Ob Schmuck, Geld oder Reisepässe: Für viele ist es ganz selbstverständlich, dass sie auf Reisen ihre Wertsachen in den Safe legen. Doch immer wieder hört man Geschichten von geknackten Safes. Vorsicht, Langfinger!

Fakt ist, dass sich einige Modelle ziemlich leicht öffnen lassen, indem man beispielsweise die Stromzufuhr kappt oder den Safe auf die Werkseinstellung zurücksetzt. Auch ein kräftiger Faustschlag erleichtert den Dieben, an die Beute zu kommen. Einige Hotelsafes sind sogar so leicht, dass man sie ohne Probleme wegtragen könnte.

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Was besagt das Reiserecht?

Doch was passiert in einem solchen Fall? In Europa gilt generell: Für Diebstähle aus Hotelzimmern trägt der Hotelier oder die Hotelierin die Haftung. Das gilt sogar unabhängig davon, ob die gestohlenen Wertgegenstände im Zimmersafe eingeschlossen wurden oder nicht. Von Erklärungen wie „für Diebstähle übernimmt das Hotel keine Haftung“ musst du dich also nicht irritieren lassen – sie gelten in Europa grundsätzlich nicht.

In Deutschland sind bei diesem Thema Paragraf 701 und folgende des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ausschlaggebend. Demnach haften Hotelier oder Hotelierin für Gegenstände mit einem Wert bis 3500 Euro und für Geldbeträge bis 800 Euro – außer, der Safe hat Mängel, denn dann muss die Hotelierin oder der Hotelier für den vollen Schaden aufkommen.

In anderen Ländern Europas sind die Gesetze wegen eines internationalen Übereinkommens ähnlich, allerdings können die Höchstgrenzen unterschiedlich ausfallen. Und außerhalb Europas gibt es unter Umständen gar keine Haftung. Am besten, du informierst dich vorher, welches Recht in deinem Reiseland gilt.

Schmuck, Geld, Kamera weg – was tun?

Wichtig: Keine Zeit verstreichen lassen! Wenn du im Hotel bestohlen wurdest, muss du nach Paragraf 703 BGB unverzüglich bei Hotelierin oder Hotelier eine Schadensanzeige machen. Für die Reisegepäckversicherung brauchst du eine polizeiliche Anzeige – auch das solltest du zeitnah erledigen, spätestens am nächsten Tag.

So kannst du clever vorsorgen

Eine gute Kamera, ein Laptop und dazu noch Schmuck – das summiert sich schnell auf einen Wert von mehr als 3500 Euro. In diesem Fall ist es das Beste, du gibst die Wertsachen dem Hotel zur Aufbewahrung. Denn bei Verlust, Beschädigung und Zerstörung haften dann Hotelierin oder Hotelier mit der hauseigenen Versicherung in voller Höhe. Tipp: Vergiss nicht, dir eine Quittung beziehungsweise eine schriftliche Bestätigung aushändigen zu lassen.