Ein Urlaub mit Mietwagen ist praktisch, doch leider sind die Preise für das Auto auf Zeit in diesem Jahr extrem gestiegen. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dein Ferienziel stattdessen mit einem Mietroller beziehungsweise Scooter zu erkunden? Das ist nicht nur deutlich günstiger, sondern sieht gleichzeitig auch noch lässig aus. 

Über Kopfsteinpflaster: Ein junges Paar fährt mit dem Roller durch Italien.

Neben dem vergleichsweise günstigen Preis und der Optik hat die Fahrt mit Vespa und Co. noch mehr Vorteile: Der angenehme Fahrtwind sorgt für Abkühlung, du musst nicht nach einer großen Parklücke suchen und ein Scooter schluckt in der Regel weniger Sprit als ein Auto. Zudem bist du maximal flexibel und kannst unterwegs an allen Orten anhalten, die nach einem Abenteuer aussehen.

Na, überzeugt? Dann findest du in diesem Artikel alles, was du wissen musst, wenn du im Urlaub einen Elektro- oder Motorroller statt Mietwagen leihen möchtest. 

Roller statt Mietwagen: Deswegen lohnt es sich

Günstig, flexibel, frei, hoher Coolness-Faktor – check. Doch welche Vorteile bringt ein Roller noch mit sich? Du bist außerdem schneller unterwegs, weil du bei Staus an den Autos vorbeifahren kannst. Auch die Suche nach dem Parkplatz dürfte Rollerfahrerinnen und -fahrern deutlich leichter fallen. 

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Solltest du einen Elektroroller mieten, musst du im Vergleich zum Elektro-Mietauto zudem keine speziellen Ladestationen anfahren. Achte darauf, einen Elektroroller mit entnehmbaren Akkus zu mieten. So kannst du sie über Nacht kostenfrei in deinem Hotelzimmer aufladen. 

Auch an der Küste macht ein Roller eine gute Figur. Er eignet sich dort perfekt zum Beach Hopping.

Außerdem darfst du als Fahrer oder Fahrerin einen Passagier oder eine Passagierin mitnehmen, womit sich die Kosten noch einmal halbieren. 

Der wohl größte Pluspunkt: ein völlig anderes Fahrgefühl als mit dem Auto – und je nach Geschmack deutlich mehr Fahrspaß, weil du deine Umgebung viel unmittelbarer wahrnimmst als durch die Windschutzscheibe. 

In diesen Fällen ist ein Mietwagen das geeignetere Fortbewegungsmittel 

Ängstliche Fahrerinnen und Fahrer hingegen könnten sich mit einem Roller zunächst eher unwohl fühlen. Bei sehr heißen Temperaturen kann der Asphalt zudem rutschig werden. Ungeübte Fahrer müssen dann besonders vorsichtig fahren. Und: Große Gepäckmengen kannst du mit dem Roller nicht transportieren. 

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Das kostet ein Mietroller im Urlaub

Der größte Vorteil: Die Miete für einen Roller ist in der Regel deutlich günstiger als für ein Auto. Zwar sind auch hier die Kosten deutlich gestiegen, doch im Vergleich zu den aktuellen Mietwagenpreisen wird deine Urlaubskasse deutlich weniger belastet. 

Laut Mietportalen im Internet kostet zum Beispiel ein Scooter in Barcelona für eine Woche (23. bis 30. Juli) mitten in der Ferienzeit zum Beispiel weniger als 140 Euro, das sind rund 20 Euro am Tag. Oft bekommen Reisende für diesen Preis zwei Helme, eine Karte und ein Sicherheitsschloss dazu. Unbegrenzte Kilometerzahl gibt es obendrauf. 

Zum Vergleich: Ein Kleinstwagen kostet zur gleichen Zeit mindestens 360 Euro (mit Vollkasko- und Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung, mit Kilometerbegrenzung). Das macht pro Tag etwa 51 Euro, also mehr als doppelt so viel. 

Auch in Rom ist der Roller, hier eine Vespa, ein beliebtes Fortbewegungsmittel.

Roller statt Mietwagen: Auch beim Sprit wird gespart 

Hinzu kommen die deutlich günstigeren Spritkosten: Ein 50-cm³-Roller verbraucht im Schnitt zwei bis vier Liter auf 100 Kilometern. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch der in Deutschland zugelassenen Pkw lag laut Statista im Jahr 2020 zwischen sieben und 7,8 Litern für dieselbe Strecke. 

Leihst du einen Elektroroller, musst du neben dem Mietpreis in der Regel keine weiteren Kosten tragen. Bei den meisten Modellen kannst du die Akkus entnehmen und über Nacht über eine Steckdose im Hotelzimmer laden. 

Wo kann ich einen Roller im Urlaub mieten?

Das Angebot an Mietrollern ist bei den bekannten Autovermietungen eher klein. Wer hier nicht fündig wird, sollte sich direkt nach lokalen Anbietern am Urlaubsort umschauen. Viele dieser kleinen Unternehmen bewerben ihre Fahrzeuge inzwischen auch über eigene Websites, eine genaue Recherche im Internet lohnt. Oft lässt sich auch online vorbuchen. 

Welche Bedingungen muss ich erfüllen?

Fast jeder Mensch, der einen gültigen Autoführerschein besitzt, darf auch im (europäischen) Ausland einen Roller mieten und damit fahren. Konkret musst du diese Bedingungen erfüllen: 

  • Du bist im Besitz eines Führerscheins Klasse B oder A/A1 – damit darfst du Fahrzeuge der Klasse AM führen. Dazu gehören Mopeds und Roller mit bis zu 45 km/h Höchstgeschwindigkeit, einem Hubraum von höchstens 50 cm³ bei Fremdzündungsmotoren oder 500 cm³ bei Selbstzündungsmotoren sowie eine Leistung von maximal 4 kW (5,5 PS).
  • In manchen Ländern ist das Mieten eines Rollers genüpft an die Bedingung, dass du seit mindestens drei Jahren im Besitz einer Fahrerlaubnis bist, zum Beispiel in Spanien.
  • Du musst mindestens 18 Jahre alt sein.

Welche Verkehrsregeln muss ich kennen?

Wie auch in Deutschland musst du dich im Ausland an die gängigen Verkehrsregeln halten. Sie können sich von Land zu Land unterscheiden. Generell solltest du auf diese möglichen Fallstricke achten: 

  • Promillegrenze: In einigen Ländern wie Tschechien, Ungarn und Rumänien liegt sie bei 0,0 Promille. Weniger streng sind die Regelungen in Italien, Griechenland, Frankreich, Spanien, Kroatien und Österreich, hier liegt die Grenze bei 0,5 Promille. Auf den Genuss von Alkohol solltest du vor dem Fahren aus Sicherheitsgründen ohnehin verzichten.
  • Achtung: Für Fahranfängerinnen und Fahranfänger liegen die Promillegrenzen oft deutlich darunter: zum Beispiel in Spanien während der ersten drei Jahre bei 0,3 Promille, in Frankreich und Griechenland während der ersten zwei Jahre bei 0,2 Promille, in Kroatien bis zum Alter von 24 Jahren bei 0,0 Promille
  • Telefonieren und das Handy während der Fahrt bedienen ist in den meisten Ländern verboten und zieht teils saftige Geldbußen nach sich. 
  • In den meisten Ländern Europas besteht eine Helmpflicht. Oft kannst du ihn kostenfrei bei der Rollervermietung dazubuchen. 
  • Tempolimits: Sie unterscheiden sich je nach Land. Da du mit einem Roller höchstens 45 km/h erreichst, dürften sie dich nur innerorts beschäftigen. Achtung: Auf vielen Autobahnen gelten Mindestgeschwindigkeiten, daher darfst du sie mit Motor- oder Elektroroller in der Regel nicht befahren. 
  • Beleuchtung: Einige Länder, darunter Spanien, Italien (nur außerorts) und Ungarn, verpflichten alle Fahrerinnen und Fahrer motorisierter Zweiräder, auch tagsüber die Beleuchtung einzuschalten. Im Winter ist dies auch in Kroatien nötig. 

Auch Paris können Reisende mit dem Moped erkunden.

Worauf muss ich sonst achten?

Die wichtigsten Fragen zum Rollermieten im Urlaub sind geklärt. Noch besser wird deine Urlaubsfahrt, wenn du diese Tipps beachtest: 

  • Wenn du dich mit Freundinnen und Freunden oder deinem Partner oder deiner Partnerin beim Fahren abwechseln möchtest, solltet ihr die zweite Person vertraglich festhalten. 
  • Achte auf die Versicherung und wähle Vollkasko, um im Falle eines Unfalls oder eines Diebstahls nicht für den Schaden aufkommen zu müssen. 
  • Kläre, ob du den Tank auffüllen musst, ehe du den Roller wieder abgibst. 
  • Wenn es sich um deine erste Rollertour handeln sollte, lass dir das Gefährt vor der ersten Nutzung genau erklären. Außerdem kannst du um eine Proberunde bitten, denn womöglich kommen während der ersten Fahrt noch Fragen auf. 
  • Fahre nur in angemessener Kleidung! Wer in Flipflops Roller fährt, gefährdet sich und andere. Geeignete Kleidung schützt dich außerdem, wenn du doch einmal mit dem Scooter stürzen solltest.