Geballte Superhelden-Power erwartet Besucherinnen und Besucher ab dem 20. Juli im Disneyland Paris: Der Marvel Avengers Campus, der im Walt Disney Studios Park eröffnet, verspricht Live-Stunts, neue Restaurants, einen Shop, zwei Attraktionen und die Superhelden höchstpersönlich. Es ist Europas erster Themenbereich, der sich voll und ganz dem Marvel-Universum widmet.

Wir durften bei der exklusiven Premiere dabei sein und sagen dir, was dich erwartet, wie gut die Fahrgeschäfte sind und ob sich der Besuch auch für Nicht-Superhelden-Fans lohnt.

Immer wieder treffen wir auf Marvel-Helden – wie hier Doctor Strange.

Was ist der Avengers Campus?

Der Avengers Campus ist ein neuer Teil vom Disneyland Paris, genauer gesagt dem angrenzenden Walt Disney Studios Park. Besucher und Besucherinnen können hier in die Welt von Marvel eintauchen und werden, so will es die Geschichte des Areals, selbst als Superhelden und Superheldinnen rekrutiert – dazu müssen sie natürlich erst einmal geprüft werden.

Auch Jana Ina Zarrella war bei der Avengers-Campus-Exclusive-Premiere am vergangenen Wochenende dabei.

Die Disney-Kreativen, Imagineers genannt, haben sich eine Hintergrundgeschichte für den Bereich ausgedacht: Tony Stark, also Iron Man, hat Dokumente über leer stehende Gebäude in Paris entdeckt, die seinem Vater Howard gehörten. Immer auf der Suche nach neuen Superhelden, beschließt Tony Stark, hier einen weiteren Campus zu eröffnen – seit 2020 gibt es einen in Disney’s California Adventure in Anaheim. 2023 soll in Hongkong die Stark Expo fertig sein.

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Von der Idee über den Bau bis zur Eröffnung vergingen in Sachen Pariser Avengers Campus fünf Jahre. Es ist die erste Erweiterung im Disneyland Paris seit 2014, als Ratatouille öffnete.

Welche Attraktionen gibt es im Avengers Campus in Paris?

Es gibt zwei Fahrgeschäfte: zum einen „Avengers Assemble: Flight Force“, zum anderen „Spiderman W.E.B. Adventure“.

Was kann „Avengers Assemble: Flight Force“?

„Avengers Assemble: Flight Force“ ist ein Rollercoaster mit Kickstart-Beschleunigung, der Wagen mit maximal 24 Personen in weniger als drei Sekunden auf 92 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Das ist nicht neu: 2019 schloss „Rock ’n’ Roller Coaster starring Aerosmith“ an ebenjener Stelle.

Es handelt sich um ein „Retheme“, also eine thematische Neuerfindung. Gebäude, Eingangsbereich, Projektionen, Sound sind neu. Und früher wurden wir auch im Wartebereich nicht von Iron Man empfangen, der uns mit Captain Marvel, also Brie Larson, auf Mission schickt.

Iron Man unterwegs in der neuen Avengers-Welt im Disneyland Paris.

Der Iron Man ist eine der aufwendigsten Figuren im Park, kann 34 Bewegungen machen. Dabei waren wohl vor allem die Finger eine Herausforderung. Die Kreativen bei Walt Disney Imagineering in Glendale, Kalifornien, und Paris arbeiteten sehr lange daran, die Bewegungen von Iron Mans Hand möglichst natürlich erscheinen zu lassen.

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Am Streckenverlauf hat sich allerdings entsprechend nichts geändert, Achterbahn-Fans beschweren sich online schon darüber, dass hier das Rad nicht neu erfunden wurde – und vieles einfach im Dunkeln stattfindet, statt mit neuen Special Effects zu punkten.

Mit Schrauben und Looping ist der aber auch weiterhin ausreichend nervenkitzelnd, und die wenigsten werden andauernd im früheren Coaster gesessen haben. Richtig ist: Die in der Walt Disney World in Orlando, Florida, in diesem Jahr eröffnete Achterbahn „Guardians of the Galaxy: Cosmic Rewind“ zeigt, was die Imagineers heute technisch alles können. Aber für neue Erfahrungen im Disneyland Paris gibt es ja Spider-Man.

Was ist „Spider-Man W.E.B. Adventure“?

Die Attraktion ist eine Mischung aus Fahrgeschäft und Videospiel. Wir steigen in große, boxenartige Wagen und halten immer wieder vor großen Bildschirmen. Dann wird es aufregend: Spider-Man hat kleine Spider-Bots entwickelt, die ihn unterstützen sollen. Sie können sich selbst vermehren – und tun das auch, allerdings unkontrolliert und auch nicht in Spideys Interesse. Wir fangen sie nun mit Spinnennetzen ein – indem wir mit beiden Händen vor den 3‑D-Projektionen die typische Schussgeste machen.

Unterwegs im Spiderman-Trainingscenter.

Das funktioniert beeindruckend präzise, ist ein riesiger Spaß und vor allem mit zunehmender Intensität ein echtes Arm-Work-out. Wer den „Buzz Lightyear“-Ride im angrenzenden Disneyland kennt, hat eine grobe Vorstellung – nur dass es hier ohne Laserkanone und deutlich präziser und nachvollziehbarer funktioniert.

Das Fahrgeschäft steht auch im Avengers Campus im Disney California Adventure und dürfte sich wie dort auch in Paris zu einem Hit entwickeln. Und wer etwas mehr Kleingeld übrig hat: Die kleinen Spider-Bots gibt es auch zu kaufen. Es sind kleine Spielzeugroboter, die sich personalisieren lassen und gegeneinander antreten können – kommen zwei der 70 Euro teuren Teile zusammen.

Was gibt es im Avengers Campus sonst zu entdecken?

Immer wieder kleine Showeinlagen auf den Dächern der Straße, die in dem Marvel-Areal im Walt Disney Studios Park zum großen zentralen Platz führt. Dort steht der Quin-Jet von Tony Stark geparkt auf einer Plattform. Der kann zwar nur betrachtet werden, hatte aber immerhin schon einen großen Auftritt: Er ist kurz in „Avengers: Endgame“ zu sehen.

Natürlich gibt es einen Souvenir-Shop, ebenso zwei Restaurants: Die „Stark Factory“ bietet Pizza, Pasta, Salate an und soll eine Superhelden-Werkstatt darstellen, in der an neuen Rüstungen und Gegenständen gearbeitet wird.

Die Stark Factory ist eins von zwei Restaurants im Avengers Campus.

Die „PYM Kitchen“ ist ein Buffetrestaurant im Labor-Stil, in dem es Gerichte in winzig klein oder riesig groß gibt, etwa Mini-Burger oder ein Stück Giga-Burger. Das ist natürlich mit der Technik aus „Ant-Man and the Wasp“ produziert, zumindest will es die Geschichte des Restaurants so. Dazu gibt es noch Snacks, etwa Nudelsuppen und Reuben-Sandwiches, an kleineren Locations beziehungsweise Food-Trucks.

Welche Superhelden kann ich im Avengers Campus treffen?

Beim Hero-Training, kleinen Showeinlagen und bei „Heroic Encounters“, also „heldenhaften Begegnungen“, läuft den Gästen allerlei Marvel-Personal vor die Füße, konkret:

• Spider-Man
• Ant-Man und The Wasp
• Dr. Strange
• The Guardians of the Galaxy – die machen immer mal wieder eine Dance-Party zum Mitmachen
• Black Panther
• Thor und Loki
• Captain America
• Captain Marvel

Das ist übrigens kein festgelegter Cast – zu neuen Serien und Filmen könnte immer wieder ausgetauscht werden.

Lohnt sich der Besuch des Avengers Campus?

Für Marvel-Fans unbedingt. Disney-Parks sind bekannt für die Liebe zum Detail. Das gilt auch und besonders hier. Wer den Campus betritt und sich darauf einlässt, kann sich hier schon als Teil des riesigen Superhelden-Universums begreifen. Erwachsene freuen sich über unterhaltsame Fahrgeschäfte, Kinder dürften hier komplett im Erlebnis aufgeben. Zumindest mit den Attraktionen sollten alle Freizeitparkfans Spaß haben, egal ob Marvel-affin oder nicht.

VIPs bei der Exclusive-Premiere: Disneyland-Präsidentin Natacha Rafalski (von links), die Schauspielerinnen Iman Vellani (Ms. Marvel), Brie Larson (Captain Marvel) und Pom Klementieff (Mantis) sowie Disney-CEO Bob Chapek und Captain Marvel.

Was bedeutet die Neueröffnung für das Disneyland Paris?

Mehr zu entdecken. Der Walt Disney Studios Park war seit Eröffnung so etwas wie das ungeliebte Stiefkind im weltweiten Park-Portfolio, weil es wenig zu entdecken gab und das Areal deutlich weniger attraktiv ist als der Hauptpark nebenan.

Der Avengers Campus ist Teil einer groß angelegten Erweiterung, als Nächstes ist ein Areal zur „Eiskönigin“ geplant, auch „Star Wars“ soll wohl kommen, wenngleich das zuletzt nicht mehr kommuniziert wurde. Bei Zeitangaben und Kosten schweigt Disney sich aus.

Tipps für die Fahrt mit den Fahrgeschäften

Ab Eröffnung am 20. Juli wird es lange Schlangen geben. Unsere Empfehlung ist, sich frühzeitig vor dem Park aufzustellen und nach Öffnung zur Wunsch-Attraktion zu sprinten. Mittags und vor Feierabend ist oft weniger los. Zu Stoßzeiten musst du sehr viel Zeit mitbringen, vor anderen populären Attraktionen wie „Big Thunder Mountain“ und „Crush’s Coaster“ steht man an heftigen Tagen auch mal länger als eineinhalb Stunden an.

Gäste der Disney-Hotels auf dem Gelände dürfen übrigens etwas früher in die beiden Parks (Disneyland und Walt Disney Studios Park). Die Eingänge liegen quasi nebeneinander. Die Pariser Parks verkaufen für ausgewählte Fahrgeschäfte zudem Premier-Access-Tickets.

Wer zusätzlich zum Ticket im Park ebenjene erwirbt, kommt in einem bestimmten Zeitfenster ganz schnell rein. Die Bepreisung der Attraktionen mit dem Service ist „dynamisch“. Heißt: An vollen Tagen kostet es mehr. Höchster Preis bisher für die bekannten Attraktionen: 18 Euro pro Person. Allerdings soll es das zum Start erst einmal nicht geben, die entsprechenden Extraeingänge sind aber schon angelegt.