Wer im Urlaub nicht nur Berge, sondern auch Wasser braucht, findet in Südtirol die perfekte Kombination. Ob Gebirgssee oder Badeweiher – die Region hat reichlich Gewässer zu bieten. Fünf der Seen in Südtirol haben es uns besonders angetan.

Der mit dem Kirchturm: Reschensee

Tapfer ragt der kleine Kirchturm aus dem sechs Kilometer langen Reschensee. Eine Kirche im Wasser? Die ist tatsächlich nur der Anfang.

Das Wasser hat einst nicht nur die Ortschaft Graun verschluckt, sondern auch einen Teil des Dorfes Reschen. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus insgesamt drei Seen im oberen Vinschgau ein großer Stausee: der Reschensee. 677 Hektar Grund wurden geflutet, zahlreiche Familien vom Wasser vertrieben. Die Geschichte bildet übrigens die Grundlage für eine italienische Netflix-Serie, die am Reschensee spielt.

Heute ist der Kirchturm das Wahrzeichen des Vinschgau, steht unter Denkmalschutz und ist bei Ausflüglerinnen und Ausflüglern beliebt. Doch auch sonst hat der Reschensee einiges zu bieten. Egal ob Joggen, Nordic Walking oder Radfahren: Das Seeufer lockt Sportlerinnen und Sportler an. Der See selbst ist dank der meist guten Windverhältnisse der perfekte Spot für Windsurferinnen und Windsurfer. Im Sommer kannst du den See außerdem auf einem Ausflugsboot unsicher machen.

Der Turm ist das Letzte, was von Graun und einem Teil Reschens übrig ist – und das Wahrzeichen des Vinschgau.

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Anfahrt: Mit dem Auto gelangst du an der Vinschgauer Staatsstraße zum Kirchturm im Reschensee. Direkt neben der Straße ist eine Aussichtsplattform mit Parkplatz. Von Kapron aus lässt sich der Turm auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen: Fahre mit dem Bus Nr. 276 bis Graun und dann mit der Nr. 273 bis Reschen, Altdorf.

Der aus dem Bilderbuch: Karer See

Smaragdgrün schimmert der Bergsee vor schönster Kulisse: Hinter einem Nadelwald erheben sich die Felsen der Latemar-Berge. Die Landschaft soll schon Kaiserin Sissi und Winston Churchill begeistert haben. Der Karer See kann bis zu 22 Meter tief sein, doch die genaue Tiefe ändert sich regelmäßig – unterirdische Quellen aus dem Latemar-Gebirge speisen den See.

Seine Tiefe und Größe verändert sich daher je nach Jahreszeit und Witterung. Im Oktober erreicht er mit etwa sechs Metern seinen niedrigsten Wasserstand. Insgesamt ist der See etwa 300 Meter lang, 140 Meter breit und befindet sich auf 1520 Meter Meereshöhe.

Wer einmal um den See wandern möchte, braucht nur etwa 20 Minuten. Unser Tipp: Nutze die frühen Morgenstunden, um den See zu besuchen, denn er ist bei Touristinnen und Touristen beliebt. So siehst du den See und das darum liegende Panorama auch im schönsten Licht.

Mehr als Social-Media-tauglich: Die Kulisse des Karer Sees ist überwältigend.

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Anfahrt: Über die Dolomitenstraße lässt sich der See einfach mit dem Auto erreichen. Er liegt wenige Kilometer hinter Welschnofen. In Ufernähe gibt es kostenpflichtige Parkplätze. Der Weg zur Aussichtsplattform ist von dort aus ausgeschildert. Den Uferbereich darfst du nicht betreten. Mit dem Bus erreichst du den Karer See mit der Linie 180 ab Bozen.

Der Sagenumwobene: Pragser Wildsee

Er wird auch „Perle der Dolomitenseen“ genannt. Eingebettet in den Pragser Dolomiten liegt der See auf etwa 1500 Meter Meereshöhe und ist 31 Hektar groß – das ist etwa 1,5-mal so viel wie die Stadtfläche von Hannover.

Um den See rankt sich eine Sage: Die Wilden, die in den Bergen lebten, bauten dort Edelsteine und Gold ab. Als Schäfer anfingen, die Wilden zu bestehlen, gruben sie tiefe Quellen in die Erde. Diese sollten das Tal der Schäfer von den Bergen der Wilden trennen – so war der Schatz in Sicherheit und der Pragser Wildsee entstand.

Mit höchstens 14 Grad Wassertemperatur an der Oberfläche eignet sich der See weniger zum Schwimmen. Es gibt aber trotzdem ausreichend Gründe, weshalb sich ein Besuch am See lohnt: Am Ufer kannst du die Seele baumeln lassen und das türkisgrüne Wasser beobachten, einen Spaziergang unternehmen, Nordic Walking machen oder wandern. Im Winter starten hier Ski-Touren oder Schneeschuh-Wanderungen. Ein besonderes Highlight: Von Mai bis Oktober hat der Bootsverleih geöffnet. Rund 35 Euro kostet ein Ruderboot pro Stunde.

Um den Pragser Wildsee ranken sich Sagen um einen Schatz. Der See ist aber so schön, dass es den eigentlich gar nicht braucht.

Anfahrt: Vom 10. Juli bis zum 10. September ist das Pragser Tal aus Umweltschutzgründen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Alternativ brauchst du eine Parkplatzreservierung oder eine Durchfahrtsberechtigung.

Wer mit dem Auto anreist, folgt der Beschilderung vom Pragser Tal aus. Am See gibt es kostenpflichtige Parkplätze. Wenn du von Toblach aus im Bus anreist, nimm die Linie 442, in den Sommermonaten fährt zusätzlich die Linie 439.

Der zum Planschen: Dürrensee

Ein feiner Kieselstrand am Nordufer, türkisblaues, klares Wasser und angenehme Badetemperaturen – wer im Südtirol-Urlaub Erfrischung sucht und Lust auf einen Badetag hat, besucht den Dürrensee nahe Toblach im Pustertal. Weil der See nur wenige und sehr kleine Zuflüsse hat, ist die Wassertemperatur im Vergleich mit vielen anderen Seen der Region angenehm. Ausgiebigem Toben und Planschen steht also nichts entgegen.

Wenn du es lieber etwas ruhiger magst, kannst du den See entlang eines 3,6 Kilometer langen Wanderwegs umrunden. Oder du genießt einfach die Aussicht: Das Spiegelbild des Gebirgszuges „Cristallogruppe“ im klaren Seewasser ist besonders in den Morgenstunden ein toller Anblick.

Von Panorama-Aussichten bekommst du nie genug? Spaziere vom See aus ein Stück Richtung Toblach bis zum „Drei Zinnen Blick“. Dort erwartet dich, wie der Name schon sagt, der Ausblick auf die Drei Zinnen. Die gehören übrigens, genau wie die Dolomiten, zum Unesco-Welterbe.

Wer den Dürrensee besucht, sollte die Badehose keinesfalls vergessen. Das klare Wasser lädt zum Planschen ein.

Anfahrt: Der Dürrensee befindet sich auf 1400 Meter Meereshöhe, du erreichst ihn gut von Toblach (12 Kilometer) beziehungsweise von Cortina d'Ampezzo (20 Kilometer). Parkplätze sind am Straßenrand, das Nordufer erreichst du zu Fuß. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährst du von Toblach und Cortina mit der Buslinie 445.

Der Versteckte: Flimsee

Zahlreiche Bergseen in Südtirol erreichst du am besten über eine Wanderung. Der obere Flimsee auf 2563 Meter Höhe und der untere Flimsee auf 2371 Meter Höhe gehören dazu.

Die Felsen, die das Ufer umgeben, schimmern silbrig und die beiden Seen sind durch einen Wasserfall verbunden: Das Wasser des oberen Sees strömt fast senkrecht in den unteren. Am Ufer lässt sich herrlich eine Rast einlegen. Am unteren Flimsee solltest du unbedingt den Markierungen „zum Kreuz“ folgen. Die führen zu einem Wetterkreuz auf 2476 Meter Höhe – und von dort aus hast du einen tollen Blick über das Martelltal.

Zu den Flimseen und rundherum gibt es zahlreiche Wandertouren. Zum Beispiel von dem Ort Ennewasser im Martelltal aus: Folge den Wegweisern Richtung Flimalm. Über den Steig Nummer zwei geht es zur Unteren Flimalm. Anschließend weiter zur Oberen Flimalm wandern und dann dem Weg Nummer 18 bis zum unteren Flimmsee folgen. Von dort aus gelangst du zum Oberen Flimsee. Insgesamt 10,6 Kilometer lang ist der Auf- und Abstieg, dabei überwindest du 1370 Höhenmeter.

Wer den kleinen und den großen Flimsee erreichen möchte, muss die Wanderschuhe herausholen – per Auto sind die Seen nicht erreichbar.

Anfahrt: Der Weg ist nicht mit dem Auto erreichbar. Ein guter Startpunkt für Wandertouren sind Ennewasser im Martelltal oder der Ort Gand.