Vom Alltagsstress erholen und abschalten – das geht im Urlaub besonders gut. Doch nicht nur das Reisen hilft beim Relaxen, sondern auch Bewegung, gesundes Essen und Entspannungstechniken. So sehen das auch die Krankenkassen in Deutschland, die Präventionskurse und auch Gesundheitsreisen bezuschussen. 

Wer davon profitieren kann, welche Reiseziele sich eignen und welche Voraussetzungen für den Urlaub mit finanzieller Unterstützung gelten, liest du hier. 

Reisen mit der Krankenkasse: Wer erhält den Zuschuss? 

Viele Menschen besuchen regelmäßig Gesundheitskurse, zum Beispiel einen Rückengymnastik-Kurs in einer Rückenschule. Sind diese Kurse zertifiziert, geben die Krankenkasse Zuschüsse. 

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Fitness auf Reisen: Ein Mann macht Stretching-Übungen.

Wer nicht regelmäßig im Alltag an Kursen teilnehmen kann, wird trotzdem gefördert – in Form der sogenannten Kompaktmaßnahmen, bei denen alle Kurseinheiten zum Beispiel an einem Wochenende stattfinden. Sie dürfen laut GKV-Spitzenverband auch „wohnortfern“ stattfinden. 

Davon sollen vor allem diejenigen Personen profitieren, die nicht an wöchentlichen Kursen teilnehmen können, zum Beispiel Schichtarbeitende, Fernfahrende, Alleinerziehende oder pflegende Angehörige.

Eine junge Frau macht Yoga am Strand. Bei dem Ausblick lässt es sich gleich noch besser entspannen.

Ob du zu den Anspruchsberechtigten gehörst, klärt ein Anruf bei deiner Krankenkasse. Solltest du nicht dazugehören, darfst du trotzdem aktiv werden: Alle Versicherten haben Anspruch auf Präventionsangebote, nur eben nicht unbedingt auf Reisen. Yoga-, Rücken-, Entspannungskurse und Co. werden zweimal jährlich am Wohnort bezuschusst, wenn die Versicherten regelmäßig daran teilnehmen. 

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Gesundheitsreise: Was wird gefördert?

Das Ziel dieser Gesundheitsreisen: Krankheitsrisiken vermindern und die Gesundheit fördern. Ein Badeurlaub am Strand von Mallorca reicht demnach für eine Förderung nicht aus, vielmehr musst du vor Ort während deiner Reise offiziell zertifizierte Kurse besuchen. 

Dazu eignen sich Kurse zu den folgenden Themen: 

  • Bewegung, zum Beispiel Herz-Kreislauf-Training oder Rückengymnastik
  • Ernährung, zum Beispiel Kurse zu gesunder Ernährung oder Ernährungsumstellung
  • Stressreduktion und Entspannung, zum Beispiel durch Yoga, progressive Muskelentspannung oder Qigong
  • Genuss- und Suchtmittelkonsum, etwa zur Nikotinentwöhnung oder zur Alkoholreduktion

Finden diese Kurse in Form einer Kompaktmaßnahme statt, sind sie auch in Form einer Reise förderungsfähig. Dabei müssen die Kursstunden auf mindestens zwei Tage verteilt sein. 

Stattfinden kann die Reise dann in Deutschland oder den anderen Ländern der Europäischen Union. Außerhalb Europas sind keine Förderungen vorgesehen.

Wichtig: Kurse im In- und Ausland müssen offiziell durch die Zentrale Prüfstelle Prävention zertifiziert sein. Welche Anbieter dazugehören, erfährst du in der Datenbank deiner Krankenkasse.

Präventionsreise beantragen: So gehst du vor

Bevor du eine Gesundheitsreise buchst, solltest du auf jeden Fall Rücksprache mit deiner Krankenkasse halten. „Die Reisen müssen stets vor der Inanspruchnahme beantragt und genehmigt werden, damit die Kosten von der Krankenkasse ganz oder anteilig erstattet werden können“, erklärt eine Sprecherin des GKV-Spitzenverbands dem reisereporter. 

Jeder und jede Versicherte darf in diesem Rahmen an zwei Präventionsangeboten im Jahr teilnehmen. In Sachen Gesundheitsreisen bedeutet das, „dass maximal Kompaktangebote an zwei Wochenenden pro Versicherten und Jahr gefördert werden können“, erklärt der GKV-Spitzenverband. 

Bewegungskurse auf Reisen finanziert die Krankenkasse, wenn Reisende einige Bedingungen erfüllen. Genau wie diese Frau, die Sportübungen am Strand macht.

Mit dieser finanziellen Unterstützung kannst du rechnen

Wie hoch fällt die Bezuschussung deiner Reise aus? „Die finanzielle Höhe der Förderung legen die Krankenkassen in ihren Satzungen autonom fest“, erklärt der GKV-Spitzenverband. Das bedeutet, dass du den genauen Betrag bei deiner Kasse erfragen musst. 

Zwei Beispiele: Bei der BKK Melitta heißt es zu den Präventionskursen: „Bei regelmäßiger Teilnahme werden 100 Prozent der Kurskosten, maximal 120 Euro je qualitätsgesicherten Kurs (…) erstattet.“ Die TKK schreibt: „Konkret übernehmen wir 80 Prozent der Kursgebühren (maximal 75 Euro für den Einzelkurs und 150 Euro für einen Kombinationskurs). Online-Kurse (…) erstatten wir zu 100 Prozent bis maximal 100 Euro.“