Pamplona (baskisch: Iruñea oder Iruña) ist die Hauptstadt der Provinz Navarra im Norden Spaniens und ob der alljährlichen Stierläufe im Sommer populär und unbeliebt zugleich. Doch Pamplona hat viele Gesichter: Die Randbezirke sind vom großen VW-Werk und von modernen Wohnanlagen geprägt. Im Zentrum zeigt die Stadt ihr wahres Gesicht.

Die Casco Antiguo, die Altstadt, mit vielen historischen Gebäuden zeugt von der langen Geschichte und Tradition der einst als römische Siedlung gegründeten Stadt. Neben architektonischen Schönheiten gibt es auch Kunst und jede Menge Parks in Pamplona und du kannst auf den Spuren Hemingways wandeln. Wir zeigen dir die schönsten Ecken der Stadt und sagen dir, welche Highlights du entdecken kannst.

Die Festungsanlage von Pamplona

Die Festungsanlage von Pamplona zählt zu den besterhaltenen Europas aus der Zeit der Renaissance. Pamplonas Altstadt wird von einer fünf Kilometer langen Festungsmauer umgeben. Ein Spaziergang an der alten Stadtmauer auf dem Paseo de Ronda liefert imposante Ausblicke auf das architektonische Erbe und die Ausläufer der Pyrenäen. 

Im Zuge der Besichtigung der Festungsanlagen darf die Zitadelle nicht fehlen. Die weitläufige Festung wurde zum Park umfunktioniert. Sie ist in Form eines Fünfecks angelegt und neben den großzügigen Grünanlagen lässt sich in vier historischen Gebäuden auf dem Areal Kunst entdecken.

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Am südöstlichen Rand der Innenstadt Pamplonas liegt die Zitadelle.

Plaza del Castillo

Auf der Plaza del Castillo (deutsch: Schlossplatz) herrscht immer Gewusel. Der Hauptplatz der Altstadt vereint Cafés und Lokale und dient im Sommer als Schauplatz für Kulturevents. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Plaza del Castillo noch eine andere Funktion: Der Platz wurde unter anderem als Stierkampfarena genutzt.

Auch in der Weltliteratur finden Pamplona, der Schlossplatz und das am Platz ansässige Lokal Iruña sich wieder. Schriftsteller Ernest Hemingway entdeckte in den Zwanzigerjahren seine Liebe zu Pamplona und dem Lokal und verewigte diese in seinem Roman „Fiesta“. Ihm zu Ehren wurden unter anderem eine lebensgroße Statue an der Theke des Cafés Iruña und vor der Stierkampfarena errichtet.

Ein weltberühmter Schriftsteller war fasziniert von der Plaza del Castillo und verewigte sie in einem Roman.

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Die Kathedrale von Pamplona

Nachdem der romanische Vorgänger eingestürzt war, baute man ab Ende des 14. Jahrhunderts die Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona am nordöstlichen Rand der Altstadt. Sie ist das geistliche Zentrum des spanischen Erzbistums. Die größte Glocke des Glockenensembles, La María genannt, ist die größte Kirchenglocke Spaniens, die noch genutzt wird. Allein ihr Klöppel wiegt 300 Kilogramm.

In der Kathedrale warten mehrere Besonderheiten: der gotische Kreuzgang im Inneren der Kirche mit seinen filigranen Kapitellen sowie die Grabstätten von König Karl III. von Navarra und seiner Ehefrau Leonor. 

Gotisches Prunkstück: Die Kathedrale von Pamplona.

Pamplonas Parks

Neben den bereits erwähnten Grünflächen der Zitadelle bietet Pamplona auch sonst viel Grün, zum Beispiel den japanischen Park Yamaguchi, der als Folge der Städtepartnerschaft mit der gleichnamigen japanischen Stadt entstand. Ein See mit Brücke, ein Wasserfall, ein großer Geysir und das Planetarium von Pamplona gibt es hier auf 8,5 Hektar zu entdecken.

Ebenfalls sehenswert: Die Grünanlagen der staatlichen Universität mit ihren Hunderten Baumarten, der verwinkelte Park Media Luna in Form eines abnehmenden Mondes mit seinem Fischteich und den Mammutbäumen oder der schön angelegte Park Taconera, der auch einen kleinen Freiluftzoo mit Hirschen und Pfauen bietet. Nicht zu vergessen der Flusspark Arga, der sich über zwölf Kilometer erstreckt.

Einer von vielen: Etliche Parks (Bild: Yamaguchi-Park) laden in Pamplona zum Verweilen ein.

Perlen der Architektur 

Neben der Kathedrale bietet Pamplona noch viele andere geschichtsträchtige Gebäude und Plätze. Interessant ist etwa das Rathaus, dessen Fassade Skulpturen zeigt, die für Gerechtigkeit, Vernunft, Stärke und Ruhm stehen. In der Straße Zapatería reihen sich Prachtbauten aus dem 18. Jahrhundert aneinander. Einer davon: der Palacio Guendulain, der heute als Hotel genutzt wird und in dessen Innenhof historische Kutschen ausgestellt sind.

Auch Kirchenfans kommen auf ihre Kosten. So laden beispielsweise die Wehrkirche San Nicolás mit ihren imposanten Mauern und dem erhaltenen Wachturm aus dem zwölften Jahrhundert, die schlichte Kirche Agustinas Recoletas aus dem 17. Jahrhundert in der Calle Mayor oder die Kirche San Cernin, die auf den Überresten eines römischen Tempels erbaut wurde, zu einer Reise durch die Zeit ein.

Das Rathaus von Pamplona präsentiert sich mit symbolträchtigen Fassaden-Skulpturen.

Pamplona und der Jakobsweg

Pamplona ist eine der Stationen, die die Pilgerinnen und Pilger auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela durchlaufen. Erkennbar ist die Route an den gelb angedeuteten Jakobsmuscheln auf blauem Grund. Wer in Pamplona ist, kann sich also zu den Jakobsweg-Stationen begeben und Pilgerluft schnuppern. Als Startpunkt eignet sich dafür die mittelalterliche Magdalenenbrücke, die zu einem der schönsten Stadteingänge Pamplonas gehört.

Über das Portal de Francia, das Frankentor, erreichen die Pilgernden die Stadt Richtung Kathedrale. Kleine Details an Bauwerken der Stadt erinnern ebenfalls an den Jakobsweg. So zieren beispielsweise an der barocken Fassade der Kirche Santo Domingo einige Jakobsmuscheln Nischen und Türen.

Über die Magdalenenbrücke erreichen die Pilgerinnen und Pilger des Jakobswegs Pamplona.

Museen und Kunst

In der Altstadt lassen sich im Museum von Navarra unter anderem das von Francisco de Goya gemalte Porträt des Marquis von San Adrián und das islamische Kunstwerk „Kalifen-Schatulle“, eine Elfenbeinschnitzerei, die um 1000 nach Christus entstand, entdecken. Im Museum der Universität Navarra gibt es neben zeitgenössischer Kunst von Picasso und Kandinsky auch eine große Fotografiesammlung. Eine historische Reise durch das Abendland erlebst du in der prämierten Ausstellung „Occidens“ in der Kathedrale.

Zeitgenössische Kunst und eine große Fotografiesammlung locken ins Museum der Universität Navarra.

Als wäre das nicht genug, befindet sich auch unter freiem Himmel an vielen Ecken Kunst, teilweise unbemerkt: Insgesamt schmücken mehr als 110 Skulpturen Pamplonas Parks und Straßen. Sie stammen von unterschiedlichen Künstlern und ihre Standorte sowie Geschichte lassen sich auf den Seiten der Stadtverwaltung nachlesen.