Man muss nicht immer in fremde Länder reisen, um die Schönheit der Natur zu entdecken. Denn ob riesige Steine, beeindruckende Wasserfälle oder Felsformationen, die wie Tische aussehen und die vom Beelzebub persönlich genutzt worden sein sollen, all das findet sich auch in Deutschland.

Wir stellen dir eine Auswahl an faszinierenden Naturwundern vor und sagen dir, wie du mit dem 9-Euro-Ticket im Regionalverkehr und Nahverkehr so nah wie möglich an sie herankommst. Ganz ohne ein paar Schritte geht es in den meisten Fällen nicht, aber oftmals bist du schon nach wenigen Minuten am Ziel.

1. Felsenmeer im Odenwald

Sagenumwobene riesige Steine, die flutartig hinabstürzen: Dieses Bild bietet sich beim Anblick des Felsenmeeres im Odenwald. Der Streit zweier Riesen soll der Legende nach dieses Naturwunder erschaffen haben. Mit dem 9-Euro-Ticket kannst du ganz nah an dieses Wunder heranfahren. 

Mit der Regionalbahn oder dem Regionalexpress geht es beispielsweise ab Frankfurt in unter einer Stunde zum Bahnhof Bensheim.

Von dort aus geht es mit der Buslinie 665 Richtung Lautertal/Lindenfels weiter. Von der Haltestelle Reichenbach-Markt aus sind es etwa 15 Minuten Fußweg bis zum Felsenmeer. Seit Ende April wird das Felsenmeer auch von der Buslinie MO2 von Reinheim aus angesteuert.

MIt dem 9-Euro-Ticket kann das Felsenmeer gut erreicht werden.

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2. Die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen

Schmelzwasser und Geröll führten vor Millionen von Jahren zu der engen Schlucht, die heute als Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen bekannt ist. Sie gehört zu den beeindruckendsten Schluchten, die in den bayerischen Alpen zu finden sind. Mehr als 200.000 Besucherinnen und Besucher verschlägt es jährlich zu diesem Naturwunder.

In unserem Beispiel fahren wir mit dem 9-Euro-Ticket in unter eineinhalb Stunden mit der Regionalbahn von München nach Garmisch-Partenkirchen (bitte beachten: Momentan gibt es einen Schienenersatzverkehr ab Oberau). Die Ortsbuslinien 1 und 2 transportieren Besucherinnen und Besucher dann zur Haltestelle Skistadion. Von hier aus sind es etwa 25 Minuten zu Fuß zum Klammeingang.

Nach Bahn und Bus ist es nur noch ein kurzer Spaziergang bis zur Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen.

3. Königsstuhl auf Rügen

Der berühmte Kreidefelsen Königsstuhl auf Rügen ist eines der populärsten Naturwunder Deutschlands. Eigentlich sollte das Wahrzeichen Ende Juni geschlossen werden, weil eine neue Aussichtsplattform gebaut wird, doch der Bau verzögert sich und das Wahrzeichen Rügens bleibt über die Sommermonate geöffnet. 

Mit Bus und Bahn und dem 9-Euro-Ticket kommst du ganz nah ran an den Felsen im Nationalpark Jasmund. Vom Stralsunder Hauptbahnhof geht es mit der Regionalbahn in unter einer Stunde nach Sassnitz. Die Buslinie 23 befördert Reisende weiter zur Haltestelle Königsstuhl direkt am Nationalpark-Zentrum. Von dort sind es nur wenige Meter zum Naturdenkmal.

Wer schon auf der Insel ist und von Norden anreist, nimmt den Bus (Linie 14) bis Großparkplatz Hagen und von dort die Linie 19 zur Haltestelle Nationalpark-Zentrum Königsstuhl.

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Da die Bauarbeiten für eine neue Aussichtsplattform sich verzögern, kann der Königsstuhl im Sommer noch besichtigt werden. Mit dem ÖPNV kommst du ganz nah ran.

4. Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer

Wer den Zauber des Phänomens Wattenmeer erkunden möchte, findet am Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer beste Voraussetzungen. Eine mögliche Anlaufstelle ist das bekannte Nordseebad St. Peter-Ording, das mitten im Nationalpark Wattenmeer liegt und einen mit zwölf Kilometern Länge endlos wirkenden Strand bietet.

Mit Regionalexpress und Regionalbahn geht es von Hamburg-Altona aus beispielsweise in knapp unter drei Stunden zum Bahnhof Bad St. Peter Süd (einer von zwei Bahnhöfen). Umstieg ist in Husum. Auch von Kiel aus führen Regionalexpress und Regionalbahn in knapp zweieinhalb Stunden zum Ziel, der Umstieg ist ebenfalls in Husum.

In Sankt Peter-Ording kann das Naturwunder Wattenmeer hautnah erlebt werden.

5. Externsteine im Teutoburger Wald

Sie wirken wie Riesen, ihre Herkunft und ihre frühere Bedeutung sind bis heute nicht eindeutig geklärt: Die Externsteine im Teutoburger Wald sind ein rätselhaftes und faszinierendes Naturwunder. Und sie können auch bestaunt werden, wenn man nicht gut zu Fuß ist, denn nur wenige Hundert Meter trennen das Naturphänomen von einer Haltestelle.

Mit der Regionalbahn geht es beispielsweise über Herford oder Bielefeld zum Bahnhof Detmold. Von hier aus führt die Buslinie 792 am Wochenende und feiertags bis zur Haltestelle Externsteine. Unter der Woche fährt die Linie 782 die nahe gelegene Haltestelle Horn an. Von der Haltestelle Externsteine liegt das Naturwunder 350 Meter entfernt, auch das Infozentrum Externsteine ist von dort schnell erreichbar.

Gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen: Die Externsteine im Teutoburger Wald.

6. Triberger Wasserfälle im Schwarzwald

Wenn Wassermassen 163 Meter in die Tiefe stürzen, ist das ein Naturspektakel. Zu sehen gibt es das im Schwarzwald in Baden-Württemberg. Die Triberger Wasserfälle gehören zu den höchsten Deutschlands und zaubern in den Abendstunden ein besonderes Ambiente, da sie dann beleuchtet werden.

Von Karlsruhe und Konstanz reist du mit der Regionalbahn ohne Umstieg zum Bahnhof Triberg. Von dort aus sind es nur noch 25 Minuten Fußweg, bis du die Wasserfälle erreichst. Damit es sich doppelt lohnt: Im Örtchen Triberg gibt es außerdem eine hübsche historische Altstadt und die größte Kuckucksuhr der Welt zu entdecken. 

Das Naturspektakel in Triberg ist mit der Bahn und nach einem kurzen Spazierweg erreicht.

7. Der Teufelstisch in Hinterweidenthal

Der Legende nach hat einst Satan im Pfälzerwald am Teufelstisch in Hinterweidenthal gegessen. Die 14 Meter hohe und surreal wirkende Felsformation schaffte es schon auf Briefmarken und auf die vorderen Plätze bei den schönsten Naturwundern Deutschlands. Insgesamt gibt es 20 dieser pilzartigen Felsen im Pfälzerwald, der bei Hinterweidenthal ist jedoch der größte.

Der Teufelstisch Hinterweidenthal ist eine von 20 pilzartigen Felsformationen im Pfälzer Wald.

Direkte Verbindungen mit Regionalbahnen zum Bahnhof Hinterweidenthal gibt es beispielsweise ab Saarbrücken (eineinhalb Stunden) oder von Landau (40 Minuten Fahrzeit) aus. Von dort sind es etwa zwei Kilometer zum Parkplatz Erlebnispark Teufelstisch, die Felsformation hat man dann in einer guten Viertelstunde erreicht. Barrierefrei ist der Weg aufgrund vieler Treppen nicht.

8. Grünes Band in Deutschland mit Ludwigsstadt

Über 1393 Kilometer lang ist das Grüne Band, das sich an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze entlangzieht. Wer dieses beeindruckende Gebiet erleben möchte, hat unzählige Möglichkeiten. Eine davon ist die Zugfahrt nach Ludwigsstadt, wo beispielsweise zur Fischbachsmühle oder zur Burg Lauenstein gewandert werden kann.

Beispielfahrten: Von Leipzig aus geht es mit dem Regionalexpress in zweieinviertel Stunden zum Bahnhof Ludwigsstadt. Von Saalfeld (Saale) dauert die Anreise dreißig Minuten, von Nürnberg aus knappe zwei Stunden. Vom Bahnhof Ludwigsstadt liegt Burg Lauenstein vier Kilometer entfernt. Alternativ kann die Buslinie 8328 genommen werden.

Burg Lauenstein: Eine der Sehenswürdigkeiten in Deutschlands Grünem Band.

9. Blautopf in Blaubeuren

Durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung leuchtet das Wasser im Blautop blau. Die zweitgrößte Einzelquelle Deutschlands ist 22 Meter tief und ein wahrer Hingucker. Geheimnisvoll: Im Gebirge um den Blautopf gibt es ein weitverzweigtes Höhlensystem, das bisher noch nicht gänzlich erforscht ist. Diesen besonderen Farbklecks in Deutschland kannst du auch mit dem 9-Euro-Ticket erreichen.

Blau, blauer, Blautopf: In Blaubeuren findest du dieses türkise Naturwunder.

Von Ulm aus fährst du mit dem Regionalexpress gerade mal elf Minuten bis zum Bahnhof Blaubeuren. Nach knapp zwei Kilometern Fußweg erreichst du den Blautopf. Auch die historische Altstadt mit den vielen Fachwerkhäuschen ist einen Besuch wert.