Neuharlingersiel kennt man als Starthafen für die Fahrt nach Spiekeroog. Dabei lohnt sich auch ein Urlaub im Ort selbst. Neben weißem Strand gibt es hier Hafenidyll und mehr zu entdecken.

1. Idyllischer Kutterhafen

Herzstück des kleinen Fischerdorfes Neuharlingersiel ist der Hafen – das Fenster zum Meer, wie die Einheimischen gern sagen. Tatsächlich ist die Nordsee nur wenige Meter entfernt.

Die idyllische Hafenatmosphäre lockt allerlei Besucherinnen und Besucher an. Es wird flaniert, fotografiert und an den Kuttern oder in den Restaurants und Cafés geschlemmt. Von März bis Oktober klingen dann jeden Sonntag noch Seemannslieder über den Hafen.

Fischerboote im Hafen von Neuharlingersiel.

2. Alle an Deck

Derzeit fahren acht Kutter hinaus auf die Nordsee, um Fische und Krabben zu fangen. Mit Glück erwischt du einen Kutter bei der Rückkehr in den Hafen und kannst die Arbeit auf dem Schiff beobachten und vielleicht sogar direkt mit einem der Fischer ins Gespräch kommen.

Einige bieten in der Saison von April bis Oktober fast täglich auch Ausflugsfahrten an. Umgeben von der salzhaltigen Nordseeluft, kommst du bei der Fahrt an den Seehundbänken vorbei und kannst die Tiere beobachten.

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Eine Robbe im Wasser an den Seehundbänken zwischen Langeoog und Spiekeroog.

Oder du steuerst auf Makrelen- und Dorschschwärme zu und angelst welche. Fahrten zu den Nachbarinseln wie Spiekeroog werden ebenfalls angeboten.

Genauere Infos zu den Touren und Fahrzeiten, die tideabhängig sind, findest du an den Infotafeln der Kutterliegeplätze.

3. Museum Rettungsschuppen

Im alten Rettungsschuppen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger am Hafen kannst du eine Ausstellung mit maritimen Rettungsgeräten, Wrackteilen, Schiffsmodellen, historischen Dokumenten und dem alten Motorrettungsboot „Ulrich Steffens“ entdecken.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen regelmäßig durch das Museum. Es ist auch Teil der Ortsführung. Das Museum ist täglich ab 10 Uhr geöffnet.

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4. Fast ein Schloss: Der Sielhof

Vom Hafen führt dich die Straße entlang zum um 1960 neu erbauten Schöpf- und Sielwerk. Direkt dahinter steht der historische Sielhof aus dem 18. Jahrhundert, umgeben von einer schönen Parkanlage. Das Gebäude besitzt würdevollen Schlosscharakter und war einst der Herrensitz der Familie von Eucken-Addenhausen.

Der historische Sielhof.

Heutzutage ist der liebevoll und aufwendig restaurierte Sielhof Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher: In der obersten Etage befindet sich das Haus des Gastes mit einem vielfältigen Kultur- und Kreativangebot, darunter eine Bibliothek und ein Schach- und Spielzimmer.

Im unteren Teil findest du ein Restaurant mit Café samt Wintergarten mit Blick in den Sielhof-Park. Die Kapelle des Sielhofes durften die Dorfbewohnerinnen und ‑bewohner ebenfalls nutzen, da es in Neuharlingersiel keine Kirche gab. Noch heute wird sie für private Hochzeiten und Taufen sowie für öffentliche Andachten und Gottesdienste genutzt.

Mit der Nordsee-Servicecard hast du freien Eintritt in den Sielhof und das Haus des Gastes.

5. Teekränzchen mit Gisela

So klein Neuharlingersiel auch sein mag, so viel gibt es doch über Gott, die Welt und die Neuharlingersielerinnen und Neuharlingersieler zu erfahren und zu schnacken. Am besten ist der Tratsch aus erster Hand einer echten Sielerin. Gisela lädt regelmäßig zu einer Teestunde ins Haus des Gastes im Sielhof ein und berichtet vom Leben im idyllischen Fischerort.

Wie es ist, hier aufzuwachsen, zu leben und „auf dem Siel“ groß zu werden, das hörst beim Genießen von ostfriesischem Tee mit Kuchen. Mit der Nordsee-Servicecard zahlst du 10 Euro, ohne 11 Euro Eintritt pro Person.

6. Erkunden per Audio-Tour

Wenn du unabhängig von den wöchentlich stattfindenden Ortsführungen Neuharlingersiel auf eigene Faust kennenlernen möchtest, kannst du das mit einer Audio-Tour tun. Im eigenen Tempo schlenderst du durch den Ort und erfährst viel Wissenswertes.

Derzeit umfasst die Strecke sechs Stationen, bei denen du stets die Möglichkeit hast, Bilder anzusehen und den gesprochenen Text auf dem Smartphone zu lesen.

Die Stationen kannst du in beliebiger Reihenfolge abgehen. Alles, was du benötigst, ist die kostenlose App „Digiwalk“. Im Suchfeld der App nach „Neuharlingersiel“ suchen und los geht’s.

7. Ab ins Watt

Wenn sich die Nordsee zurückzieht und so den Meeresboden freigibt, offenbart sich das Watt in seiner vollen Größe und Schönheit. Im Juni 2009 wurde das Wattenmeer in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen. Die Fauna und die Flora sind besonders schützenswert und interessant.

Zeit also, dieses einzigartige Biotop zu erkunden – am besten mit einem fachkundigen Führer oder einer fachkundigen Führerin. In Neuharlingersiel werden verschiedene Touren für Groß und Klein angeboten.

Das Wattenmeer – Unesco-Welterbe seit 2009.

Wichtig: Für die Wanderungen solltest du warme Oberbekleidung und Sonnenschutz einpacken. Am besten trägst du Neoprenschuhe, Schnür-Turnschuhe mit Baumwollsocken oder Badeschuhe.

Abhängig von Länge und Strecke durch das Schlickwatt kannst du unterwegs ganz schön aus der Puste kommen. Informiere dich daher besser vorab in der Tourist-Information, welche Tour für dich geeignet ist. Ebenso gibt es hier Auskunft über die Preise und die Dauer der Touren.

Tipp: In sommerlauen, windstillen Nächten schimmert die See mitunter grünlich-silbern. Das ist das sogenannte Meeresleuchten. Auch das kannst du auf einer Führung genauer kennenlernen. Detaillierte Informationen erhältst du ebenfalls in der Tourist-Information.

8. Wandern durch die Salzwiesen

Ein ebenso wichtiges Biotop wie das Watt sind die Salzwiesen. Am Osthafen von Neuharlingersiel vorbei über den Deich Richtung Carolinensiel erstrecken sich die Salzwiesen zwischen dem Wattenmeer und dem Deich.

Salzwiesen entstehen, wenn die Flächen zwischen Meer und Land bei Hochwasser vom salzigen Nordseewasser geflutet werden. Stück für Stück bildet sich eine Schlickschicht, auf der sich dann salzliebende Pflanzen und letztlich auch Tiere ansiedeln.

Unter anderem sind die Salzwiesen Rast-, Nahrungs- und Brutplatz für mehr als 50 Vogelarten. Auf ausgeschilderten Wanderwegen kannst du durch dieses besondere Naturland spazieren.

9. Radtour zur Seriemer Mühle

Mit dem Fahrrad lohnt sich der 2,5 Kilometer lange Ausflug südlich von Neuharlingersiel zur Seriemer Mühle. Sie erinnert in ihrer ländlichen Lage am Kanal Neuharlingersieler Tief und mit ihrem Aussehen an die niederländischen Verwandten.

Und tatsächlich trägt die Mühle im Bautyp einer einstöckigen Galerieholländermühle sogar den holländischen Namen „De Groede Verwagting“ – die gute Erwartung.

Die Seriemer Mühle nahe Neuharlingersiel vor einem blauen Sommerhimmel.

Errichtet wurde die Mühle 1804, sie ist 17 Meter hoch und noch voll funktionstüchtig. Das kannst du dir bei einer kostenlosen Führung genau ansehen, in der Saison täglich von 10 bis 18.30 Uhr.