Der Camping-Boom in Deutschland hält an. Nach der Corona-Delle in den vergangenen zwei Jahren könnten die Plätze den Rekord von 2019 in diesem Sommer knacken. Nach Angaben des Bundesverbandes der Campingwirtschaft zählten die Betreiber in Deutschland damals fast 36 Millionen Übernachtungen, die meisten davon in Bayerns Bergen und an den Küsten von Schleswig-Holstein.

Die meisten Top-Stellflächen auf den deutschen Campingplätzen dürften im Sommer 2022 also ausgebucht sein – für die Suche nach einem Last-minute-Platz im Campingsommer müssen Urlauberinnen jetzt genuer hinschauen. Inspiration für die Auswahl einer passenden Stellfläche bietet eine neue Auswertung von „Pincamp“.

Das ADAC-Campingportal hat gezielt nach außergewöhnlichen Campingplätzen gesucht und dabei den kleinsten, größten, höchstgelegenen, strandreichsten und günstigsten Campingplatz ermittelt. Das sind die Ergebnisse:  

1. Der Campingplatz mit der größten Fläche

Auf einer Rhein-Insel bei Wesel in Nordrhein-Westfalen befindet sich der flächenmäßig größte Campingplatz Deutschlands: Das Camping Erholungszentrum Grav-Insel ist 290 Hektar groß – das entspricht etwa 406 Fußballfeldern!

Viel Platz am Rhein: Der Campingplatz Grav Insel hält mit 290 Hektar Fläche den Größen-Rekord.

Das Gelände wird aber bei Weitem nicht nur von Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen belegt – es zählen auch rund 2,1 Millionen Quadratmeter Wiesen- und Freifläche sowie mehrere Kilometer Strand- und Uferbereiche dazu. Eine Besonderheit: Campingfans können auch mit dem Boot anreisen. Von April bis Oktober können Fluss-Kapitäninnen und ‑Kapitäne an 200 Anlegeplätzen festmachen.

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Die Weitläufigkeit des Platzes begeistert Camperinnen und Camper schon seit vielen Jahren. 2000 der 2500 Standplätze sind inzwischen für Dauercamper ausgewiesen, von denen viele mit ihren Familien anreisen. Für Kinder gibt es spezielle Freizeitprogramme, zum Beispiel Inselrundfahrten in der „Rappelkiste“, einen Abenteuerspielplatz und einen Streichelzoo mit Esel Julius und Pony Jerry. Erwachsene können von der Rhein-Insel zu Radtouren aufbrechen, am Rheinufer angeln oder das Ruhrgebiet erkunden, zum Beispiel in Duisburg, Moers und Essen.

2. Der Campingplatz mit der kleinsten Fläche

Im Vergleich zur Rhein-Insel bei Wesel ist dieser Campingplatz inmitten von Hamburg ein Campingzwerg: Mit gerade mal 3000 Quadratmetern Fläche ist der Campingplatz Buchholz laut „Pincamp“ der kleinste Platz in Deutschland.

Der Kleinste: Der Campingplatz Buchholz ist nur 3000 Quadratmeter groß.

Auf dem Platz an der Kieler Straße im Hamburger Stadtteil Stellingen stehen 30 Plätze für Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte zur Verfügung. Viel Schnickschnack gibt es neben kostenlosen Dusch- und Waschräumen sowie Gratis-WLAN und einem Brötchenservice nicht. Beliebt ist der „zentralste Campingplatz in Hamburg“ aufgrund seiner guten Lage für Erkundungstouren in der Hansestadt aber trotzdem.

3. Der Campingplatz mit den meisten Stellplätzen

Der womöglich partyreichste Campingplatz liegt am Nürburgring in Rheinland-Pfalz. Laut „Pincamp“ bilden die Flächen mit 1200 Standplätzen direkt an der berühmten Rennstrecke zugleich den Campingplatz mit den meisten touristischen Stellplätzen in Deutschland.

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Beste Aussichten für Motorsportfans: Der Campingplatz am Nürburgring liegt direkt an der Rennstrecke.

Aber Achtung: Der Campingplatz bietet alles andere als Ruhe und Erholung. An der Grand-Prix-Strecke und der legendären Nordschleife, auf denen unter anderem die Rennwagen mehrerer Rennen und der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft ihre Runden drehen, werden Camperinnen und Camper Tag und Nacht vom Motorsound und von der Partymusik aus den Nachbarzelten beschallt.

Über den Zelten und Campingwagen wabert zudem der Geruch von Lagerfeuern und Grillwürstchen. Ein echter Genuss – zumindest für wahre Motorsportfans.

4. Der Campingplatz mit den wenigsten Stellplätzen

Ganz anders als am Nürburgring geht es in der „Taunus Fishing Lodge“ im rheinland-pfälzischen Lipporn zu. Am romantischen Angelteich inmitten des Taunus können Camperinnen und Camper ganz gemütlich die Stille genießen.

Neben zwei Angelhütten ist allerdings gerade mal Platz für zwei Campingfahrzeuge – damit ist die „Fishing Lodge“ laut „Pincamp“ der Platz mit den wenigsten Stellflächen in Deutschland.

Wer einen Platz ergattert und mit Zelt oder Camper anreist, sollte sich gut vorbereiten, denn Strom und Trinkwasser gibt es vor Ort nicht. Dafür wird Besucherinnen und Besuchern ursprüngliches Angelvergnügen geboten.

Auf dem eingezäunten, etwa 15.000 Quadratmeter großen Wald- und Wiesengrundstück gibt es zwei Teiche mit altem Fischbestand – laut Betreiber mit Exemplaren bis zu 25 Kilogramm. Für noch mehr Angel-Romantik steht ein kleines Fischerboot bereit, auf dem man sich beim Angeln auf dem Teich umhertreiben lassen kann.

5. Der höchstgelegene Campingplatz

Ein ganz besonderes Campingjuwel versteckt sich auf 1150 Metern Höhe zwischen zwei Liften und Bergbahnen in Oberjoch im Allgäu. Der Campingplatz „Bergheimat“ ist laut „Pincamp“ die höchstgelegene Campinganlage in Deutschland. 

Das kleine Gelände liegt am Fuß des Oberjocher Hausberges und ist terrassenförmig angelegt. Die Lage in der Natur ist ideal für Aktivsportlerinnen und Aktivsportler. Sie können direkt vom Platz zu Mountainbike-, Kletter- und Wandertouren aufbrechen. Im Winter bietet sich der Platz als Basis zum Ski- und Snowboardfahren an. Anschließend kann man sich in der platzeigenen Sauna oder in der Kaminstube aufwärmen.

Im Platzpreis (ab 21,50 Euro pro Nacht) sind mehrere Gratis-Leistungen inklusive, zum Beispiel der Eintritt für ein Freibad, ein Biathlon-Schnupperkurs und Fahrten mit Bergbahnen und Bussen.

6. Der Campingplatz mit dem längsten Strand

An der Ostsee gibt es etliche Campingplätze mit Strandzugang. Die meisten davon fallen jedoch ziemlich klein aus und sind entsprechend vollgepackt mit Badeurlauberinnen und Badeurlaubern. Deutlich mehr Strand oder genauer: den längsten Strandabschnitt an einem Campingplatz in Deutschland bietet das „Naturcamping Ückeritz“ auf Usedom.

Die Ostsee im Vorgarten: Zum Naturcampingplatz Ückeritz gehört ein vier Kilometer langer Badestrand.

Ganze vier Kilometer Strand zum Baden, Spielen und Entspannen steht den Gästinnen und Gästen im ursprünglichen Ostseebad zur Verfügung. Der Strandabschnitt ist aufgeteilt in überwachte Badebereiche, mehrere FKK-Zonen sowie Auslaufflächen für Hunde. 

Die Stellflächen liegen zwar nicht unmittelbar am Strand – aber nah genug, um abends zum Rauschen des Meeres einzuschlafen. Über den Zelt- und Wohnwagendächern spendet ein geschützter Kiefernwald ausreichend Schatten.

7. Der günstigste Campingplatz

Eine Camperfamilie mit zwei Erwachsenen und einem zehnjährigen Kind zahlt laut „Pincamp“ in diesem Jahr durchschnittlich 38,33 Euro pro Übernachtung auf einem Campingplatz – den Durchschnittspreisen zufolge ist Deutschland das zweitgünstigste Campingland in Europa. Nur in Schweden seien die Stellflächen noch preiswerter.

Das günstigste Camping-Bundesland sei Rheinland-Pfalz – dort liege auch der günstigste Campingplatz Deutschlands: Camping Eifelblick in Hinterhausen bei Gerolstein.

Für einen Stellplatz im Herzen der Vulkaneifel zahlen Camperinnen und Camper dort nur 18,60 Euro pro Übernachtung – die sonst übliche Zusatz-Gebühr für einen Stellplatz entfällt. Damit ist der Platz im Vergleich zu anderen mit drei bis fünf Sternen klassifizierten Campingplätzen laut ADAC der günstigste.

Der Campingplatz bietet dafür Stromanschlüsse an allen Stellflächen, sanitäre Anlagen, Frühstücksservice, einen Streichelzoo, WLAN und kostenlosen Eintritt in das nahe gelegenen Schwimmbad.

Der günstigste Campingplatz in der Kategorie bis 2,5 Sterne liegt ebenfalls in Rheinland-Pfalz: Eine Übernachtung auf dem  „Moselcamping Pölicher Held“ kostet 14 Euro.