Endlich ist das Reisen nach zwei Jahren Corona-Beschränkungen wieder möglich, da machen Personalengpässe bei Airlines und an Flughäfen manche lang ersehnte Urlaubsreise zu einem Albtraum.

Teilweise müssen Urlauberinnen und Urlauber stundenlang warten, bis sie die Sicherheitskontrollen passieren dürfen. Manche verpassen ihren Flug, andere müssen tagelang ohne Gepäck am Urlaubsort auskommen oder sitzen im Ausland fest, weil ihr Rückflug kurzfristig gestrichen wurde.

Doch auch in diesem angespannten Reisesommer gibt es Wege, Frust zu vermeiden und trotz der Personalengpässe in der Reisebranche einen entspannten Urlaub zu verbringen. Wir verraten, wie du dich von der Flugbuchung bis zum Reisetag vorbereiten kannst. Klick dich einfach zu dem Punkt, an dem du dich gerade befindest.

  1. Bei der Flugbuchung
  2. Wenige Tage vor dem Abflug
  3. Am Vortag der Reise
  4. Beim Check-in
  5. Nach dem Check-in

1. Bei der Flugbuchung

Während der Pandemie haben sich viele Mitarbeitende von Flughäfen und Airlines neue Jobs gesucht, jetzt ist zu wenig Personal da. Lange Wartezeiten am Check-in und bei der Sicherheitskontrolle sind im Reisesommer daher keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Bei der Flugbuchung gehst du also am besten auf Nummer sicher. Planst du beispielsweise eine Rundreise, eine Kreuzfahrt oder auch einen Aufenthalt im Hotel, buchst du die am besten zusammen als Pauschalreise. Wenn dann etwa der Flug ausfällt, kann der Veranstalter nur die ganze Reise stornieren und du bleibst nicht auf den Kosten für die restliche Reise sitzen.

Bei der Flugbuchung im Internet solltest du gründlich recherchieren. (Symbolfoto)

Nonstop-Flug statt Umstiegsverbindung

Umstiege während des Flugs solltest du so weit wie möglich vermeiden. Buche stattdessen lieber den teureren Nonstop-Flug. Lässt sich ein Umstieg nicht umgehen, dann solltest du zumindest Verbindungen mit großzügiger Umstiegszeit wählen, damit du auch bei Verspätung den Anschlussflug nicht verpasst. 

Hinterlasse bei der Airline, im Reisebüro sowie bei Pauschalreisen auch beim Reiseveranstalter unbedingt deine eigene Handynummer, damit du bei Änderungen direkt kontaktiert werden kannst.

Auch wichtig: Bereits beim Buchen die Gültigkeit des Reisepasses checken. Denn Menschen, die ohne gültige Dokumente reisen, dürfen nicht befördert werden. Dazu zählen nicht nur Personalausweis oder Reisepass als Ausweisdokument, sondern auch das Visum für das Zielland, falls notwendig.

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Zudem müssen die Dokumente alle Einreiseregularien erfüllen. Schreibt ein Land etwa eine Gelbfieberimpfung zur Einreise vor, kann die Airline schon am Abflugort den Impfpass kontrollieren. Gleiches gilt für die Corona-Impfung.

2. Wenige Tage vor dem Abflug

Viele Airlines streichen ihre Flüge aktuell sehr kurzfristig und nicht immer teilen sie dir das sofort per E‑Mail oder SMS mit. Deswegen solltest du unbedingt regelmäßig den Status deines Fluges checken. So kannst du dir im Notfall schnellstmöglich einen alternativen Flug heraussuchen. Das gilt für Hin- und Rückreise gleichermaßen.

Der Flugstatus lässt sich auf der Website der jeweiligen Airline herausfinden. In der Regel musst du dazu nur die Flugnummer deines Fluges kennen, manchmal musst du auch deine Buchungsnummer eingeben.

App der Airline laden

Airlines wie etwa die britische Billigfluglinie Easyjet haben eine eigene App, über die sich Reisende mit dem Buchungscode anmelden können. Dort hast du dann all deine Daten kompakt gebündelt, kannst einen Sitzplatz wählen oder bei einem Langstreckenflug zum Beispiel ein Sondermenü bestellen.

Doch das Wichtigste ist: Die App liefert dir Infos für Gate- oder Flugänderungen – oft per SMS, wenn du deine Telefonnummer in der App angegeben hast. Denn manchmal informiert dich der Flughafen zuletzt darüber, wenn etwas mit deinem Flug nicht rundläuft. Um immer auf dem Laufenden zu sein, lohnt sich also ein regelmäßiger Blick in die Airline-App.

Informiere dich über aktuelle Einreisebestimmungen

Sicherlich hast du das bei der Urlaubsplanung bereits gemacht, in der Woche vor dem Abflug empfiehlt sich aber ein erneuter Blick auf die Einreisebestimmungen des Urlaubslandes. Je nach Reiseland können sich die Regeln zu Corona-Testpflicht und Impfstatus nämlich kurzfristig noch ändern.

Vor allem bei Fernreisen gibt es einige Pandemievorschriften, die die Airlines schon vor dem Abflug überprüfen müssen. Wenn du die Bestimmungen in den Tagen vor deiner Reise im Blick behältst, kannst du auf mögliche Änderungen hoffentlich noch rechtzeitig reagieren.

Ein fehlender Test- oder Impfnachweis oder ein fehlendes Einreiseformular könnten ansonsten dazu führen, dass du am Boden bleiben musst. Check die Einreiseregeln daher rechtzeitig vor dem Abflug beim Auswärtigen Amt ab.

Eine Frau am Flughafen hält eine Kreditkarte in der Hand – die sollte ausreichend belastbar sein, wenn du spontan einen neuen Flug buchen musst.

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Erhöhe dein Kreditkartenlimit

Diesen Sommer sollte deine Kreditkarte besonders strapazierbar sein. Schließlich kann es sein, dass wegen einer Flugannullierung zusätzliche Kosten auf dich zukommen.

Das könnte etwa passieren, wenn dir die ursprünglich gewählte Airline keinen zeitnahen Alternativflug anbieten kann und du auf eigene Faust einen Flug bei einer anderen Fluggesellschaft suchst. Ist dies bei Hin- und Rückflug der Fall, kann dabei schnell ein vierstelliger Betrag zustande kommen.

Alternative: Tausche dein Flugticket gegen einen Gutschein ein

Wenn dir der zu erwartende Stress am Flughafen zu viel ist, kannst du dein Flugticket in manchen Fällen auch kostenlos gegen einen Fluggutschein eintauschen und zu einem anderen Zeitpunkt fliegen – wenn sich die Lage an den Flughäfen wieder beruhigt hat.

Beispielsweise bietet das aktuell die niederländische Fluggesellschaft KLM an, da es am Flughafen Amsterdam-Schiphol derzeit zu langen Wartezeiten kommt.

Alternativ gibt es auch noch die Deutsche Bahn. Wenn du deinen Urlaub wegen des Flughafenchaos nicht verschieben möchtest, kannst du, wenn die Distanz es zulässt, auch einfach mit dem Zug zu deinem Reiseziel fahren. Das ist mitunter nicht nur weniger stressig, sondern erzeugt auch sofort eine gewisse Entschleunigung. 

3. Am Vortag der Reise

Gerade beim Check-in am Flughafen bilden sich derzeit häufig lange Warteschlangen, die dafür sorgen können, dass du deinen Flug nicht rechtzeitig erreichst. Deswegen solltest du den Online-Check-in nutzen.

Der kann über den Computer oder das Smartphone abgewickelt werden. Am besten suchst du vorher deine Buchungsnummer und die Nummer deines Fluges heraus und legst deinen Pass oder Personalausweis bereit, dann ist der Check-in innerhalb weniger Minuten erledigt.

Lange Warteschlangen vor dem Check-in zu Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen.

Viele Airlines schalten den 24 Stunden vor dem Abflug frei, teilweise funktioniert das auch schon 48 Stunden vorher. Bei einigen Airlines wie der Lufthansa kannst du das Gepäck sogar schon am Vortag aufgeben.

Lohnt sich ein Fast Track?

Um zusätzlich Geld zu machen, bieten einige Airlines ihren Kundinnen und Kunden einen sogenannten Fast Track an. Für einige zusätzliche Euro kannst du damit andere Passagierinnen und Passagiere vor der Sicherheitskontrolle einfach überholen und bist dadurch wesentlich schneller an deinem Gate als Personen ohne Fast-Track-Zugang.

Was dir bei einem normal laufenden Betrieb unnötig erscheinen mag, kann in chaotischen Zeiten wie diesen darüber entscheiden, ob du deinen Flug noch erreichst oder nicht.

Dokumente bereithalten

Eigentlich versteht es sich von selbst: keine Reise ohne entsprechende Dokumente. Daher ist es wichtig, am Tag vor einer Reise alle wichtigen Reisedokumente zusammenzusuchen. Verstaue sie so, dass du sie beim Schalter-Check-in schnell zur Hand hast.

Für den Fall der Fälle solltest du Reisepass, Flugticket und andere Dokumente am Tag vor deiner Reise einscannen und zusätzlich in eine sichere Cloud hochladen. Egal, ob über Google Drive oder Dropbox – heutzutage gibt es enorm viele Möglichkeiten, deine Reiseunterlagen digital abzulegen, sodass du überall auf der Welt darauf zugreifen kannst.

Reisepass, Bordkarten für die Flugreise und das digitale europäische Impfzertifikat auf dem Smartphone: Wichtige Dokumente solltest du am Vortag der Reise zusammensuchen.

Vorausschauend packen

Weil die Personalengpässe an Flughäfen alle Bereiche betreffen, kommt es derzeit auch beim Transport der Koffer zu Verzögerungen. Häufiger als in den Vorjahren bleiben Koffer am Boden zurück, während ihre Besitzerinnen und Besitzer unwissend in Richtung Urlaubsziel abheben.

Damit du nicht die Nerven verlierst, wenn dein Koffer nicht auf dem Rollband zu finden ist, solltest du vor der Reise Kleidung für ein bis zwei Tage in dein Handgepäck packen. Auch Zahnbürste, Schlaf-Shirt und Badesachen solltest du, wenn möglich, mit an Bord nehmen, damit du den Urlaubsstart auch ohne Koffer genießen kannst.

Handgepäck vorbereiten

Um am Flughafen schnell durch die Sicherheitskontrolle zu kommen, solltest du darüber hinaus aber möglichst wenig Handgepäck mitnehmen. Flüssigkeiten und Kosmetika sowie elektrische Geräte transportierst du am besten im Aufgabegepäck, wenn du darauf im Notfall einige Tage verzichten könntest. 

Im Handgepäck sind Flüssigkeiten bis 100 Milliliter erlaubt, die in einem wiederverschließbaren, durchsichtigen Ein-Liter-Beutel verstaut werden müssen. 

Gefrier- und Zip-Beutel sind vielseitig einsetzbar – zum Beispiel als Kosmetikbeutel oder Sortierhilfe.

Du nimmst Medikamente? Alle Medikamente in fester Form, also Tabletten, sind im Handgepäck während der Flugreise ohne Einschränkungen erlaubt. Bei Verspätung eines Langstreckenflugs kann es sinnvoll sein, diese im Handgepäck statt im Koffer aufzubewahren.

Du musst sie nicht wie Flüssigkeiten in einem Beutel verpacken, jedoch bei der Sicherheitskontrolle ebenfalls separat vorlegen.

Am besten lässt du die Präparate in der Originalverpackung und schreibst deinen Namen sowie die jeweilige Dosierung darauf. Für rezeptpflichtige Medikamente solltest du einen Medikamentenpass mitführen, auf dem dein Name sowie alle wichtigen Angaben zum jeweiligen Mittel vermerkt sind. Diesen kannst du dir von einem Arzt oder einer Ärztin ausstellen lassen.

Puffer bei der Anreise einplanen

Ob du mit dem Auto zum Flughafen fährst oder die Bahn nimmst: Plane in jedem Fall genügend Zeit zwischen der Ankunft am Airport und dem Abflug ein. Gerade bei der Anreise mit Zügen, die zurzeit häufig vollkommen überfüllt sind, empfiehlt sich ein ordentlicher Zeitpuffer für eventuelle Verspätungen und den Umstieg.

Verpasst du deinen Flug, weil du nicht rechtzeitig am Flughafen warst, stehen dir unter Umständen keine Entschädigungen zu. Fachleute raten unter anderem, die Ankunftsempfehlung der Flughäfen auf deren Website herauszufinden und dann etwa eine Stunde hinzuzurechnen.

4. Beim Check-in

Spätestens bei der Ankunft am Flughafen solltest du dich auf den Websites von Airline und Flughafen über den richtigen Schalter informieren, damit du im Terminal nicht wertvolle Zeit mit Suchen verbringst. Falls Check-in-Automaten angeboten werden, gilt es, diese unbedingt zu nutzen. 

Eine Airline-Mitarbeiterin scannt den QR-Code eines mobilen Tickets.

Manche Fluggesellschaften haben einen Extra-Schalter für Flüggäste und ‑gästinnen, die bereits online eingecheckt haben. Dadurch kannst du die lange Warteschlange einfach umgehen. Noch einfacher ist es, wenn du nur mit Handgepäck reist. Dann kannst du direkt zur Sicherheitskontrolle marschieren.

5. Nach dem Check-in

Der Check-in ist geschafft? Dann geht es auf direktem Weg weiter zur Sicherheitskontrolle. Denn dort gibt es aktuell oft die größten Verzögerungen.

Wenn du in der Schlange stehst, kannst du schon einmal deine Hosentaschen leeren und Schlüssel, Geldbeutel und Kleingeld in die Handtasche stecken.

Sicherheitskontrolle am Flughafen: Tablet oder Computer hältst du am besten griffbereit.

Hab dein Notebook griffbereit, nimm Flüssigkeiten in einem durchsichtigen Beutel sowie gegebenenfalls Medikamente aus dem Handgepäck heraus und lege alles separat in die dafür vorgesehene Kiste. Auch Jacken und Gürtel ziehst du am besten bereits vor der Kontrolle aus. 

Duty-free-Shops lässt du danach besser links liegen und gehst direkt zum Abfertigungsgate. Wichtig: Checke auf den Monitoren im Flughafen unbedingt noch mal, ob es bei dem geplanten Abfluggate bleibt. Das kann sich nämlich kurzfristig durchaus noch mal ändern. 

Wenn du es zum richtigen Gate geschafft hast, achte dort auf die Durchsagen des Abfertigungspersonals zur Reihenfolge beim Boarding. Sobald du dann auf deinem Platz sitzt, kannst du dich entspannt zurücklehnen – zumindest, bis der nächste Flug ansteht.