Fast zu schön, um wahr zu sein, ist es in Greetsiel. Dieser Gedanke kann dir kommen, wenn du durchs malerische Fischer- und Künstlerdorf schlenderst. Etwa entlang des Hafens auf der Promenade, welches zahlreiche restaurierte Giebelhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert säumen.

Pittoresk wirkt auch der von Bäumen gesäumte Markplatz mit seinen Restaurants und Cafés, von den zwei Zwillingsmühlen am Standrand ganz zu schweigen. Was du noch alles in Greetsiel entdecken kannst, verraten wir dir hier.

Hafen von Greetsiel

Er ist im wahrsten Sinne der Ankerpunkt des Ortes – nicht nur für die gut 25 Krabbenkutter, die dort am Kai liegen. Vor allem die Besucherinnen und Besucher zieht es an den Greetsieler Hafen. Es sieht dort ja auch idyllisch aus: schaukelnde Boote auf dem Wasser im Hafenbecken, dazu die historischen Giebelhäuser entlang der Hafenpromenade und die Gassen, die in den Ortskern und zu den anderen Hotspots führen.

Über 600 Jahre ist der Hafen alt. Die Schleuse Leysiel, gute sieben Kilometer außerhalb des Ortes, trennt seit 1991 den Fischerhafen von der offenen Nordsee. Bis zu acht Kutter können dort gleichzeitig geschleust werden. Dank der Schleuse ist der Greetsieler Hafen tideunabhängig und es bleibt immer der gleiche Wasserstand im Hafen. Das alte Sieltor ist schon über 200 Jahre alt und inzwischen ein beliebter Treffpunkt für Greetsiel-Gästinnen und ‑Gäste geworden, auch dank der es umgebenden Gastronomieangebote.

Vor dieser malerischen Hafenkulisse treten sonntags regelmäßig Shanty-Chöre aus Ostfriesland auf. Vom Greetsieler Hafen fahren einige Schiffe auch zu Tagesausflügen zu den Inseln Juist und Norderney.

Adresse Greetsieler Hafen: Am Neuen Deich 14, 26736 Krummhörn

Urig und geschäftig zugleich geht es am Hafen des Fischerdorfes Greetsiel zu. Hier liegt die Kutterflotte Ostfrieslands.

Ausflugsfahrt mit der „Graf Edzard I.“

Wenn du dir einen ersten Eindruck von der Greetsieler Umgebung vom Wasser aus verschaffen willst, dann solltest du an Bord des Ausflugsschiffs „Graf Edzard I.“ gehen. Es durchfährt das Naturschutzgebiet Leyhörn, durchquert die Schleuse Leysiel und fährt auf die Nordsee hinaus, vorbei an einer Seehundbank.

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Mit Glück lassen sich die Tiere beobachten. Ein kleiner Netzauswurf zeigt den Gästinnen und Gästen an Bord, was sich so im Wasser tummelt – besonders interessant für Kinder. Natürlich werden Fisch, Seestern und Co. gleich wieder ihrem Lebensraum übergeben.

Du kannst die Fahrt gut geschützt hinter Glas genießen oder lässt dir die Nordseebrise auf dem Oberdeck um die Nase wehen.

  • Fahrgastschiff „Graf Edzard I.“: Am Neuen Deich, 26736 Krummhörn, Telefonnummer: (04925) 9259826
  • Preise: Erwachsene 17 Euro, Kinder von vier bis zwölf Jahre 8,50 Euro
  • Fahrtdauer: etwa zwei Stunden

Das Fahrgastschiff „Graf Edzard I.“ liegt im hinteren Teil des Greetsieler Hafens. Auf einer Rundfahrt lernst du Land und Nordsee kennen.

Holländisches Flair: Die Zwillingsmühlen von Greetsiel

Sie gelten als die berühmtesten Mühlen in Ostfriesland und sind Wahrzeichen von Greetsiel: die grüne und die rote Mühle am südlichen Ortseingang.

Die grüne Zwillingsmühle – vom Ort aus gesehen die erste Mühle – wurde 1856 erbaut und bis 1972 genutzt. Ein Sturm verursachte einen Flügelbruch und legte so die Mühle lahm. 1976 konnte der abgebrochene Flügel repariert werden, aber es wurde eine Teestube mit Kunstgalerie in den beiden unteren Etagen der Windmühle eingerichtet. Neben Teespezialitäten gibt es eine große Kuchenauswahl.

Die rote Mühlenschwester wurde bereits 1706 errichtet. Doch leider brannte der zweistöckige Galerieholländer zweimal ab, zuletzt 1920. Für den Neubau wurden Teile der alten Auricher Wallmühle gekauft und in Greetsiel aufgestellt. Heute noch wird in ihr gemahlen, betrieben mit Wind- und Motorkraft. Du kannst beim Mahlen während der Öffnungszeiten des dazugehörigen Mühlenladens zusehen. Dort werden täglich frisches Mühlenbrot und ein großes Angebot an biologischen Vollwertlebensmitteln verkauft. Im Kornspeicher befindet sich ein Café.

Die Wahrzeichen von Greetsiel: Die rote und die grüne Zwillingsmühle. Neben Handwerk und Kultur gibt es in ihnen leckere Kuchen zu kosten.

Übrigens: In Ruheposition stehen die Flügel nicht immer gleich. Das ist so gewollt, denn mit dem Stand der Windräder konnte der Müller Botschaften weit über das Land senden. Bespannte Flügel in Kreuzstellung bedeuten eine kurze Arbeitspause; ein Andreaskreuz zeigt den Feierabend an und eine nach unten geöffnete Schere symbolisiert ein freudiges Ereignis. Die Greetsieler Flügel stehen meist auf Pause – sicherlich ein Signal für die Gästinnen und Gäste, sich hier genüsslich erholen zu können.

  • Grüne Mühle: Mühlenstraße 5, 26736 Krummhörn; täglich 11 bis 18 Uhr, montags geschlossen
  • Rote Mühle: Mühlenstraße 2, 26736 Krummhörn; täglich 12 bis 18 Uhr

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Greetsiels mittelalterliche Dorfkirche

Mächtig und trutzig steht die Kirche in der Ortsmitte unweit des Hafens. Die mittelalterliche Kirche wurde in zwei Bauabschnitten zwischen 1380 und 1410 als rechteckige Einraumkirche aus Backstein errichtet. Papst Bonifatius XI. hat sie 1401 bestätigt. Sie ist der heiligen Maria geweiht und gehörte bis zur Reformation zum Bistum Münster.

Heute ist sie eine evangelisch-reformierte Predigtkirche ohne Kreuz und ohne Altar, dafür mit der Kanzel im Mittelpunkt des Raumes als Ort der Verkündung.

Sehenswert ist das Renaissanceportal mit seinen Wappen: Links ist das Wappen der Häuptlingsfamilie Cirksena aus Greetsiel dargestellt, die einst als Grafen und Fürsten über Ostfriesland herrschten. Das rechte Wappen zeigt das des schwedischen Königshauses. Es wurde dort angebracht, als 1559 eine schwedische Königstochter in die Adelsfamilie Cirksena einheiratete.

Auch interessant: Auf dem Dachreiter des Ostgiebels kannst du die älteste kirchliche Schiffswetterfahne (um 1700) Niedersachsens sehen. Darauf ist ein Dreimast-Huker mit drei gesetzten Rahsegeln dargestellt.

Eine Oase der Ruhe mitten in Greetsiel: Die mittelalterliche Einraumkirche von Greetsiel ist einen Besuch wert.

Die Orgel der Kirche weist schöne Schnitzereien auf, darunter einen Engel mit einer Posaune an der Emporenbrüstung. Er ist flankiert von zwei Füllhörnern, aus denen Notenblätter herausquellen.

Der Kirchhof mit alten Gräbern und Baubestand ist ein angenehmer Ruheort im Besuchertrubel.

Adresse: Evangelisch-reformierte Kirche Greetsiel, Hohe Straße 2, 26736 Krummhörn

Tipp: Fachleute sagen, Ostfriesland sei ein Traumland für Orgelfans. Das gilt besonders für die Ferienregion von Krummhörn bis Greetsiel, denn jedes der 19 Dörfer besitzt eine Kirche mit einer besonderen Orgel. Die historischen Instrumente aus mehr als 500 Jahren kannst du bei einer Orgelführung besichtigen. Mehr Infos dazu erteilt die Touristeninformation.

Die Orgel in der Greetsieler Kirche ist reich mit Schnitzereien und liebevollen Details geschmückt.

Das Steinhaus in Greetsiel

Ein wenig geduckt scheint das eingeschossige Backsteinhaus im Ort zu stehen. Das Steinhaus gilt als das älteste noch erhaltene Gebäude von Greetsiel. Erbaut wurde es von der Grafenfamilie Cirksena, nachdem die Familie ihre Residenz hierher verlegt hatte. Zwischen 1362 und 1388 könnte das Steinhaus „Olde Huss“ entstanden sein. Es gilt als Vorgängerbau der ab 1457 erbauten Burg Greetsiel.

Im Gegensatz zur Burg ist vom Steinhaus noch das Gewölbe von 1390 erhalten. Der Wohnturm wurde um 1600 abgetragen und durch einen Bau ersetzt, der bis heute erhalten ist und bis ins 20. Jahrhundert um einige Anbauten erweitert wurde. Interessant sind auch die Traufsteine: Sie haben die Form von Löwenköpfen.

Adresse: Historisches Steinhaus, Kleinbahnstraße 1, 26736 Krummhörn

Nationalpark-Haus Greetsiel

Im restaurierten Gulfhof, der sich am östlichen Rand des von Kanälen durchzogenen Ortszentrums befindet, kannst du allerlei Informationen über den Lebensraum Wattenmeer mit seiner Vogel- und Wassertierwelt, der Fischerei und dem Deichbau erfahren.

Es werden spezielle Führungen angeboten, etwa für Kinder, Mikroskopie-Nachmittage und Ausflüge ins Watt und die Salzwiesen. Gummistiefel können geliehen werden.

Auch die Fütterung der Aquariumstiere ist sehenswert.

  • Adresse Nationalpark-Haus: Schatthauser Weg 6, 26736 Krummhörn
  • Telefon: (04926) 2041
  • Öffnungszeiten vom 1. April bis zum 31. Oktober 2022: Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr; Wochenende und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr
  • Eintritt: Erwachsene 5 Euro (mit NSC), 6 Euro (ohne NSC)
  • Kinder bis 14 Jahre: frei
  • Nabu-Mitglieder (gegen Vorlage des Ausweises): frei

Pilsumer Leuchtturm im Ringelsockenlook

Zwölf Radminuten westlich von Greetsiel liegt das Wahrzeichen Ostfrieslands. Rot-gelb gestreift, streckt er sich dem blauen Himmel entgegen, die Füße fest im grünen Deich verankert: Die Rede ist vom Pilsumer Leuchtturm. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts als eines von vier Leuchtfeuern an der ostfriesischen Nordseeküste gebaut. Sein gelb-roter „Ringelsockenanstrich“ verleiht ihm sein unverkennbares Aussehen und machte den Leuchtturm zu einem der bekanntesten im Land.

Vielleicht liegt das auch daran, dass dort zahlreiche Film- und TV-Serien gedreht wurden, beispielsweise der Komödienfilm „Otto – der Außerfriesische“, in dem Hauptdarsteller und Comedian Otto Waalkes im Pilsumer Leuchtturm wohnt.

Also ist ganz klar, dass der gut 13 Meter hohe Leuchtturm gern besucht wird. Auch bei Hochzeitspaaren ist er beliebt, denn in der obersten Etage hat die Gemeinde Krummhörn 2004 ein Trauzimmer eingerichtet – Meerblick inklusive.

Besichtigen kannst du den Turm nur zu ausgewählten Führungsterminen, für Kinder werden sogar separate Führungen angeboten.

Bekannt aus Film und Fernsehen: Der rot-gelbe Leuchtturm vor den Toren Greetsiels.

Nur knappe drei Kilometer landeinwärts im gleichnamigen Warfendorf Pilsum ist die Kreuzkirche sehenswert. Ihr majestätischer Vierungsturm hebt sich mächtig hervor. Kein Wunder, dass das Gotteshaus jahrhundertelang auch als Seezeichen für die Schifffahrt diente. Gotische Wandmalereien kannst du im Inneren sehen, ein bronzenes Taufbecken sowie die weitestgehend original erhaltene Orgel von 1694.

Adresse: Pilsumer Leuchturm, Parkplatz: Zum Leysiel, 26736 Krummhörn

Die Pilsumer Kreuzkirche beeindruckt mit ihrer Größe. Früher war das Gotteshaus auch ein Seezeichen.

„Ostfriesischer Eiffelturm“: Der Campener Leuchtturm

Wenn dich Leuchttürme faszinieren, solltest du unbedingt ein paar Kilometer weiter nach Campen fahren, denn dort steht mit 65,30 Meter Höhe der höchste Leuchtturm Deutschlands. Er wurde 1889 erbaut. Ein wenig erinnert er an eine Weltraumrakete oder an den Pariser Eiffelturm. Kein Zufall. Das Fachwerk der beiden Türme besteht aus genieteten Eisenteilen – damals eine architektonische Neuheit.

Zunächst haben Dampfmaschinen den notwendigen Strom für das Licht erzeugt, später kamen Dieselmotoren dazu. Einer davon stammt von 1906 und steht heute noch funktionsfähig im Maschinenraum.

Wenn du magst, kannst du 308 Stufen bis zur unteren Galerie des Turms hinaufschnaufen. Die Mühe lohnt sich: An klaren Tagen blickst du bis nach Borkum und über die Krummhörn hinweg nach Emden.

Ein stählerner Riese ist der Campener Leuchtturm. Wer sich die vielen Stufen hinaufmüht, wird mit einem tollen Ausblick belohnt.

Unten wieder angelangt, stehen dir die Türen des Seezeichengartens offen. Hier werden unter anderem Tonnen, Baken und Bojen ausgestellt und Informationen über die Schifffahrt an der Nordseeküste vermittelt.

Adresse: Leuchtturmstraße 5, 26736 Krummhörn; Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 17 Uhr

Tipp für Familien: Kinder können zum Leuchtturmhilfswerter werden und erhalten nach Bestehen verschiedener Aufgaben und Fragen ein schickes Diplom.