Bei sommerlicher Hitze hilft nur eines: die Abkühlung in einem See. Dabei muss es nicht immer die erstbeste Kiesgrube sein, denn in Deutschland findest du insgesamt 2000 offizielle Badegewässer. Da darf man es sich leisten, ein wenig wählerisch zu sein und sich ein Fleckchen mit Seltenheitswert suchen.  

Je nach Vorliebe kommen unterschiedliche Seen infrage. Wie wäre es mit einem, in dem es ein Flugzeugwrack zu entdecken beziehungsweise zu ertauchen gibt? Oder doch lieber Natur pur und kanadisches Urlaubsfeeling genießen? Wir stellen dir rekordverdächtige Badeseen vor und wünschen ein fröhliches Badevergnügen.

1. Friedenhain-See, Bayern: Deutschlands wärmste Badewanne

30 Hektar Wasserfläche laden beim Friedenhain-See zum Baden, Tauchen oder Wasserskifahren ein. Im Strandbad des Baggersees findest du außerdem eine 26 Meter lange Wasserrutsche, ein Beachvolleyballfeld und eine schöne Liegewiese sowie einen Sandstrand. Und wer gar nicht wieder wegwill, schlägt sein Zelt auf dem Campingplatz auf.

Der Friedenhain-See gehört zu den saubersten Seen in Bayern und den wärmsten in Deutschland und kann laut „Tourispo“ bis zu 28 Grad warm werden: Er ist somit die perfekte Badelocation für alle, die kaltes Wasser scheuen. Das Umland des Sees kann sowohl erwandert als auch gut mit dem Fahrrad erkundet werden.

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2. Kulkwitzer See, Sachsen: Tauchen zum Flugzeugwrack

Taucherinnen und Taucher erwartet am Kulkitzer See in Leipzig ein Erlebnis mit Gänsehautgarantie. In den Tiefen des Sees sind ein Unterwasserwald, Algenwiesen, Karpfen und Welse zu entdecken. Seit 2020 liegt auf dem Grund des Sees, der auf einem ehemaligen Braunkohlegebiet entstand, außerdem ein Kleinflugzeug, die Piper Seneca, die für Wracktauchende besonders interessant ist, wie die „Welt“ berichtet.

Der Kulki, wie der See liebevoll genannt wird, zeigt auch über der Wasseroberfläche Kultpotenzial: Eine Wasserskianlage am Nordufer inklusive Hindernisparcours sorgt für Adrenalin. Wer es ruhiger und trocken mag, kann den 34 Meter tiefen Kulki mit dem Fahrrad auf einem acht Kilometer langen Weg umrunden.

Der Kulkwitzer See im Südwesten von Leipzig aus der Luft. Der See ist ein Tagebaurestloch und seit 1973 ein Naherholungsgebiet.

3. Bodensee: Deutschlands tiefster See

251 Meter geht es an seinem tiefsten Punkt nach unten. Damit ist der Bodensee der tiefste See Deutschlands. Schon allein das lässt zahlreiche Mythen und Legenden entstehen. Auf dem Grund des Seebodens könnten rund 100 vermisste Personen liegen, heißt es im „Südkurier“, auch Bomben und Granaten könnten auf dem Seegrund versandet sein.

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Blick auf den Bodensee von der Insel Mainau aus.

Abseits der Mythen kannst du entspannt im Bodensee, der zum Teil auch in Österreich und der Schweiz liegt, baden. Viele Strandbäder bieten dafür beste Voraussetzungen. Eines davon ist das Strandbad Horn, auch Hörnle genannt, das du in Konstanz findest. Es ist das größte Strandbad des Bodensees. Auf den 50.000 Quadratmetern Liegefläche findet jeder und jede einen Platz.

4. Funtensee, Bayern: Die kälteste Abkühlung

Der Funtensee liegt im Nationalpark Berchtesgaden in Bayern auf 1633 Metern über dem Meeresspiegel. Bekannt ist der See als kältester Ort Deutschlands mit einem Kälterekord von minus 45,9 Grad Celsius. Der Funtensee ist 2,5 Hektar groß und misst 5,3 Meter an seiner tiefsten Stelle. Er ist rundum von Bergen umschlossen. Du erreichst ihn nach einer etwa vierstündigen Wanderung vom Parkplatz in Schönau am Königssee.

In den Sommermonaten ist eine Abkühlung im Funtensee möglich, auch wenn der Gang ins kühle Nass mehr einer Mutprobe als einem Badevergnügen entspricht. Zu den besten Zeiten erreicht die Wassertemperatur gerade mal 14 Grad Celsius.

Im Funtensee baden nur Hartgesottene. Selbst im Sommer erreicht die Wassertemperatur selten die 14-Grad-Marke.

5. Laacher See, Rheinland-Pfalz: Vulkanischer geht’s nicht

Er ist der größte See von Rheinland-Pfalz und liegt in der idyllischen Eifellandschaft. Der Laacher See befindet sich im Krater eines Vulkans, der zuletzt vor etwa 13.000 Jahren ausgebrochen sein soll und dessen Hohlform sich nach und nach mit Grundwasser füllte. An seiner tiefsten Stelle ist der See mehr als 50 Meter tief, insgesamt misst er 3,3 Quadratkilometer.

Spannend: Am Ostufer des Sees kannst du noch immer kleine Blasen nach oben steigen sehen. Der Grund dafür ist aufsteigendes Kohlenstoffdioxid, ein Anhaltspunkt für die Vulkangeschichte des Sees. Wer wandergeübt ist und sich näher für die Vulkanlandschaft interessiert, findet auf dem Traumpfad Pellenzer Seepfad eine anspruchsvolle und eindrucksvolle 16 Kilometer lange Wanderstrecke.

Der Laacher See wird zum Schwimmen, Segeln, Surfen, Wandern und Campen genutzt. Der Zugang zum Wasser befindet sich am Nordufer. Dort findest du auch den Campingplatz Laacher See und einen Minigolfplatz.

Auge in Auge mit dem Vulkan: Sonnenuntergang am Laacher See.

6. Thüringer Meer, Thüringen: Deutschlands größte Stauseeregion

Die fjordähnliche Landschaft des Thüringer Meers ist die größte Stauseeregion Deutschlands und besteht aus insgesamt fünf Stauanlagen, die größten sind der Bleiloch- und der Hohenwartestausee. Insgesamt 41 Badestellen, die regelmäßig auf ihre Wasserqualität überprüft werden, stehen zur Auswahl.

Neben dem Sprung ins Wasser, werden auch zahlreiche Wassersportmöglichkeiten wie Wakeboarden, Tauchen, Segeln oder Kanufahren angeboten. Die Umgebung der Stauseeregion, die auch als „Grünes Herz Deutschlands“ bezeichnet wird, ist von dichten Wäldern, emporsteigenden Felswänden, Fachwerkdörfern und alten Burgen geprägt. 

Blick auf den Hohenwarte-Stausee. Neben dem Sprung ins kühle Nass gibt es auch zahlreiche Wassersportaktivitäten auf dem See.

7. Klausensee, Bayern: Der (vielleicht) schlagzeilenkräftigste See

Malerisch und ruhig liegt der Klausensee bei Sonnenuntergang vor den Augen der Besucherinnen und Besucher. Doch so friedlich ging es hier nicht immer zu. Im Sommer 2012 trieb im Klausensee bei Schwandorf nämlich ein Krokodil sein Unwesen, das Polizeitaucher und Schlagzeilen auf den Plan rief. Kurze Zeit später dann Entwarnung: Das vermeintliche Krokodil stellte sich als (ausgesetzte) harmlose Bartagame heraus.

Das Bad in dem klaren Wasser und die Entspannung am feinen Sandstrand sind also völlig gefahrlos zu genießen. Sollte es doch mal zwicken, hat höchstwahrscheinlich ein Hecht zugeschnappt. Im See tummeln sich außerdem Forellen, Karpfen und verschiedene Weißfischarten.