Die üblichen Pauschalreiseinseln im Mittelmeer hast du schon alle gesehen? Wir verraten dir zwölf unbekannte, die du garantiert noch nicht kennst. Denn Italien, Griechenland, Spanien, Kroatien und Frankreich haben neben den großen Urlaubsinseln auch echte Geheimtipps in petto.

1. Kastelorizo (Griechenland)

Mit insgesamt 3054 Inseln gehören Griechenland etwa 82 Prozent aller Mittelmeer-Inseln – 167 davon sind ständig oder zumindest zeitweise bewohnt. Zu den beliebtesten zählen Kreta, Rhodos und Korfu. Aber es gibt auch viele Inseln, die bei Touristinnen und Touristen kaum bekannt sind. Kastelorizo zum Beispiel.

Die kleine, abgelegene Insel in der südlichen Ägäis befindet sich rund 120 Kilometer von Rhodos entfernt in der Nähe der türkischen Küste. Eines der Highlights ist der Naturhafen, gelegen in einer malerischen Bucht, an deren Enden die farbenfrohen Häuser der Insel sowie das kristallklare Wasser in der Sonne um die Wette strahlen. 

Idylle pur: Blick auf den gleichnamigen Hauptort auf der Insel Kastelorizo.

Viele Tavernen und Cafés befinden sich direkt am Wasser, von wo aus Reisende hinüber auf die türkische Kleinstadt Kaş blicken können. Du kannst aber auch wandern, das namensgebende Kastell oder die zwei örtlichen Museen besuchen und die Blaue Grotte erkunden.

Um auf die Insel zu gelangen, musst du erst nach Rhodos fliegen und dort in ein kleines Flugzeug umsteigen. Alternativ hast du auch die Möglichkeit, mit der Fähre aus Rhodos überzusetzen, was etwa fünf Stunden dauert.

2. Pantelleria (Italien)

Pantelleria liegt zwar näher an der Küste Afrikas, gehört aber zu Italien. Vom 836 Meter hohen Insel-Berg Montagna Grande aus kannst du sowohl Tunesien als auch das 100 Kilometer entfernte Sizilien sehen.

Da Pantelleria vulkanischen Ursprungs ist, tritt an etlichen Stellen, den sogenannten Fumarolen, bis heute Dampf aus. Im Hauptkrater des Montagna Grande lockt der Specchio di Venere Badende an. Denn bis zu 56 Grad Celsius heiße Quellen speisen den See. Zudem ist sein Schlamm reich an Kalium, Natrium, Schwefel und weiteren Mineralien.

Klassische Strände suchst du auf Pantelleria vergebens. Dafür findest du an der Felsenküste viele Höhlen, die du oft nur per Boot erreichen kannst. Ein toller Tauchhotspot ist der Felsbogen Arco dell’elefante, der an einen Elefantenkopf erinnert. Bei einer Bootstour um die Insel herum kannst du zudem terrassenförmige Anbauflächen entdecken, auf denen Wein und Kapern gedeihen.

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Pantelleria ist eine italienische Insel im Mittelmeer, südwestlich von Sizilien.

3. Tabarca (Spanien)

Südwestlich der Balearen befindet sich ein winziges Eiland, das noch ein echter Geheimtipp ist. Tabarca punktet mit einer tausendjährigen Geschichte und extrem schönen Landschaft. Da die Mittelmeer-Insel nur 57 Einwohnerinnen und Einwohner hat, ist sie der perfekte Gegensatz zur in Sichtweite liegenden Costa Blanca.

An den Badebuchten tummeln sich im Sommer vor allem die Einheimischen, die mit der Fähre aus dem 20 Kilometer entfernten Alicante anreisen. Bei ausländischen Reisenden ist das kleine Paradies, das weniger als einen halben Quadratkilometer misst, fast komplett unbekannt.

Trotz ihrer Größe – Tabarca misst weniger als einen halben Quadratkilometer – finden sich auf der Insel auch einsame Buchten.

Da Tabarca jahrhundertelang als Piratenunterschlupf diente, behaupten so manche Einheimische heute noch, von den Seeräubern abzustammen. Wahrscheinlicher ist hingegen, dass sie von genuesischen Fischern abstammen, die König Carlos III. im Jahr 1768 aus der tunesischen Stadt Tabarka freikaufte und auf der kleinen Insel im Mittelmeer ansiedelte. Sie waren es, die dem Eiland seinen Namen gaben.

Tipp: Einsame Ecken auf Tabarca sind die Festungsmauer an der Westküste, der kleine Kirchgarten und der unbesiedelte Nordzipfel, wo der Leuchtturm in den blauen Himmel ragt.

4. Kythira (Griechenland)

Auch die Insel Kythira ist vergleichsweise unbekannt bei Touristinnen und Touristen. Die griechische Insel im Mittelmeer befindet sich vor der Südostspitze der Peloponnes und bietet viele kleine Badebuchten und Strände – in den Orten Avlemonas, Kaladi, Kapsali und Ammos zum Beispiel.

Die Insel kannst du zudem super auf verschiedenen Wanderwegen erkunden, die Kythira eigens auf einer Website auflistet. Ein Besuch wert ist die Höhle von Agia Sofia.

Mit dem Flugzeug kommst du aus Athen innerhalb von 35 Minuten nach Kythira. Mit dem Schiff setzt du von Gythio, Piräus, Kissamos (auf Kreta) oder Neapoli über.

Der Ort Kapsali auf der Mittelmeer-Insel Kythira.

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5. Ile Porquerolles (Frankreich)

Die Mittelmeerinsel Porquerolles an der Côte du Var bietet Entspannung abseits des Highlifes an der Côte d’Azur. Nur bei französischen Tagestouristinnen und ‑touristen ist die Ile de Porquerolles kein Geheimtipp mehr. Unter Ausländern und Ausländerinnen sind die zehn Iles de Hyéres, zu denen Porquerolles gehört, kaum bekannt.

Die kleine Insel mit dem malerischen Hafen erreichst du am einfachsten von Toulon oder von La Tour Fondue in Giens aus mit der Fähre. Der schönste Strand des Eilands ist die Plage Notre Dame. Dieser ist vom Hafen aus nicht gerade einfach zu erreichen – am besten mietest du ein Fahrrad, um dorthin zu gelangen. Belohnt wird dein Weg mit einer einsamen Bucht mit weißem Sand und kristallklarem Wasser. 

Grundsätzlich eignet sich Porquerolles für Reisende, die gern mit dem Fahrrad unterwegs sind – Autos sind ohnehin größtenteils verboten. Daher finden Radlerinnen und Radler perfekt ausgebaute Radwege von insgesamt 51 Kilometern Länge, die dich von den feinen Sandstränden im Norden über hübsche Dörfer bis hin zu den beeindruckenden Steilklippen im Westen der Insel führen.

Der schönste Strand von Porquerolles und einer der schönsten Strände Europas ist der Plage Notre Dame.

Aber auch bei einer Bootstour kannst du einige echte Geheimtipps entdecken – einige Buchten erreichst du nur über den Wasserweg. Neben Notre Dame bieten auch die Strände La Courtade und Plage d’Argent klares, türkisblaues Wasser. 

6. Losinj (Kroatien)

1244 Inseln mit versteckten Stränden, verträumten Buchten und gemütlichen Lokalen in hübschen Hafenstädten versammeln sich vor der Küste Kroatiens. Die bekanntesten sind Krk, Rab und Cres. Losinj gehört zu den eher unbekannten Inseln.

Die Atmosphäre ist entspannt, es duftet nach Kieferwäldern, Kräutern und Blumen. Aber die Luft kann hier noch mehr: Die beiden Hauptorte der Insel, Veli und Mali Losinj, sind Heilkurorte, deren Luft entgiftende Wirkung haben soll. Gelegen an einer Bucht, begeisterten die Hafenstädtchen mit ihren bunten Häusern schon im 19. Jahrhundert ein mondänes Kurpublikum.

Auf der Insel findest du eine Vielzahl versteckter Buchten und traumhafter Strände. Darunter sind auch Sandstrände wie in der Cikat-Bucht auf Losinj. Viele von ihnen sind nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen, weshalb sie auch in der Hochsaison nicht überlaufen sind.

Ein echtes Urlaubsidyll: Die Stadt Mali Losinj auf der kroatischen Insel Losinj.

Die Kvarner-Bucht ist einer der besten Spots, um mit etwas Glück Delfine in freier Wildbahn zu erleben. Ansonsten gibt es auf Losinj auch ein großes Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten. Darunter: tauchen, Wasserski fahren, windsurfen, Fahrrad oder Kanu fahren. Von Veli aus gibt es wunderschöne Wander- und Radwege über die ganze Insel. Einige davon sind sogar ganz schön anspruchsvoll und bergig.

7. Cabrera (Spanien)

Die beliebte Ferieninsel Mallorca kennt jeder, doch nur wenige haben schon mal von der Insel Cabrera gehört. Das naturbelassene und kaum besiedelte Eiland ist ein Paradies für Taucher, Wanderinnen, Geschichtsinteressierte und Ruhesuchende. Es gehört zum 1991 eingerichteten Nationalpark Archipiélago de Cabrera.

Weil dort keine Schiffe ankern dürfen, gilt der Meeresboden rund um Cabrera als der am besten erhaltene Meeresraum im gesamten Mittelmeer. Taucherinnen und Taucher können im kristallklaren Wasser neben Fischen, Krebstieren, Muscheln und verschiedenen Wasserpflanzenarten mit etwas Glück sogar Meeresschildkröten, Wale oder Kraken beobachten. Nur mit dem Boot gelangst du zur Blauen Grotte von Cabrera. Die Cova Blava bietet dir einen atemberaubenden Anblick.

An Land können Reisende die Überreste des mittelalterlichen Castillo de Cabrera aus dem 14. Jahrhundert sowie einen Leuchtturm, einen alten Seemannsfriedhof, ein Kriegsgefangenendenkmal und ein Museum besichtigen oder auf zwei ausgeschilderten Wanderwegen an wilden Olivenbäumen und Wacholdersträuchern entlangwandern. 

Naturhafen und Lagune der Insel Cabrera im Parque Nacional de Cabrera.

8. Poros (Griechenland)

Paros ist ein beliebtes Reiseziel in Griechenland, aber Fast-Namensvetterin Poros ist den meisten Touristinnen und Touristen kein Begriff. Die Insel im Saronischen Golf ist nur 23 Quadratkilometer groß und befindet sich nordöstlich der Peloponnes, einer Halbinsel im Süden des griechischen Festlands.

Sie besteht aus zwei Teilen: Auf dem kleineren Inselteil Sferia läuft das Inselleben von Poros-Stadt ab, während der größere Inselteil Kalavria eine erstaunliche Natur bietet. 

Die malerische Altstadt punktet mit neoklassizistischen Villen, traditionellen Fischerhäuschen und romantischen Gassen. Ein Highlight mitten in der Stadt ist die historische Turmuhr, die bereits seit 1927 tickt. Sehenswert ist auch die Villa Galini, in der bereits namhafte Persönlichkeiten wie der griechische Literatur-Nobelpreisträger Giorgos Seferis und die schwedische Schauspielerin Greta Garbo wohnten. Allerdings ist das Anwesen heute in Privatbesitz, sodass du es nur von außen ansehen kannst. 

Dichte Wälder, weite Küstenabschnitte und hohe Berge: Auf Poros kommen Reisende auf ihre Kosten.

Schöne Badestrände findest du in der unbebauten Vagionia-Bucht im Norden, am ausgestatteten Askeli Beach im Süden sowie in der Love Bay und der Russian Bay im Südwesten. Wer lieber die Natur genießen will, kann durch dichte Pinienwälder oder einen märchenhaften Zitronenwald wandern.

9. San Pietro (Italien)

Die Isola di San Pietro in der Nähe von Sardinien hat im Süden und Osten kleine Sandstrände zu bieten – super, um zu entspannen. Die Nordküste der Insel ist hingegen eher felsig und eignet sich nicht zum Baden.

Das Eiland hat nur einen einzigen Ort, der etwa 6500 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Gern tummeln sich in Carloforte Touristinnen und Touristen von Sardinien. Doch abseits des Ortes ist es ruhig und es gibt nur wenige Hotels. 

Mit dem Boot kommst du vom Hafen Porto Vesme in Portoscuso auf Sardinien ganz einfach nach Carloforte. 

Carloforte ist der Hauptanlaufpunkt auf der Insel San Pietro, zehn Kilometer vor der Südwestküste Sardiniens.

10. Port-Cros (Frankreich)

Wer wirklich komplette Ruhe genießen möchte und die Natur liebt, ist auf der Insel Port-Cros genau richtig. Denn die komplette Insel steht unter Naturschutz – Einheimische und Reisende müssen strenge Auflagen einhalten.

Baden darfst du nur an drei ausgewählten Stränden, Autos sind fast überall verboten und auch das Rauchen im Freien ist nicht gestattet. Nur so lässt sich die wunderschöne Natur der Insel zu erhalten. 

Die Insel Port-Cros gehört zu den unbekannten Geheimtipps Frankreichs.

Besonders Vogelliebhaberinnen und ‑liebhaber erwartet ein wahres Paradies: 114 verschiedene Vogelarten tummeln sich auf der Insel. Ein 35 Kilometer langer Wanderweg führt dich quer durch die Insellandschaft. Aber auch die Unterwasserwelt kannst du beim Tauchen, Schnorcheln oder mit einem U‑Boot erkunden.

11. Molat (Kroatien)

Du suchst Ruhe und Erholung in deinem Kroatien-Urlaub? Dann ist die kleine Insel Molat dafür ideal – ein echter Geheimtipp halt. Sie hat gerade mal 220 Einwohnerinnen und Einwohner, die sich über drei kleine Dörfer verteilen. Der Rest des knapp 23 Quadratkilometer großen Eilands ist von Fichten- und Kiefernwäldern, steinigen Buchten und kristallklarem Meer geprägt. 

An den einsamen Stränden können Reisende dem leisen Rauschen des Meeres lauschen. Aber auch für Segel-Fans ist Molat besonders gut geeignet. Um auf die Insel im Mittelmeer zu gelangen, kannst du einfach von Zadar aus eine Fähre nehmen.

12. Nisyros (Griechenland)

Etwa 16 Kilometer südlich von Kos befindet sich die Vulkaninsel Nisyros. Fünf Vulkankrater gibt es auf dem Eiland, aber nur den Stefanus-Krater kannst du besichtigen – in den anderen vier ist der Schwefelgasausstoß zu hoch. 

Mit dem Ausflugsboot geht es meist von Kos-Stadt binnen einer Stunde nach Nisyros. Dort erwarten dich mehrere malerische Dörfer. Das größte ist Mandraki, an dessen Hafen du ankommst. Von dort aus gelangst du mit einem Bus in 30 Minuten zum Vulkankrater. 

Nisyros ist eine griechische Vulkaninsel mit fünf Kratern.

Aber auch die Paleokastro, die Akropolis von Nisyros sowie das Kloster Panagia Spiliani sind einen Besuch wert. Besonders spannend: Das Kloster im Nordwesten der Insel befindet sich zum Großteil in einer Höhle, die für sich bereits ein Erlebnis ist.

Wer lieber baden möchte, hat Gelegenheit dazu an einem der vielen Strände, zum Beispiel am Strand von Lefki, Gialiskari oder Lyés. Alternativ steht auch das Thermalbad von Loutra mit 37 Grad heißem Quellwasser bereit.