Über die Kontinente verteilt hält die Natur viele einzigartige Wunder bereit. Einige von ihnen sind wahre Touristenmagnete. Besucherinnen und Besucher reisen teilweise Tausende von Kilometern um die Welt, um auf den Mont Blanc zu klettern, im Yosemite-Nationalpark für Fotos zu posieren oder die Schönheit der Polarlichter zu bestaunen. 

Aber so schön die Natur auch ist, so unberechenbar kann sie auch sein. Immer wieder müssen Hobbykletterer, Hobbywanderinnen und Hobbyfotografen aus gefährlichen Situationen geborgen werden oder kommen sogar zu Tode.

Die Ferienhausvermittlung Holidu hat untersucht, welche Naturwunder das größte Risiko für Touristinnen und Touristen darstellen. Dazu hat das Unternehmen die durchschnittliche Zahl der Todesfälle pro Jahr im Vergleich zu den jährlichen Besucherinnen und Besuchern und gemeldeten Unfällen oder Verletzungen in einem Jahr analysiert. 

Wir stellen dir die zehn Naturwunder vor, bei denen du besonders vorsichtig sein solltest. 

Mont Blanc – Frankreich/Italien

Einmal im Leben auf den Mont Blanc, einmal im Leben die Aussicht vom höchsten Berg der Alpen genießen. Nicht nur für geübte Bergsteigerinnen und Bergsteiger ist das der ultimative Traum, auch auf Nichtalpinistinnen und Hobbyabenteurer übt der Berg an der Grenze zwischen Frankreich und Italien eine große Anziehungskraft aus.

Der Mont Blanc spiegelt sich in den Lacs des Cheserys.

Jedes Jahr versuchen zwischen 25.000 und 30.000 Bergsteiger ihr Glück am Mont Blanc. Der Weg zur Spitze über das Refuge du Goûter gilt als vermeintlich einfache Tour. Die große Höhe von 4810 Metern, die Kälte und der Wind an dem exponierten Berg machen den Aufstieg allerdings alles andere als einfach.

Außerdem gibt es am Mont Blanc einige anspruchsvolle Anstiege, die Gelegenheitsbergsteigende regelmäßig an ihre Grenzen bringen. Jährlich sterben hier durchschnittlich 100 Menschen.

Dürre und Hitze im Sommer sorgen für noch schwierigere Verhältnisse. Steinschläge, Felsabbrüche, Schneebretter und sich öffnende Gletscherspalten machen den Aufstieg zu einem hochriskanten Unterfangen.

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Seit Mitte Juli 2022 warnen die französischen Behörden deswegen vor Montblanc-Besteigungen auf der Hauptroute, entsprechende Touren werden von den französischen Bergführern nicht mehr angeboten. 

Ben Nevis – Schottland

Der Ben Nevis, liebevoll auch „The Ben“ genannt, ist mit 1345 Metern Höhe der höchste Berg der britischen Inseln. Profis suchen die Herausforderung an der berüchtigten Nordwand, die zu den besten Eisklettergebieten im Land zählt. Hobbybergsteigende nutzen lieber die als „Mountain Path“ oder „Tourist Track“ bekannte befestigte Strecke auf der Südseite.

Blick auf den schneebedeckten Gipfel von Ben Nevis.

Doch trotz des harmlosen Namens hat auch diese Strecke es ordentlich in sich. Hurrikanböen, plötzlicher dichter Nebel und Blizzards sind gerade in den höheren Regionen keine Seltenheit. Die unberechenbaren Wetterkonditionen haben dem Ben Nevis den Beinamen „Killerberg“ eingebracht.

Jedes Jahr sterben auf dem Ben Nevis durchschnittlich drei Menschen – deutlich weniger als auf seinem europäischen Gegenstück, doch der Ben Nevis zieht auch deutlich weniger Menschen an. Im Vergleich wird er deswegen als fast ebenso gefährlich eingestuft wie der Mont Blanc und landet auf Platz zwei.

Wer wenig Bergsteigerfahrung hat, sollte deswegen lieber auf einen Aufstieg verzichten und stattdessen zum Beispiel entlang des wunderschönen Flussufers in sicherer Höhe spazieren gehen.

Mount Fuji – Japan

Auch Platz drei der gefährlichsten Naturwunder belegt ein Berg: der Mount Fuji in Japan. An einem klaren Tag ist der höchste Berg Japans bis im 100 Kilometer entfernten Tokio zu sehen. Der perfekte Kegel des Vulkans mit seinem schneebedeckten Dach machen den Berg zu einem äußerst beliebten Fotomotiv. 

Der Mount Fuji, im Vordergrund ein fünfstöckiger Tempel in Yamanashi.

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Zuletzt ist der Mount Fuji im Jahr 1708 ausgebrochen. Das Risiko eines erneuten Ausbruchs wird als gering eingestuft. In den Sommermonaten, wenn der Berg meist schneefrei ist, erklimmen Tausende den schlafenden Vulkan. Der Weg nach oben gilt als relativ sicher.

Außerhalb der Hauptsaison im Juli und August fordern die empfindliche Kälte und das unberechenbare Wetter am Gipfel allerdings immer wieder Todesopfer: Durchschnittlich sieben der etwa 300.000 Menschen, die sich pro Jahr auf den Berg wagen, kommen dort zu Tode.

Mount Everest – China, Nepal

Der höchste Berg der Welt belegt schließlich Platz vier auf der Liste. Bis heute haben mehr als 7600 Menschen versucht, dem Weg von Edmund Hillary und Tenzing Norga zu folgen, die den Mount Everest 1953 als erste Menschen bezwangen.

Der Weg zum 8848 Meter hohen Gipfel mitten im Himalaya dauert Wochen. Vom Fuß des Berges bis zum Gipfel gibt es mehrere Lagen, sogenannte Camps. Schon das Base Camp liegt mit einer Höhe von 5365 Metern höher als der Mont Blanc. Viele ungeübte Bergsteigerinnen und Bergsteiger scheitern bereits an diesem ersten Aufstieg.

Der Mount Everest im Himalaya.

Dabei ist er noch der einfachste Teil der Besteigung. Kaum eine Region der Welt ist so lebensfeindlich wie der Mount Everest. Das liegt unter anderem daran, dass der Sauerstoffgehalt in der Luft mit zunehmender Höhe abnimmt. Damit steigt die Gefahr, an der gefürchteten Höhenkrankheit zu sterben. Besonders groß ist diese Gefahr in der sogenannten Todeszone, der Höhe über 8000 Metern.

Trotz der Risiken ist die Gipfelregion an gewissen Tagen so überlaufen, dass sich vor der Schlüsselstelle ein regelrechter Stau bildet – in der Todeszone ist das lebensgefährlich. Trotzdem versuchen sich jedes Jahr rund 800 Menschen an der Herausforderung, den Mount Everest zu besteigen. Acht von ihnen verlieren dabei jährlich ihr Leben.

Kilimandscharo – Tansania

Majestätisch erhebt sich der Kilimandscharo, das „Dach von Afrika“, über die afrikanische Savanne. Mit 5895 Metern Höhe ist er der höchste Punkt Afrikas und ein Traumziel für Wanderungen, Radtouren und zum Gleitschirmfliegen.

Trotz der beachtlichen Höhe brauchen Besucherinnen und Besucher für den Aufstieg nicht zwingend alpinistische Fähigkeiten, wenn sie den Berg erklimmen wollen. Die Wege führen durch leichtes bis mittelschweres Gelände und Solo-Besteigungen sind verboten. Wer nach oben wandern möchte, kann das nur in Begleitung von erfahrenen Guides tun.

Der Kilimandscharo, Aussicht von der Straße von Moshi nach Mweka in Tansania.

Trotzdem ist der afrikanische Berg laut Holidu das fünftgefährlichste Naturwunder der Welt. Durchschnittlich zehn Menschen sterben dort im Jahr.

Yosemite National Park – USA

Wasserfälle, Steinformationen, Klippen und weitläufige Grasflächen: Der Yosemite National Park ist voll von Naturwundern. Kein Wunder, dass das atemberaubende Unesco-Welterbe im Osten Kaliforniens Millionen Menschen aus Kalifornien und der ganzen Welt anlockt.

Auf 3082 Quadratkilometern können Besucherinnen und Besucher beim Wandern, Radfahren oder Campen die beeindruckende Natur entdecken, den über 2700 Meter hohen Granitfelsen Half Dome besuchen und dem Donnern der Yosemite Falls lauschen. 

Der Mirror Lake im Yosemite National Park.

Die Schönheit hat aber auch eine Schattenseite: Durchschnittlich elf Menschen sterben hier im Jahr. Allein 2019 wurde außerdem über 41 Unfälle in den Nachrichten berichtet, von denen viele mit dem Klettern zusammenhingen. 

Table Mountain – Südafrika

Der Tafelberg zählt zu den sieben neuen Weltwundern und lockt jährlich Tausende Einheimische sowie Touristinnen und Touristen aus aller Welt nach Südafrika. Vom Gipfel haben sie an wolkenlosen Tagen einen spektakulären Blick auf Kapstadt und die Umgebung.

1998 wurde der Tafelberg zum Nationalpark erklärt und beheimatet viele Pflanzenarten, die nur in dieser Region wachsen. An den Hängen leuchtet die südafrikanische Nationalblume, die Protea, so weit das Auge reicht, und mit ein wenig Glück lassen sich Tiere wie Bergziegen oder Steinböcke beobachten.

Wolken am Tafelberg in Südafrika.

Der 1087 Meter hoch gelegene Gipfel lässt sich in etwa sieben Minuten mit einer Seilbahn erreichen. Wer den Berg lieber auf eigene Faust erkunden möchte, kann das über einen der vielen Wanderwege tun. Laut der Holidu-Analyse liegt die durchschnittliche Zahl der Todesfälle bei 15 pro Jahr.

Matterhorn – Schweiz

4478 Meter hoch und geformt wie eine ägyptische Pyramide steht inmitten der Walliser Alpen das Matterhorn. Seine einzigartigen Felswände, die steil in den Himmel ragen, sind das wohl bekannteste Wahrzeichen der Schweiz, ein äußerst beliebtes Fotomotiv und der Traum vieler Alpinistinnen und Alpinisten.

Allerdings stellt der Berg für Bergsteigerinnen und Bergsteiger eine große Herausforderung dar. Lange galt das Matterhorn sogar als unbezwingbar, bis am 14. Juli 1865 der Brite Edward Whymper das Matterhorn bezwang. Doch beim Abstieg riss ein Seil, und vier von sieben Bergsteigern stürzten in den Tod. Auch heute noch sterben auf dem anspruchsvollen Berg jedes Jahr rund ein Dutzend Menschen. 

Sitzbank mit Ausblick auf das schneebedeckte Matterhorn.

Grand Canyon – USA

Im US-Bundesstaat Arizona hat der Colorado River ein wahrhaft atemberaubendes Naturwunder in Orange- und Rottönen geschaffen: den Grand Canyon, eine 1,6 Kilometer tiefe und insgesamt 446 Kilometer lange Schlucht. Die erkunden jährlich Millionen Besucherinnen und Besucher zu Fuß, per Helikopter, bei einer Wildwasserfahrt oder im Jeep.

Wer in dem riesigen Unesco-Weltkulturerbe unterwegs ist, sollte allerdings Vorsicht walten lassen. Mit durchschnittlich zwölf Todesfällen pro Jahr und 21 gemeldeten Unfällen zählt der Grand Canyon zu den gefährlichsten Naturwundern der Welt. Erst im März 2022 stürzte eine Frau bei einem Bootstrip in den Colorado River und kam dabei ums Leben, im Juni starb eine Wanderin bei großer Hitze.

Der Grand Canyon in Arizona bei Sonnenaufgang.

Die Cliffs of Moher – Irland

Zu den bekanntesten und gefährlichsten Steilklippen in Irland gehören die Cliffs of Moher. Im Südwesten der Insel ragen sie beinahe senkrecht aus dem Atlantik. Das 214 Meter hohe gefurchte Gestein reicht südlich bis nach Cork und Kerry und darüber hinaus. Vom O’Brien’s Tower lassen sich sogar die Aran Islands im Norden erblicken. 

Dunkle, grasbewachsene Plateaus enden hier abrupt an den brüchigen Kanten der Steilwände und bieten einen ebenso schwindelerregenden Blick in die Tiefe, wo das Meer gegen die Steine peitscht. Bei schlechtem Wetter verschwinden die Klippen mitunter tagelang im Nebel, im Dauerregen oder in der Gischt.

Die Cliffs of Moher in irland.

Ranger patrouillieren auf dem Wanderweg entlang der Klippen, um vor den Gefahren zu warnen. Trotzdem stürzen jährlich durchschnittlich neun Menschen in den Tod, weil sie den Weg verlassen, um sich auf die Felsvorsprünge zu setzen oder zu stellen.