Klein heißt nicht immer, dass die Vielfalt leidet: Wer im Urlaub gern zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist und viel sehen will, der sollte in eines der kleinsten Länder der Welt reisen. Hier kommst du teilweise in wenigen Gehminuten von einem Ende ans andere! Trotzdem warten in den kleinsten Ländern der Welt zahlreiche touristische Highlights – von sagenumwobenen Höhlen bis zu Traumstränden und historischen Gebäuden. 

1. Vatikan

Ein Staat mitten in der Hauptstadt eines anderen Landes – das klingt absurd, ist aber Realität. Der Vatikan ist flächenmäßig der kleinste Staat der Welt und befindet sich mitten in Rom in Italien. Etwas mehr als 800 Menschen leben im Vatikan, was das Land mit 0,44 Quadratkilometern nicht nur zum flächenmäßig kleinsten weltweit macht, sondern auch was die Einwohnerzahl angeht. 

Ein Staat mitten in der Hauptstadt eines anderen Staates – das ist der Vatikan, das kleinste Land der Welt.

Dennoch ist der Vatikan ein beliebtes Tourismusziel – und wird deutlich häufiger besucht als andere Destinationen in dieser Liste. Knapp fünf Millionen Menschen kommen jedes Jahr in den Vatikan und überschreiten die physisch nicht vorhandene Grenze zwischen Italien und dem Zwergstaat. Zu den größten Sehenswürdigkeiten zählt der Petersdom, Sitz des Papstes, sowie die päpstliche Kunstsammlung in den Vatikanischen Museen.

2. Monaco

Ein weiterer Stadtstaat in Europa schafft es auf Platz zwei: Monaco, dessen Fläche nur zwei Quadratkilometer beträgt. Das Fürstentum an der französischen Küste ist vor allem bekannt für Luxus.

Im Jachthafen von Monte Carlo können Reisende riesige und superteure Schiffe bestaunen und abends ihr Geld in einem der zahlreichen Casinos verspielen – beeindruckend ist vor allem das Casino von Monte Carlo, das auch schon als Filmkulisse für diverse Hollywood-Produktionen diente.

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Monaco ist als Ort der Superreichen bekannt geworden. Hier kannst du Jachten bestaunen und im Casino spielen.

Tagsüber können Neugierige das Casino besuchen und die prunkvollen Säle des Belle-Époque-Baus bestaunen oder die Aussicht genießen. Noch besser ist die aber von der Altstadt des Zwergstaates, Le Rocher, die auf einem 60 Meter hohen Felsen thront. Auch sehenswert ist der botanische Garten Jardin Exotique mit seiner Tropfsteinhöhle.

3. Nauru

Der pazifische Inselstaat Nauru gehört zu den kleinsten Ländern der Welt mit nur 21 Quadratkilometern Fläche. Doch trotz der geringen Größe befinden sich allerlei Sehenswürdigkeiten auf der Koralleninsel. Von Nauru aus kannst du auch wunderbar die Unterwasserwelt erkunden, da das Wasser nicht kälter als 24 Grad wird, sind hier die seltenen blauen Korallen zu finden. 

Der pazifische Inselstaat Nauru gilt als Naturparadies.

Der beliebteste Strand ist die Anibare-Bucht mit ihrem feinen, weißen Sand. Hier können Reisende schwimmen, Schnorchel- und Tauchtouren beginnen oder aber surfen. Die Buada-Lagune zählt zu den Highlights der Insel, ebenso wie die durch die Phosphor-Industrie entstandene Mondlandschaft und der Moqua Well, ein unterirdischer See.

4. Tuvalu

Tuvalu ist nicht nur sehr klein (26 Quadratkilometer Fläche), sondern auch sehr untouristisch. 2018 besuchten nur 2700 Touristinnen und Touristen den pazifischen Inselstaat. Damit ist Tuvalu das am wenigsten bereiste Land Ozeaniens und im gesamten Land, das aus neun Inseln und Atollen besteht, gibt es nur sechs Hotels.

Weißer Sand, sattgrüne Palmen und glasklares Wasser: Das findet man auf dem zu Tuvalu gehörenden Atoll Funafuti.

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Wer nach Tuvalu reist, findet viel Natur und Ursprünglichkeit. In den Atollen leben zahlreiche Korallen, die beim Schnorcheln und Tauchen erkundet werden können. 

5. San Marino

Italien umschließt nicht nur den Vatikan, sondern auch einen weiteren Zwergstaat: San Marino. Das nur 61 Quadratkilometer große Land gilt als älteste bewohnte Republik der Welt und hat allerlei Kultur- und Geschichts-Denkmäler zu bieten. Wer spektakuläre Ausblicke liebt, kann diese vor allem von der Altstadt aus haben. Hinauf kannst du recht bequem kommen: Nimm einfach die Seilbahn, die von Borgo Maggiore aus hinauffährt. 

Von der Altstadt von San Marino aus lässt es sich hervorragend in die umliegende Berglandschaft schauen.

Die Altstadt von San Marino wurde auf einem Felskamm des Monte Titano erbaut und ist Unesco-Weltkulturerbe. Zentral liegt die Piazza della Libertà mit einem der wichtigsten Gebäude des Landes: dem Palazzo Pubblico, der Rathaus und Regierungsgebäude in einem ist. Unbedingt ansehen solltest du die Wahrzeichen von San Marino, die drei Wehrtürme Guaita, Cesta und Montale. 

6. Liechtenstein

Auch in Europa gibt es noch Orte, die wenig besucht werden. Gut, in Liechtenstein könnte das auch daran liegen, dass das Land mit 160 Quadratkilometern schlicht sehr klein ist! Dennoch: Liechtenstein wurde 2018 von knapp 100.000 Touristinnen und Touristen aufgesucht – das ist der Negativrekord in Europa. Dennoch sind 100.000 ob der Größe (und einer Einwohnerzahl von 40.000) nicht wenig.

Das Schloss Vaduz ist ein Wahrzeichen von Liechtenstein.

Wer nach Liechtenstein kommt, kann viel Natur und Kultur erleben. Das deutschsprachige Land zwischen Österreich und der Schweiz bezaubert mit seinem Alpen-Panorama. Es gibt zahlreiche Wanderwege in den Bergen (Ausschau halten nach Murmeltieren!) und im Winter kannst du die Skigebiete des Fürstentums nutzen. 

7. Marshallinseln

Aus rund 1000 einzelnen Inseln besteht der Staat Marshallinseln in Ozeanien. Trotz dieser beeindruckenden Anzahl beträgt die Fläche der Marshallinseln nur 181 Quadratkilometer, was sie zum siebtkleinsten Land der Welt macht. Und zu einem der gefährdetsten: Da die Inseln im Schnitt nur zwei Meter aus dem Wasser ragen, sind sie durch den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. 

Die Marshallinseln warten mit jeder Menge Natur auf Touristinnen und Touristen.

Zu den beliebtesten Zielen auf den Marshallinseln gehört das Arno-Atoll mit traumhaften Stränden sowie der Laura Beach auf dem Majuro-Atoll, wo auch die Hauptstadt Majuro zu finden ist. Wer sich für das Leben von Einheimischen interessiert, besucht die Copra- und Seifenfabrik Topolar. Bei einer Tour lernst du, wie Copra (getrocknetes Kokosfleisch) zu Seife und Kokos-Produkten verarbeitet wird. 

Ach ja, seit 1996 ist auch das Bikini-Atoll für Tourismus geöffnet. Das Atoll wurde wegen der Atomwaffentests der USA weltbekannt. Weite Teile der Inseln wurden zerstört. Heute kannst du nicht nur das Atoll besichtigen, sondern vor allem Tauchausflüge rund um das Bikini-Atoll machen. Es gilt als einer der besten Orte der Welt fürs Wracktauchen. 

8. Cookinseln

Im Südpazifik befinden sich die 15 Inseln, die zusammen den Staat Cookinseln bilden – auf einer Gesamtfläche von 236 Quadratkilometern. Vor allem Menschen, die wunderschöne Strände mit feinem, weißem Sand und türkisfarbenem, warmem Wasser mögen, sind hier richtig, denn die Cookinseln haben einige der idyllischsten Strände der Welt. 

Die Lagune Muri Beach bietet tolle Fotomotive für Urlaubende auf den Cookinseln.

Highlights sind die pittoresken Strände von One Foot Island, die angeblich romantischste Insel der Welt, Suwarrow, sowie die malerische Muri Lagune auf der Hauptinsel Rarotonga, die den Südseetraum wahr werden lassen. Ein beliebtes Fotomotiv ist auch der aus der Landschaft steil 413 Meter herausragende Felsen Te Rua Manga. Im Nationalmuseum lernst du die traditionelle Lebensweise der Insulanerinnen und Insulaner kennen. 

9. Niue

Schon einmal vom Inselstaat Niue gehört? Die Insel, die aus einem erloschenen Vulkan und Korallenkalkstein besteht, ist nur 260 Quadratkilometer groß und liegt im Pazifik, geografisch gehört sie zu Ozeanien. Nicht einmal 1800 Menschen leben auf Niue, damit bleibt viel unberührtes Land für Touristinnen und Touristen. 

Niue hat nur noch rund 1800 Einwohnerinnen und Einwohner – so bleibt viel Platz für Touristinnen und Touristen, die die Naturschönheiten kennenlernen wollen.

Sehenswert ist vor allem die Unterwasserwelt: Das Meer ist hier so klar und sauber, dass Taucherinnen und Taucher eine Sicht von bis zu 40 Metern haben. Die Höhlen von Vaikono Chasm und Togo Chasm sind gut zu Fuß zu erkunden, das Kliff Arches of Talava bietet mit seinen Höhlen ein perfektes Fotomotiv und zur Abwechslung machst du eine Tour durch den Regenwald Huvalu. 

10. St. Kitts und Nevis

Vom Pazifik in die Karibik: Der kleinste karibische Inselstaat ist St. Kitts und Nevis mit einer Fläche von 261 Quadratkilometern – also nur unwesentlich größer als Niue. Pinneys Beach (Nevis) und die Bucht von Frigate (St. Kitts) gehören zu den beliebtesten Stränden, aber auch Kultur- und Geschichtsfans kommen auf den beiden Inseln auf ihre Kosten. 

Der Karibikstaat St. Kitts und Nevis ist das kleinste Land Amerikas, hat aber dennoch einige Sehenswürdigkeiten, etwa den botanischen Garten von Nevis.

Wer nicht viel Zeit hat, aber die Hauptinsel St. Kitts kennenlernen möchte, bucht eine Fahrt mit St. Kitts Scenic Railway und erlebt eine dreistündige Panorama-Fahrt mit dem Zug über die Insel. Einen Stopp sollten Reisende in der Altstadt sowie bei der Festung Brimstone Hill Fortress einlegen.

Die meisten Touristinnen und Touristen kommen nur für einen Tag auf die Insel, fahren abends mit dem Kreuzfahrtschiff weiter – und lassen damit die Schwesterinsel Nevis aus. Dort kannst du aber wunderbar in der Natur wandern, etwa auf den Nevis Peak mit 985 Metern Höhe, umgeben von altem Wald, oder du besuchst einen der zahlreichen Strände im „Land des schönen Wassers“, wie die ersten Bewohnerinnen und Bewohner die Insel nannten, oder spazierst durch den botanischen Garten.

11. Malediven

Die Malediven sind nebst dem Vatikan der touristisch am meisten erschlossene Zwergstaat und der kleinste Staat Asiens. Vor der Pandemie kamen 1,7 Millionen Menschen in den 298 Quadratkilometer großen Staat, der aus 1200 Inseln (300 bebaut) besteht.

Die Malediven bieten Traumstrände und eine bunte, beeindruckende Unterwasserwelt.

Die Malediven sind zum einen für die traumhaften Strände mit feinem, weißem Sand und kristallklarem Wasser bekannt. Doch zu den großen Highlights zählt auch die Unterwasserwelt. Beim Schnorcheln und Tauchen können Reisende Korallenriffe, Haie und Schildkröten bestaunen.