Man muss nicht erst nach Hawaii reisen, um exotisch anmutende schwarze Strände zu finden. Auch in Europa gibt es diese Kleinode vulkanischen Ursprungs. Neben ihrer natürlichen Schönheit wird dem schwarzen Sand auch eine therapeutische Wirkung nachgesagt. So soll Vulkansand bei Rheuma, Arthrose und Gelenkschmerzen eine lindernde Wirkung haben.

Wir stellen dir sechs beeindruckende Strände in Europa vor, die zwar nicht immer typische Badestrände sind, aber optisch voll in ihren Bann ziehen.

Vorsicht: Wer diese Naturschönheiten besucht, sollte daran denken, dass schwarzer Sand sich noch schneller erhitzt als heller. Am Strand sollte man also immer passendes Schuhwerk dabeihaben. 

Black Sand Beach (Reynisfjara) auf Island

Vulkane, Geysire und Lavafelder prägen die Landschaft Islands. Die Ablagerungen vulkanischer Lava haben auch zu einem der imposantesten Strände Europas geführt: Der schwarze Strand Reynisfjara im Süden Islands nahe der Stadt Vik trifft auf die peitschenden Wellen des Atlantiks und wird von einer faszinierenden Umgebung eingerahmt.

Der schwarze Strand Reynisfjara auf Island liefert ein atemberaubendes Naturschauspiel.

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Übermenschlich große Basaltsäulen und Felsnadeln dominieren das Ufer. Der Legende nach handelt es sich bei den Felsnadeln um versteinerte Trolle und einen Dreimaster. Ein Badestrand ist Reynisfjara nicht, er gilt als gefährlich. Wellen und Flut müssen permanent beobachtet werden. Dafür ist er ein optischer Genuss der Extraklasse.

Playa de Bollullo auf Teneriffa

Der Naturstrand im Norden Teneriffas ist umgeben von einer Steilküste und Vulkangesteinsformationen, die bis ins Wasser reichen. Aufgrund seines schwarzen, feinen Sandes, seines klaren Wassers und der teilweise hohen Wellen ist er bei Sonnenanbeterinnen und Sonnenanbetern sowie Surferinnen und Surfern gleichermaßen beliebt. 

Eine Stunde Fußweg von Puerto de la Cruz entfernt liegt dieses Kleinod: Die Playa de Bollullo.

Bei Reisenden gilt der Strand noch als Geheimtipp, hier tummeln sich vor allem Einheimische. Und die wissen, was gut ist: Der Blick auf Meer und Natur trägt zur sofortigen Entschleunigung bei. Beim Baden ist jedoch Vorsicht geboten: Ist die rote Flagge gehisst, sollte man am Strand bleiben, es drohen gefährliche Unterströmungen.

Du erreichst die Playa de Bollullo gut zu Fuß von Puerto de la Cruz aus bei einem etwa einstündigen Spaziergang mit Blick auf Bananenplantagen und die Insellandschaft.

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Praia dos Moinhos auf den Azoren

Die Insel São Miguel ist eine der neun Vulkaninseln, welche die Azoren bilden. Grün schimmernde Kraterseen, viel Grün und raue Küsten machen die Kulisse auf der größten Azoreninsel aus. In der Nähe des Dorfes Porto Formoso an der Nordküste liegt, eingebettet in das grüne Umland, die beeindruckende Bucht Praia do Moinhos mit ihrem dunklen Sandstrand vulkanischer Herkunft.

Die Praia dos Moinhos auf der Azoreninsel São Miguel liegt inmitten schönster Natur.

In Strandnähe befindet sich eine alte Teeplantage, die einzige Europas. Hier kannst du die Produktion beobachten, Tees probieren und den leckersten am Ende kaufen. Wer mag, kann von hier aus auch ein beeindruckendes Spektakel miterleben: São Miguel ist ein beliebter Ausgangspunkt für Walbeobachtung. Vor allem in den Städtchen Ponta Delgada und Vila Franca do Campo werden verschiedene Touren angeboten.

Playa de los Muertos auf Fuerteventura

Ihr Name klingt zunächst abschreckend: Der Name Strand der Toten, wie die Playa de los Muertos auf Deutsch heißt, geht zurück auf Piratenangriffe in dieser Küstenregion Fuerteventuras, bei der viele Einheimische ihr Leben ließen. Die brutale Vergangenheit ist dem Strand heute nicht mehr anzusehen, wild geht es hier allerdings noch immer zu. 

Schrecklicher Name und schrecklich schöner Anblick: Die Playa de los Muertos auf Fuerteventura.

Die Playa de los Muertos wurde bis heute nicht zum Badestrand gezähmt, dafür sind die Wellen oft zu massiv – und gerade dadurch besonders beeindruckend. Hier toben die rauen Wellen des Atlantiks, die Gischt spritzt in die Höhe und die Naturgewalten sind so am eigenen Körper spürbar.

Besonders schön ist der Strand am Küstenabschnitt beim Fischerdorf Ajuy. Feiner Sand gepaart mit groben Kieseln, türkis leuchtendes Wasser und der stürmische Atlantik lassen einen Besuch des Strandes zum Naturspektakel werden.

Spiaggia Nera auf Vulcano

20 Kilometer entfernt von der Nordküste Siziliens liegt die italienische Insel Vulcano im Mittelmeer. Zuletzt brach der Inselvulkan 1889 aus. In der römischen Mythologie wird erzählt, dass Vulcanus, der römische Gott des Feuers, in dem Vulkan ansässig sei. 

Die Vulkaninsel gehört zu den sieben Liparischen Inseln und bietet gleich mehrere schwarze Strände, die malerisch mit dem Blau des Meeres konkurrieren. Beliebt ist die Insel auch aufgrund ihrer Schwefelschlammbäder, denen eine wohltuende Wirkung nachgesagt wird. Bereits die Römer nutzten sie, um Krankheiten wie Rheuma, Arthrose oder Hautkrankheiten zu behandeln. 

Kamari Beach auf Santorin

Auf der südlichsten Insel der griechischen Kykladen, Santorin, können Reisende etliche schwarze Strände bewundern. Einer davon ist der Kamari Beach. Der schwarze Vulkanstrand entstand 1956 im Zuge eines Erdbebens. Kilometerlang zieht sich der dunkle Kiesstrand an der Küste entlang.

Die Auszeichnung mit der „Blauen Flagge“ und ein gutes gastronomisches Angebot machen den Kamari Beach zu einem beliebten Ziel auf Santorin

Kamari Beach: Die schwarze Schönheit der Strände auf Santorin.

Neben Stränden mit schwarzem Vulkansand und türkisblauem Wasser finden Urlaubende auf Santorin eine weitere Besonderheit: den Roten Strand, Kokkini Ammos genannt.

Eindrucksvolle rote Felsen, schwarze Kiesel und das türkisblaue Meer dienen als beliebte Fotokulisse. Auch Schnorchlerinnen und Schnorchler finden hier gute Bedingungen für ihr Hobby vor. Allerdings ist der Strandabschnitt relativ klein, daher kann es in der Hauptsaison voll werden. Wer auf die Nebensaison ausweichen kann, ist hier klar im Vorteil.