Ein Großteil der deutschen Urlauberinnen und Urlauber reist mit dem Auto nach Kroatien. Doch wer in den Süden des Landes fahren will, muss vor allem im Sommer mit Staus und langen Wartezeiten rechnen. Denn die Anreise ist bisher nur über den Neum-Korridor möglich – der durch den gleichnamigen Ort in Bosnien-Herzegowina führt und damit den Übertritt von zwei EU-Außengrenzen samt Passkontrollen beinhaltet.

Brückenabkürzung über die Adria

Für Entlastung sorgt jetzt die Pelješac-Brücke sorgen, die nach sieben Jahren Bauzeit am 26. Juli für Fußgängerinnen und Fußgäner sowie am selben Abend Autofahrerinnen und Autofahrer eröffnet wurde, wie die „Croatia Week“ berichtet. 

Ein Schild weist auf die Länge der Pelješac-Brücke in Kroatien hin: 2404 Meter.

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Das 2,4 Kilometer lange und 22,5 Meter breite, weiße Bauwerk überspannt die Bucht von Mali Ston und verbindet so das Festland mit der Halbinsel Pelješac.

Wer über die neue Brücke fährt, umfährt Bosnien-Herzegowina künftig komplett. Damit soll sich die Fahrtzeit mit dem Auto in die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mit den Drehorten zur weltberühmten HBO-Serie „Games of Thrones“ um zwei Stunden verkürzen, berichtet die österreichische „Kleine Zeitung“ in Österreich.

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Nicht nur die Pflichtpausen an den Grenzübergängen sorgen bei der Fahrt durch Bosnien-Herzegowina für Verzögerung. Denn die Autobahn, die in Kroatien bis kurz vor der Grenze gut ausgebaut ist, endet dann abrupt. Stattdessen geht es über eine gewundene Küstenstraße.

Aber: Auch nach der Brückeneröffnung wird die Anfahrt wohl noch nicht staufrei sein. Denn über die Halbinsel Pelješac führten bislang nur kleinere örtliche Straßen, die mit dem Reiseverkehr im Sommer völlig überfordert gewesen wären. Daher soll eine neue Überlandtrasse den Brückenkopf in Brijesta mit der Fernstraße Nummer 8 verbinden. Dabei soll der mittelalterliche Ort Ston umfahren werden.

Luftbild von Bauarbeiten: In Zaton Doli wurden Zufahrtsstraßen für die Pelješac-Brücke gebaut.

Doch genau hier fehlt noch ein wichtiges Bauwerk: ein Tunnel. Zwar sei der Durchbruch erledigt, doch die Betonverschalungen müssten noch fertiggestellt werden, zitiert die „Kleine Zeitung“ den Projektleiter, Jeroslav Šegedin von Hrvatske ceste. Er rechne mit einer Fertigstellung des Tunnels im Oktober oder November 2022.

Das heißt: So richtig schnell wird die Anreise für Urlauberinnen und Urlauber wohl erst in der Saison 2023 werden.