Wenn im Sommer die Sonne vom Himmel knallt, dann lassen viele Urlauberinnen und Urlauber die Hüllen fallen. So lässt sich die Hitze besser aushalten, eine schöne Sommerbräune gibt’s obendrauf und einigen gibt das auch schlicht ein Gefühl von Freiheit.

Aber „oben ohne“ oder gar nackt sonnen ist längst nicht in allen Ländern erlaubt, ebenso wenig wie der Stadtbummel im Bikini. Wir verraten, wo FKK und knappe Kleidung gestattet sind – und wo zu viel nackte Haut Reisenden hohe Geldstrafen oder sogar einen unfreiwilligen Aufenthalt im Gefängnis beschert. 

Dänemark

Nacktbaden ist an dänischen Stränden weit verbreitet. Auch an Stränden, die nicht offiziell als FKK-Strand ausgewiesen sind, darfst du in Dänemark ohne Kleidung in der Sonne liegen. Trotzdem solltest du dann natürlich Rücksicht nehmen und Abstand zu den Strandgästen halten, die sich mit der Freikörperkultur vielleicht unwohl fühlen.

Es gibt nur wenige Stellen in Dänemark, an denen FKK ausdrücklich verboten ist. Dort findest du allerdings entsprechende Hinweise. Ausdrücklich erlaubt dagegen ist FKK an den offiziellen FKK-Stränden. Auf der Insel Anholt findest du sogar einen Nudistenstrand, der die ganze Insel umschließt. Einmal im Jahr findet beim Roskilde-Festival außerdem das Nacktrennen statt, bei dem Frauen und Männer nur in Schuhen um die Wette sprinten.

Wenn du ein Ferienhaus gemietet hast, darfst du dort selbstverständlich ebenfalls nackt herumlaufen. Außerhalb der privaten Räume ist Nacktheit immer dann verboten, wenn sie andere belästigt. Wenn du eine öffentliche Sauna besuchst, solltest du allerdings unbedingt Badekleidung tragen. Nackt zu saunieren ist in Dänemark nämlich nicht üblich.

Deutschland

Auch in Deutschland ist nackt sein grundsätzlich nicht verboten. Nackig oder oben ohne durch die Stadt spazieren solltest du trotzdem nicht. Denn immer, wenn sich andere Menschen daran stören, gilt Nacktheit nach Paragraf 118 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten als „Belästigung der Allgemeinheit“. Für diese Ordnungswidrigkeiten kann dich eine Geldbuße zwischen 5 und 1000 Euro treffen.

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Auf der ganz sicheren Seite dagegen bist du natürlich am FKK-Strand. Von denen gibt es an der Nord- und der Ostsee sowie an Seen in Deutschland so einige.

Aber auch an anderen Abschnitten des Strandes musst du meistens nicht mit Folgen rechnen, wenn du nackt ins Wasser gehst. Allerdings gilt auch hier: Wenn sich jemand davon gestört fühlt, ist ein Bußgeld theoretisch möglich.

FKK-Strand auf der Insel Fehmarn an der Ostsee in Deutschland.

Dubai

Oben ohne oder gar FKK ist in Dubai verboten, denn es ist ein muslimisches Land, wenn auch mittlerweile relativ liberal. Wer sich nackt in der Öffentlichkeit zeigt, kann daher mit Geldstrafen oder Gefängnisstrafen belegt werden.

Auch nicht gern gesehen: im Bikini oder in der Badehose durch die Straßen laufen. Wenn du den Strand verlässt, solltest du dir deine Straßenkleidung also wieder anziehen.

Neben zu viel nackter Haut solltest du außerdem Küssen und den Austausch anderer Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit vermeiden. Das kann als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet werden.

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Frankreich

In Frankreich ist oben ohne am Strand generell nicht verboten. Einige Strände und Gemeinden haben allerdings Sonderregelungen erlassen. Am Pariser Stadtstrand Paris Plage beispielsweise zahlen Strandbesucherinnen und ‑besucher eine Strafe, wenn sie sich nackt, im String-Tanga oder oben ohne sonnen. 

An anderen Orten in Frankreich genießen Anhängerinnen und Anhänger der Freikörperkultur dagegen viel Freiheit, zum Beispiel am Cap d’Agde. Dort befindet sich das größte Naturisten-Zentrum der Welt mit Nacktbadestränden und einer ganzen FKK-Stadt mit Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen, Friseursalons, Restaurants sowie mehreren Schwimmbädern.

Cap d’Agde in Frankreich: Eines der größten FKK-Zentren der Welt.

Griechenland

Griechenlands Kultur ist orthodox geprägt und damit eher konservativ. Beim Sonnen oder Baden die Hüllen fallen zu lassen ist in dem beliebten Urlaubsland daher nicht gern gesehen. Auch FKK ist bislang verboten.

Es gibt allerdings vor allem auf den griechischen Inseln einige ausgewiesene Strände, an denen das Nacktbaden toleriert wird. Wenn du einen Urlaub mit FKK planst, solltest du dich vorher informieren, wo du diese Strände findest. Ein Beispiel ist der Paradise Beach auf der Insel Mykonos, der regelmäßig unter den beliebtesten FKK-Stränden landet. 

Ansonsten gilt: Achte auf dein Umfeld, passe dich an die Bestimmungen vor Ort an und frage im Zweifel im Hotel nach, wo du oben ohne oder ganz nackt baden darfst.

Italien

Italienerinnen und Italiener schätzen es, wenn Gäste in der Stadt nicht allzu viel nackte Haut zeigen. In Venedig beispielsweise ist es laut Fremdenverkehrsamt Enit sogar verboten, in der Stadt mit freiem Oberkörper oder im Bikinioberteil herumzulaufen. 

Der Canal Grand in Venedig – ein Stadtbummel im Bikini ist hier nicht erlaubt.

Die Kleidung muss mindestens die Schultern bedecken. Wer sich nicht an die Kleiderordnung hält, bekommt einen Platzverweis oder sogar ein Bußgeld aufgebrummt. Auch auf Capri, auf Ischia und in Positano sind Badeanzüge und freie Oberkörper in der Stadt tabu.

Am Strand dagegen wird es in der Regel geduldet, wenn sich Besucherinnen ohne Bikinioberteil sonnen. Dabei sollten sie allerdings Rücksicht auf die anderen Strandgäste nehmen.

FKK ist allerdings nur an ausgewiesenen Stränden in Italien erlaubt – und von denen gibt es sehr wenige. Sogar Kinder dürfen an den übrigen Stränden eigentlich nicht ohne Kleidung herumlaufen. Wer sich trotzdem nackt zeigt, der kann dafür ordentlich zur Kasse gebeten werden.

Türkei

Sich oben ohne zu sonnen oder gar nackt zu baden ist in der Türkei grundsätzlich verboten. Wer sich trotzdem am Strand entkleidet und erwischt wird, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Wer unbedingt einen FKK-Urlaub in der Türkei verbringen möchte, kann sich nach speziellen FKK-Clubanlagen umschauen. Es gibt einige wenige derartige Anlagen, auf denen sich Besucherinnen und Besucher nicht nur am Pool, sondern auch an den abgetrennten Strandabschnitten unbekleidet sonnen dürfen.

„Abseits der touristischen Badestrände empfiehlt es sich, das Verhalten und die Kleidung den lokalen Gepflogenheiten anzupassen“, schreibt das Auswärtige Amt. Vor allem Touristinnen und Touristen, die religiöse Stätten wie eine Moschee besichtigen möchten, sollten Schultern, Arme und Beine bedecken. Das gilt für Männer und für Frauen.

Spanien

Wer im Bikini oder in der Badehose durch die Stadtzentren flaniert, wird in mehreren spanischen Städten kräftig zur Kasse gebeten. In Barcelona beispielsweise wurde „Nacktheit auf öffentlichen Plätzen“ 2011 verboten. Auch an vielen Stränden auf Mallorca riskieren Badegästinnen und Badegäste, die außerhalb der Strandbereiche in Badeklamotten unterwegs sind, eine Strafe. Es drohen Bußgelder von bis zu 500 Euro.

Nacktbaden ist zudem in ganz Spanien verboten. Wer dabei erwischt wird, muss bis zu 300 Euro Strafe zahlen. Allerdings gibt es einige ausgewiesene Strände, an denen die Hüllen fallen dürfen.

Hinweisschild zum FKK-Strand auf Gran Canaria.

Kroatien

Ähnlich wie in Deutschland gilt auch in Kroatien: Du darfst am Strand oben ohne in der Adria-Sonne brutzeln oder nackt ins Wasser hüpfen, solange du Rücksicht auf deine Mitmenschen nimmst. Außerdem gibt es eine Menge speziell ausgeschilderter FKK-Strände, an denen das Nacktsein ausdrücklich erlaubt ist. 

Entfernst du dich vom Strand, solltest du dir aber etwas überziehen. Auf der kroatischen Ferieninsel Hvar beispielsweise ist es seit 2017 verboten, in Badekleidung durch die Städte zu laufen. Wer sich in den historischen Gemeinden der Insel nur in Badehose oder Bikini zeigt, muss mit bis zu 600 Euro Strafe rechnen.

Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent solltest du auf zu viel nackte Haut lieber verzichten. In vielen afrikanischen Ländern ist es generell verboten, sich oben ohne oder nackt zu zeigen.

In Kenia beispielsweise droht eine Gefängnisstrafe bei zu viel nackter Haut, ebenso in Ägypten. Dort kann sogar ein knapper Bikini auf Missfallen stoßen.

Asien

Zu viel nackte Haut solltest du auch in Asien nicht zeigen. So ist FKK und oben ohne beispielsweise in Thailand und Indien verboten. Besonders streng sind muslimisch geprägte Länder wie Indonesien und Malaysia. In Malaysia drohen Besucherinnen und Besuchern bis zu drei Jahre Gefängnis, wenn sie sich nicht an das Verbot halten.

Auch auf der Urlaubsinsel Bali und auf den Malediven ist FKK offiziell nicht erlaubt und wird mit hohen Geldstrafen oder der Ausweisung bestraft.