Haie gibt es nicht nur im Pazifik rund um Hawaii oder Australien, sondern auch an beliebten Urlaubsorten in Europa – an der Nordsee, der Ostsee und im Mittelmeer. Die heimischen Haiarten sind meist für den Menschen nicht gefährlich. Denn Haie jagen grundsätzlich keine Menschen und wollen diese eigentlich auch nicht fressen. Gelegentlich kommt es dennoch zu tödlichen Zwischenfällen. Zuletzt kam es beim ägyptischen Badeort Hurghada zu zwei Hai-Angriffen.

In ganz Europa verzeichnet der Internationale Index für Haiangriffe (ISAF) seit 1847 allerdings nur 54 Angriffe. Darunter: 15 in Griechenland, 13 in Italien, sechs in Spanien, fünf in Kroatien, fünf in Frankreich und fünf in Malta. 

Die meisten Tiere halten sich zwar im Hochgewässer auf. Dennoch kommt es immer wieder zu Sichtungen unter anderem von Jungtieren in der Adria, in der Straße von Sizilien und bei den Balearen.

Der berühmte Weiße Hai ist dabei der gefährlichste unter den im Mittelmeer lebenden Haien. Hier ein Überblick, welche Haie es noch gibt und wie gefährlich sie für den Menschen sind.

Aktuelle Deals

Weißer Hai

Weltweit gehen etwa drei bis sieben Angriffe pro Jahr auf den Weißen Hai zurück, von denen etwa 20 Prozent tödlich enden. Die meisten Attacken kommen nahe der Küsten Kaliforniens, Südafrikas, Südaustraliens und Japans vor. Begegnungen an der Küste sind aber relativ selten, da das Raubtier den Großteil seiner Zeit im offenen Meer verbringt. 

Um ihren Energiebedarf zu decken, bevorzugen ausgewachsene Tiere fettreiche Nahrung wie Seehunde, Robben und Seelöwen. Forscherinnen und Forscher gehen davon aus, dass Angriffe auf Menschen nur Testbisse sind, weil sie zum Beispiel Surferinnen und Surfer wegen des Boards mit schwimmenden Robben verwechseln. Bemerken sie ihren Fehler, lassen sie vom Menschen ab. 

Der Weiße Hai tummelt sich auch vor Europas Küsten.

Lediglich die schwangeren Muttertiere kehren hin und wieder ins Mittelmeer zurück. Die Tiere können bis zu sieben Meter lang werden und gehören damit zu den größten Haifischen in den Meeren. 

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Heringshai

Der in der Nordsee beheimatete Heringshai ist die kleine Version des Weißen Hais. Er erreicht eine Größe von bis zu drei Metern und ernährt sich, wie der Name bereits verrät, hauptsächlich von Fischen wie Heringen, Sardinen und auch Makrelen. In Strandnähe taucht er gar nicht auf.

Für den Menschen ist die Haiart eigentlich ungefährlich. Das International Shark Attack File listet insgesamt nur zwei Heringshai-Angriffe – einen vor der englischen und den anderen vor der kanadischen Küste.

Heringshaie sind auch in europäischen Meeren unterwegs.

Sandtigerhai

Der Sandtigerhai wird gern mit anderen Haiarten verwechselt und für Angriffe verantwortlich gemacht, da er sich auch häufig in Küstennähe aufhält. Gefährlich für den Menschen ist der unter anderem im Ostatlantik bei Madeira lebende Hai aber üblicherweise nicht. Er erbeutet Fische wie Makrelen, Seehechte, Heringe, Blaufische und Lippfische, aber auch kleinere Haie, Rochen, große Tintenfische, größere Krabben und Langusten sowie Kopffüßer.

Das Besondere an dieser Haiart: Sie hat eine Blase im Magen, die sie mit Luft füllen kann, um an einer bestimmten Stelle zu schweben, zum Beispiel, wenn sie sich in Unterwasserhöhlen ausruht.

Auch der Sandtigerhai ist in Europa zu finden.

Blauhai

Blauhaie sind an der Südküste Großbritanniens sowie um die Azoren, die Kanarischen Inseln, die Kapverden und Madeira zu finden. Grundsätzlich zählen sie zu den am weitesten verbreiteten Haiarten weltweit. Küsten meiden sie allerdings – sie tauchen bis zu 350 Meter tief. 

Als großer Hochseehai frisst er fast alles, was er erbeuten kann, zum Großteil Schwarmfische wie Heringe, Makrelen, Sardinen, aber auch Thunfische, Kopffüßer und kleinere Haiarten stehen auf dem Speiseplan. Der Blauhai ist grundsätzlich nicht aggressiv, aber sehr neugierig. Er nähert sich Taucherinnen und Tauchern sowie Speerfischern, besonders wenn Nahrung verfügbar ist. Laut dem International Shark Attack File ist der Blauhai weltweit für 13 unprovozierte Haibisse verantwortlich, darunter vier mit Todesfolge.

Ein Blauhai, fotografiert vor der Küste Galiciens in Spanien.

Riesenhai

Riesenhaie tummeln sich neben der Nordsee vor allem an der spanischen und italienischen Küste. Der Verwandte des Walhais ist ebenso in der Ostsee zu finden.

Der Riesenhai ist für den Menschen harmlos. Er frisst überwiegend Plankton.

Für Menschen ist die Art aber harmlos, denn anders als seine Artgenossen frisst der Riesenhai hauptsächlich Plankton.