An den Supermarktkassen müssen deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher wegen der Inflation aktuell deutlich tiefer in die Taschen greifen als noch vor einem Jahr. Im Juni lagen die Preise etwa 7,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats im Jahr 2021. Hauptursache: die steigenden Energiepreise infolge des Krieges in der Ukraine. 

Die Inflation treibt die Verbraucherpreise in vielen Ländern in die Höhe.

Auch die Menschen in vielen anderen Ländern trifft die hohe Teuerungsrate hart. Doch eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass es in dieser Hinsicht innerhalb von Europa deutliche Unterschiede gibt.

Aus dem Vergleich der Inflationsraten ergeben sich für Urlauberinnen und Urlauber nützliche Informationen, weil sich die tatsächlichen Reisekosten damit besser abschätzen lassen. Der reisereporter gibt Tipps, in welchen europäischen Ländern die Urlaubskasse aktuell besonders leidet – und wo sich sogar sparen lässt.

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Das sind die teuersten Länder in Europa

Die Länder mit den höchsten Inflationsraten zählten schon vorher zu den teuersten Reisezielen in Europa, trotzdem ziehen die Preise für Lebensmittel, Dienstleistungen und alkoholfreie Getränke auch dort weiter massiv an. Spitzenreiter ist die Schweiz: Das Preisniveau im Alpenstaat liegt laut Bundesamt für Statistik um satte 54 Prozent über dem in Deutschland. Auf Platz zwei und drei folgen Norwegen (42 Prozent teurer als Deutschland) und Island (40 Prozent teurer).

Auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland bewegen sich die Preise in FrankreichÖsterreich, Belgien, Italien und Schweden. Spürbar günstiger war es im Juni in Slowenien (13,3 Prozent), Irland (10,6 Prozent) und in den Niederlanden (10,5 Prozent).

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Das sind die günstigsten Länder in Europa

Am günstigsten kauften Touristinnen und Touristen in Europa laut Statistischem Bundesamt im Juni in Polen (30 Prozent günstiger als in Deutschland) und in Ungarn (17 Prozent günstiger) ein. Auch in Kroatien, Tschechien und Spanien sind die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke vergleichsweise niedrig.

Wochenmarkt in Basel: Im Vergleich zu Deutschland waren die Schweizer Fleischpreise im Juni 2022 doppelt so hoch.

Fleisch in der Schweiz doppelt so teuer – in Polen um die Hälfte günstiger

Einen weiteren Fokus legt die Auswertung des Statistischen Bundesamtes auf die Preise für Fleisch. Das Ranking der teuersten Fleischpreise entspricht im Wesentlichen der Ländertabelle für die Inflationsraten – doch die tatsächlichen Kosten unterscheiden sich in den einzelnen Ländern teilweise deutlich.

So sind die Fleischpreise in der Schweiz mehr als doppelt so teuer (201 Prozent) wie in Deutschland. In Island zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juni 43 Prozent, in Norwegen rund 25 Prozent und in Luxemburg 17 Prozent mehr. In Frankreich, Österreich, Belgien, Italien und Schweden wird Fleisch zu ähnlichen Preisen angeboten wie hierzulande.

Die Läden in Griechenland, Portugal und Spanien rufen zwischen 20 und 25 Prozent weniger für Fleisch auf. In Kroatien (29 Prozent günstiger), Ungarn (40 Prozent günstiger) und Polen (45 Prozent günstiger) ist Fleisch europaweit am billigsten. 

Alkohol fast überall teurer

Ihren Urlaub in Deutschland können sich Touristinnen und Touristen aus dem Ausland derzeit mit vergleichsweise günstigen Drinks versüßen: Günstiger als in der Bundesrepublik waren die Preise für alkoholische Getränke im Juni nur in Österreich (2 Prozent günstiger) und in Ungarn (5 Prozent günstiger).

Spürbar teurer war es im Juni in Frankreich (16 Prozent teurer) und in den Niederlanden (17 Prozent teurer). Die ohnehin hohen Preise für Bier, Wein und Spirituosen in Nordeuropa lagen in Norwegen satte 217 Prozent und in Island sogar 257 Prozent über dem Preisniveau in Deutschland.