Herzlich willkommen in der Welt der Staufer, dessen wichtigster Spross – Kaiser Barbarossa – dieses Jahr seinen 900. Geburtstag feiert. Die Staufer waren das mächtige schwäbische Adelsgeschlecht, das in kurzer Zeit Mitte des 12. Jahrhunderts den Gipfel der Macht in Europa erklomm und mehrere römisch-deutsche Kaiser stellte. Und das ebenso schnell 100 Jahre später wieder von der Weltbühne der Geschichte verschwand.

Der Kaiserberg Hohenstaufen erhebt sich aus der Landschaft der Schwäbischen Alb.

Auf der Schwäbischen Alb liegt sein Ursprung. Bei einer Wanderung auf dem Pfad der gut elf Kilometer langen Staufer-Runde kannst du daher nicht nur die Kulturlandschaft der Alb genießen, sondern auch eine spannende Zeitreise unternehmen. Die vom Deutschen Wanderverband als „Kulturerlebnis“ zertifizierte Tour startet bei der Burg Wäscherschloss in Wäschenbeuren, führt durch das wildromantische Beutental und später auf einem sonnigen Pfad über das Naturschutzgebiet Spielburg hinauf zum Hohenstaufen – die Geschichte der Staufer immer im Gepäck.

Was für ein Panorama: Burg Wäscherschloss, die Wiege der Staufer.

Wenn du vor dem Start schon einmal in die Zeit dieses Adelsgeschlechts eintauchen möchtest, lohnt sich ein Besuch auf Burg Wäscherschloss. Die aus den Jahren ab 1220 stammende Burg war Teil der vorgelagerten Befestigung des Hohenstaufen, des bekanntesten der drei sogenannten Kaiserberge. Von hier überblickte man die Stammburg auf dem Berg, von der kaum Ruinen geblieben sind, und etwaige Eindringlinge. Das Innere des Palas hingegen ist erstaunlich wohlig: Man tritt im ersten Stockwerk in einen Saal mit großem Kamin und Bleiglasfenstern und erwartet, dass jeden Moment der Burgherr zu Tisch bittet.

Universitäten und ein neues Rechtssystem

Die Geschichte der Staufer ist übrigens weitestgehend eine von Männern namens Friedrich: Auf Stammvater Friedrich von Beuren folgte ein weiterer Friedrich, der unter anderem Heinrich IV. 1077 auf seinem Gang nach Canossa begleitete und die Burg auf dem Hohenstaufen errichtete. Weltberühmt wurde dann Friedrich I., den man auch als Kaiser Barbarossa kennt. Er ertrank bei einem Kreuzzug fern der Heimat. Bis heute rätselt man, wo er begraben liegt. So konnte der Mythos entstehen, dass der Kaiser noch lebe und zurückkehren werde.

Eine der zahlreichen Stauferstelen mit dem Hohenstaufen im Hintergrund.

Barbarossa dehnte den Machtbereich der Staufer weit aus: Sein Enkel Friedrich II., der in Sizilien aufgewachsen und hochgebildet war, regierte über ein Reich, das sich von Süditalien bis nach Dänemark erstreckte. Die schwäbischen Adelsleute prägten das damalige Europa entscheidend mit: Barbarossa und Friedrich II. gründeten Universitäten und Städte, schufen ein neues Rechtssystem und förderten die höfische Kultur. Der Tod Friedrich II. 1250 markiert aber auch den Anfang vom durch Unruhen und Kämpfe geprägten Ende der Dynastie.

Das Kloster Lorch erzählt nicht nur von den Abenteuern der Staufer, hier liegen auch wichtige Familienmitglieder begraben.

Im eindrucksvollen Kloster Lorch, in dem wichtige Familienmitglieder begraben liegen, kannst du dir die Abenteuer der Staufer bildhaft vergegenwärtigen. Auch die 15 Löwenpfade in der Region ermöglichen es Wanderinnen und Wanderern, das Stauferland kennenzulernen. Das Zeichen dieser Pfade, ein stilisierter Löwenkopf mit grüner Mähne auf weißem Quadrat, begegnet dir unter anderem von Hand gemalt am Fuß der Spielburg.

Der weiß-grüne Löwenkopf ist das Logo der Löwenpfade, zu denen die Staufer-Runde zählt.

Ein Naturparadies am Hohenstaufen

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Spielburg ein riesiger Felsbrocken. Vor Millionen von Jahren war er Teil des Gipfels, brach ab und rutschte den Hohenstaufen hinab. Um den Felsen herum liegt heute ein Naturschutzgebiet. Lilafarbener Salbei und Kornblumen tüpfeln die Wiesen. Knorrige Bäume spenden Schatten und die Luft sirrt vor Insekten und vor Hitze. Auf einer Bank kann man beim Ausblick auf Göppingen Kraft für den Aufstieg auf den Hohenstaufen sammeln. Der Weg ist abwechslungsreich: Mal verläuft er flach und parallel zum Berg, mal schlängelt er sich steil hinauf. Unterwegs wird es stiller, kühler, grüner.

Von der Stammburg auf dem Hohenstaufen sind nur noch Ruinen geblieben.

Auf der Lichtung am Gipfel jedoch ist einiges los: Eine Wandergruppe steht an einer fast drei Meter hohen Stauferstele aus Marmor, die es mittlerweile an vielen Stauferorten gibt. Vor den Ruinen der Stauferburg gibt sich ein Paar das Ja-Wort und vom Gasthaus „himmel & erde“ weht Maultaschen-Duft herüber.

Auf und ab: 372 Höhenmeter gilt es auf der Staufer-Runde zu überwinden.

Etwas abseits genießt man den Ausblick auf die beiden anderen Kaiserberge Rechberg und Stuifen. Sie sind, wie der Hohenstaufen, Zeugenberge der Schwäbischen Alb. So nennt man durch Erosion abgetrennte Teile eines Gebirges. Aber auch der wörtliche Sinn passt. Wurden diese drei Berge doch Zeugen einer Geschichte, die bis heute fasziniert.

Weitere Infos

Mehr Informationen zur Staufer-Runde findest du hier.

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