Den Sommer an Ost- oder Nordsee zu verbringen ist immer eine gute Idee. Für Entschleunigung sorgen tolle Strände, lange Spaziergänge und leckere Fischbrötchen. Doch damit der Urlaub an Nordsee und Ostsee für alle Strandfans gleichermaßen entspannt wird, sollten Reisende einige Regeln beachten.

In Deutschland legen die Gemeinden selbst fest, was erlaubt ist und was nicht. Deswegen gibt es von Region zu Region Unterschiede in Sachen Verbote. Ausschlaggebend ist die örtliche Strand- und Badeordnung. Meist hängt diese Satzung in Strandnähe aus. 

Klingt unentspannt? So schwer ist es gar nicht. Die wichtigsten Regeln für beliebte Strände an Nordsee und Ostsee erklären wir hier. 

Rauchen

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während viele Menschen in Deutschland das Rauchen und den damit verbundenen Geruch ablehnen, gehört die Zigarette für andere zum Entspannungsprogramm im Urlaub dazu. Allerdings stört viele Handtuchnachbarinnen und ‑nachbarn der Rauch, zudem erregen im Sand zurückgelassene Kippenstummel Ärger und vergiften mit ihren Inhaltsstoffen die Umwelt. 

Rauchen verboten: Nicht an allen Stränden an Ostsee und Nordsee sind Glimmstängel erlaubt.

Deswegen herrscht an einigen Stränden in Deutschland inzwischen ein Rauchverbot. An der Nordsee unter anderem hier:

  • Föhr: an den Strandabschnitten 4 und 7 in Wyk sowie am Strand Utersum
  • Langeoog: in drei Nichtraucherabschnitten an den Stränden
  • Norderney: am Weststrand
  • Butjadingen: am Babystrand

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Auch an der Ostsee haben Strände den Glimmstängel verabschiedet: 

  • Göhren auf Rügen: gesamter Strand
  • Heiligendamm: Strand zwischen Seebrücke und Rettungsturm 3
  • Hohe Düne (Rostock): gesamter Strand
  • Markgrafenheide: Strandabschnitt 8
  • Warnemünde: Strandabschnitt 12
  • Laboe: Abschnitt vor dem Meerwasserheilbad

Wer am Strand raucht, kann sich vielerorts übrigens einen praktischen Standaschenbecher ausleihen oder kaufen. So landen weder Asche noch Zigarettenstummel in der Natur. 

Nacktbaden

An den FKK-Stränden an Nordsee und Ostsee ist das Nacktbaden natürlich erwünscht, doch wie sieht es an den anderen Abschnitten aus? Auf Usedom zum Beispiel ist es außerhalb der markierten Bereiche untersagt, blankzuziehen. Doch nicht alle Ferienregionen haben eine dermaßen streng geregelte Kleiderordnung. 

Eine Frau kühlt sich am Strand von Kühlungsborn ab. Ihr Hund schaut dabei zu.

So wird vor allem an weniger belebten Strandabschnitten eher toleriert, sich dem kleiderlosen Sonnen- oder Meeresbad hinzugeben, als an den Hauptstränden direkt an der Einkaufsmeile. 

Strand mit Hund

Der Hund gehört zur Familie! Deswegen können sich viele Hundefreundinnen und ‑freunde einen Strandtag ohne ihren liebsten Vierbeiner gar nicht vorstellen. Doch nicht überall sind die Tiere gern gesehen: Nicht jeder Strand ist ein Hundestrand, auf der anderen Seite ist nicht jeder Strand ohne diesen Namenszusatz tabu für deinen Hund. 

Am Hundestrand fühlen sich viele Vierbeiner pudelwohl – genauso wie ihre zugehörigen Zweibeiner.

Am besten schaust du dir vor Ort genau die Beschilderung am Strand an. Sie gibt an, ob dein Hund mit an den Strand darf und ob die Leine Pflicht ist.

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In der Nebensaison ist dies deutlich seltener der Fall: Zwischen Oktober und April verzichten viele Gemeinden darauf. Dann darfst du oft auch die Strände mit deinem Hund besuchen, die für Vierbeiner während der Hauptsaison tabu sind. 

Darüber hinaus legen die Gemeinden fest, ob du deinen Hund an der Leine führen musst oder nicht. Meistens ist das an Stränden in Naturschutzgebieten der Fall. Eine Leine empfiehlt sich zudem dort, wo viele Menschen zusammenkommen, denn nicht jede Strandbesucherin und jeder Strandbesucher ist den Tieren zugeneigt. 

Hier findest du schöne Hundestrände

Beliebte Hundestrände findest du unter anderem hier: 

  • Hundestrand Grömitz (Ostsee)
  • Hundestrand Juist (Nordsee)
  • Hundestrand Soltiüde bei Flensburg (Ostsee)
  • Hundestrand Kühlungsborn (Ostsee)
  • Hundestrand Nebel auf Amrum (Nordsee)

Alkohol am Strand

Ein Bier am Strand trinken – das ist erst einmal nicht verboten. Zumindest nicht immer und überall. In Scharbeutz allerdings greift zwischen 22 und 6 Uhr ein Alkoholverbot am Strand. Um es durchzusetzen, gibt es dort in dieser Sommersaison einen neuen Ordnungsdienst. 

Zuprosten am Strand: In den meisten Gemeinden ist das erlaubt und in den Strandbars sowieso.

In Schleswig-Holstein bleibt die Gemeinde damit zunächst allein: Die Nachbarorte Timmendorfer Strand, Sierksdorf und Neustadt planen aktuell nicht, ebenfalls eine Alkohol-Sperrstunde einzuführen. Weitere Städte wie Kiel oder Lübeck sehen auch davon ab. 

Dünenspaziergang

Durch die Dünen zum Strand gehen – da kribbelt die Vorfreude auf das erste Bad in Nordsee oder Ostsee schon lange, bevor du dein Handtuch ausgebreitet hast. Der schöne Spaziergang zum Wasser ist überall dort erlaubt, wo die Gemeinden feste Wege installiert haben.

Spaziergang an der Düne: Lieber nur dort, wo es erlaubt ist.

Du solltest diese Wege allerdings nicht verlassen. Denn wenn jede Urlauberin und jeder Urlauber das machen würde, könnte Gras zertrampelt werden, wodurch die Düne ihren Halt und ihren Sand verlieren würde. In der Folge wären Einheimische und Reisende bald weniger vor möglichen Sturmfluten geschützt. Auch das empfindliche Ökosystem dankt es jenen, die die gekennzeichneten Wege nicht verlassen. 

Auch deinen Hund solltest du bei deinem Dünenspaziergang stets an der Leine mitführen. 

Strandmuscheln, Sonnensegel und Zelte

Wer keine Lust hat, die Gebühr für den Strandkorb zu zahlen, bringt sich eine Strandmuschel oder ein Sonnensegel mit. Zwar ist das eine günstige Alternative, jedoch sind die Aufbauten nicht überall erlaubt. Grundsätzlich gilt: Strandmuscheln dürfen nicht in den für Strandkörbe gekennzeichneten Bereichen aufgebaut werden. 

Wer an der Nordsee auf Muschelsuche geht, findet verschiedene bunte Exemplare.

Wer es trotzdem tut, begeht in einigen Urlaubsorten in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 500 Euro Bußgeld nach sich ziehen kann, unter anderem in der Gemeinde Binz. Ehe Urlauberinnen und Urlauber diese Summe zahlen müssen, ist allerdings davon auszugehen, dass sie freundlich um den Abbau des Zelts gebeten werden. 

Auch in Timmendorfer Strand und in Grömitz gibt es Einschränkungen: In Timmendorfer Strand darfst du den Sonnenschutz nur außerhalb des bewirtschafteten Strandbereichs aufbauen. In Grömitz gibt es besonders viele Strandkörbe, weswegen du unter Umständen lange nach einem geeigneten Platz suchen musst. 

Strandgut und Muscheln sammeln

Die Strände von Nord- und Ostsee bieten reichlich Gelegenheit, schöne Muscheln, Steine oder Schwemmgut einzustecken. Doch Reisende sollten sich dabei nicht übernehmen, vor allem, wenn es um Fechterschnecken und Riesenmuscheln geht. Von ihnen darfst du nur drei in deine Sammlung von Strandsouvenirs einreihen. 

Bernstein oder kein Bernstein? Ein Junge präsentiert seinen Strandgut-Fund.

Für kleine Muscheln wie Platt- oder Miesmuscheln gibt es hingegen keine Begrenzung – zumindest dann, wenn du sie für den Privatgebrauch sammelst und sie nicht kommerziell nutzen willst. Gleiches gilt für Fossilien und Steine. 

Für Strandgut gilt das Fundrecht. Das bedeutet, dass du Strandgut im Fundbüro abgeben musst. Eine Ausnahme gibt es für Funde von geringem Wert. 

Sandburgen bauen

Wie so vieles in Deutschland ist auch der Sandburgenbau penibel geregelt. Viele Strand- und Badeordnungen geben entsprechend genau vor, ob und wie die Sandkonstruktionen gebaut werden dürfen. Manche Regionen haben Verbote erlassen, in anderen ist es nur mit Einschränkungen erlaubt.

Kleckerburgen bauen ist sowohl an der Nordsee als auch an der Ostsee an jedem Strand erlaubt.

Die Regeln dienen dem Küstenschutz: Zum einen wird durch den Burgenbau der Boden aufgelockert, zum anderen wird der Sand leichter vom Strand abgetragen. Damit soll einem möglichen Uferrückgang entgegengewirkt werden. Durch die Abstandsregeln sollen zudem die Dünen geschützt werden, die ihrerseits Anwohnerinnen und Anwohner sowie Urlauberinnen und Urlauber vor Sturmfluten schützen. 

Hier ein Überblick: 

  • Sylt: Sandburgen zu bauen ist verboten. Warum? Neben den Maßnahmen zum Küstenschutz können die Löcher am Strand Rettungsfahrzeuge behindern. 
  • Ostseebad Binz (Rügen): Mit Einschränkungen erlaubt. Die Höchstmaße: 30 Zentimeter Höhe, Durchmesser bis zu 3,5 Meter. Verboten ist das Graben von Löchern und Tunneln. Gebaut werden muss mit Sand. Wer seine Burg mit Strandgut dekoriert, bewegt sich außerhalb des Legalen. 
  • Langeoog: Sandburgen bauen ist erlaubt, allerdings nur, wenn zwischen dem Werk und der Düne mindestens fünf Meter Abstand sind. Mit dieser Regel sollen die Dünen geschützt werden. 
  • Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel und Insel Baltrum: Nachwuchs-Architektinnen und ‑Architekten dürfen sich hier nach Herzenslust beim Burgenbau austoben. „Eine Sandburg rund um den Strandkorb bauen oder das tiefste Loch am Strand buddeln – Kinder finden hier immer wieder etwas Neues“, schreibt die Tourismus-Website unser-carolinensiel.de.
  • Zinnowitz-Usedom: Wer zum Burgenbauen nur Sand und Steine benutzt und dabei mindestens drei Meter von der nächsten Düne entfernt baut, ist auf der sicheren Seite. Verboten ist die Nutzung von Strandgut und das Buddeln allzu tiefer Löcher. 

Spielen am Strand

Die Regeln zum Sandburgenbau sind geklärt, doch wie sieht es mit anderen Spielereien aus? Auch für die Lieblingsspielzeuge der Kinder (und natürlich auch einiger Erwachsener) müssen Eltern und Kinder einige Regeln kennen. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Was zulässig ist und was nicht, ist der Strand- und Badeordnung zu entnehmen.

Drachen steigen lassen: Das ist an vielen Sportstränden explizit erlaubt.

Unsere Übersicht hilft bei der ersten Orientierung: 

  • Sport treiben: Auch für Sport gibt es in der Regel extra ausgewiesene Bereiche. Oft erkennst du sie daran, dass Volleyballnetze aufgebaut sind oder Sportgeräte in dem Bereich vermietet werden. 
  • Frisbee, Ballspiele, Wikingerschach und Co. sind in der Regel dort erlaubt, wo auch sportliche Aktivitäten erlaubt sind. 
  • Yoga, Jogging und Co. sind in der Regel überall erlaubt. 
  • Drachen steigen lassen: Einige Gemeinden haben inzwischen spezielle Drachenstrände ausgelobt, an denen die Leine hochgehen darf. Häufig ist dies an den Strandabschnitten erlaubt, an denen sich auch Beachvolleyball-Feld und Co. befinden. An allen anderen Strandabschnitten ist es entsprechend verboten, Drachen steigen zu lassen. Einige Regionen erlauben die Nutzung von Flug- oder Lenkdrachen zu bestimmten Zeiten – etwa dann, wenn der Strand weniger gut besucht ist.