Keine andere Urlaubsart ist so naturverbunden wie das Camping. Umso wichtiger ist es da, auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu achten.

Wer Urlaub mit dem Wohnmobil macht, belastet die Umwelt zwar grundsätzlich deutlich weniger mit CO2 als bei einer Flugreise oder einem Urlaub im Hotel. Dennoch kannst du mit einigen Tricks noch weitere Ressourcen schonen. Mit diesen Experten-Tipps kannst du deinen Campingurlaub nachhaltiger gestalten.

1. Leichtes Reisegepäck, leichter Camper

Schon beim Packen kannst du nachhaltig handeln und das Klima schonen, indem du nur einpackst, was du wirklich benötigst. So sparst du Gewicht und senkst damit den Kraftstoffverbrauch des Wohnmobils oder Campers.

Das fängt bei Kleidungsstücken, festen Shampoos, Duschgels und Waschmittel an und hört bei Lebensmitteln und Getränken auf.

Nahrungsmittel kannst du an deinem Reiseziel regional beispielsweise auf dem Wochenmarkt vor Ort kaufen. Damit sparst du nicht nur Sprit bei der Anreise durch einen leichteren Camper, sondern unterstützt auch die Landwirtschaft in deinem Urlaubsort.

Wer bei Gepäck und Co. spart, spart auch beim Sprit.

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Um den Kraftstoffverbrauch zu senken, hilft es auch, den Schmutzwassertank vor der Abfahrt zu leeren und den Frischwassertank nur minimal zu befüllen, so der ADAC. Auf dem Campingplatz kannst du dann den Frischwassertank komplett auffüllen.

2. Nachhaltige An- und Abreise zum Campingplatz

Runter vom Gas – diese Regel kennen wohl alle Reisende, um Kraftstoff zu sparen. Aber auch ein konstantes Tempo zwischen 90 und 100 Kilometern pro Stunde, rechtzeitiges Schalten, ein optimaler Reifendruck sowie geöffnete Fenster statt einer laufenden Klimaanlage schränken den Spritverbrauch ein, heißt es vom ADAC. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. 

Häufiges Bremsen und Beschleunigen solltest du für einen nachhaltigen Camping-Trip vermeiden.

3. Einen nachhaltigen Campingplatz wählen

Immer mehr Campingplätze legen Wert auf Umweltfreundlichkeit. Daher gibt verschiedene Siegel oder Labels, die solche nachhaltigen Campingplätze auszeichnen.

Ein bekanntes Label vergibt die Initiative für ökologisches Campen, „Ecocamping“. 208 klimafreundliche Camps mit Naturerlebnis-Qualifikation und nachhaltige Glampinganbieter in sieben Ländern tragen dieses bereits. Alle Plätze wurden von der Initiative analysiert, müssen ihre Verbrauchsdaten bezüglich Wasser, Strom und Co. ermitteln und verpflichten sich, die wesentlichen Umweltaspekte stetig zu verbessern.

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Die Einhaltung unter anderem folgender Kriterien überprüft die Organisation regelmäßig:

  • sparsame Verwendung von Wasser
  • effiziente Nutzung erneuerbarer Energie, zum Beispiel Solarenergie
  • umweltschonende Freizeitangebote (Fahrradfahren, E‑Mobilität)
  • vermeiden von Abfall und Einwegartikeln
  • nutzen und verkaufen von regionalen Produkten

Viele der ausgezeichneten Campingplätze schaffen es sogar, einen komplett klimaneutralen Aufenthalt anzubieten, so das Portal Pincamp.

Weitere Institutionen und Einrichtungen, die dir Orientierungshilfe für nachhaltigen Urlaub bieten, sind diese hier: 

4. Ressourcen auf dem Campingplatz schonen

Wie zu Hause solltest du auch auf dem Campingplatz Wasser und Strom nicht unnötig lange verwenden. So sparst du Ressourcen und leistest damit einen Beitrag für die Umwelt. Reduziere also die Zeit unter der Dusche, dreh beim Abwaschen zwischendurch den Wasserhahn zu, lass elektrische Geräte nicht über Nacht laufen und lade sie am besten mit Solarenergie auf.

Auch die Klimaanlage ist ein echter Stromfresser, so der ADAC. Wenn du sie tagsüber nicht nutzt, dann schalte sie am besten aus, und bei Benutzung stell die Temperatur nicht zu hoch oder zu niedrig ein.

Wasser sparen gehört auch beim Camping zum nachhaltigen Reisen dazu.

Statt mit dem Gas- oder Elektrogrill zu grillen, wäre auch ein romantisches Picknick auf dem Platz oder am Strand eine tolle nachhaltige Alternative, empfiehlt das Campingportal „Camping.info“. Am besten mit regionalen Spezialitäten vom örtlichen Wochenmarkt – so kommt bestimmt noch mehr Urlaubsfeeling auf.

Wer dennoch lieber grillen möchte, sollte auf müllintensive Einweggrills verzichten und statt chemischer Grillanzünder solche auf Hanfbasis oder aus Holzwolle nutzen. Alte Eierkartons tun es aber auch.

5. Umweltschädliche Produkte vermeiden

Wer nachhaltig campen will, sollte auch auf giftige und umweltbelastende Sanitärzusätze für die Mobiltoiletten verzichten. „Pincamp“ rät dazu, ausschließlich Produkte mit dem „Blauen Engel“ (RAL-Gütezeichen) zu verwenden – andere Chemikalien würden die Gewässer schwer belasten.

Natürlich solltest du Abwasser und Mobiltoiletten nur an den dafür vorgesehenen Ausgüssen leeren. Gullys sind dafür der falsche Ort. Sie sind für den Ablauf von Regenwasser gedacht, was oft in einen Bach oder See geleitet wird oder im Boden versickert. Aber auch aus hygienischen Gründen ist es sehr wichtig, Ab- und Grauwasser ausschließlich an entsprechend gekennzeichneten Stellen zu entsorgen.

Grauwasser sollte nur an den dafür vorgesehenen Stellen entsorgt werden.

6. Abfall vermeiden oder korrekt entsorgen

Recycling sollte im Alltag und im Campingurlaub selbstverständlich sein. Um die Umwelt zu schonen, hilft es, den Müll vor Ort korrekt zu trennen und zu entsorgen, überflüssige Plastiktüten und Verpackungen zu vermeiden und abfallarm möglichst viele Produkte aus der Urlaubsregion einzukaufen. 

Du bist in einem Land unterwegs, in dem Wildcamping erlaubt ist? Besonders in diesem Fall solltest du keinen Abfall hinterlassen, wenn du weiterfährst. Denn falsch entsorgter Müll kann der lokalen Flora und Fauna ebenso wie anderen Campern und Camperinnen schaden.

Wer noch mehr für die Umwelt tun möchte, kann auch noch einen Schritt weitergehen. Die Fachleute von „Camping.info“ haben folgenden Vorschlag: Sammel doch zum Beispiel beim Wandern durch den Wald in einem Jutebeutel achtlos weggeworfenen Plastikmüll auf. „So verhinderst du, dass umweltschädliche Partikel in den Boden und somit ins Grundwasser und schließlich ins Meer gelangen.“

7. Am Urlaubsort Fahrrad fahren

Um deine Urlaubsregion zu erkunden, ist das Fahrrad das beste Transportmittel. Eigentlich gibt es nur Vorteile: Fahren macht Spaß, ist gesund, du bist teilweise schneller in der nächsten Stadt, entdeckst womöglich einen Geheimpfad, kannst das Rad an fast jeder Straßenecke abstellen, entdeckst die Umgebung viel intensiver als mit dem Auto und es ist sehr umweltfreundlich. Da du so Sprit und damit Geld sparst, kannst du die Scheine in andere Aktivitäten oder Anschaffungen investieren.

Wenn dir der Weg bis zu deinem Ausflugsziel zu weit ist oder das Wetter nicht mitspielt, dann könnten auch die öffentlichen Verkehrsmittel eine kostengünstige Alternative zum Auto oder zum Wohnmobil sein.

Die Urlaubsgegend mit dem Fahrrad zu erkunden macht den Campingurlaub nachhaltiger.

8. Vermeide Einweg-Tüten und ‑Besteck

Besonders bei einer großen Familie oder wenn Freunde mit dabei sind, kommt beim gemeinsamen Essen und Trinken viel Geschirr zusammen. Verwende dabei immer am besten wiederverwendbares Geschirr und Besteck.

Auch wenn Einwegbesteck und ‑geschirr aus Plastik, Trinkhalme, Rührstäbchen und Plastiktüten seit dem 3. Juli 2021 EU-weit nicht mehr produziert werden dürfen, werden sie in Ländern außerhalb der EU oft noch immer verkauft. 

Wiederverwendbare Behälter und Besteck sind nachhaltiger als Plastikgeschirr oder Plastiktüten.

Bei einem Ausflug kannst du zumindest darauf achten, Stofftaschen oder Körbe beim Einkaufen sowie wiederverwendbare Strohhalme, Wasserflaschen und Mehrwegbecher für Heißgetränke bei dir zu haben. Doch informiere dich schon vor deiner Abreise, ob du das Leitungswasser vor Ort bedenkenlos trinken kannst, bevor du deine Wasserflasche unterwegs damit auffüllst.