Blühende Zitrusbäume, Weinreben und römische Ruinen, etwa 65 Grotten und Jachten, die auf dem unwirklich türkisblauen Wasser schaukeln: Willkommen auf Capri. Die im Schlager „Capri-Fischer“ besungene Insel aus Kalkstein liegt im Golf von Neapel und ist sogar in der Mode verewigt. Designerin Sonja de Lennart kam die Idee zu der damals skandalösen Capri-Hose bei einem Spaziergang am italienischen Strand. Auch der Salat Caprese ist nach der Insel benannt.

Capri ist ein Sehnsuchtsziel. Wer die Insel besucht, sollte sich jedoch auch auf hohe Preise einstellen. Denn Capri ist einer der teuersten Orte Süditaliens. Hier zahlt man mindestens das Doppelte von dem, was man sonst in Italien gewohnt ist. Wer trotzdem kommt, wird mit besonderen Ecken auf der Inselschönheit belohnt. Wir zeigen dir unsere Favoriten.

Blick von oben auf den Hafen von Capri.

Übrigens: Autofahren ist Touristinnen und Touristen auf der Insel im Sommer nicht erlaubt. Man bewegt sich per Taxi, Bus oder Seilbahn auf der Insel. Auch Fahrräder sind eine Option. Vom Hafen in Neapel geht es via Fähre oder Katamaran auf die Insel.

Capris schöne Strände

Gleich hinter dem Haupthafen von Capri liegt die Badebucht Marina Grande. Der flach abfallende Strand mit klarem Wasser und hellem Sand, der teilweise von Kies unterbrochen ist, empfängt sonnenhungrige Besucherinnen und Besucher. Liegestühle und Sonnenschirme können gegen Gebühr gemietet werden. 

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Natürlich hat Capri einiges an Stränden zu bieten. Eine schöne Alternative zu Marina Grande ist auch der Bagni di Tiberio auf der Nordseite der Insel. Der Kies- und Sandzugang zum Wasser zog in der Vergangenheit schon Adelige und römische Kaiser an. Und wer es ruhig mag, sucht den kleinen Strand Da Gioia auf. Er wird als romantischster Ort der Insel gehandelt und zieht vor allem verliebte Paare an.

Ob einsam oder trubelig: Auf Capri gibt es für jeden Bedarf den richtigen Strand.

Die Blaue Grotte von Capri

Die Blaue Grotte, auch Grotta Azzurra genannt, im Nordwesten ist eine der bekanntesten Attraktionen der Insel. Sie ist über den Seeweg zu erreichen oder mit dem Bus (Endstation Grotta Azzurra). In der Mittagszeit ist ihr azurblaues Leuchten am intensivsten. In kleinen Booten wird die etwa 52 mal 30 Meter große Höhle befahren. Der Eingang zur Grotte ist ein Nadelöhr: Durch ein nur gut eineinhalb Meter hohes Felsloch schlängeln sich die Boote hinein.

Da fast das gesamte Sonnenlicht erst im Meer reflektiert wird, bevor es in die Grotte gelangt, schimmert das Wasser hier blau. Übrigens: Schwimmen ist in der Grotte verboten, wer es trotzdem tut, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Das verbotene Bad in der Grotte, das 2019 Heidi Klum und Tom Kaulitz bei ihrer Hochzeitsfeier nahmen, soll ein Bußgeld von 6000 Euro nach sich gezogen haben. 

Mit kleinen Booten geht es durch den schmalen Eingang der Grotte in die blau gefärbte Wasserwelt.

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Scala Fenicia – Capris 900-Stufen-Treppe

Bis 1877 war die Scala Fenicia, die phönizische Treppe aus dem siebten Jahrhundert vor Christus, die einzige Verbindung zwischen Marina Grande und Anacapri auf dem oberen Teil der Insel. Die 900 Stufen der steilen Steintreppe sind eine sportliche Herausforderung, aber die Umgebung entschädigt für einiges: Gärten und Weinberge säumen den Weg.

Vom Monte Solaro (589 Meter) kannst du den Blick auf das Meer und die Insel genießen.

Und etwa auf der Mitte des Treppenwegs stößt du auf die alte Seemannskapelle Sant’Antonio di Padova. Der Kirchplatz bietet schattige Plätze für eine Rast. Das Ziel ist Anacapri am Ende des Aufstiegs. Von hier aus lohnt es sich, den Sessellift zu nehmen und auf den Monte Solaro zu fahren. Der Panoramablick entschädigt für die Strapazen.

Anacapri – die Alternative zu Capri

Anacapri im oberen Teil der Insel bietet eine tolle Alternative zum Hauptort Capri-Stadt. Enge Altstadtgassen, weiße Häuser und die schöne landschaftliche Umgebung machen den Ort aus. Hier geht es beschaulicher und ruhiger zu als in Capri und auf die Vorzüge einer Stadt muss niemand verzichten: Auch in Anacapri gibt es viele Möglichkeiten zu shoppen und in Bars und Clubs die Nacht zum Tag zu machen. 

Wer über Nacht bleibt, sollte wissen: Hotels und private Unterkünfte auf Capri sind teuer. Auch wenn es in Anacapri selten Unterkünfte unter 100 Euro pro Nacht gibt, ist das immer noch günstiger als in Capri-Stadt.

Anacapri befindet sich 275 Meter über dem Meeresspiegel und ist über eine Panoramastraße mit Capri verbunden.

Giardini di Augusto

Anfang des 20. Jahrhundert legte der deutsche Industrielle Friedrich Alfred Krupp die Gärten an, die erst als Krupp-Gärten bekannt waren und 1989 in Giardini di Augusto, oder: Gärten des Augustus, umbenannt wurden. Der botanische Garten ist terrassenartig angelegt; hier blühen Geranien, Dahlien, Ginster und verschiedene Zierpflanzen um die Wette.

Das eigentliche Highlight der Gärten ist aber sein Panoramablick. Neben der Bucht Marina Piccola kannst du von hier aus auch die berühmte Via Krupp von oben bestaunen. Der Serpentinenpfad, den Krupp anlegen ließ und der über 100 Höhenmeter überwindet, schlängelt sich durch den Felsen. Seit Jahren ist der Weg wegen Steinschlaggefahr geschlossen und kann nur aus dem botanischen Garten von oben bestaunt werden.

Von den Gärten des Augustus aus kann die die gesperrte Via Krupp bewundert werden.

Villa San Michele

Den beeindruckenden Garten und den offenen Blick über das Meer, den die Villa San Michele in Anacapri bietet, genossen schon Oscar Wilde und Rainer Maria Rilke. Ende des 19. Jahrhunderts ließ der Arzt und Schriftsteller Axel Munthe die Villa errichten. Sein Credo: „Mein Haus muss offen sein für Wind und Sonne und die Stimme des Meeres, wie ein griechischer Tempel – und Licht, Licht, Licht überall!“

Die Villa, die heute ein Museum ist, kann täglich besichtigt werden. Und die hübsch angelegten Gärten, Sammlung von Artefakten und die beeindruckende Kulisse lohnen sich. Auf der Dachterrasse der Villa befindet sich ein Café (Achtung: montags geschlossen), das auch ohne Eintrittskarte besucht werden kann. Hier kannst du eine Kleinigkeit essen oder einfach ein Glas Wein mit Panoramablick genießen. 

Villa San Michelle: Gärten, Kunst und Meerblick genießen. Zur Stärkung geht es ins Café auf der Dachterrasse.

Leuchtturm Punta Carena

Der Faro di Punta Carena ist per Bus, Boot oder zu Fuß erreichbar und ist in eine felsige Küstenlandschaft eingebettet. Seit 1867 ist der Leuchtturm im Einsatz, der 28 Meter in den Himmel ragt. Im Inneren führen 132 Stufen bis in die Galerie des Turms. Sein Leuchtfeuer reicht über 46 Kilometer und wird nachts alle drei Sekunden ausgestrahlt. 

Den Sonnenuntergang am Faro di Punta Carena kannst du auch aus einem der umliegenden Lokale bewundern.

Beeindruckend ist auch die Landschaft rund um den Leuchtturm. Zur goldenen Stunde, dem Beginn des Sonnenuntergangs, verbreiten die schroffe Felskulisse und die blühende Mittelmeervegetation eine ganz besondere Stimmung, bei der die Fischer beim Ablegen zum Nachtfischen beobachtet werden können. Dieses Fleckchen von Capri ist auch bei den Einheimischen beliebt und zeigt sich leerer und entspannter als andere Ecken der Insel.