Hunderte Kilometer roter Wüstenlandschaften, tiefe Schluchten und riesige Felsen, die wie Skulpturen als dem Boden ragen: Die Region Pilbara ist ein ursprünglicher Ort, beeindruckend und ein bisschen beängstigend. 

Denn die Fläche von der Westküste Australiens bis zum Northern Territory ist etwa doppelt so groß wie Großbritannien, aber gleichzeitig mit nur 61.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der am dünnsten besiedelten Regionen der Welt. Wer sich hier verläuft, begegnet unter Umständen stundenlang keiner Menschenseele.

Eine Reise zum ältesten Ort der Welt

Vor 3,6 Milliarden Jahren, bevor auf der Erde Sauerstoff und Leben existierte, entstanden in der kargen Region riesige Formationen aus eisenreichem Gestein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge bilden sie die älteste stabile Kruste der Welt. Wie der britische Sender BBC berichtet, zeuge die Tatsache, dass sie keine Fossilien enthalten, von ihrem enormen Alter.

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Stromatolithen in der Region Pilbara: Uralte Kalkablagerungen.

Anstelle von Fossilien wurden dort lebendige fossile Kalkgebilde, sogenannte Stromatolithen, gefunden. Sie sind die älteste Lebensform, die bisher auf der Erde entdeckt wurde. Südlich von Pilbara am Hamlin Pool in der Nähe der Shark Bay befindet sich heute einer von nur zwei Orten auf der Erde, an denen noch lebende Stromatolithen existieren.

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Die Pilbara-Region: Karge Wüste und üppige Vegetation

Wer in die Pilbara-Region reist, findet dort aber nicht nur karge Felsen und trockene Wüste. Die Region beherbergt auch den Karijini-Nationalpark, der als einer der schönsten Nationalparks der Welt gilt.

Ein Känguru im Karijini-Nationalpark.

Besucherinnen und Besucher finden dort ein Paradies aus kühlen Wasserfällen, wilden Tieren wie Felsen-Wallabys, Dingos und verschiedenen Vogelarten sowie eine üppige Vegetation. Zwischen Juni und September bedecken blühende Wildblumen wie Akazien, Zitronengras und Glockenblumen die verwitterte Landschaft. 

Ein Bad in den natürlichen Spa-Pools

Erkunden kannst du die Region auf einem Netz aus Wanderwegen, die sich durch den Nationalpark schlängeln. Einige von ihnen führen vorbei an alten Schluchten, in denen das Wasser über Jahrtausende hinweg smaragdfarbene Felsenbecken wie natürliche Spa-Pools aus dem Stein gespült hat. Bei einer Wanderung kannst du dich dort unter den hinabstürzenden Wasserfällen abkühlen.

Wasserfälle fließen in den Fern Pool im Karijini-Nationalpark.

An den Fortescue Falls in der Dales Gorge auf der Ostseite des Karijini-Nationalparks gibt es beispielsweise ein wunderschönes, natürlich geschaffenes Badeloch, zu dem du vom Parkplatz des Nationalparks in einer Stunde auf gut erkennbaren Wegen gelangst. Auch der Fern Pool und der Circular Pool laden zu einem erfrischenden Bad ein.

Beeindruckende Aussichten am Boden und am Himmel

Den Nationalpark erreichst du mit dem Auto oder mit dem Bus von den Städten Paraburdoo oder Newman aus. Die beeindruckende Landschaft kannst du innerhalb eines Tagestrips erkunden oder über Nacht im indigenen Karijini Eco Retreat schlafen, der einzigen Unterkunft im Nationalpark.

Das Karijini Eco Retreat: Die einzige Unterkunft im Nationalpark.

Dort kannst du zum Beispiel zwischen einem Campingplatz oder luxuriösen Öko-Zelten wählen. Bei klarem Himmel hast du nachts von dort aus dank nicht vorhandener Lichtverschmutzung einen fantastischen Ausblick auf den Sternenhimmel und die Milchstraße.

Beeindruckend ist auch die Aussicht vom Oxer Lookout, die einen spektakulären Blick über die vier Schluchten Weano, Red, Hancock und Joffre bietet. Von hier aus kannst du das Ausmaß und die Pracht der Gegend rund um den wohl ältesten Ort der Welt so richtig erfassen und genießen.