Unglaubliche 3054 Inseln gehören zu Griechenland. Eine davon ist Nisyros. 42 Quadratkilometer groß ist die Insel, ihr Durchmesser beträgt etwa acht Kilometer und bei der letzten Volkszählung 2011 lag die Einwohnerzahl bei gut 1000. Die kleine Vulkaninsel in der Ägäis liegt 16,5 Kilometer von der bekannten Urlaubsinsel Kos entfernt und wird meist nur für Tagesausflüge angesteuert. Zu Unrecht.

Denn wer länger bleibt, erlebt unberührte Natur und Ursprünglichkeit sowie sehr viel Ruhe. Die Hektik und das ausschweifende Nachtleben der bekannten Schwesterinseln finden sich auf Nisyros nicht. Bei der Unterkunft kann zwischen einigen Hotels und Gästehäusern und drei Airbnb-Unterkünften gewählt werden. Gerade diese Überschaubarkeit macht den Reiz der Insel aus. 

Der Vulkan auf Nisyros

Nicht ohne Grund spricht man von der Vulkaninsel Nisyros: Eine der Hauptattraktionen der Insel ist der Aufstieg zum Calderarand, der ein Gebiet von 3500 Meter Länge und 1500 Meter Breite umfasst. In der Caldera gibt es mehrere Krater. Man kann in diese Mondlandschaft hinabsteigen, wenn der Geruch von Schwefel einen nicht davon abhält. Schlammlöcher, die Blasen werfen, sind ein Zeugnis dafür, dass der Vulkan auf Nisyros noch immer aktiv ist.

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Im Dorf Nikia gibt es außerdem das vulkanologische Museum, das zu den besten geologischen Museen Griechenlands zählt. Das Museum befindet sich am Dorfplatz und zeigt auf Videos auch die Entstehung von Nisyros. Wer einen Besuch plant, muss beachten, dass das Museum freitags geschlossen hat. 

Die Vulkaninsel Nisyros wird von einer riesigen Mondlandschaft dominiert.

Die Dörfer der Insel Nisyros

Auf der Insel befinden sich drei größere Dörfer: Mandraki, Emporios und Nikia. Mandraki ist die Hauptstadt der Insel. Hübsche Gassen im typisch griechischen Stil, ein Hafen und viele Fischrestaurants machen den Ort aus. Hoch gelegen hinter dem Ort thront das Höhlenkloster Panhagia Spiliani auf einem Felsen.

Sehenswert ist auch das kleine Dorf Emporios am Rande der Caldera. Es liegt etwa auf 250 Meter Höhe mit Blick auf die Vulkanlandschaft und die Ägäis. Nachdem das Dorf aufgrund von Wassermangel zur Geisterstadt geworden war, ist es in neuem Glanz erstrahlt und ein beliebtes Ausflugsziel. Auch das Bergdorf Nikia liegt am Rande der Caldera. Neben dem Vulkanmuseum entdeckst du hier einen charmanten Dorfplatz, enge bunte Treppchen und authentische Tavernen.

Blick vom Kloster Panagia Spiliani auf das Dorf Mandraki.

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Sehenswürdigkeiten auf Nisyros

Die antike Festung Palaiokastro, auch: Paleokastro, oberhalb von Mandraki wurde aus riesigen Blöcken aus Vulkangestein erbaut und ist ein imposanter Anblick. Die auf dem Hügel erbaute Akropolis beeindruckt durch ihre Massivität, Weitläufigkeit und ihr Zusammenspiel mit der Natur – die antike Stätte ist teilweise malerisch überwuchert. Die Akropolis, die etwa 330 vor Christus entstand, gehört zu den besterhaltenen in Griechenland. 

Wie ein ferner Traum wirkt auch die Kirche des Propheten Elias nahe Nikia. Die weiß getünchten Mauern der Kirche leuchten mit der hellblau gehaltenen  Dachfarbe um die Wette. Der Baum kurz neben der Eingangstür wirft Schatten und beim Blick auf das ägäische Meer und das Dorf Nikia kannst du schon mal die Zeit vergessen.

Ein Traum in Weiß-Blau: Die Kirche des Propheten Elias.

Die Strände auf Nisyros

Eine typische Badedestination ist Nisyros nicht. Aber natürlich gibt es trotzdem zahlreiche Buchten, die zum Abkühlen oder auch Schnorcheln einladen. So bedecken schwarze vulkanische Kiesel den Strand in Mandraki. Hier setzt sich das kristallklare Wasser unwirklich von den schwarz glänzenden Kieseln ab.

Etwa zehn Kilometer weiter nahe Pali dann ein Traumstrand aus dem Bilderbuch: die Bucht Pachia Ammos. Tiefbrauner Sand trifft hier auf türkisblaues Wasser. Einen wilden Strand mit klarstem Wasser findest du auch knappe sieben Kilometer von Mandraki entfernt: An der Gyali dodekanisou liegt ein einsamer Strand mit Sand und Kies.

Die Legende von Nisyros

Tatsächlich begann die Entstehungsgeschichte von Nisyros mit unterseeischen Lavaausflüssen. Aber die mythologische Legende um die Entstehung der Insel ist um einiges fantasievoller. Und was wäre Griechenland ohne seine Mythologie. Der Legende nach entstand Nisyros nämlich als Folge der Jagd des Meeresgottes Poseidon auf den Giganten Polybotis.

Als Poseidon auf Kos angelangte, so heißt es, brach er ein Stück der Insel heraus und ließ es auf Polybotis fallen. Polybotis war begraben und Nisyros geboren. Der Vulkan, so die Erklärung der Mythologie, entstand über dem Mund des Giganten. Rumpelt es im Vulkan, wird das als Jammern und Ächzen des unter dem Eiland begrabenen Polybotis interpretiert. 

Laut griechischer Mythologie wurde Nisyros mit seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna aus einer abgebrochenen Ecke von Kos erschaffen.

Die Anreise nach Nisyros

Einen Flughafen gibt es auf der kleinen Insel Nisyros nicht. Du erreichst sie am schnellsten von Kos aus über den Wasserweg. Unterschiedliche Verbindungen von Autofähren über Schnellboote bis hin zu geführten Touren auf einem sogenannten Piratenschiff stehen zur Auswahl.

Ab Kos-Stadt brechen mehrmals pro Woche Fähren Richtung Nisyros auf, von Kardamena gibt es sogar täglich die Möglichkeit, zur Vulkaninsel zu gelangen. In der Hauptsaison kommst du auch von Kefalos mit der Personenfähre nach Nisyros.