Ein Essen in einem schicken Restaurant, ein besonderes Erlebnis, ein schönes Andenken: Im Urlaub gönnen sich viele Menschen gern mal etwas Besonderes. Damit dein Konto am Ende der Ferien nicht plötzlich leer gefegt ist, solltest du beim Bezahlen und beim Geldabheben aber einiges beachten.

Gerade bei einer Reise in Länder außerhalb der Euro-Zone zahlst du oft zusätzlich Geld, ohne es zu merken. Wir verraten dir, wie du Kostenfallen im Urlaub erkennst und bestenfalls vermeidest.

Kostenfalle 1: Die Sofortumrechnung am Automaten oder an der Kasse

Wer am Automaten Geld abhebt, bekommt oft das Angebot, den Betrag direkt in die Heimatwährung umzurechnen. Das klingt erst mal bequem: Wenn du dich nicht gerade vorher intensiv mit dem Wechselkurs beschäftigt hast, nimmt dir der Automat die Umrechnung direkt ab.

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Allerdings verlierst du damit teilweise eine ganze Menge Geld. Denn der Wechselkurs am Automaten ist meist viel schlechter als der Kurs bei deiner eigenen Bank.

Die lokalen Banken setzen häufig Zusatzkosten fest, die sie im angegebenen Wechselkurs verstecken. So werben viele Finanzinstitute zwar mit kostenlosem Geldabheben, knöpfen Urlauberinnen und Urlauber über die Sofortumrechnung aber trotzdem Geld ab. 

Eine Frau steht an einem Bankautomaten in Dubrovnik, Kroatien.

Laut Stiftung Warentest kann dich die Empfehlung des Geldautomaten so bis zu 13 Prozent extra kosten. Im Rahmen eines Tests der Verbraucherorganisation wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 15 von 23 Nicht-Euro-Ländern die teure Sofortumrechnung angeboten – mit Verlusten von 5 Prozent bis 13,7 Prozent.

Stiftung Warentest berichtet außerdem, dass Reisende an einigen Automaten bewusst in die Irre geführt werden: Wenn sie die Sofortumrechnung ablehnen, wird demnach oft noch mal nachgehakt, um die Person zu verunsichern. Außerdem werben einige Automaten mit Aussagen wie „0 % Provision“. Das soll vom schlechten Wechselkurs ablenken, bezieht sich in erster Linie aber auf Geldbeträge, die nicht in Euro umgerechnet werden.

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Um zusätzliche Gebühren zu vermeiden, solltest du beim Geldabheben außerhalb der Euro-Länder deswegen immer die Abrechnung in der Landeswährung wählen.

Das gilt auch für das Bezahlen im Geschäft: Teilweise erscheint auf dem Kartenlesegerät neben der Fremdwährung ein zweiter Betrag in deiner Heimatwährung. Dann solltest du dem Verkäufer oder der Verkäuferin direkt Bescheid sagen, dass du in der Landeswährung bezahlen möchtest. Manchmal kannst du die Währung auch selbst wählen.

Kostenfalle 2: Gebühren am Automaten

Selbst, wenn der Wechselkurs stimmt oder du auf die Sofortabrechnung verzichtest, kassieren einige Banken am Geldautomaten saftige Gebühren. Die bewegen sich in den USA und in Südost­asien beispielsweise zwischen umge­rechnet gut 2 Euro und rund 6 Euro, variieren aber je nach Reiseland, Automat und abgehobenem Geldbetrag. 

Verlangt der Geldautomat eine Automatengebühr, solltest du dir einen anderen Automaten suchen, der günstiger oder gratis ist. Das klappt aber nicht immer: In Thailand beispielsweise wurde bei dem Test von Stiftung Warentest an jedem Automaten die gleiche Gebühr fällig.

Und auch in Island, Polen, Serbien, Tschechien, Ungarn und der Türkei gab es beim Test oft keine günstige Lösung. Dort haben Reisende dann lediglich die Wahl zwischen zwei teuren Übeln: Entweder wird eine Geld­automaten­gebühr fällig oder ein schlechter Wechselkurs, der teil­weise sogar noch mit einer Gebühr kombiniert ist.

Eine Frau will Geld an einem Automaten einer griechischen Bank abheben – auch in Euro-Ländern verlangen einige Automaten dafür Gebühren.

Diese Kostenfalle droht übrigens auch in den Euro-Ländern. Laut Stiftung Warentest wurden beispielsweise bei Automaten in Griechenland und Spanien ebenfalls Automatengebühren erhoben.

Kostenfalle 3: Gebühren der Kartenherausgeber

Auch die Anbieter von Girocards und Kreditkarten verlangen für den Karten­einsatz im Ausland oft Gebühren: für das Bargeld­abheben am Auto­maten und für das Umrechnen der Fremdwährungen. Manche verzichten dagegen auf die eine oder andere Gebühr und einige Anbieter erstatten sogar die Fremd­gebühren der Auto­maten­betreiber.

Die Kreditkarte im Ausland zu nutzen kann je nach Anbieter teuer werden.

Vor deiner Reise solltest du dich also informieren, mit welchen Karten du auf Reisen günstig Geld abheben und bezahlen kannst. 

Von Gratis-Kreditkarten, mit denen Geld­abheben im Ausland kostenlos ist und die nicht an ein Giro­konto gebunden sind, rät die Stiftung Warentest ab. Denn bei diesen Karten ist eine Teilzahlung voreingestellt, sodass monatlich immer nur ein kleiner Teil der ausstehenden Rechnung beglichen wird und für den übrigen Betrag sehr hohe Zinsen berechnet werden.