Wer nach Paris fährt, der steigt auf den Eiffelturm, besucht den Louvre und blickt vom Montmartrehügel mit der Basilika Sacré-Coeur aus auf Frankreichs Hauptstadt hinunter. Doch diese hat noch viel mehr zu bieten als diese absoluten Klassiker. In Paris gibt es jede Menge kostenlose oder günstige Aktivitäten – einige führen auch mal über die Stadtgrenzen hinaus. Einige Beispiele.

Streetart im Nordosten

Wie wäre es mit einer Tour entlang der „Street Art Avenue“ im Nordosten von Paris. Der galt lange als gefährliches Pflaster, zieht aber längst Familien und Kunstschaffende an. Die Tour lässt sich mit dem Boot auf dem Kanal machen, begleitet von einer Führerin oder einem Führer, aber auch einfach auf eigene Faust zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Über eine Strecke von neun Kilometern reihen sich an Hauswänden, Brücken und ehemaligen Fabriken riesige Graffiti- und Straßenkunstwerke der verschiedensten Stile aneinander. Während einer Tour lässt sich eine Gegend entdecken, die nur ein paar Kilometer von Paris mit seinen prachtvollen Monumenten entfernt ist – aber zugleich wirkt wie eine ­andere Welt.

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Entlang der Street-Art-Avenue kannst du auch mit dem Fahrrad Kunst entdecken.

Gebeine in den Katakomben

„Bleib stehen! Hier ist das Reich des Todes.“ Die Aufschrift an einer Steinmauer lässt unwillkürlich stocken. Aber kneifen gilt nicht mehr, jetzt, wo die Besucherinnen und Besucher bereits 130 Treppenstufen hinabgestiegen sind, 20 Meter in die Tiefe. Also geht es hinein in das Reich des Todes, wie sich die Katakomben von Paris nennen. Knapp zwei Kilometer ist das öffentlich zugängliche Areal lang. Hier unten lagern die Gebeine von sechs bis sieben Millionen Menschen.

Ordentlich sind ihre Knochen und Schädel aufgereiht, dahinter liegt alles kreuz und quer. Religiöse Inschriften erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens. Ein wenig atmet man dann auch auf, wenn man nach diesem makabren und doch spannenden Erlebnis wieder die Oberfläche erreicht und Tageslicht sieht.

In 20 Metern Tiefe befindet sich in Paris das Reich des Todes: die Katakomben der französischen Hauptstadt.

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Paradiesisches in der Bibliothek

Inmitten der Großen Bibliothek von Paris tut sich ein Wald mit einer Fläche von gut einem Hektar auf. Die Lesenden sehen ihn durch die Glasfenster, betreten dürfen ihn allerdings nur die zwei zuständigen Gärtner. Bei einer geführten Tour erfahren Besucherinnen und Besucher viel über das von Büchern umgebene Ökosystem, aber auch über die Architektur des wuchtigen Gebäudes aus Metall, Beton und Glas und das ausgeklügelte Schienensystem, mit dem die Bücher innerhalb der Bibliothek transportiert werden.

Zum Abschluss geht es für einen sagenhaften Blick über die Stadt in die 22. und höchste Etage von einem der vier Türme in 80 Meter Höhe. Auch von hier lässt sich der Wald erspähen, der wie ein grünes Juwel unten liegt.

In der großen Bibliothek von Paris wächst ein besonderer Wald.

Stille in der Moschee

In eine Oase der Stille taucht ein, wer die Große Moschee im belebten Studentenviertel Quartier Latin betritt. Sie ist das prächtigste muslimische Bauwerk der Stadt. Im mit farbigen Mosaiken verzierten Innenhof plätschert ein Brunnen, in der Bibliothek lagern schwere Bücher.

So viel Ruhe in dem einen Teil des religiösen Gebäudes herrscht, so quirlig geht es im angeschlossenen Café und Restaurant zu. Kellner schlängeln sich gekonnt zwischen den kleinen Tischen hindurch und balancieren auf ihren Tabletts Gläser mit dampfendem Pfefferminztee. Dazu gibt es orientalisches Gebäck aus Honig und Nüssen als köstliche, aber nicht weniger kalorienreiche Alternative zu französischen Törtchen.

Die Große Moschee im Quartier Latin von Paris ist eine Oase der Stille.

Düfte im Maraisviertel

Frankreich ist das Land der Parfüms und seine Hauptstadt deshalb eine Spielwiese für alle Liebhaberinnen und Liebhaber guter Düfte. Die Expertin Sophie Irles lädt in ein Duftatelier ein, um die eigene Nase zu trainieren und bietet anschließend einen Spaziergang zu unabhängigen Parfümerien im Maraisviertel an – fernab der großen Marken. Ohne die Verpflichtung, einen Flakon zu kaufen, dürfen die Besucherinnen und Besucher etliche Duftnoten erschnuppern.

Im Szeneladen État Libre d’Orange haben diese originelle Namen: „Like this“ bezeichnet eine Mischung aus Karotte und Ingwer, „Putain des Palaces“ („Palastschlampe“) soll riechen wie ein pudriges Schminktäschchen.

Im Pariser Maraisviertel lohnt sich ein Besuch des Duftateliers von Sophie Irles.

33 besondere Erlebnisse in Paris...

... hat Birgit ­Holzer, Autorin unseres Artikels und langjährige Frankreich-Korrespondentin, für ihren neuen Reiseführer „Paris – Stadtabenteuer“ zusammengestellt (240 Seiten, 17,90 Euro). Das Buch aus der Serie „Stadt-Abenteuer“ des ­Michael Müller Verlags bietet auch Tipps zum Ausgehen, Essen, Schlafen und Shoppen sowie zu den Sehenswürdigkeiten.