Wer Luxemburg einmal von Ost nach West durchquert, bringt gerade einmal 57 Kilometer hinter sich, von Nord nach Süd sind es 82 Kilometer. Dank dieser Mini-Maße gehört das Großherzogtum im Herzen Europas zu den kleinsten Staaten der Welt – und hat auf kleinster Fläche dennoch einiges zu bieten!

Du erkundest gern historische Burgen und Altstädte oder willst auf Reisen lieber Naturspektakel wie Wasserfälle und imposante Felsgebilde bestaunen? In Luxemburg kannst du dank geringer Entfernungen beides während eines Urlaubs genießen. Als besonderes Schmankerl lockt im Süden des Landes sogar ein weißer Sandstrand zu einem Badetag am See inmitten grüner Natur. 

Fotogen: Die Altstadt Luxemburgs lädt zu netten Erkundungstouren ein.

Am einfachsten ist es, du suchst dir je nach Geschmack ein Hotel in der Stadt oder auf dem Land und erkundest Luxemburg von dort aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sind im Groherzogtum nämlich für jeden Menschen kostenlos. Einsteigen und los geht’s! 

1. Historische Altstadt Luxemburgs

Wer gut zu Fuß ist, kann die spannendsten Sehenswürigkeiten von Luxemburg-Stadt bestens per pedes erkunden. Los geht’s mit dem ausgiebigen Sightseeing-Spaziergang am Krautmarkt in der Oberstadt, denn dort thront der Großherzogliche Palast.

Dieses imposante Gebäude mit den sehenswerten Türmen trägt diesen Namen nicht nur zur Zierde, er dient tatsächlich als Stadtresidenz der großherzoglichen Familie. Zwischen Mitte Juli bis Ende August kannst du den Palast im Rahmen einer geführten Tour erkunden. 

Die Adolphe-Brücke in Luxemburg ist eine alte Steinbogenbrücke.

Weiter geht’s zum Konstitutionsplatz, an dem du einen Blick auf das Denkmal „Gëlle Fra“ und die Adolphe-Brücke werfen kannst. Sie ist eine der größten Steinbogenbrücken der Welt – und dazu ein geniales Fotomotiv. Ebenfalls in der Altstadt findest du das Bankmuseum, welches in der ehemaligen Schalterhalle des Zentralsitzes der Staatsbank über die Geschichte der Finanzwirtschaft informiert. 

Auch das Bahnhofsviertel ist einen Abstecher wert. Breite Gehwege und prachtvolle Häuser prägen das Bild und erinnern an Paris. Hier findest du genügend Lokale für eine gemütliche Pause mit Café au Lait. 

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Blick auf den Stadtteil Grund in Abendstimmung. Die Sonne zeichnet schöne Farben auf die Wolken.

Dann steht ein Abstecher zum Stadtteil Grund auf dem Plan. Es liegt direkt an der Alzette und lädt zu Spaziergängen am Fluss ein. Darüber hinaus kannst du hier die Abtei Neumünster mit der Johanneskirche besichtigen oder das Nationalmuseum für Naturgeschichte. 

2. Promenade Chemin de la Corniche

Aussicht gefällig? Von den Bock-Kasematten bis zum Gerichtsviertel führt die Promenade Chemin de la Corniche, die immer wieder spektakuläre Anblicke über die Luxemburg-Stadt, die berühmten Kasematten und die grüne Natur gibt. Daher gilt dieser Panoramaweg als einer der beliebtesten Fotospots der luxemburgischen Hauptstadt. 

Schöner Blick auf den Chemin de la Corniche: Auch vom Weg selbst aus bieten sich tolle Ausblicke.

Am Plateau du Saint Esprit bringt ein Aufzug die Reisenden nach der Panorama-Tour wieder zurück in die Unterstadt. 

3. Unter der Erde in den Kasematten

Auch die berühmten Kasematten dürfen bei keiner Luxemburg-Reise fehlen. Dieses Netzwerk aus unterirdischen Gängen wurde im 17. Jahrhundert als Teil einer Wehranlage gebaut. Diese Funktion müssen die Kasematten heute zum Glück nicht mehr erfüllen, daher kannst du jetzt die Gänge als Urlauberin oder Urlauber erkunden.

Blick in die Bock-Kasematten von Luxemburg. Die Tunnel sind insgesamt 23 Kilometer lang.

Wer alles sehen will, braucht etwas Kondition: Die Kasematten schlängeln sich auf insgesamt 23 Kilometern Länge unter der Stadt durch. Früher gab es unten sogar Bäckereien, Werkstätten, Wohnräume und ein Gefängnis – das Großherzogtum wollte für den Notfall vorbereitet sein. 

Die Bock-Kasematten sind aktuell geschlossen, die Petruss-Kasematten kannst du im Rahmen einer geführten Tour (45 Minuten) einige Kilometer weit erwandern. 

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4. Fort Thüngen und Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean

Nördlich der Altstadt führt ein schmaler Pfad durch dichtes Grün, bis hinauf zum Fort Thüngen. Die Ruinen der Festungsanlagen auf dem 18. Jahrhundert beeindrucken mit meterdicken Mauern, hinter denen einst Soldaten Schutz suchten. Wer das Gelände erkundet, findet immer wieder Lücken in der Festungsanlage, die einen tollen Ausblick auf die Stadt ermöglichen. 

Fort Thüngen und das Musee d’Art Moderne liegen in Luxemburg direkt nebeneinander.

Direkt ans Fort schließt sich das Musée Grand-Duc Jean an, in dem vor allem die wichtigsten Werke moderner luxemburgischer Künstlerinnen und Künstler, aber auch internationale Kunstschaffende ihr Werk präsentieren. Neben Malerei gibt es auch Fotografien, Design, Grafiken und architektonische Werke zu entdecken. 

5. Luxemburger Wein

Auch außerhalb der Hauptstadt hat Luxemburg einiges zu bieten! Trotz seiner geringen Größe nennt das Großherzogtum zwei Weinanbaugebiete sein Eigen – zum Glück für alle Freundinnen und Freunde des edlen Tropfens! Viele Weinliebhaberinnen und -liebhaber schätzen den Luxemburger Riesling. Er gilt als gehaltvoll, fruchtig und elegant.

Am häufigsten bauen die Luxemburger Winzerinnen und Winzer allerdings Rivaner an. Hierzulande ist die Rebsorte besser bekannt als Müller-Thurgau. Er zeichnet sich durch seine charakteristischen Moschusnoten aus. 

Reiche Ernte: Weinanbau in Luxemburg.

Bei einer Weinprobe in Luxemburg musst du dich zum Glück nicht für eine Sorte entscheiden. Sowohl in den größeren als auch in vielen kleineren Städten bieten Weingute verschiedene edle Tropfen aus dem eigenen Land an. 

Übrigens: Laut einer Studie des Tourismusbüros des Landes zeigen 64 Prozent der Weintouristinnen und -touristen eine besondere Verbundenheit mit der Natur, dem Wandern (44 Prozent) und dem Radsport (23 Prozent). Wie gut, dass hinter den Weinbergen stets ein schöner Flusslauf oder ein Wald warten – so können die Reisenden an einem Tag gleich beider Leidenschaften fröhnen. 

6. Wanden in faszinierenden Landschaften: Müllerthal

Outdoorfans aufgepasst: Luxemburg verfügt über eines der dichtesten Netze an Wanderwegen in ganz Europa. Sie führen durch abwechslungsreiche und teils noch ursprüngliche Landschaften. Als besonders schön gilt der Müllerthal-Trail. Über 112 Kilometer führt er durch bizarre Felsformationen, moosige Wälder und urige Bachtäler. Aussichtspunkte und kulturelle Stätten wie historische Burgen liegen ebenfalls auf oder am Weg. 

Der Müllerthal-Trail führt an spannenden Felsformationen dabei.

Die drei Touren verbinden die Städte Echternach, Consdorf und Waldbilig über Rundwanderwege. Wer nur einen oder zwei Tage Zeit hat, kann sich also nur seinen Favoriten-Pfad vornehmen – und die anderen Strecken während des nächsten Urlaubs erwandern. 

Wer sich lieber kürzere Routen vornimmt, darf den Wanderweg Manternacher Fiels nicht verpassen: Er führt auf 11,5 Kilometern vorbei an uralten Bäumen, seltenen Pflanzen und sanften Bachläufen. Am Ende kannst du entspannt in den Zug steigen und zum Ausgangspunkt zurückfahren. Dank kostenlosem ÖPNV musst du dafür nichts bezahlen. 

7. Echternach

Wenn du schon auf dem Müllenthal-Trail unterwegs bist, solltest du dem Städtchen Echternach einen Besuch abstatten. Es ist die Hauptstadt der Region Müllerthal und zugleich die älteste Stadt Luxemburgs! Bekannt ist Echternach für das Abteimuseum, die römische Villa, die St.-Wilibrord-Basilika und das Kulturzentrum Trifolion. 

Zur Springprozession reisen viele Urlauberinnen und Urlauber nach Echternach, doch das Städtchen lohnt auch abseits davon für einen Besuch.

Ein Höhepunkt ist auch die Echternacher Springprozession: Immer am Dienstag nach Pfingsten treffen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser religiösen Prozession, um zu Polkamelodien in Reihen durch die Straßen des Städtchens zu „springen“. Nicht nur für religiöse Menschen ist diese Tradition ein besonderes Schauspiel, inzwischen gehört sie zum immateriellen Kulturerbe des Landes. 

8. Schloss Vianden

Das Schloss Vianden gehört zu den bedeutendesten Baudenkmälern Europas. Vom elften bis zum 14. Jahrhundert entstand dieses beeindruckende Schloss auf den Fundamenten eines römischen Kastells und diente bis zum 15. Jahrhundert als Wohnsitz der mächtigen Grafen von Vianden. Viele mächtige Familien nannten das Gebäude anschließend ihr Eigen, bis es im 20. Jahrhundert schließlich dem Verfall preisgegeben war. 

Schloss Vianden gehört zu den Top-Ausflugszielen Luxemburgs.

Davon ist heute zum Glück nichts mehr zu sehen, denn das Schloss wurde restauriert und lädt heute Besucherinnen und Besucher zu ausgiebigen Erkundungstouren ein. Im Besucherzentrum erfährst du Näheres zur spannenden Geschichte der Burg, ehe du auch die Außenanlagen mit Brunnen, Krypta und alter Küche durchschreitest. 

Auch das Städtchen Vianden selbst ist sehenswert: Ein Bummel durch die engen Altstadtgassen lädt zum Genießen ein. 

9. Das Tal der sieben Schlösser

Schloss Vianden genügt dir nicht? Kein Problem, im Eischtal verzaubern dich weitere beeindruckende Steinbauten! Sieben Burgen und Schlösser liegen hier dicht beieinander: die Burg Fockeschlass und das Gréiweschlass in Koerich, die Burg Septfontaines, die Burg Hollenfels, die Burg Ansemburg, das Schloss Ansemburg sowie das Schloss in Mersch.

Wanderfans aufgepasst: Wer diese sieben Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden will, folgt dem 37 Kilometer langen Wanderweg „Tal der sieben Schlösser“. Achtung: Nicht alle Schlösser sind für Besucherinnen und Besucher geöffnet, manche kannst du nur von außen bestaunen. 

10. Badespaß in Luxemburg

Auch auf Strand-Feeling muss in Luxemburg niemand verzichten, dafür sorgen die 21 Naturbadestellen im Großherzogtum. Einen schönen Baggersee mit weißem Sandstrand, umgeben von Bäumen und grünen Wiesen, finden Wasserratten im Süden des Landes bei Remerschen. 

Das Haff Reimich zählt zu den schönsten Landschaften Luxemburgs.

In einer alten Kiesgrube im Naturpark Haff Réimich liegt der See. Heute schätzen ihn Erholungssuchende, Schwimmerinnen und Schwimmer sowie Angelfans gleichermaßen, denn für jede Leidenschaft gibt es den passenden Uferabschnitt. Beachvolleyballfelder sowie Restaurants sind ebenfalls vorhanden. 

11. Industriegeschichte in Belval

Das Stadtviertel Belval im Westen von Esch-sur-Alzette zeigt, dass historische Industriekultur auch modernen Charme verbreiten kann: Einige stählerne Ungetüme des alten Werks ragen bis heute in die Lüfte, umgeben sind sie von vielen modernsten Gebäuden. Denn inzwischen gehen hier nicht mehr die schweißgebadeten Arbeiterinnen und Arbeiter ein und aus, sondern Studierende, denn hier befindet sich heute ein Standort der Luxemburger Uni. 

Die Hochöfen der alten Schwerindustrie von Belval kannst du heute ohne Rußflecken auf deiner Kleidung besichtigen, denn sie sind stillgelegt.

Auch Reisende zieht es nach Belval, denn den historischen Hochofen kannst du im Rahmen einer geführten Tour kennenlernen. Dabei lernst du nicht nur die wichtigsten Facts über die Stahlindustrie Luxemburgs, sondern kannst oben vom Hochofen aus die herrliche Aussicht über Belval und Umgebung genießen.