Ein kleines, rotes Holzhaus auf einer Lichtung mitten im Wald, wo Elche die Pflaumen heimlich über Nacht ernten und Hasen immer wieder den Gemüsegarten umgraben.

Mit einer dampfenden Tasse Kaffee spaziere ich wie so oft am Morgen barfuß durch das feuchte Gras vor diesem Holzhaus. Ich mache mich auf Spurensuche nach Hufabdrücken entlang der Böschung zum Pflaumenbaum und angeknabberten Salatblättern ein paar Meter weiter.

Sie sind die kleinen Beweise, dass die Tiere und die Natur unser Grundstück Nacht für Nacht zurückerobern. Das ist gut so, denn das passt genau in das Bild, das ich mir in Gedanken von diesem Ort gemalt hatte – lange bevor ich wissen konnte, dass es ihn wirklich gibt.

Das Haus steht in Småland, dem Bullerbü-Schweden aus Astrid Lindgrens Geschichten.

Reisen auf der Suche nach dem Nirgendwo

Dieses kleine, rote Holzhaus auf der Lichtung mitten im Wald ist ein wahr gewordener Lebenstraum und wahrscheinlich so etwas wie das Resultat jahrelanger Reisen, auf denen zwei Menschen in allen Ländern immer dasselbe gesucht haben: das Nirgendwo.

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Diese zwei Menschen, das sind wir: Franziska und Felix. Ich, Franziska, habe immer schon das Abenteuer rufen hören. Kaum volljährig, führte eine meiner ersten Reisen mit Beduinen durch die Sahara. Irgendwo dort in den Dünen habe ich mein Herz an unseren schönen Planeten verloren und mir geschworen, dass ich niemals aufhören möchte, die wilde Natur zu erkunden.

Es hat damals nicht lange gedauert, da bin ich Felix in die Arme gelaufen. Es hat auch nicht lange gedauert, bis wir ziemlich unzertrennlich waren und gemeinsam in die Welt zogen, immer auf der Suche nach wilden Orten, die wir ganz für uns haben, und nach Menschen, die in der Natur leben, alles über sie zu wissen scheinen und ihr kleines Paradies mit Gästen wie uns teilen.

Ein Traum wird wahr

Was allerdings schon eine Weile gedauert hat – für mich mehr als zehn Jahre, um genau zu sein –, war die Erkenntnis, dass ich diese wilde Natur nicht immer nur auf Reisen erleben will, dass ich das Nirgendwo stattdessen auch zu meinem Zuhause machen möchte und zum Zuhause für andere Menschen, die wie wir diese ruhigen, wilden Orte auf der ganzen Welt suchen.

Das kleine, rote Holzhaus im Wald Schwedens gehört Franziska und Felix.

Wenn ich morgens mit meiner dampfenden Kaffeetasse von diesem Zuhause in den Wald blicke, stockt mir nach wie vor der Atem – und ich kann allzu oft nicht begreifen, dass dieser Traum wahr geworden ist, dass dieses kleine, rote Holzhaus in einem Wald in Schwedens wirklich uns gehört und Småland, das Bullerbü-Schweden aus Astrid Lindgrens Geschichten, sich immer mehr nach Heimkommen anfühlt.

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Vom Gast zur Gastgeberin

Mehrere Monate im Jahr verbringen wir seither mitten im Wald, teilen unser Leben auf zwischen den Chiemgauer Alpen und dem schwedischen Wald.

Ganz nebenbei erfüllt uns dieser wahr gewordene Traum einen zweiten, über den Felix und ich seit Jahren immer wieder sprechen: einen Ort wie diesen mit Reisenden zu teilen, die wie wir inmitten wilder Natur aufwachen wollen.

Wir sind von Gästen in der ganzen Welt zu Gastgebern in Schweden geworden – und vermieten unser Zuhause in Småland immer dann auf Airbnb, wenn wir selbst nicht vor Ort sind. Unsere Gäste sind Alleinreisende, die länger bleiben und unseren Schreibtisch mit Waldblick nutzen, um in der ganzen Welt arbeiten und leben zu können. Pärchen, die gemeinsam durchatmen, und Familien, die das Abenteuer direkt vor der Haustüre haben wollen.

Eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind auf der Suche nach einem Ort, an dem Einfachheit und Abgeschiedenheit der größte Luxus sind, an dem der nächste Nachbar zwei Kilometer entfernt wohnt, dafür Elche, Rehe und Hasen durch den Garten ziehen.

Småland fühlt sich für Franziska immer mehr nach einem Zuhause an.

Das ist ganz erstaunlich, finde ich: dass dieser Ort genau die Menschen anzuziehen scheint, die sich nach dem sehnen, was er zu geben hat, und dass die Gäste allesamt Menschen sind, mit denen auch Felix und ich gern am Lagerfeuer sitzen würden.

Hat man uns vorher gefragt, was wir uns als Gastgeber wünschen, dann war es immer genau das: dass Menschen zu Gast sind, die suchen, was wir suchen.

Ob das in der Realität nicht schwierig sei, das war die Frage, die daraufhin folgte. Meistens haben wir mit einem Schulterzucken geantwortet, sind aber heute, nach den ersten wirklich tollen Erfahrungen selbstsicherer geworden.

Die Gäste zu erreichen, die zu genau dem passen, was man anzubieten hat, das scheint nämlich in der Realität nicht schwieriger als in der Theorie zu sein.

Bullerbü, unsere zweite Heimat

Wir lieben die Region, zwischen deren Wälder, Wiesen und Hügel unser Haus eingebettet liegt: Småland liegt in Südschweden und ist ungefähr so groß wie Nordrhein-Westfalen. Queren wir Småland von seinem südwestlichsten Punkt bis hoch zu seinem nordöstlichsten, sind wir gut 300 Kilometer unterwegs.

Dabei erkunden wir eine dünn besiedelte Naturlandschaft: Während in Småland 24 Menschen auf einem Quadratkilometer leben, sind es in Nordrhein-Westfalen 515.

Was wir stattdessen sehen, sind vor allem Seen: Davon gibt es in Småland mehr als 5000. Wir werden auch merken, dass Småland immer hügeliger wird, je weiter wir in den Norden kommen. Dann haben wir das småländische Hochland erreicht – hier sind die Seen verzweigter, die Hänge steiler, die Felsen höher. Und die Möglichkeiten, die uns diese Natur bietet, die sind schier unendlich.

Endlose Radwege ziehen sich durch die Bullerbü-Landschaft, Paddeltouren führen uns übers Wasser direkt in den Sonnenuntergang, und in der Insellandschaft der Schärenküste können wir uns in einem Labyrinth aus Fels und Wasser immer wieder verlieren.

In dieser Region Schwedens gibt es kaum einen Outdoor-Traum, den wir uns nicht erfüllen können. Und wir hoffen, dass unsere Gäste von alledem so viel wie möglich erleben können, zum Beispiel auch ein paar der Wanderungen, die uns selbst immer wieder am meisten verzaubern.

Der Traum geht weiter

Schon im ersten Jahr als Gastgeber haben wir so großes Gefallen an dieser Rolle gefunden, dass es nicht lange gedauert hat, bis wir unsere Idee immer weiter gesponnen haben: Ab Sommer 2023 wollen wir unser kleines, rotes Holzhaus nämlich nicht nur dann vermieten, wenn wir selbst nicht dort sind, sondern auch Gäste empfangen, die sich den Ort mit uns teilen möchten. Für gemeinsame Abende am Lagerfeuer, Paddeltouren im Schärengarten und unsere liebsten Wanderungen in Småland.

Und um morgens mit einer dampfenden Tasse gemeinsam über das Grundstück zu ziehen.