Reisende lieben Elba für tolle Strände, kristallklares Meerwasser und die unzählbaren duftenden Blüten, welche die italienische Insel ab dem Frühjahr schmücken. Ebenfalls wunderschön, aber auch mysteriös, ist der Rote See auf Elba, auch bekannt als Laghetto delle Conche. Mit seinen leuchtenden Rottönen, die sich stellenweise bis in tiefes Violett verändern, zieht er Touristinnen und Touristen in seinen Bann.

Doch was steckt hinter seiner auffälligen Farbe und wie kannst du diesen besonderen Ort kennenlernen?

Roter See auf Elba: Warum ist der Laghetto delle Conche rot?

Der Laghetto delle Conche liegt auf der Ostseite Elbas, rund vier Kilometer landeinwärts Richtung Norden vom Städtchen Cavo entfernt. Rund vier Kilometer trennen ihn auch vom östlich gelegenen Strand Cala Seregola.

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Der Strand Cala Seregola liegt in der Nähe des Roten Sees.

Von drei Seiten umgeben diesen Bergbausee schroffe Felsen, auf deren Hängen ein üppig-grüner Wald wächst. Umso gefährlicher wirkt dieses strahlende Rot des See in der idyllischen Umgebung. Fast wie eine alte, noch immer blutende Narbe fügt er sich in die Landschaft ein. 

Als solche könnte man den Laghetto delle Conche auch interpretieren. Der Rote See entstand, als die Menschen sich das Land dort zunutze gemacht und Eisenerz abgebaut haben. Bis in die 1960er-Jahre wurden in der Anlage Erze abgebaut. Nach der letzten Schicht der Bergleute füllte sich der See laut „Go Elba“ schnell mit Wasser. Für dessen charakteristische Rotfärbung sorgt das Eisenmineral Hämatit, das sich in den Gesteinen rund um den Bergsee befindet. 

Heute liegt der See in einem Mineralpark. Neben dem See kannst du dort weitere Abbaugebiete und ein Museum erkunden.

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So gefährlich ist der Rote See auf Elba

Egal ob Fliegenpilz oder giftiger Käfer, die Farbe Rot bedeutet in der Natur oft Gefahr. Genauso verhält es sich auch mit dem Laghetto delle Conche, dessen rote Färbung eine Art Warnung darstellt: Vor allem direkt nach starken Regenfällen kann es zu Erdrutsch-Bewegungen und abbrechenden Felsen kommen.

Der See Laghetto delle Conche sieht faszinierend aus. Baden solltest du aber nicht in dem Gewässer auf Elba.

Zudem sind dann viele Wege um den See vor allem bei unpassendem Schuhwerk wegen des lehmigen Bodens rutschig. Auch ein Bad im See solltest du unbedingt vermeiden: Lebendige Organismen gibt es hier nicht, schreibt „Go Elba“ – ein deutliches Zeichen für die fragwürdige Wasserqualität.

Roten See auf Elba besichtigen: So kommst du hin

Besichtigen kannst du das besondere Farbspiel trotz dieser Gefahren. Du solltest dabei festes Schuhwerk tragen und vor allem bei Hitze ausreichend Wasser im Gepäck dabeihaben. Fahre dazu die Straße SP26 entlang, bis du das Agrotourismus Il Termine findest. Suche einen Parkplatz in der Nähe, von dem aus du den Spaziergang startest. Von hier aus trennen dich rund zwei Kilometer vom See. 

Es gibt auch ein Besucherzentrum, das Touren durch den gesamten Mineralpark von Elba anbietet, im Juli 2022 ist es allerdings geschlossen. Von dort aus starten zu den Öffnungszeiten Touren mit einem Guide, der oder die dich innerhalb von etwa fünf Stunden an den spannendsten Orten in diesem ehemaligen Bergbaugebiet vorbeiführt. Alternativ fährt dich eine Bimmelbahn an den spannendsten Sehenswürdigkeit durch den Mineralpark (Dauer: etwa 1,5 Stunden). 

Roter See auf Elba: Dürre trocknet den See aus

Achtung: Die anhaltende Dürre macht Italien schwer zu schaffen, und das wird auch am Roten See deutlich. Im Juli 2022 berichten Reisende, dass der See an manchen Tagen nur noch aus einer größeren Wasserpfütze besteht, gegen Mitte des Monats sei er komplett ausgetrocknet.

Schon Mitte September 2021 berichtete die italienische Zeitung „Qui News“, dass die mangelnden Regenschauer dem See zu schaffen machen. Am besten planst du deinen Besuch also einige Tage nach einem kräftigen Regenschauer ein.