Vom 18. Juni bis zum 25. September ist Kassel Schauplatz der „Documenta Fifteen“ und damit für rund drei Monate weltweites Zentrum der zeitgenössischen Kunst. 

Ob du die Messe besuchst und eine Pause von Ausstellungsräumen und Installationen brauchst oder auch einfach nach einem Ziel für die nächste Städtereise suchst: Hessens drittgrößte Stadt ist in jedem Fall einen Ausflug wert.

In Kassel findest du jede Menge nette Cafés, kannst in alternativen Läden nach Lust und Laune und mit gutem Gewissen auf Shoppingtour gehen, märchenhafte Welten entdecken oder im Grünen inmitten von prächtigen Parks einfach mal ein paar Stunden entspannen. Wir verraten dir die besten Tipps für einen Städtetrip.

Grünes Kassel: Der Bergpark Wilhelmshöhe

Kassel ist eine der grünsten Städte in Hessen – das Stadtgebiet besteht zu mehr als 60 Prozent aus Parks und Gärten. Mit dem Bergpark Wilhelmshöhe findest du in der Stadt den größten angelegten Bergpark Europas. Seit 2013 gehört er auch zum Unesco-Weltkulturerbe.

Am Hang des Habichtswaldes kannst du auf fürstlichen Spuren durch die barocke Anlage flanieren. Der 560 Hektar große Garten wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Landgraf Karl von Hessen‐Kassel in Auftrag gegeben.

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Er ließ damals auch das Wahrzeichen der Stadt erreichten: die Herkules-Figur, die in 530 Metern Höhe über der Stadt steht und von überall aus zu sehen ist. Von der Besucherplattform aus hast du einen spektakulären Blick auf die Parkanlage und die Stadt Kassel.

Die Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe.

Einen Besuch wert ist auch die künstliche Burgruine Löwenburg. Von Weitem erscheint sie wie eine romantische Ritterburg aus dem Mittelalter. Gebaut wurde sie jedoch erst ab 1793 als Lustschloss für den Kurfürsten Wilhelm I.

Nachdem die Löwenburg zehn Jahre instand gesetzt wurde, öffnet sie in diesem Jahr wieder für Besucherinnen und Besucher. Ab 15. Juli können sie historische Möbel und Gemälde, eine große Waffensammlung, den altertümlich wirkenden Burggarten und den Turnierplatz erkunden.

In den Sommermonaten wartet im Bergpark außerdem ein besonderes Highlight auf dich: Zweimal in der Woche finden dort die historischen Kasseler Wasserspiele statt. Ohne den Einsatz von Pumpen fließen die Wassermassen vom Fuß des Herkules bis zum Schlossteich.

Die Wasserspiele im Unesco-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel funktionieren noch wie im 18. Jahrhundert.

Buntes Kassel: Street-Art und Kunstwerke in der Stadt

Kassel punktet nicht nur während der Documenta mit Kunst und Kultur in den Museen, sondern das ganze Jahr über in der gesamten Stadt. Bedeutende Kunstwerke vergangener Ausstellungen prägen heute das Stadtbild, wie die berühmten „7000 Eichen“ von Josef Beuys oder das heimliche Wahrzeichen Kassels: „Man walking to the sky“ von Jonathan Borowski.

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Das Fridericianum in Kassel mit dem ersten und dem letzten Baum aus dem Projekt „7000 Eichen“.

Über die Plattform „izi Travel“ kannst du dir kostenlose Audiotouren aufs Smartphone herunterladen, die dich zu den neunzehn Kunstwerken führen. Zur Wahl stehen die Rundgänge „Friedrichsplatz“, „Staatspark Karlsaue“ und „Stadtraum“, bei denen du Hintergrundinformationen zu den Künstlerinnen und Künstlern bekommst.

Auf der Plattform findest du außerdem eine Audiotour zur Street-Art in Kassel, denn dafür sind das Kasseler Schillerviertel und die Nordstadt besonders bekannt. In den vergangenen Jahren haben sie sich in eine Freiluft-Galerie für Street-Art verwandelt.

Graffito an einer Hausecke in Kassel.

Auf der vier Kilometer langen Route entdeckst du in etwa zwei Stunden die kreative Seite Kassels mit bunten Unterführungen und großen Graffiti auf Häuserwänden. Der Audioguide stellt dir 26 dieser Kunstwerke und Graffiti-Locations mit Künstlerporträts und Insiderinfos vor.

Märchenhaftes Kassel: Die Grimmwelt

Es war einmal … Wer kennt sie nicht, die Brüder Grimm, bekannt für ihre Kinder- und Hausmärchen? 30 Jahre lang haben die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in Kassel gelebt und gearbeitet. In der Stadt wohnte außerdem die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann, die den Brüdern als Quelle für rund 40 Geschichten gedient haben soll.

In der Straße Schöne Aussicht befindet sich das Wohnhaus der Brüder, auf dem Brüder-Grimm-Platz erinnert ein Denkmal an die bemerkenswerten Sprachwissenschaftler. Und wenn du mehr über die beiden erfahren willst, lohnt sich ein Besuch der Grimmwelt.

Die Grimmwelt in Kassel präsentiert unter anderem eine Sammlung der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen.

In dem interaktiven Museum kannst du mit den berühmten Brüdern in die Vergangenheit reisen. Auf 1600 Quadratmetern gibt es hier unter anderem vier große, künstlerisch gestaltete Märchenräume, ein Multivisionskino mit Verfilmungen der Grimm’schen Märchen, Präsentationen zum „Deutschen Wörterbuch“ und zum Leben der beiden Brüder und einen interaktiven Schimpfwort-Übersetzer.

Von dem Gebäude aus kannst du außerdem über die frei zugängliche Außentreppe aufs Dach steigen und von hier aus eine der schönsten Aussichten über die Stadt genießen.

Leckeres Kassel: Besondere Cafés, Bars und Kneipen

Nach einem Besuch der Grimmwelt oder der Documenta kannst du dich in den vielen besonderen Cafés stärken, die Kassel zu bieten hat. Da wäre zum Beispiel das direkt an die Grimmwelt angeschlossene Falada oder das mehrfach ausgezeichnete Caféhaus Nenninger in der Innenstadt, in denen du eine große Auswahl an hausgemachten Torten bekommst.

Im Kollektiv-Café Kurbad kannst du neben Kaffee und Leckereien auch immer wieder Veranstaltungen wie Konzerte, Poetry-Slams, Filmvorführungen und Tanzworkshops genießen. Draußen gibt es außerdem eine Terrasse über der Fulda, wo du einen entspannten Tag am Wasser verbringen kannst.

Viele hippe Kneipen, kultige Bars und Cafés findest du außerdem im Vorderen Westen – einem der wenigen Viertel in Kassel, die im Zweiten Weltkrieg nicht komplett zerstört wurden.

Und wenn du in der Innenstadt unterwegs bist, lohnt sich ein Zwischenstopp bei der Eisdiele Eislust am Friedrichsplatz. Dort locken ausgefallene Sorten wie Orange-Basilikum und Salzkaramell zum Probieren.

Alternatives Kassel: Fair shoppen im Vorderen Westen

Wenn du nach einer großen Portion Kultur und Natur Lust hast, ein bisschen bummeln zu gehen, findest du an der Königsstraße in der Innenstadt die klassischen Modeketten. Kassel hat darüber hinaus aber auch eine große Auswahl an alternativen Läden mit fair produzierten Produkten zu bieten. Viele von ihnen befinden sich ebenfalls im Szeneviertel Vorderer Westen.

Schreibwaren aus umweltbewussten Materialien oder natürliches Deo findest du zum Beispiel bei Soki. Ein Highlight im Sortiment: Vor Ort kannst du dir knallbunte Boxershorts aus deiner Bettwäsche nähen lassen.

Im Concept Store Prisma verkaufen sieben Frauen selbst designten Schmuck, Porzellan und Biokleidung, im Tee- und Gewürzkontor wird neben einem riesigen Angebot an ausgefallenen Tee- und Gewürzsorten auch Naturkosmetik verkauft und in der Stadtliebe kannst du ausgefallene Souvenirs wie eine handgehäkelte Ahle Wurscht, Herkules-Kerzen oder Postkarten aus Bierdeckeln kaufen.