Möwen segeln hier und da über den Hafen von Neuharlingersiel. Ihr Kreischen klingt schrill, als ob sie damit einen Leckerbissen erschrecken und in ihren Schnabel locken könnten. Angebote dafür gäbe es genug, etwa fangfrischen Fisch aus der Nordsee, den die Kutter an Land bringen.

Fest vertäut rund ums Hafenbecken schaukeln die bunten Fischerboote auf dem Wasser – bei Ebbe liegen sie natürlich trocken. Wie hoch auch immer gerade die Tide ist: Die Boote im gut 1000 Einwohnerinnen und Einwohner kleinen Hafenort Neuharlingersiel sind ein beliebtes Fotomotiv – auch bei den Reisenden, die es meist eiligen Schrittes zur Fähre Richtung Spiekeroog zieht.

Der Hafen – das Fenster zum Meer

Während die Zahl der Touristinnen und Touristen in den letzten Jahren möglicherweise zunimmt, ist die Zahl der aktiven Fisch- und Krabbenkutter im Ort definitiv um die Hälfte gesunken.

Zwei Bronzefiguren des Künstlers Hans-Christian Petersen machen auf diese Situation aufmerksam: Der Altfischer schaut sorgenvoll über den Hafen hinaus ins Weite, während sein junger Kollege dem Hafen seinen Rücken zuwendet und die Besucher freundlich anlächelt – inzwischen ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv vom Neuharlingersieler Hafen.

Aktuelle Deals

Der Hafen von Neuharlingersiel.

Wenn du magst, kannst in der daneben stehenden Spendenbox die örtlichen Fischer finanziell unterstützen.

Seit mindestens 1693 wird Fischerei in Neuharlingersiel betrieben – so wurde es urkundlich erstmals beschrieben und damit zählt der Fischerort zu den ältesten an der Nordseeküste. Er entstand durch Eindeichungsmaßnahmen der Harlebucht. Anfangs gab es hier nur ein paar Häuser. Doch schnell entwickelte sich Neuharlingersiel zu einem Hafen- und Sielort.

Ostfriesentee, Krabbenbrötchen und mehr

Schön ist es hier: Rund um den schmalen Hafen mit seinen auf dem Wasser tänzelnden Schiffen, gesäumt von Giebelhäusern, flanieren die Besucherinnen und Besucher. Von den vielen Sitzbänken entlang der Hafenmauer aus lässt sich das muntere Treiben gut beobachten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anzeige

Sonntagvormittags kann man dazu regionale Shantychöre singen hören, und vielleicht genießt du dabei ein Krabbenbrötchen – frisch vom Kutter natürlich. Oder du fährst gleich mit auf See und schaust beim Fangen zu. Mehr dazu liest du bei unseren Sightseeingtipps.

Krabbenkutter im Hafen von Neuharlingersiel.

Wenn du die Hafenszenerie bei Schietwetter etwas gemütlicher bei Kaffee, Ostfriesentee und Kuchen beobachten magst, ist dein Ziel das Café Strömhuus (Am Hafen Ost 18). Von seinem Türmchen aus kannst du prima über Hafen und Watt schauen.

Neuharlingersiel: Ab auf Erkundungstour!

Gut gestärkt kannst du die Umgebung von Neuharlingersiel erkunden. Ortsteile wie Seriem, Altharlingersiel und Ostbense gehören dazu. Das geht natürlich prima per Rad. Dabei folgst du bestimmt auch den Sielen, den verschließbaren Gewässerdurchlässen, die den Ort durchziehen und teilweise von Brücken überspannt sind. Hollandfeeling pur.

Schöne Aussichten auf dem Radrundkurs Fehnroute in Neuharlingersiel.

Film ab – Drehort Neuharlingersiel

Die Schönheit des beschaulichen Ortes haben auch Filmproduzenten entdeckt. So wurden in Neuharlingersiel in den vergangenen Jahren mehrere TV-Filme produziert, darunter der Kinderfilm „Der Seehund von Sanderoog“, zwei Staffeln der ZDF-Fernsehserie „Doktor Martin“ sowie ein Teil des Films „Bermuda-Dreieck Nordsee“ mit Hannes Jaenicke.

Gesundheitsfördernder Nordseematsch

Neuharlingersiel erstreckt sich entlang des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, welches seit 2009 zudem zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. Neben der einzigartigen Natur und dem Tierbestand liegt direkt am Strand ein natürliches Heilmittel: der Schlick.

Dank seiner wohltuenden Wirkung bei Hautkrankheiten und Bewegungsschmerzen wird er für Thalassoanwendungen, darunter Massagen, verwendet. Kein Wunder also, dass Neuharlingersiel seit 1979 ein Nordseebad und seit 1996 ein staatlich anerkanntes Nordseeheilbad ist. Die frische Meeresluft tut natürlich ein Übriges. Viele Anwendungen kannst du unter anderem im Badewerk buchen.

Übernachten in Neuharlingersiel

Unterkünfte findest du hier reichlich, von Hotels über Pensionen, Ferienhäuser und ‑wohnungen bis zum Campingplatz in Strandnähe sowie einer Jugendherberge und Bauern- und Ferienhöfen in der Umgebung.

Neuharlingersiel: Anreise und Mobilität

Erreicht werden kann Neuharlingersiel auf verschiedene Arten. Per Auto geht es von Bremen aus in Richtung Oldenburg, dann auf die A29 Richtung Wilhelmshaven (Abfahrt 5), die B210 Jever – Wittmund (zu den Nordseebädern). Über Jever und Carolinensiel kommst du zum Ziel.

Auf der A31 über Meppen nach Emden (Abfahrt 3), dann über Aurich und Esens kannst du ebenfalls mit dem Auto anreisen.

Die Anreise per Bahn erfolgt über Norden oder Esens. Ein Linienbus verbindet die Bahnhöfe mit Neuharlingersiel.
Den Ort und das Umland erkundest du am besten mit dem Rad. Das Radwegenetz ist hervorragend ausgebaut.