Der Juni ist da und damit die Zeit, in der deutschlandweit das 9-Euro-Ticket gilt. Jetzt heißt es, die schönsten Ziele zu finden. Das Bundesland Bayern hat dabei eine breite Palette an Möglichkeiten zu bieten. Je nach Stimmung und Interesse kannst du einfach drauflosfahren.

Seen aus der Eiszeit, Museen voll Fantasie, ein Abstecher ins Nachbarland, Gruseliges zur Hexenverbrennung oder doch lieber ein Barfußweg mit Kneippbad? Mit dem 9‑Euro-Ticket musst du dich zum Glück nicht mehr entscheiden und kannst einfach alle Ziele ansteuern. 

Lokschuppen Rosenheim 

Im Lokschuppen kannst du der Hitze des Sommers entfliehen, denn hier ist momentan die Eiszeit das große Thema des Ausstellungszentrums. Auf 1500 Quadratmetern bietet die Ausstellung mit Originalfunden, Tierrekonstruktionen, Präparaten, Repliken und Skeletten eindrucksvolle Einblicke in die letzte Kaltzeit. 

Mit dem 9‑Euro-Ticket in die Eiszeit fahren: Das ist im Ausstellungszentrum Lokschuppen in Rosenheim möglich.

Das Museum befindet sich 900 Meter entfernt vom Bahnhof Rosenheim in einem ehemaligen Maschinenhaus der Eisenbahn. Nach der Ausstellung lohnt sich ein Abstecher zum historischen Max-Josefs-Platz, der architektonisch sowie kulinarisch einiges bietet. Ab München dauert die Anreise nach Rosenheim etwa eine Stunde und zwanzig Minuten. 

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Schlösser und Burgruinen

Vom Münchner Hauptbahnhof geht es in etwas über zwei Stunden zum Hauptbahnhof Füssen und dann weiter mit dem Bus der Linie 73. Die Haltestelle Neuschwanstein ist der Zielpunkt mit Optionen: Entweder steuerst du das weltbekannte Schloss Neuschwanstein an, oder du wählst die etwas weniger bekannte Variante und wanderst in 30 Minuten zum Schloss Hohenschwangau. 

Die Wanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg führt durch malerische Landschaften.

Wer stattdessen imposante Burganlagen erkunden möchte, steigt von München kommend eine Station vor Füssen aus. Vom Bahnhof Weizern-Hopferau führt eine etwa drei Kilometer lange Wanderung zu den Burgruinen Eisenberg und Hohenfreyberg, die wunderschön in die malerische Landschaft des Allgäuer Voralpenlandes eingebettet sind. 

Städtetrip nach Österreich

Ja, es geht. Unter bestimmten Bedingungen kannst du mit dem 9‑Euro-Ticket auch ins Ausland reisen. Wer die Bayerische Regionalbahn nutzt, darf damit bis Salzburg fahren. Die Stadt am Fuß der Ostalpen bietet für einen Städtetrip vielen Möglichkeiten. In der Altstadt ist die Getreidegasse das Must-see. Mode, Tradition und eine ganz eigene Architektur kommen hier zusammen. Achte mal auf die Fenster, sie werden ab dem ersten Stock immer kleiner. 

In der Getreidegasse von Salzburg kannst du auf Mozarts Spuren wandeln.

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Und natürlich ist Salzburg besonders stolz auf seinen weltbekannten Komponisten. In der Getreidegasse Nummer neun steht das Geburtshaus von Mozart, das heute zu den meistbesuchten Museen Österreichs gehört. Danach geht es in die Konditorei Fürst in der Brodgasse 13. Hier kannst du die 1890 erfundene Original-Mozartkugel probieren. 

Landsberg am Lech

In unter einer Stunde gelangst du vom Münchner Hauptbahnhof nach Landsberg am Lech. Der mittelalterliche Ort beeindruckt mit einer romantischen Altstadtkulisse. Neben dem alten Rathaus aus dem 18. Jahrhundert sind auch der Schmalzturm aus dem 13. Jahrhundert und das Hexenviertel sehenswert. Man munkelt, eine rothaarige Malerin (Hexe!) habe zum Namen von Letztgenanntem geführt.

Am schönen Lech gelegen: Landsberg am Lech bietet eine malerische Altstadt und tolle Natur im Umland.

Wer Kontakt zur Natur sucht, findet diese im Lechpark Pössinger Au. Der Wildpark ist vom Bahnhof aus in dreißig Minuten zu erreichen und zeichnet sich durch frei laufende Rehe und Hirsche, ein Wildschweingehege und eine Wald- und Wiesenlandschaft aus. Der Eintritt ist frei und Besucherinnen und Besucher erwartet ein Naturlehrpfad, ein Barfußweg mit Kneippbad und ein Wasserspielplatz. 

Eggstätt-Hemhofer Seenplatte

Gut eine Stunde entfernt vom Münchner Hauptbahnhof wird Bad Endorf erreicht. Die Gemeinde liegt zwischen Chiemsee und Simssee und gilt als Tor zum Chiemgau. Die Eggstätter Seenplatte mit ihren 18 Einzelseen, allesamt ein Überbleibsel der letzten Eiszeit, kann von hier aus erkundet werden. 

Traumhafte Natur und das Zuhause von 80 Prozent aller Libellenarten Europas: Die Eggstätter Seenplatte.

Eine empfehlenswerte Tour ist beispielsweise die dreistündige Seenplatte-Wanderung (ausgeschildert als Seenplatte-Rundweg). Dafür nimmst du ab dem Bahnhof Bad Endorf die Buslinie 9511 (fährt sonntags nicht!) bis Hartmannsberg, dort geht es los. An ausgewiesenen Stellen ist auch das Baden erlaubt.

Der Klassiker: Bayreuth

Von München über Nürnberg nach Bayreuth zu fahren dauert gute drei Stunden und gehört sicherlich nicht zu den Geheimtipps. Es lohnt sich daher, die typischen Stoßzeiten wie das Wochenende und Ferienzeiten im Blick zu behalten und nach Möglichkeit zu meiden. Dann aber fasziniert die Stadt, die für ihre Richard-Wagner-Festspiele international bekannt ist. 

Bei dem Bayreuther Festspielhaus hat Richard Wagner noch selbst den Grundstein gelegt. Das Opernhaus auf dem Grünen Hügel gilt in Bezug auf die Akustik als eines der besten der Welt. Daneben entdeckst du in Bayreuth auch das Markgräfliche Opernhaus, das zum Unesco-Weltkulturerbe gehört, das Neue Schloss und das zum Richard-Wagner-Museum gehörige Haus Wahnfried. 

Bernried am Starnberger See

Circa 40 Minuten trennen den Münchner Hauptbahnhof von Bernried am Starnberger See. Allein schon der Blick auf den fünftgrößten See Deutschlands ist eine Reise wert, doch in Bernried gibt es noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel das Schloss Höhenried, das man zwar nicht von innen besichtigen darf, aber gemütlich im Schlosspark zu flanieren ist erlaubt. Teil des Parks ist auch ein Wildgehege, in dem schon seit Jahrzehnten weiße Hirsche ein Zuhause finden.

Ebenfalls sehenswert: Das Buchheim-Museum der Phantasie. Das Museum liegt malerisch direkt am See und bereits die Parkanlage, in der es sich befindet, ist mit fantasievollen Skulpturen gestaltet. Im Inneren des modernen Kunstmuseums gibt es noch bis Ende September 2022 die Ausstellung „Rudi Hurzlmeier. Das weite Feld der Unvernunft“ über den gleichnamigen Münchner Cartoonisten.

Dinkelsbühl

Vom Münchner Hauptbahnhof zum ZOB / Schwedenwiese in Dinkelsbühl vergehen durchschnittlich um die vier Stunden, je nach Verbindung. Der kleine Ort Dinkelsbühl mit seinen gut 12.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist besonders stolz darauf, dass ihm der „Focus“ einst den Titel „Schönste Altstadt Deutschlands“ verlieh. Kein Wunder beim Blick auf das spätmittelalterliche Stadtbild.

Mit dem 9‑Euro-Ticket nach Dinkelsbühl und in Kleinstadtflair, Fachwerkidyll und Geschichte eintauchen.

75 Prozent der Häuser der Altstadt sind über 350 Jahre alt. Und neben der Architektur warten andere Relikte der Vergangenheit. So kannst du in Dinkelsbühl auch einem dunklen Kapitel der Vergangenheit nachgehen. Im Haus der Geschichte werden in der Dokumentation zur Hexenverfolgung zwischen 1430 und 1700 auch die Fälle der Stadt beleuchtet. 

Wer danach schrittweise den Kopf frei bekommen möchte, findet im Mutschachwald vor den Toren der Stadt alles, was er oder sie braucht. Das beliebte Wander- und Naherholungsgebiet ist ein Paradies für Spechte, Eulen und Uhus. Der mit einem grünen Punkt markierte Wanderweg führt auch an einer Kneippanlage entlang.