Wer einen Roadtrip durch Europa oder ein ganz bestimmtes Urlaubsland plant, muss sich an die Verkehrsregeln halten. Zum Großteil gelten einheitliche Gesetze, doch es gibt auch den ein oder anderen skurrilen Ausreißer, an den sich Autofahrerinnen und -fahrer ebenfalls halten müssen. 

Im deutschen Bußgeldkatalog ist beispielsweise nackt fahren erlaubt, wenn sich der FKK-Ausflug auf das Auto reduziert und sich niemand belästigt fühlt. Sollte es Beschwerden geben, dann droht eine Geldstrafe zwischen 5 und 1000 Euro.

Diese kuriosen Gesetze im Straßenverkehr gibt es in:

Schweiz: Zuknallen der Autotür verboten

In der Schweiz ist es in Wohn- und Erholungsgebieten sowie nachts von 22 Uhr bis 7 Uhr untersagt, die Autotür, die Motorhaube oder den Kofferraumdeckel laut zuzuknallen. Wer dagegen verstößt, kann gerichtlich belangt werden. Aber auch das Aufheulen des Motors im Leerlauf, beim Fahren in niedrigen Gängen sowie unnötiges Herumfahren in Ortschaften oder zu laute Musik wird bestraft.

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Spanien: Finger weg vom Navi

Dass Autofahrerinnen und Autofahrer das Smartphone am Steuer nicht nutzen dürfen, ist klar. Aber in Spanien dürfen Reisende auch das Navigationssystem während der Fahrt nicht bedienen. Wer dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld von bis zu 500 Euro bezahlen.

In Spanien darf das Navigationsgerät nicht während der Fahrt bedient werden.

Großbritannien: Pipimachen nur mit Hand am Auto erlaubt

Drückt die Blase während einer Autofahrt, darf diese in Großbritannien an den Landstraßen erleichtert werden. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen: So ist dies nur am Hinterreifen des eigenen Autos erlaubt, während die rechte Hand auf dem Fahrzeug liegt, ansonsten ist es verboten. Dasselbe gilt für Taxifahrer auf allen anderen britischen Straßen.

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Großbritannien: Knöllchen ohne Mütze ungültig

Verkehrssünderinnen und -sünder können in Großbritannien mit etwas Glück ein kleines Schlupfloch nutzen, um eine Strafe abzuwehren. Denn Kontrolleure müssen dort eine ordnungsgemäße Uniform tragen, wenn sie ein Knöllchen ausstellen. Trägt die Person beim Ausstellen zum Beispiel keine Mütze, dann ist der Strafzettel ungültig.

Italien: Hunde müssen angeschnallt werden

Während es sich der Hund in Deutschland auf Frauchens oder Herrchens Schoß sowie auf der Rückbank gemütlich machen kann, gilt in Italien für die Vierbeiner eine Anschnallpflicht. Sonst droht eine Geldstrafe oder sogar eine Anzeige. Wird das Tier in einer Box im Kofferraum befördert, muss diese richtig befestigt werden.

Hunde müssen in Italien angeschnallt werden.

Österreich: Tempokontrolle per Augenmaß erlaubt

Die Polizei in Österreich kann auch ohne Blitzer oder Messpistole eine Strafe verhängen, wenn Raserinnen und Raser über eine Strecke von mindestens 100 Metern mit dem Auto zu schnell unterwegs sind – nur per Augenmaß. Auf diese Weise dürfen Überschreitungen der zulässigen Geschwindigkeit von bis zu 30 Kilometern pro Stunde geahndet werden.

Die Polizei in Österreich darf die Geschwindigkeit schätzen und gegebenenfalls ein Knöllchen beim zu schnellen Fahren ausstellen.

Schweden: Wer fünf Tage parkt, wird abgeschleppt

Viele Regionen in Schweden lassen sich super zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Da kann das Auto oder das Wohnmobil, mit dem du angereist bist, auch mehrere Tage stehen gelassen werden. Doch Vorsicht: Wenn ein Auto in Schweden auf öffentlichen Straßen und Plätzen länger als fünf Tage an derselben Stelle parkt, wird es am fünften Tag abgeschleppt. Daher solltest du ab und zu mal dein Fahrzeug bewegen.

Dänemark: Nicht am Zebrastreifen bremsen

Will in Deutschland eine Fußgängerin oder ein Fußgänger über den Zebrastreifen gehen, dann müssen andere Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen dies ermöglichen. In Dänemark ist es aber genau umgekehrt – dort haben die Autos Vorfahrt. Wer dennoch anhält, damit Passanten und Passantinnen die Straße überqueren können, muss bei einem dadurch verursachten Auffahrunfall gegebenenfalls für den Schaden aufkommen.

In Dänemark wird an Zebrastreifen für Fußgänger nicht gebremst.

Bosnien und Herzegowina: Anfänger haben nachts Fahrverbot

Fahranfänger und -anfängerinnen unter 23 Jahren müssen sich in Bosnien und Herzegowina an ein nächtliches Fahrverbot halten, wenn sie ihren Führerschein weniger als ein Jahr haben. Somit dürfen sie zwischen 23 Uhr und 5 Uhr kein Auto fahren. Außerdem ist vorgeschrieben, dass jeder Autofahrer und jede Autofahrerin – unabhängig vom Alter – ein Abschleppseil mit sich führen muss.

Griechenland und die Halteverbotsschilder

Ein Halteverbotsschild verbietet in Griechenland nicht immer das Halten mit dem Auto. Wenn auf dem Schild eine senkrechte Linie zu sehen ist, ist es in ungeraden Monaten gültig, wenn zwei senkrechte Linien abgebildet sind, gilt es in den geraden Monaten.

Auch gut zu wissen: An den farbig markierten Straßenrändern kannst du entsprechende Parkregeln ablesen. Blaue Markierungen kennzeichnen dabei beispielsweise gebührenpflichtige Parkzonen, weiße deuten auf gebührenfreie Stellflächen hin und gelb markierte Straßenränder zeigen ein Parkverbot an.

Rabatt bei Bußgeldern in Europa

Je schneller, desto günstiger – so lautet die Devise in zahlreichen Ländern der EU beim Bezahlen von Strafen. Denn wer das Bußgeld in wenigen Tagen bezahlt, bekommt oft einen Rabatt. Hier ein Überblick:

  • Slowenien: Wer innerhalb von acht Tagen zahlt, bekommt 50 Prozent Rabatt
  • Griechenland: Wer innerhalb von zehn Tagen zahlt, bekommt 50 Prozent Rabatt
  • Großbritannien: Wer bei einigen Verstößen innerhalb von 14 Tagen zahlt, bekommt 50 Prozent Rabatt 
  • Spanien: Wer innerhalb von 15 Tagen zahlt, bekommt bis zu 50 Prozent Rabatt
  • Italien: Wer innerhalb von fünf Tagen zahlt, bekommt 30 Prozent Rabatt 
  • Türkei: Wer innerhalb von fünf Tagen zahlt, bekommt 25 Prozent Rabatt  
  • Frankreich gewährt unterschiedliche Rabatte, je nach Art des Verstoßes