade. 

Zudem kannst du in Ascona eine ganz besondere Runde Minigolf spielen, denn hier befindet sich seit 1954 die älteste genormte Minigolfanlage der Welt! In einem dicht begrünten Park mit Palmen kannst du dein Können auf 18 Bahnen beweisen. Der Sieger oder die Siegerin gibt am Ende ein kühles Getränk auf der Terrasse aus.