Anders als die meisten anderen Flüsse ist der Lech noch weitestgehend unreguliert und gilt damit als letzter echter „Wildfluss“ in Deutschland. Seine Lebensreise beginnt in Vorarlberg in Österreich. Von dort strömt das Wasser aus dem Lechgletscher die Alpen hinab und bahnt sich seinen Weg durch das Lechtal bis nach Füssen. Erst dort wird der Fluss von Staumauern in ruhigere Bahnen gezwungen und fließt über Augsburg schließlich zur Mündung in die Donau.

Neue Radroute führt 244 Kilometer flussaufwärts 

Damit Touristinnen und Touristen die Magie des Flusses hautnah erleben können, wurde nun eine ausgebaute Radroute entlang des Lechs eröffnet. Die 244 Kilometer lange Strecke verläuft über 1200 Höhenmeter und teilt sich in fünf ausgeschilderte Etappen auf. Reine Fahrtzeit: knapp 18 Stunden.

Offizielle Feierstunde am Lech: Planer und Sponsoren eröffnen den 244 Kilometer langen Lechradweg.

Die Strecke ist nach Angaben des Allgäuer Tourismusbüros für „Biker jeder Kondition“ und auf einzelnen Etappen auch für Handbiker geeignet. Für Sehbehinderte wurden 35 sogenannte Lauschpunkte installiert, die Wissenswertes über die Landschaft, Wirtschaft, Wasserkraft und über die Geschichte des Lechs erzählen.

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Etappe 1: Von Marxheim bis Augsburg

Der Lechradweg beginnt dort, wo der Verlauf des Lechs endet: an der Donau-Münung bei Marxheim. Von dort führt der Radweg über eine Donaubrücke zur Pfarrkirche in Niederschönenfeld und über ein Vogelschutzgebiet am Feldheimer Stausee bis zur Stadt Rain, die sich mit schönen Häusern, einem Rathaus im Rokoko-Stil und dem Wittelsbacher Schloss schmückt.

Das Wasserkraftwerk Langweid am Lechkanal zählt zu den Denkmälern des historischen Augsburger Wassermanagement-Systems.

Radfahrerinnen und Radfahrer fahren dann über einen Nebenfluss des Lechs durch Auenwälder über Meitingen zu einem historischen Wasserkraftwerk in Langweid. In Gersthofen stößt die Route wieder auf den Lech und führt über das Naturschutzgebiet Firnhaberauheide im Norden Augsburgs zum ersten Endpunkt in Lechhausen. 

  • Länge der Etappe: 48,6 Kilometer
  • Fahrtzeit: 3 Stunden und 20 Minuten
  • Sehenswürdigkeiten: 7
  • Hoch: 83 Höhenmeter
  • Runter: 6 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: 2/6

Etappe 2: Von Augsburg nach Landsberg

Für Tag zwei des Lechradweges sollten Fahradfahrerinnen und Fahrradfahrer Bade-Klamotten einpacken. Die Route führt zunächst zu einem Stauwehr und führt dann nach Augsburg hinein. Nach einem Zwischenstopp an der Kanu-Strecke am Eiskanal folgt die erste Bademöglichkeit: der Kuhsee mit Badestelle, Spielplatz und Grillmöglichkeit.

Sonnenuntergang am Mandichosee: Das idyllische Gewässer liegt auf der zweiten Etappe des Lechradweges.

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Danach geht es weiter zum Auensee und zum Mandichosee, bevor das einzigartige „Augsburger Wassermanagement-System“ (Unesco-Weltkulturerbe) und ein schöner Rastplatz an der Assisikapelle kurz vor Prittriching erreicht werden. Das letzte Stück der zweiten Etappe endet nach einer Fahrt durch ein Biberrevier und einem Zwischenstopp an einer Fischaufstiegsanlage in Landsberg am Lech.

  • Länge der Etappe: 46,4 Kilometer
  • Fahrtzeit: 3 Stunden und 10 Minuten
  • Sehenswürdigkeiten: 4
  • Hoch: 149 Höhenmeter 
  • Runter: 31 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: 2/6

Etappe 3: Von Landsberg nach Lechbruck

Auf der dritten Etappe zeigt sich Bayern von seiner historischen Seite. Von der Altstadt in Landsberg radeln die Tourenfahrerinnen und Tourenfahrer durch den Wildpark Pössinger Au zum ehemaligen Flößerdorf Pitzling, in dem einst Flöße zum Transport von Baumstämmen auf dem Lech gebaut wurden.

Die dritte Etappe des Lechradweges startet in Landsberg am Lech.

Nach der Fahrt durch ein Waldgebiet erreicht die Route die St.-Johann-Baptist-Kapelle in Stadl, bevor es weiter zu einem römischen Museum in Epfach geht. Die Strecke verläuft dann über ein weiteres Flößerdorf und durch das Naturschutzgebiet Schönach zur Altstadt von Schongau, wo der Fernradweg „Via Claudia Augusta“ kreuzt. Highlight der dritten Etappe: ein Abstecher zur Litzauer Schleife, wo sich der Lech idyllisch um eine Kurve schlängelt. Danach geht es über Bruggen und Dessau zum Etappenziel in Lechbruck.

  • Länge der Etappe: 57,5 Kilometer
  • Fahrtzeit: 4 Stunden und 20 Minuten
  • Sehenswürdigkeiten: 4
  • Hoch: 404 Höhenmeter
  • Runter: 263 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: 4/6

Etappe 4: Von Lechbruck nach Weißenach

Ab Lechbruck, ebenfalls ein frühres Flößerei-Zentrum, haben Radfahrerinnen und Radfahrer stets das Alpenpanorama vor Augen. Über den Premer Lechsee geht es zum Staudamm des Kraftwerkes Roßhaupte, dann über die Tiefentalbrücke weiter nach Dietringen und über Osterreinen zum idyllischen Forggensee, von dem man in den fernen Bergen bereits Schloss Neuschwanstein sehen kann.

Naturidylle am Lechsee: Auf der vierten Etappe haben Radfahrerinnen und Radfahrer die Alpen vor Augen.

Wer Lust auf etwas Abwechslung hat, kann von Osterreinen mit dem Schiff zum nächsten Zwischenziel, dem Bootshafen von Füssen, abkürzen. Nach einem Stopp in der Füssener Altstadt folgt das nächste Etappenhighlight: der Lechfall. Über ein Stauwerk aus dem 18. Jahrhundert fällt der Fluss über fünf Stufen in eine enge Klamm.

Highlight auf der vierten Etappe: Der Lechfall bei Füssen.

Die Alpen rücken nun immer näher. Nach der Überquerung der österreichischen Grenze passieren Radfahrerinnen und Radfahrer idyllische Wiesen und Auenwälder, bevor es entlang des nun zopfförmig verlaufenden Lechs über die malerischen Orte Hinterbichl, Reutte, Lechaschau und Höfen zum Zielort in Weißenbach geht. 

  • Länge der Etappe: 46,1 Kilometer
  • Fahrtzeit: 2 Stunden und 30 Minuten
  • Sehenswürdigkeiten: 4
  • Hoch: 304 Höhenmeter
  • Runter: 118 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: 3/6

Etappe 5: Weißenbach bis Steeg

Die letzte Etappe des Lechradweges ist zugleich die spektakulärste. Denn ab Weißenbach wird das Rauschen des Lechs immer lauter und der Flusslauf immer wilder. Von Weißenbach starten Radlerinnen und Radler in das von Bergen umringte Lechtal. Von einem weiteren Badesee geht es in ein schönes Almgebiet bis zur Foracher Hängebrücke, von der sich eine tolle Aussicht auf den wilden Fluss und die dahinter liegenden Berge bietet. Danach zeigt sich der Zufluss des noch wilderen Schwarzwasserbaches.

Auf der letzten Etappe führt eine Hängebrücke über den türkisblauen Lech.

Entlang des Lechzopfes geht es dann in Richtung des malerischen Dorfes Vorderhornbach weiter. Am Fuß der Alpen führt die Strecke über Klimm und einen Kiefernwald bei Häselgehr zu einer traditionellen Holzschnitzerei in Elbigenalp. Auf diesem letzten Abschnitt bis nach Steeg wird mehrmals die Flussseite gewechselt – wer noch ausreichend Kraft in den Beinen hat, sollte sich einen Abstecher ist das malerische Dorf Holzgau nicht entgehen lassen und sich auf die 110 Meter hohe Fußgänger-Hängebrücke wagen.

  • Länge der Etappe: 43,7 Kilometer
  • Fahrtzeit: 3 Stunden und 20 Minuten
  • Sehenswürdigkeiten: 3
  • Hoch: 272 Höhenmeter
  • Runter: 15 Höhenmeter
  • Schwierigkeit: 2/6

Service: Digitaler Reiseassistent zeigt 80 Unterkünfte

Am Lechradweg gibt es nach Angaben der Tourenplaner 80 „radfreundliche“ Unterkünfte, 30 Reparaturstationen und acht Ladesäulen für E-Bikes. Alle Infos sowie Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungstipps sollen ab 30. Juni mithilfe eines „digitalen Reiseassistenten“ auf dem Smartphone abrufbar sein.