La Rioja ist bekannt für tollen Wein, doch die Gegend in Spanien kann viel mehr. Aufregende Abenteuer zum Beispiel: Das ländliche Cuzcurrita de Rio Tiron rund 100 Kilometer südlich von Bilbao ist ein Zentrum fürs Ballongleiten. Hier hat Oscar Ayala, spanischer Meister im Ballonweitflug, beim Anbieter Arcoiris das Sagen. Morgens um 6 Uhr geht es der Sonne entgegen.

Die 75-minütige Fahrt führt über endlose Felder mit Weinreben und Getreide. Die spanischen Bauern bewirtschaften jeden Fleck in dieser fruchtbaren Gegend. Lautlos schwebt der Ballon in ein paar Metern Höhe über die Rebstöcke.

Bei einer Ballonfahrt über der Region La Rioja bekommen Reisende einen ganz besonderen Eindruck.

Vor Fury, der nächsten Ortschaft, zieht Ayala den wuchtigen Korb hoch. An einer Kirchturmspitze vorbei geht es empor in schwindelerregende 1.100 Meter Flughöhe. Hinter den Bergen hat die Sonne an Höhe gewonnen, durch die Wolken bahnen sich die Strahlen einen Weg und erzeugen ein schummriges Licht.

„1.500 bis 2.000 Passagiere habe ich pro Jahr“, sagt der Ballonpilot. Ballonfahrten sind eine beliebte Attraktion in der Gegend.

Die nordspanische Provinz La Rioja lässt sich besonders gut bei einer Ballonfahrt bewundern, zum Beispiel mit Ballonpilot Oscar Ayala.

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Längst hat die weiträumige Weinbauregion am oberen Ebro in Nordspanien, die doppelt so groß ist wie alle deutschen Weinbaugebiete zusammen, mehr zu bieten als nur den Wein, der nach ihr benannt ist. Aber auch der spielt hier noch immer eine wichtige Rolle.

Im Weinkeller edle Erzeugnisse kosten

Jahrhundertealte Weinkellereien gibt es einige in der Provinz, in Haro etwa die Barrio de la Estacion: Bodegas CVNE mit angeschlossenem Restaurant (Spezialität: Lammkeule, über dem Holz alter Rebstöcke gebraten). Das Weingut wird in fünfter Generation von der selben Familie geführt. Weinguide Jaime Espino nennt 1879 als Gründungsjahr.

Im ebenerdigen Weinkeller finden sich hinter kühlenden Mauern Rotweine aus diesem Jahrgang: „Ob sie noch genießbar sind, weiß keiner vorher. Ab und an werden Flaschen verkauft oder repräsentativ verschenkt“, sagt Espino. Natürlich zuvorderst Flaschen der Güteklasse Imperial.

„Auch der Gran Reserva hat eine gute Qualität, die 20 bis 30 Jahre konstant hoch bleibt“, sagt der Guide. „Danach fällt sie ab, ein ganz normaler Alterungsprozess.“ Bis zu 10 Millionen Flaschen gehen von hier jährlich in den Verkauf, dazu gehören 300.000 Flaschen Imperial. Gut zu wissen, dass im Shop immer ein paar Exemplare zum Verkauf bereitstehen.

Jaime Espino führt als Weinguide durch die Region La Rioja.

Weinmuseum lockt nach Briones

Wer dem Wein besonders zugetan ist, sollte den Blick nach Briones richten. Zu Füßen der mittelalterlichen Kleinstadt steht mitten in Weinfeldern das Museo de la Cultura del Vino Vivanco. Auf mehreren Ebenen ist alles versammelt, was im spanischen Weinbau je eine Rolle gespielt hat.

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Das Besondere an diesem Weinmuseum: An den Wänden hängen Bilder von unschätzbarem Wert. Ein Picasso neben einem Miró, direkt daneben ein Warhol. Alles Originale, alle haben mit dem Weinbau und dem Trinken zu tun. Kein Wunder, dass alles gut bewacht wird.

Thermalwasser fördert die Gesundheit

Auch Entspannung kommt in der Gegend nicht zu kurz: Auf der Thermenroute durch La Rioja fällt das 400-Seelen-Dorf Arnedillo mit einem Spahotel gleichen Namens ins Auge. Sieben heiße Quellen gibt es hier, der Schlamm für die Fangomassage muss sechs Monate im mineralhaltigen Thermenwasser reifen. Eine lohnende Investition, die braune Masse vertreibt Hexenschuss und Arthrose.

Reisende können außerdem eine öffentliche Badestelle am Rio Cidacos nutzen. Auch hier tritt 52,5 Grad Celsius warmes Thermalwasser zutage und erfreut in drei Becken Badende zu jeder Jahreszeit.

Die öffentlich zugänglichen Thermalbecken am Rio Cidacos in Arnedillo sind dank des 52,5 Grad Celsius warmen Wassers ganzjährig ein Publikumsmagnet. Wem es zu warm wird, kühlt sich im Fluss ab.

Gegend ist Hotspot für Geier

Arnedillo hat zudem einiges mehr zu bieten. Am Mittag kreisen Gänsegeier über dem Ort. Erst drei oder vier, plötzlich kommen acht, zehn weitere Tiere hinter einer Felswand hervor. Sie suchen die mittägliche Thermik, in immer neuen Runden lassen sie sich von der Hitze in die Höhe katapultieren.

Wanderführer und Biologe Alberto Parada hat viel zu erzählen über die großen Aasfresser, die unter Schutz stehen, im Biosphärenreservat selbstverständlich. „Einige Hundert Geier haben wir hier in der Gegend, das ist ein richtiger Hotspot rund um Arnedillo“, erklärt der Experte beim Spaziergang am Ufer des Rio Cidacos. Hunderte Frösche sind zu hören, dazwischen auch eine Nachtigall – der Biologe und Vogelkundler hat sie genau erkannt.

Wanderführer und Biologe Alberto Parada kennt sich mit der Tier- und Pflanzenwelt in La Rioja bestens aus.

Alfaro ist die Stadt der Störche

Natur pur gibt es außerdem in Alfaro zu bestaunen. Und zwar auf der Pfarrkirche San Miguel. Hier brüten aktuell bis zu 100 Weißstorchpaare – auf den Kirchtürmen, auf Vorsprüngen und den Dächern des Kirchenschiffes. Ein paar Dutzend Metallhalterungen helfen den Tieren beim Nestbau, auf den Privathäusern ringsum haben sie auch Schornsteine mit Nestern belegt.

Im Sommer kein Problem, Dachdecker und andere Handwerker haben erst im September Zugriff, wenn die Störche Richtung Afrika weitergezogen sind. „Niemand darf in der Brutzeit das Dach betreten, die Eltern würden wegfliegen und die Jungtiere allein lassen“, sagt Stadtführerin Beatrice Malumbres.

Das Dach der Pfarrkirche San Miguel in Alfaro wird bis Ende August von 100 Weißstorchpaaren zum Brüten genutzt.

Besondere Spezialität: Eis mit Ziegenkäse

Es gibt sogar einen Eiskünstler in La Rioja. Fernando Saenz heißt er, mit seiner Eisdiele residiert er in Logrona unter den Arkaden bei der Kirche in der Ortsmitte. 2015 hat er einen nationalen Gastronomiepreis gewonnen, er darf sich seitdem „bester süßer Platz in Spanien“ nennen.

Seine Eisrezepte beinhalten pflanzliche Zutaten aus der Gegend. Zitrone mit Olivenöl, Blätter vom Feigenbaumschatten, aber auch Überreste vom Weißwein nach der Gärung. Besonders lecker: das Eis mit Ziegenkäse.

In diesem Restaurant kommen Gemüsefans auf ihre Kosten

Lokales Gemüse ist das Geheimrezept im Restaurant Venta de Moncalvillo in Daroca de Rioja, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Ignacio Echapresto hat das Kommando in der Küche, sein Bruder Carlos leitet das Restaurant mit 24 Plätzen. Im 3.000 Quadratmeter großen Garten wachsen 25 Tomatensorten und 150 Kräuter, dazu alle gängigen Gemüse, im Herbst kommen 30 Pilzsorten aus den umliegenden Wäldern hinzu. 

„So regional wie möglich, das ist unser Motto. 80 Prozent des Gemüses stammt von hier. Pfeffer verwenden wir nicht, weil er hier nicht angebaut werden kann“, sagt Carlos Echapresto. Es wächst eben nicht alles so gut hier wie der Wein.

Tipps für deine Reise nach Nordspanien

Anreise: Direktflüge nach Bilbao gibt es zum Beispiel von Hamburg und Frankfurt am Main. Die Reise ist aber auch mit Umstieg in Madrid von anderen deutschen Flughäfen aus möglich. Dann geht es weiter mit dem Mietwagen nach La Rioja.

Attraktionen:Globos Arcoiris bietet Ballonfahrten in Cuzcurrita del Rio Tiron an. eine 75-minütige Fahrt mit anschließendem Frühstück/Imbiss und Ballonfahrertaufe kostet 120 bis 150 Euro pro Person. Gesamtdauer: vier Stunden.

Die Reise wurde unterstützt vom Turespaña, Spanischem Fremdenverkehrsamt. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.