Temperaturen weit über 30 Grad, Sonne satt und ganz viel Schweiß: In diesen Tagen suchen viele Deutsche Abkühlung im Freibad, Badesee, Teich oder Meer. Und dabei fängt der Sommer in Deutschland erst an. Doch der Badespaß kann ganz schnell verdorben werden – wenn Blaualgen sich vermehren.

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind keine Algen, sondern Bakterien. Die Cyanobakterien finden sich in allen Gewässern, normalerweise besteht aber keine große Gefahr. Doch bei Hitze können sie sich derart vermehren, dass es für Menschen und Tiere gefährlich wird.

Besonders betroffen sind Gewässer, die nur langsam oder gar nicht fließen, wenn wenig Wind herrscht, die Wassertemperatur steigt und das Gewässer nährstoffreich ist. Vor allem bilden sich die Blaualgen-Teppiche in den Uferbereichen.

Aktuelle Deals

Postkarten-Idylle mit Gefahr: Die intensiv grüne Farbe der Talsperre Kriebstein weist auf einen Blaualgen-Befall hin.

So erkennst du Blaualgen

Blaualgen sind grünliche, längliche Gebilde, die einige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche zu finden sind. Anders als ihr Name vermuten lässt, lassen sie Seen oder das Meer also grünlich schimmern. Ist der Blaualgen-Befall ganz stark, verfärbt sich das gesamte Gewässer grün.

Daran können Schwimmerinnen und Schwimmer auch erkennen, ob ein See oder Gewässer mit Blaualgen kontaminiert ist. Wenn ein See normalerweise klar oder blau schimmert und sich plötzlich grün verfärbt, ist Achtung geboten. Das Bundesumweltamt empfiehlt, im Zweifel vorsichtig ins Wasser zu gehen und bei Knietiefe zu schauen, ob man die Füße noch sehen kann. Ist die Sicht frei, besteht keine Gefahr. Sind die Füße nicht zu sehen, sollte aufs Baden verzichtet werden.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Wo kommen Blaualgen vor?

Meistens befallen Blaualgen stehende Gewässer wie Badeseen oder Badeteiche. Ist es über mehrere Tage oder Wochen zu warm, erhitzt sich das Wasser und die Blaualgen können sich vermehren. In manchen Seen und Teichen ist der Nährstoffgehalt auch so hoch, dass es schnell zu Problemen mit Blaualgen kommt, etwa an den Ricklinger Kiesteichen in Hannover, wo regelmäßig Badeverbote ausgesprochen werden. 

Aber auch im Meer kommen Blaualgen vor. Vor drei Jahren trieb beispielsweise ein Blaualgen-Teppich auf der Ostsee bei Dänemark und Schweden, auch Mecklenburg-Vorpommern fürchtete damals einen Blaualgen-Ausbruch an der deutschen Ostsee-Küste. 

Kann ich trotz Blaualgen ins Wasser?

Badeverbote sollten unbedingt eingehalten werden, auch wenn für Menschen durch den Kontakt mit Blaualgen keine Lebensgefahr besteht. Es gibt keine Möglichkeit, sich vor Blaualgen zu schützen – außer, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden. 

Badestätten, die regelmäßig geprüft werden, werden gesperrt, wenn ein zu hohes Aufkommen von Blaualgen gemessen wird. Ansonsten können sich Schwimmerinnen und Schwimmer auch auf der Seite des Bundesumweltamtes über den aktuellen Blaualgen-Stand in den Gewässern ihres Bundeslandes informieren.

Blaualgen kommen vor allem in Ufernähe vor – wer mit den Bakterien in Kontakt kommt, kann Haut-, Schleimhaut- und Magen-Darm-Erkrankungen riskieren.

Was passiert bei Kontakt mit Blaualgen?

Blaualgen sind giftig für Menschen und Tiere. Der Kontakt mit Blaualgen kann zu Hautreizungen und Allergien führen. Besonders unangenehm wird es, wenn Menschen mit Blaualgen verseuchtes Wasser schlucken. Das kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Auch Atemwegsbeschwerden, Kreislaufprobleme, Kopf-, Ohren- und Gliederschmerzen sowie Bindehautentzündungen können durch Blaualgen ausgelöst werden.

Erwachsene haben ein geringeres Risiko, da sie seltener als Kinder Wasser schlucken. Zudem spielen Kinder gerne in Ufernähe, wo Blaualgen am häufigsten vorkommen. 

Für Hunde sind Blaualgen übrigens tödlich. Trinken Hunde mit Blaualgen verseuchtes Wasser, kann es zu Vergiftungserscheinungen wie Speichelbildung und Taumeln führen – und schließlich zum Tod des Tieres. Hunde sollten bei Blaualgen-Warnungen also keinesfalls ins Wasser gelassen werden.

Sind alle Blaualgen giftig?

Nein. Es sind mehrere Tausend verschiedene Arten von Blaualgen bekannt, schreibt das Leibniz-Insitut für Ostseeforschung Warnemünde. Davon würden aber nur rund 40 giftige Stoffe produzieren. Problematisch wird das Gift auch erst, wenn eine hohe Dichte an Blaualgen vorherrscht und sich die Blaualgen-Teppiche bilden.