Wer mehr von einer Reise mit nach Hause bringen möchte als unzählige Fotos und volle Speicherkarten, investiert das Geld in schöne Souvenirs. Doch nicht alle davon sind unbedenklich in Gebrauch und Verzehr. Die Verbraucherzentrale Deutschland warnt vor potenziell gefährlichen Reiseandenken aus dem Urlaub.

Lebensmittel: Vorsicht bei Gewürzen, Kräutern und Tee

Betroffen sind unter anderem Gewürze: Bei schwarzem Pfeffer, Paprika- und Chilipulver sowie Kräutern haben Expertinnen und Experten Schimmelpilzgifte und Keime wie Salmonellen oder Kolibakterien festgestellt.

Ein Mann arrangiert seinen Gewürzstand auf dem Basar für seine Kundinnen und Kunden.

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Eine Pfeffermischung habe sich laut Verbraucherzentrale zudem als Mogelpackung entpuppt: Anstatt roter Pfefferkörner waren Paternostererbsen untergemischt. Das sei nicht nur problematisch für den Geschmack, sondern auch wegen des toxischen Inhaltsstoffs Abrin, der zu schweren Vergiftungen führen kann. Die auffälligen Produkte stammten zumeist aus Asien und Afrika, seltener aus Osteuropa, erklärt die Verbraucherzentrale.

Es komme ebenfalls vor, dass Chili, Paprika, Curry und Cayennepfeffer Azo-Farbstoffe beigemischt werden. Sie sind in der EU verboten, da sie krebserregende Stoffe wie Sudanrot oder Rhodamin enthalten. Erkennen oder schmecken kann man das nicht. Sie sollen der Ware eine intensivere Farbe geben. 

Tee und Gewürze bringen Urlauberinnen und Urlauber gern mit nach Hause.

Weniger auffällig sind die Mogelpackungen aus getrockneten und zerkleinerten Kräutern. Diversen Mischungen hatten Händlerinnen und Händler getrocknete und zerstoßene Olivenblätter beigemischt, dabei sind diese in der EU nicht einmal als Lebensmittel zugelassen.

Honig und Tee: Bienen können Pflanzengifte sammeln

Honig und Tee sind ebenfalls beliebte Souvenirs, doch auch hier sei Vorsicht geboten. Sie können laut Verbraucherzentrale Anteile von Wirkstoffen aus Giftpflanzen enthalten, die Bienen mit Nektar oder Pollen in den Honig einbringen.

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Betroffen seien vor allem Produkte aus Süd- und Mittelamerika sowie aus der türkischen Schwarzmeerregion. Im Labor wurden Pflanzengifte nachgewiesen, die in bestimmten Rhododendronbüschen vorkommen, die in der Region beheimatet sind.

Wer Honig als Souvenir mitbringt, sollte in einigen Regionen Vorsicht walten lassen.

Die Verbraucherschützerinnen und ‑schützer warnen zudem vor Honig aus den USA, Kanada oder Südamerika. Er kann Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten.

Küchengeräte, Geschirr und Textilien: Hier sollten Urlauberinnen und Urlauber genau hinsehen

Nicht nur Lebensmittel, sondern auch Keramikgefäße, Gläser oder Krüge können gefährliche Inhaltsstoffe an den menschlichen Körper abgeben. Diese oft kunsthandwerklich hergestellten Stücke können zum Teil hohe Schwermetallgehalte enthalten, zum Beispiel Blei. Eine chronische Bleivergiftung kann die Folge sein.

Auch in ayurvedischen Nahrungsergänzungsmitteln aus Südostasien haben Expertinnen und Experten Blei oder auch Arsen gefunden.

Auch an Küchengeräten aus Metall finden die Expertinnen und Experten immer wieder bedenkliche Stoffe. Pizzaschneider, Grillbesteck oder Töpfe können mit zu hohen Mengen Nickel, Kobalt oder Chrom belastet sein. Melamin-Produkte aus Asien können zudem hohe Mengen Formaldehyd, Bisphenol A oder krebserregende Stoffe freisetzen. Betroffen sind auch Bambusartikel, die häufig mit Melamin behandelt werden.

Finger weg von diesen Souvenirs aus der Natur

Nicht nur für die Gesundheit können bestimmte Souvenirs bedenklich sein. Einige haben auch rechtliche Folgen: Vorsicht ist geboten bei Riesenmuscheln und den Häusern bestimmter Schneckenarten, wenn diese unter Artenschutz stehen.

Wer sein Haus zum urigen Cottage umgestalten will, sollte besser nicht auf ein echtes Tigerfell zurückgreifen.

Wer sie dennoch einführt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro rechnen. Wer Urlaub in Italien, Griechenland oder der Türkei macht, sollte außerdem davon absehen, Steine oder Sand vom Strand einzupacken. Es drohen hohe Bußgelder, bei archäologisch bedeutsamen Steinen in Griechenland oder der Türkei sogar Haftstrafen.

Achtung auch bei Jagdtrophäen in Form von geschützten Tierarten (zum Beispiel Elfenbein), exotischen Fellen (zum Beispiel Schlangenleder) und Pelzen sowie lebenden oder ausgestopften Tieren: Dafür benötigen Reisende ein artenschutzrechtliches Dokument.

Auch vermeintlich harmlose Pflanzen, Früchte und Samen dürfen nicht immer bedenkenlos eingeführt werden, auch hierfür ist ein Pflanzengesundheitszeugnis nötig. Die Regierung will damit dem Import von Schädlingen und Pflanzenkrankheiten vorbeugen.

Diese Lebensmittel sind nicht gesundheitsgefährdend, aber ein Tabu im Gepäck

Tabu sind Kartoffeln und diverse Nahrungsergänzungsmittel, für tierische Lebensmittel gibt es ebenfalls Beschränkungen. Verboten im Gepäck sind ebenfalls große Mengen Speisepilze (über zwei Kilogramm). Nicht eingeführt werden dürfen zudem größere Mengen Kaviar (über 125 Gramm) wegen der Gefährdung aller Störarten.